Konstitution

RS Vier Ätherarten

Die vier Ätherarten in der GA R. Steiners

Der Begriff des „Lebensäthers“ bei Rudolf Steiner

 

„Daraus sehen Sie, daß wir in unserem Bewußtsein immer nur ein Gegenwärtiges haben können und daß unser Sein mit dem gegenwärtigen Augenblick eigentlich verschwinden würde, wenn wir nur das Bewußtsein mit unserem Denken, Fühlen und Wollen als Erdenmenschen entfalten könnten. Daß wir dasjenige, was in Denken, Fühlen und Wollen lebt, aufbewahren können, das verdanken wir dem Ätherleibe; und wir bewahren es dann sogar auf nach dem Tode in dem allgemeinen Lebensäther. Da haben wir das zweite Glied des menschlichen irdischen Daseins, dasjenige, was nicht wie das Erdenbewußtsein mit dem Augenblicke verläuft, sondern welches bestehen bleibt, welches sozusagen erhalten bleibt im allgemeinen Lebensäther. Wir haben also nunmehr schon für den Erdenmenschen zwei Glieder zu unterscheiden: sein Erdenbewußtsein und sein Gedächtnis oder seine Erinnerungen, die man nicht einfach mit dem Bewußtsein identifizieren darf. Was ist denn nun das dritte Glied?

Das zweite Glied unterscheidet sich von dem ersten dadurch, daß es die Dinge, die erlebt werden, nicht einfach vorübergehen läßt, sondern sie aufbewahrt. Das dritte Glied des irdischen Menschen unterscheidet sich wiederum von dem zweiten in beträchtlicher Art. Wenn Sie Ihre Gedanken, insofern sie Erinnerungen werden, ins Auge fassen, so werden Sie sich sagen: Eine ganz bestimmte Eigentümlichkeit haben diese Gedanken, welche Erinnerungen geworden sind. ‑ Eine Eigentümlichkeit hat alles, was dem Gedächtnis anvertraut worden ist, nämlich, daß es während des Lebens Ihr persönliches Gut ist, daß es Ihr persönlicher Inhalt ist. Sie tragen das, was Sie als Erinnerung durch das Leben und bis zum Tode hin tragen, als Ihr innerstes Besitztum in sich, tragen es als Besitztum in Ihrer Persönlichkeit bis zum Tode hin in sich. Und Sie werden sich leicht den Gedanken bilden können, der ja nahe liegt, daß dies, was Sie da in Ihrem Gedächtnis, in Ihren Erinnerungen mit sich tragen, zunächst solange Sie leben, nichts in der Außenwelt bedeutet, nichts in der äußeren Welt ist. Es ist in Ihnen und es beginnt erst, nachdem Sie durch den Tod hindurchgegangen sind, etwas in der Außenwelt zu sein: da wird es in den allgemeinen Lebensäther eingetragen. Aber was ist es in dem allgemeinen Lebensäther? Dort ist es die Notiz von Ihrer Persönlichkeit. Es ist das, was von Ihrer Persönlichkeit bleibt als das, was während des Lebens inneres Erlebnis ist, und nach dem Tode ist es für die zunächstige Ewigkeit in dem Lebensäther Eingetragenes für Ihre Persönlichkeit. Da steht es aufgeschrieben. Was der Mensch im Leben innerlich erlebt hat, wird für den Lebensäther äußerliches Erlebnis nach dem Tode des Menschen. Es ist also mit unsren Erinnerungen so, daß wir diese Erinnerungen, dieses Gedächtnis in uns selber als unser inneres Gut bis zum Tode tragen dürfen, und daß es vom Tode an ‑ sozusagen als offenbares Geheimnis ‑ in den Lebensäther eingeschrieben ist und darinnen lebt und daß wir mit ihm verbunden bleiben, weil wir einen Extrakt aus dem Lebensleib mitgenommen haben und immer zurückschauen können auf das, was wir da erlebt haben. So ist in einer gewissen Beziehung die Welt unserer Erlebnisse durch die Erinnerungen, durch das Gedächtnis während unseres Erdenlebens in uns; so sind wir mit unserem Erdenleben in dem Weltenäther nach dem Tode.“

GA 133, S 137-139

„Indem wir auf dieses aufmerksam machen, weisen wir zu gleicher Zeit hin auf diejenigen Regionen, aus denen der Christus zu uns gekommen ist bei der Johannestaufe im Jordan. Woher kam der Christus? Aus denjenigen Regionen kam er, die dem Menschen verschlossen worden sind durch die Versuchung des Luzifer, aus der Region der Sphärenmusik, aus der Region des kosmischen Lebens. Diese Regionen hat der Mensch vergessen müssen am Erdenurbeginn durch die luziferische Versuchung. Der Christus aber zog bei der Johannestaufe im Jordan in einen Menschenleib ein, und dasjenige, was diesen Menschenleib durchsetzte, das war das Geistige der Sphärenmusik, das war das Geistige des kosmischen Lebens, das war dasjenige, was zur Menschenseele noch gehörte während ihrer ersten Erdenzeit, woraus aber die Menschenseele verbannt werden mußte durch die luziferische Versuchung. So ist der Mensch auch in diesem Sinne geistverwandt. Er gehört eigentlich an mit seiner Seele der Region der Sphärenmusik und der Region des Wortes, des lebendigen kosmischen Äthers. Aber er wurde daraus vertrieben. Und wiedergegeben sollte es ihm werden, so daß er sich nach und nach mit dem, woraus er verbannt worden war, wiederum durchdringen könne. Deshalb berühren uns auch vom Standpunkt der Geisteswissenschaft so tief die Worte des Johannes-Evangeliums: Im Urbeginne, als der Mensch der Versuchung noch nicht unterlegen war, da war der Logos. Der Mensch gehörte dem Logos an. Der Logos war bei Gott, und der Mensch war mit dem Logos bei Gott. Und durch die Johannestaufe im Jordan trat der Logos in die menschliche Entwickelung ein, er wurde Mensch.“

GA 155, S 198/199

„Aber noch manches andere verbirgt sich hinter dem sinnlichen Dasein für den Menschen. Der Mensch richtet seinen Blick auf die Pflanzenwelt; er sieht, wie das Licht der Sonne die Pflanzen hervorzaubert aus den Erdengründen. Die Wissenschaft lehrt uns, daß das Licht zum Wachstum der Pflanzen notwendig ist. ja, meine lieben Freunde, das ist aber nur die eine Hälfte der Wahrheit. Derjenige, der mit hellsichtigem Blick die Pflanzen ansieht, der sieht aus den Pflanzen aufsteigen lebendige Geistes‑Elemente. Das Licht taucht nämlich in die Pflanzen unter und steigt wiederum auf als lebendiges Geistes‑Element. Das Licht steigt in die Pflanzen hinein, um sich in ihnen zu verwandeln, um in ihnen wiedergeboren zu werden als lebendiges Geistes‑Element. In die Tiere steigt der chemische Äther hinein, den der Mensch nicht wahrnehmen kann; er würde geistig tönen, wenn der Mensch ihn wahrnehmen könnte. Und die Tiere verwandeln diesen Äther in Wassergeister. Die Pflanzen verwandeln das Licht in Luftgeister, die Tiere verwandeln den Geist, der im chemischen Äther wirkt, in Wassergeister. Der Mensch aber verwandelt dasjenige, was im kosmischen Äther, im Lebensäther liegt, dasjenige, was macht, daß er überhaupt leben kann, und von dem verhindert worden ist, daß er es töten könne in sich, das verwandelt er in Erdgeister. Ja, in Erdgeister verwandelt er es.“

GA 155, S 200

„Der siebente ist der physische Plan. Da lebt der Lebensäther in seinem eigentlichen Elemente. Beim Lebensäther nimmt man das Leben wahr. Der Lebensäther wird auch atomistischer Äther genannt, weil er auf diesem Plan sein eigenes Leben, seinen eigenen Mittelpunkt hat. Was auf demselben Plan lebt, hat auf demselben Plan seinen Mittelpunkt.“

GA 93a, S 46

 

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Der Begriff des „Lichtäthers“ bei Rudolf Steiner

„Fünftens die Jupiterkräfte: Sie bewahren den Menschen vor dem Verfließen in dem Lichtelemente, also in dem Lichtäther. Der Mensch würde eine Lichtwolke werden, die sich immerfort verbreitet, wenn nicht die Jupiterkräfte in der entsprechenden Weise da wären.“

GA 213, S 59

„Da handelt es sich darum, in aller Tiefe einzusehen und allmählich ins Leben überzuführen, daß dasjenige, was menschlicher Ätherleib ist, nicht so ist ‑ und darum handelt es sich ja eigentlich, denn davon geht alles übrige aus ‑, zunächst nicht so ist, wie es ursprünglich für den Menschen bestimmt war. Denn dieser menschliche Ätherleib, der enthält unter dem verschiedenen Ätherischen, das er ursprünglich enthielt ‑ und er enthielt ursprünglich alle Äthersorten in völliger Lebendigkeit ‑, heute die Wärme. Daher hat der Mensch mit den Tieren, die er in seinen «Fall» mit hineingebracht hat, warmes Blut. Da hat der Mensch die Möglichkeit, den Wärmeäther in besonderer Weise zu verarbeiten. Aber schon mit dem Lichtäther ist es nicht so. Den Lichtäther nimmt der Mensch zwar auf, aber er strahlt ihn so aus, daß nur ein gewisses niederes Hellsehen dazu kommt, in der Aura die ätherischen Farben im Menschen zu sehen. Die sind vorhanden. Aber außerdem ist der Mensch auch für einen eigenen Ton veranlagt gewesen, in der ganzen Harmonie der Sphären mit seinem eigenen Ton und mit einem ursprünglichen Leben, so daß der Ätherleib immer die Möglichkeit gehabt hätte, den physischen Leib unsterblich zu erhalten, wenn dieser Ätherleib seine ursprüngliche Lebendigkeit beibehalten hätte. Es würden andere Dinge nicht gekommen sein. Denn wäre dieser Ätherleib in seiner ursprünglichen Gestalt geblieben, so wäre der Mensch ja in der oberen Region geblieben, von der er in die untere heruntergestiegen ist. Er wäre dann nicht der luziferischen Versuchung verfallen. In dieser oberen Region wären ganz andere Verhältnisse gewesen. Die waren aber einmal. Und solche Geister wie Saint‑Martin hatten noch ein gewisses Bewußtsein, daß solche Verhältnisse einmal waren. Daher sprechen sie von diesen Verhältnissen wie von einer einstmaligen Realität.“

GA 175, S 237/238

„Wir unterscheiden, wenn wir die Geisteswissenschaft zu Hilfe rufen, den Erdenstoff, den Wasserstoff, den Luftstoff, den Wärmestoff. Wir treten dann in die Welt des Lichtäthers, wir sprechen von Wärmeäther, von Lichtäther. Bis zum Lichtäther hinauf töten wir dasjenige, was in uns dringt, wir morden es fortwährend, damit wir unser Erdenbewußtsein haben. Etwas aber können wir nicht töten durch unser Erdendasein. Wir wissen, daß es über dem Lichtäther gibt den sogenannten Chemischen Äther und dann den Lebensäther. Das sind die beiden Ätherarten, die wir nicht töten können. Aber dafür haben diese beiden Ätherarten auch keinen besonderen Anteil an uns. Würden wir in der Lage sein, auch den Chemischen Äther zu töten, dann würden fortwährend in unseren physischen Leib die Wellen der Sphärenharmonie hereintönen, und wir würden diese Wellen der Sphärenharmonie mit unserem physischen Leben fortwährend in uns ertöten. Und könnten wir auch den Lebensäther töten, so würden wir das kosmische Leben, das der Erde zuströmt, fortwährend in uns selber ertöten. Uns ist im irdischen Ton ein Surrogat gegeben, aber das ist nicht zu vergleichen mit demjenigen, was wir hören würden, wenn uns überhaupt als physischer Mensch der chemische Äther hörbar wäre. Denn der physische Ton ist ein Produkt der Luft, und er ist nicht der geistige Ton; er ist nur ein Surrogat des geistigen Tones.“

GA 155, S 197/198

„Als die luziferische Versuchung kam, da waren die fortschreitenden Götter genötigt, den Menschen in eine Sphäre zu versetzen, wo vom Lichtäther nach abwärts in seinem physischen Leibe der Tod lebt. Aber dazumal sagten diese fortschreitenden Götter ‑ und das Wort ist wohl in der Bibel verzeichnet ‑: «Die Unterscheidung von Gut und Böse hat sich der Mensch angeeignet, aber das Leben, das soll er nicht haben. Vom Baume des Lebens soll er nicht essen.» (l. Mose 3, 22) Und ein anderes Wort kann im Sinne des Okkultismus dazugefügt werden; die Fortsetzung dieses Wortes «Vom Baume des Lebens soll der Mensch nicht essen» würde heißen: «Und vom Geiste des Stoffes soll er nicht hören.» Vom Baume des Lebens soll der Mensch nicht essen, und vom Geiste des Stoffes soll der Mensch nicht hören! Diese Regionen sind diejenigen, die dem Menschen verschlossen wurden. Nur durch eine gewisse Prozedur in den alten Mysterien wurden den Einzuweihenden, als sie vorausnehmend den Christus sehen durften außer dem Leibe, auch die Töne der Sphärenmusik erschlossen und das durch die Welt pulsende kosmische Leben. Daher sprechen die alten Philosophen von der Sphärenmusik.“

GA 155, S 198

„Fünftens kommt der Devachan- oder Mentalplan. Da hat der Lichtäther sein Leben. Das Sonnenlicht lebt auf dem Devachanplan; daher die innere Beziehung zwischen Weisheit und Licht. Wenn man das Licht im Traumbewußtsein erlebt, so erlebt man darin die Weisheit. Immer, wenn Gott sich im Lichte offenbarte, ist das der Fall gewesen. Im brennenden Dornbusch, das heißt im Licht, erschien Jehova dem Moses, um die Weisheit zu offenbaren.“

GA 93a, S 46

„Wollen wir heute einmal den Lichtäther ins Auge fassen. Gewiß, der ganze Ätherleib besteht aus einer innigen Verbindung, aus einer organisierten innigen Verbindung dieser vier Ätherarten. Aber wir wollen dasjenige, was am Ätherleib Lichtäther ist, heute besonders herausheben. Den Teil des Ätherleibes, den wir als Lichtäther ansprechen, wollen wir jetzt schraffieren. Nun habe ich öfter betont, daß der Mensch eigentlich dadurch ein Bewußtsein von den Dingen erhält, daß er mit seinem Ich und mit seinem Astralleib im Grunde genommen in den Dingen darin ist. Nur im Tagwachen steckt das Ich und der astralische Leib, man möchte sagen, in bezug auf dasjenige, was von ihnen nicht in den Dingen ist, im physischen Leib und im Ätherleib darin. Wenn wir dies ins Auge fassen, so können wir sagen: daß wir Sinnesempfindungen haben, rührt davon her, daß das menschliche Ich und auch der astralische Leib von den Dingen zuerst eine Offenbarung haben, die unbewußt bleibt, und daß sich dann diese Offenbarung spiegelt an den Sinneswerkzeugen und ihren Nervenfortsetzungen im physischen Leib. Diese Dinge haben wir wiederholt erörtert.“

GA 165, S 118

„Nun fragen wir uns aber heute: Wie wirkt denn eigentlich das Gedächtnis? Wie geschieht es, daß wir Erinnerung haben an Verschiedenes, an Gegenstände und auch an Erlebnisse, die wir durchgemacht haben? Diese Frage wollen wir einmal ins Auge fassen. Wir wollen sie heute gleichsam ganz empirisch, beobachtungsgemäß ins Auge fassen.

Nehmen wir den Fall: Wir treffen heute einen Menschen, den wir vor fünf Tagen zum erstenmal gesehen haben. Wir erinnern uns, daß wir ihn vor fünf Tagen gesehen haben, daß er uns dazumal seinen Namen gesagt hat, daß wir mit ihm gesprochen haben. Wir sagen, wir erkennen diesen Menschen wieder. Was geschieht da in uns, wenn wir uns auf diese Weise an einen Menschen und an die Begegnung mit ihm nach einiger Zeit erinnern?

Nun, da kommt zuallererst folgendes in Betracht: Während wir vor fünf Tagen dem Menschen begegnet sind, hat unser Ätherleib gewisse Bewegungen ausgeführt. Wir fassen jetzt immer den Lichtteil des Ätherleibes ins Auge. Selbstverständlich schwingen die andern Glieder, der Wärmeteil, der chemische Teil, der Lebensteil mit, aber wir fassen heute den Lichtteil unseres Ätherleibes ins Auge. Ich will ihn deshalb zunächst sogar Lichtleib nennen. Unser ätherischer Leib führt gewisse Bewegungen aus. Denn die Gedanken, die der Mensch erregt, mit dem wir zusammengetroffen sind, geben sich in unserem Lichtleib als innere Lichtbewegungen kund. Abgesehen davon, daß wir mit unseren Sinnen den Menschen sehen, haben wir somit von den Eindrücken her, die nicht durch die Sinne vermittelt werden, insofern etwas, als unser Lichtleib Bewegungen ausführt. Die ganze Begegnung mit dem Menschen hat also darin bestanden, daß unser Lichtleib allerlei Bewegungen ausgeführt hat. Stellen Sie sich das recht lebendig vor: Während Sie vor dem Menschen gestanden haben, während Sie mit ihm gesprochen haben, ist Ihr ätherischer Lichtleib fortwährend in Bewegung. Was Sie mit ihm sprechen, was Sie von ihm empfinden, über ihn denken, das alles offenbart sich in Bewegungen Ihres Lichtleibes.

Wenn man diesen Menschen nach Tagen nun wiederum sieht, so regt das neuerliche Sehen unsere Seele an, und diese Anregung bewirkt, daß der ätherische Leib rein aus seinem Beharrungsvermögen heraus diese Bewegungen wieder ausführt, die er vor fünf Tagen ausgeführt hat, als wir vor dem Menschen standen, mit ihm Gedanken ausgetauscht haben. Wenn Sie also nach fünf Tagen dem Menschen aufs neue entgegentreten, wird der ätherische Lichtleib dadurch angeregt, dieselben Bewegungen auszuführen, die er vor fünf Tagen ausgeführt hat. Mit einem Stück seines Ich und seines Astralleibes ist man während des Wachbewußtseins immer im äußeren Lichtäther darin. Das Schlafen geschieht ja dadurch, daß sich auch das Stück vom astralischen Leib und Ich in den äußeren Äther zurückzieht, das beim Tagwachen im physischen und im Ätherleib drin ist. Da man also mit seinem Ich und mit seinem Astralleib im Grunde genommen im äußeren Äther darin ist und der innere Ätherleib durch sein Beharrungsvermögen die Bewegungen, die er damals ausgeführt hat, wieder ausführt, so fühlt man nun das, was der Ätherleib damals an Bewegungen ausgeführt hat. Und das ist das Erinnern. Vom äußeren Äther aus innere Ätherbewegungen wahrnehmen, vom äußeren Lichtäther die Bewegungen des inneren Lichtleibes wahrnehmen, das bedeutet: sich erinnern.

Also denken Sie zum Beispiel: Es treten vor Ihnen zwei Menschen einander gegenüber. Meinetwillen sieht der eine von dem andern nur das Gesicht. Dadurch, daß der eine das Gesicht des andern beschaut, macht sein Ätherleib bestimmte Bewegungen. Jetzt geht er weg. Der Ätherleib behält die Tendenz, diese Bewegungen, wenn er dazu angeregt wird, wieder auszuführen. Nach fünf Tagen treten sich die beiden Menschen wieder entgegen. Sie nehmen sich wahr, – zunächst nimmt der eine, dessen Lichtleib die Bewegungen gemacht hat, den andern wahr. Dadurch wird sein Lichtleib wieder angeregt, dieselben Bewegungen zu machen, die er gemacht hat, als er das Gesicht wahrgenommen hat. Das kommt im Bewußtsein zum Ausdruck, indem das Bewußtsein sagt: Ich habe dies Gesicht schon gesehen: Das heißt, das Bewußtsein nimmt vom äußeren Lichtäther aus die inneren Lichtbewegungen des Lichtäthers im Menschen darin wahr. Das ist das Erinnern, das ist das Gedächtnis, rein als Beobachtungsvorgang. Man kann sagen: Im äußeren Lichte sieht man die durchgemachten Bewegungen des inneren Lichtleibes. Man sieht sie aber nicht als Lichtbewegungen. Warum sieht man sie im gewöhnlichen Leben nicht als Lichtbewegungen? Man sieht sie aus dem Grunde nicht als Lichtbewegungen, weil dieser Lichtätherleib im physischen Leib darinnensteckt. Dadurch schlagen die Bewegungen des Ätherleibes überall an den physischen Leib an. Und durch dieses Anschlagen verwandeln sich die Lichtbewegungen des Ätherleibes in die Erinnerungsvorstellungen. Man sieht nicht die Bewegungen des Ätherleibes, sondern die durch das Anschlagen an den physischen Leib bewirkten Vorstellungen. Aber das sind die Erinnerungsvorstellungen.“

GA 165, S 118-120

„Wenn der physische Leib weg ist, das heißt, wenn der Mensch durch die Todespforte gegangen ist, dann sind das Ich und der Astralleib natürlich zunächst viel intensiver im äußeren Äther darin, bis sie den äußeren Äther nach ein paar Tagen verlassen. Da wird der innere Lichtleib nicht mehr durch das Anschlagen an den physischen Leib zu solchen Vorstellungen angeregt, die nur im physischen Leib möglich sind. Daher sieht der Tote alles, was er erlebt hat und was der Ätherleib jetzt alles abschwingen läßt, ablaufen läßt, wenn er vom physischen Leib frei ist, wenn er durch diesen nicht mehr aufgehalten wird. Das sieht er alles ablaufen in den paar Tagen nach dem Tode, denn der Ätherleib hat fortwährend die Tendenz, alles dasjenige wiederum aus sich hervorzubringen, was er jemals in den Erlebnissen des physischen Lebens als Bewegungen ausgeführt hat. Dieses ganze Leben läuft da ab, schwingt ab im Ätherleib. Und man sieht es in diesem Tableau – es projiziert sich das zu einem mächtigen Tableau, es projiziert sich das ganze ätherische Bewegungsspiegeln zu einem Tableauüberblick über das vergangene Erdenleben.“

GA 165, S 120/121

„Würde man nun die Möglichkeit haben, den physischen Leib so zu bezwingen, daß man sich von dem physischen Leib unabhängig macht und damit auch den Ätherleib befreit – das kann durch gewisse Meditationsvorgänge bewirkt werden, die alle zu den Vorgängen gehören, die in «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» geschildert werden -, so könnte man es schon im Leben dahin bringen, viele bringen es ja dahin, durch den physischen Leib nicht gestört zu werden, so daß man bei der Erinnerung nicht das schaut, was durch das Anschlagen des Ätherleibes an den physischen Leib entsteht, sondern daß man das Eigenschwingen, Eigenbewegen des Ätherleibes schaut. Man ist dann im äußeren Lichtäther und schaut die Bewegungen seines Lichtleibes.“

GA 165, S 121

„Warum kann man das nicht im gewöhnlichen Leben? Warum geschieht es nicht, wenn zum Beispiel Fräulein Scholl der Gräfin Kalckreuth gegenübertritt und sie wiedererkennt – ich nehme jetzt an, daß ein Hellsehen nicht vorliegt -, daß unter gewöhnlichen Umständen Fräulein Scholl sich an ihr Erinnerungsbild, das heißt, an ein Vorstellungsbild von der Gräfin Kalckreuth erinnert und nicht wahrnimmt, was sie sonst wahrnehmen könnte: das innere Schwingen ihres Ätherleibes, so daß sie das innere Erlebnis haben würde: Aha, so hat mein Ätherleib immerfort geschwungen, wenn er der Gräfin Kalckreuth gegenübergetreten ist? – Licht würde dann Licht wahrnehmen, nämlich das Äußere, weil das Ich und der astralische Leib von Fräulein Scholl die Bewegungen, die immerwährend tendierten Bewegungen des eigenen Lichtleibes wahrnehmen würde und diese in der richtigen Weise so zu deuten wüßte, daß sie auch sagen würde: Das sind die Bewegungen, die mein Lichtleib immer ausgeführt hat, wenn ich der Gräfin Kalckreuth gegenübergestanden habe. Da hätten wir also dann die Erscheinung, daß wir durch das Verweilen im Äther – und das tun wir immer, weil wir mit einem großen Teil unseres Ich und unseres astralischen Leibes außerhalb unseres physischen Leibes sind -, daß wir durch das Weben und Wallen im Lichtäther unser Stück organisierten Lichtäther mit seinen Bewegungen wahrnehmen: Licht aus dem Lichte, das Licht, das in uns selber ist.“

GA 165, S 121/122

„Warum geschieht das nicht im gewöhnlichen Leben? Warum nehmen wir da erst das Ergebnis des Anschlagens der Bewegungen des Ätherleibes an den physischen Leib wahr? – Das ist deshalb, weil Ahriman und Luzifer mit der irdischen Welt verknüpft sind, weil Ahriman den physischen Leib so eng an das ganze Wesen des Menschen gekettet hat, daß der Ätherleib nicht leicht frei kommen kann; weil dieser Ahriman den physischen Leib so dicht zusammengeschlossen hat mit dem Ätherleib, mit dem Lichtleib, und weil fortwährend die dienenden Geister des Ahriman da sind, die bewirken, daß, wenn der Mensch im Lichte ist, sein Lichtleib mit seinen Schwingungen verdunkelt wird, so daß er ihn nicht schauen kann. Dämonen halten fortwährend den Lichtleib des Menschen in Dunkelheit. Das ist durch die Einrichtung, die Ahriman mit dem physischen Leib und übrigens auch mit dem Ätherleib getroffen hat. Wir können daher sagen – und ich will diesen Satz besonders an die Tafel schreiben, weil das ein wichtiger Satz ist -: Ist es der Menschenseele möglich, aus Licht die Vorgänge im eigenen Lichtleib zu beobachten, so hat sich diese Seele frei gemacht von den ahrimanischen Kräften, die sonst die Vorgänge im Lichtleib verdunkeln.

Was könnte denn nun eine Seele, die das erreichen will, erflehen, ersehnen? Eine solche Seele könnte etwa sagen zu gewissen Mächten, die in der geistigen Welt sind, und die diese Seele anerkennt: Oh, Ihr Mächte in der geistigen Welt, lasset mich aus meinem physischen Leib heraus wissend in der Lichtwelt sein, im Lichte sein, um den eigenen Lichtleib zu beobachten, und lasset die Gewalt der ahrimanischen Kräfte nicht zu stark sein über mich, daß sie mir nicht unmöglich machen, zu schauen, was da in meinem Lichtleib vorgeht!“

GA 165, S 122

„Wir können daher sagen – und ich will diesen Satz besonders an die Tafel schreiben, weil das ein wichtiger Satz ist -: Ist es der Menschenseele möglich, aus Licht die Vorgänge im eigenen Lichtleib zu beobachten, so hat sich diese Seele frei gemacht von den ahrimanischen Kräften, die sonst die Vorgänge im Lichtleib verdunkeln.“

GA 165, S 122

„Also, ich will noch einmal sagen, was aus einer Sehnsucht zu gewissen Mächten, die etwa anerkannt würden von dieser Seele in der geistigen Welt, solch eine Seele gebetartig erflehen könnte. Solch eine Seele könnte sagen: Oh, Ihr Mächte, lasset mich bewußt im Lichte au dem Licht heraus hinschauen auf die Vorgänge meines eigenen Lichtleibes und dämpfet ab, nehmet weg die Kraft und Macht der ahrimanischen Kräfte, die mir verdunkeln und herabdämmern die Vorgänge im eigenen Lichtleib! Lasset mich bewußt aus dem Lichte mein eigenes Licht schauen! Lasset mich aus dem Lichte bewußt das Licht schauen, und nehmet weg die Mächte, die mich verhindern, aus dem Licht das Licht zu schauen!“

GA 165, S 123

„Was ich Ihnen jetzt gesagt habe, meine lieben Freunde, ist nicht bloß ein erfundenes Gebet, sondern so hat der Christus, nachdem er durch das Mysterium von Golgatha gegangen ist, diejenigen beten gelehrt, die ihn dann noch verstehen konnten in der Zeit, in der er nach der Überwindung des Mysteriums von Golgatha bei seinen intimeren Schülern verweilt hat.

Und das gehörte zu dem Verständnis, dem gnostischen Verständnis, das diese Jünger dem Christus noch entgegenbringen konnten in der damaligen Zeit, und das verschwunden ist in der Art, wie ich es angedeutet habe, um die Zeit, um die Jahrhunderte herum, da das Mysterium von Golgatha war.

So zu der Macht, die ihnen der Christus selber war, konnten diese intim mit dem Christus verbundenen Seelen zu dem Christus aufschauen, um ihn anzuflehen um die Möglichkeit, aus dem Lichte das eigene Lichtessein zu beobachten und die entgegengesetzten Mächte ahrimanischer Natur zurückzuhalten, daß nicht abgedämpft und abgedunkelt werde der Blick aus dem Lichte heraus, um diese Lichtbewegungen des Lichtleibes zu schauen. Gelernt haben diese intimen Jünger des Christus Jesus in jener Zeit dies, was ich Ihnen hier andeutete; das haben sie gelernt. Und sie wußten Bescheid, wie es mit alldem, wovon wir heute gesprochen haben, beschaffen ist. Sie wußten Bescheid darin. Sie haben das gelernt in der Zeit, als der Christus mit ihnen nach dem Mysterium von Golgatha verkehrte.“

GA 165, S 123

„Ich habe Ihnen unter den Bruchstücken, die aus der alten gnostischen Weisheit geblieben sind, auch die Pistis-Sophia-Schrift angeführt. Ich will ein Stück aus dieser Pistis-Sophia-Schrift einmal vorlesen. Dieses Stück heißt:

«Ich will dich preisen, o Licht, denn ich wünsche zu dir zu kommen. Ich will dich preisen, o Licht, denn du bist mein Erretter. Nicht verlaß mich im Chaos» – wenn ich heraußen bin aus dem physischen Leib «nicht verlaß mich im Chaos, o Licht der Höhen, denn du bist es, das ich gepriesen habe. Du hast mir dein Licht durch dich geschickt und mich gerettet. Du hast mich zu den oberen Göttern des Chaos geführt» wissend außer dem physischen Leib -. «Mögen nun die Ausgeburten des Bösen» – Ahriman; Ahriman steht aber nicht da -, «welche mich verfolgen, in die unteren Götter des Chaos hinabsinken. Und nicht laß sie zu den oberen Göttern kommen, daß sie mich sehen. Und möge große Finsternis sie bedecken und Finsterheit darauf kommen. Und nicht laß sie mich sehen in dem Licht deiner Kraft, die du mir gesandt hast, um mich zu retten, auf daß sie nicht wiederum Gewalt über mich bekommen. Und ihren Ratschluß, den sie gefaßt haben, meine Kraft zu nehmen, laß ihm nicht Geltung, und wie sie wider mich reden, zu nehmen von mir mein Licht. Nimm vielmehr das ihre anstatt meines. Und sie haben gesagt, mein ganzes Licht zu nehmen, und nicht haben sie vermocht, es zu nehmen, denn deine Lichtkraft war mit mir. Weil sie beratschlagt haben, ohne dein Gebot das Licht zu nehmen, haben sie nicht vermocht, mein Licht zu nehmen. Weil ich an das Licht geglaubt habe, werde ich mich nicht fürchten. Und das Licht ist mein Erretter. Und nicht werde ich mich fürchten.»

Beim Fürchten denken wir an Ahriman, so wie wir das sehen bei dem einen der Mysterienspiele.

Und jetzt nehmen wir das Stück der Pistis-Sophia-Schrift. Ist es nicht wie dazu gerettet, daß man etwa sagen könnte: Seht einmal zu, ihr Gegner der neueren Geisteswissenschaft! Da wird von dieser neueren Geisteswissenschaft gesagt, daß vom Lichte aus die Lichtbewegungen des Lichtleibes gesehen werden können, wenn die entgegengestellten ahrimanischen Dämonen dieses nicht verhindern. Aber es gab eine Zeit, wo man das schon einmal gewußt hat. Und von dieser Zeit ist sogar ein physisches Beweisstück in der Pistis-Sophia-Schrift da. Denn im Grunde genommen ist das, was ich Ihnen vorgelesen habe, nichts anderes als dieses Walten, das ich Ihnen selber konstruiert habe aus dieser Beschaffenheit des Lichtleibes und dem Verweilen der Seele im Lichtleib selber. Aber es gibt keine Möglichkeit, dieses Stück der Pistis-Sophia-Schrift zu verstehen, ohne daß man vorher verstanden hat dasjenige, was ich vorhin auseinandersetzte. Daher müßten diejenigen, die die Pistis-Sophia-Schrift in die Hand bekommen, sich sagen, wenn sie so etwas lesen: sie verstehen dies überhaupt nicht. Aber dazu sind sie nicht bescheiden genug.“

GA 165, S 123-125

„Das ist es aber, was über uns kommen muß, diese große Bescheidenheit, die gegenüber dieser Sache darin bestehen kann, daß man sich sagt – ja, da ist ein Stück dieser Pistis-Sophia-Schrift -: «Ich will dich preisen, o Licht, denn ich wünsche zu dir zu kommen. Ich will dich preisen, o Licht, denn du bist mein Erretter.» Indem ich es so lese, verstehe ich es nicht. Aber diese Demut müßte man haben, diese Bescheidenheit, das nicht verstehen zu wollen, bis man sich die Möglichkeiten des Verstehens erst herbeigeführt hat. Überall ist aber diese Bescheidenheit gerade in unserer Zeit nicht vorhanden. Und diejenigen, die solche Schriften aus Schutt und Trümmern hervorholen, haben oftmals am allerwenigsten diese Bescheidenheit. Entweder legen sie diese Schriften in der allertrivialsten Weise aus, indem sie sagen: Nun, das Licht, das ist eine nebulose Vorstellung, das ist alles allegorisch gemeint. – Oder aber sie sagen: Diejenigen, die das in alten Zeiten geschrieben haben, standen eben auf einer kindlichen Stufe der menschheitlichen Entwickelung, und wir, wir haben es endlich so herrlich weit gebracht – Sie erinnern sich an die gestrigen Wagner-Worte! Wir haben es endlich so herrlich weit gebracht, daß wir einsehen, daß diese Vorgänger mit allem ihrem Verständnis eben auf einer kindlichen Stufe standen!“

GA 165, S 125

 

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Der Begriff des „Chemischen Äthers“ bei Rudolf Steiner

„Sechstens die Saturnkräfte: Sie bewahren den Menschen davor, in dem chemischen Äther zu zerfließen. Diese Saturnkräfte, die in den Menschen hineinwirken, sind wirklich Kräfte, die eigentlich in gewissem Sinne mit dem Innersten der Menschennatur zusammenhängen. Man spricht ja eher in übertragenem Sinne, wenn man zum Beispiel von einem säuerlichen oder von einem süßlichen Menschen spricht. Aber die Dinge sind nicht bloß im übertragenen Sinne so, sondern ob irgendein Mensch säuerlich wirkt moralisch‑physisch, das hängt schon ein bißchen mit seiner chemischen Zusammensetzung zusammen. Und an dieser chemischen Zusammensetzung haben die Saturnkräfte ihren Anteil. Wie der Saturn in einem Menschen wirkt, davon hängt es ab, wie er aus dem Organismus heraus sich auslebt. So daß in der Tat der Melancholiker dadurch Melancholiker ist, daß er ganz besonders sich hineinsetzt in seine chemische Zusammensetzung, in all dasjenige, was da gekocht wird in der Leber, in der Galle und schon im Magen; das Melancholische beruht also auf diesem Sich-Hineinsetzen in die chemische Zusammensetzung. Und das wiederum beruht darauf, daß die Saturnkräfte bei einem solchen Menschen eben ganz besonders stark entwickelt sind.“

GA 213, S 59/60

„Wir unterscheiden, wenn wir die Geisteswissenschaft zu Hilfe rufen, den Erdenstoff, den Wasserstoff, den Luftstoff, den Wärmestoff. Wir treten dann in die Welt des Lichtäthers, wir sprechen von Wärmeäther, von Lichtäther. Bis zum Lichtäther hinauf töten wir dasjenige, was in uns dringt, wir morden es fortwährend, damit wir unser Erdenbewußtsein haben. Etwas aber können wir nicht töten durch unser Erdendasein. Wir wissen, daß es über dem Lichtäther gibt den sogenannten Chemischen Äther und dann den Lebensäther. Das sind die beiden Ätherarten, die wir nicht töten können. Aber dafür haben diese beiden Ätherarten auch keinen besonderen Anteil an uns. Würden wir in der Lage sein, auch den Chemischen Äther zu töten, dann würden fortwährend in unseren physischen Leib die Wellen der Sphärenharmonie hereintönen, und wir würden diese Wellen der Sphärenharmonie mit unserem physischen Leben fortwährend in uns ertöten. Und könnten wir auch den Lebensäther töten, so würden wir das kosmische Leben, das der Erde zuströmt, fortwährend in uns selber ertöten. Uns ist im irdischen Ton ein Surrogat gegeben, aber das ist nicht zu vergleichen mit demjenigen, was wir hören würden, wenn uns überhaupt als physischer Mensch der chemische Äther hörbar wäre. Denn der physische Ton ist ein Produkt der Luft, und er ist nicht der geistige Ton; er ist nur ein Surrogat des geistigen Tones.“

GA 155, S 197/198

„Aber noch manches andere verbirgt sich hinter dem sinnlichen Dasein für den Menschen. Der Mensch richtet seinen Blick auf die Pflanzenwelt; er sieht, wie das Licht der Sonne die Pflanzen hervorzaubert aus den Erdengründen. Die Wissenschaft lehrt uns, daß das Licht zum Wachstum der Pflanzen notwendig ist. ja, meine lieben Freunde, das ist aber nur die eine Hälfte der Wahrheit. Derjenige, der mit hellsichtigem Blick die Pflanzen ansieht, der sieht aus den Pflanzen aufsteigen lebendige Geistes‑Elemente. Das Licht taucht nämlich in die Pflanzen unter und steigt wiederum auf als lebendiges Geistes‑Element. Das Licht steigt in die Pflanzen hinein, um sich in ihnen zu verwandeln, um in ihnen wiedergeboren zu werden als lebendiges Geistes‑Element. In die Tiere steigt der chemische Äther hinein, den der Mensch nicht wahrnehmen kann; er würde geistig tönen, wenn der Mensch ihn wahrnehmen könnte. Und die Tiere verwandeln diesen Äther in Wassergeister. Die Pflanzen verwandeln das Licht in Luftgeister, die Tiere verwandeln den Geist, der im chemischen Äther wirkt, in Wassergeister. Der Mensch aber verwandelt dasjenige, was im kosmischen Äther, im Lebensäther liegt, dasjenige, was macht, daß er überhaupt leben kann, und von dem verhindert worden ist, daß er es töten könne in sich, das verwandelt er in Erdgeister. ja, in Erdgeister verwandelt er es.“

GA 155, S 200

„Der sechste ist der Astralplan. Auf dem lebt der chemische Äther. Wenn man somnambul ist, nimmt man auf dem Astralplan die Eigenschaften der Chemikalien, die chemischen Eigenschaften wahr, weil auf dem Astralplan der chemische Äther wirklich sein Leben hat.“

GA 93a, S 46

 

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Der Begriff des „Chemischen Äthers“ bei Rudolf Steiner

„Viertens: Unter dem Nirvanaplan ist der Buddhi- oder Shushuptiplan. Da hat die Wärme das Leben. Wenn Buddhi im Menschen entwickelt wird, wird alles Kama in Selbstlosigkeit, in Liebe umgewandelt. Diejenigen Tiere, welche keine Wärme entwickeln, sind auch leidenschaftslos. Auf höheren Stufen muß der Mensch diese Leidenschaftslosigkeit wieder erreichen, weil er sein Leben auf dem Shushuptiplan hat.“

GA 93a, S 45

„Nun ist aber alles dasjenige, was nun da fester, flüssiger, gasförmiger Organismus ist, wiederum durchzogen von Wärme (Zeichnung S. 55, gelb). Der ganze Organismus hat seine eigene Wärme: Wärme-Äther. Ich möchte sagen: Auf den Wellen des Luftigen im Menschen bewegt sich das Astralische, und auf demjenigen, was da als Wärme den Organismus durchspielt, da bewegt sich das eigentliche Ich.“

GA 212, S 56

„Gehen wir in die griechisch-lateinische Periode, also noch bis ins 12., 13. Jahrhundert, so waren die Schauungen im Astrallicht durch die Luft eingetragen. Das geht eigentlich bis zum Ende der Weltensphäre, dann kehrt es um. Es ist am flüchtigsten, es ist am undichtesten, aber es ist doch noch so, daß der Mensch vereinigt bleibt mit seinen Schauungen. Die Eingeweihten aller dieser Zeiten konnten jederzeit sich sagen: Dasjenige, was wir als Schauung gehabt haben durch Erde, Wasser, Luft, das ist da, das gibt es. – Als aber jetzt die neueste Zeit kam, da war nur das Element des Wärmeäthers noch das Widerstehende. Aber das Element des Wärmeäthers trägt alles das, was in es eingeschrieben wird, in die Weltenweiten hinaus, aus dem Raume hinaus in die geistigen Welten hinein. Es ist nicht mehr da.

Und es ist schon so: Wenn Sie den allerpedantischsten Professor heute sehen, der Ideen hat – Ideen muß er allerdings haben, das müßte ja immer erst untersucht werden im einzelnen Falle, weil er sie sehr selten hat -, aber wenn er Ideen hat, sind sie durch den Wärmeäther im Astrallicht eingetragen. Aber der Wärmeäther ist etwas Flüchtiges, Verfließendes. Alles geht gleich durcheinander. Die Dinge gehen hinaus in die Weltenweiten.“

GA 233a, S 88

„Solch eine Persönlichkeit wie Christian Rosenkreutz wußte um die Tatsache, daß die Eingeweihten der alten Zeiten mit ihren Schauungen zusammengelebt haben, daß sie sich dasjenige, was sie geschaut hatten, dadurch bekräftigt haben, daß sie wußten: Es ist da, es reflektiert sich irgendwo am Himmel, sei es in der Monden-, sei es in der Planetensphäre, sei es am Weltenall-Ende. Es reflektiert sich. – Nun reflektierte sich nichts. Nichts reflektierte sich für das unmittelbare wache Anschauen. Die Leute konnten jetzt Ideen finden über die Natur, das Kopernikanische Weltensystem konnte entstehen, alle Ideen konnten gefunden werden: sie versprühen im Wärmeäther in die Weltenweiten hinaus.

Da kam es denn, daß Christian Rosenkreutz auf die Eingebung eines höheren Geistes den Weg fand, doch nun die Rückstrahlung wahrzunehmen, trotzdem es sich handelte um Rückstrahlung durch den Wärmeäther. Das geschah dadurch, daß andere dumpfe, unterbewußte, schlafähnliche Zustände des Bewußtseins zu Hilfe genommen wurden, Zustände, in denen der Mensch auch normalerweise außer seinem Leibe ist. Da konnte man wahrnehmen, daß zwar nicht im Raume, aber doch in der Welt, in der geistigen Welt das eingeschrieben ist, was mit den modernen abstrakten Ideen über die Dinge erkundet wird. Und so stellte sich für die Rosenkreuzerei das Merkwürdige heraus, daß wie in einem Übergangsstadium diese Rosenkreuzer sich bekannt machten mit allem, was über die Natur in der Zeitepoche erforscht werden konnte. Das nahmen sie in sich auf, verarbeiteten es so, wie nur ein Mensch es verarbeiten kann. Sie hatten wirklich dasjenige, was die anderen nur zur Wissenschaft machten, bis zur Weisheit getrieben. Dann bewahrten sie es in ihrer Seele und versuchten, in einer möglichsten Reinheit nach intimen Meditationen hinüberzuschlafen. Und dann geschah es, daß ihnen die geistig-göttlichen Welten – nicht das Weltenende, aber die geistig-göttlichen Welten – zurückbrachten dasjenige, was in abstrakten Ideen erfaßt wurde, in einer geistig konkreten Sprache.“

GA 233a, S 88/89

„Die Eingeweihten der urpersischen Epoche haben ja vieles in das Astrallicht mit Hilfe des Widerstandes der Erde hineingeschrieben. So war denn, als der erste Eingeweihte der urpersischen Epoche auf trat, eigentlich das ganze für die Menschen bestimmte Astrallicht wie eine unbeschriebene Tafel. Wie gesagt, ich werde später noch sprechen von der urindischen Epoche, aber ich will heute nur bis zu der urpersischen zurückkehren. Es war die ganze Natur, alle Elemente, Festes, Flüssiges, Luftförmiges, Wärmeartiges eine unbeschriebene Tafel. Nun schrieben die Eingeweihten der urpersischen Epoche so viel auf diese Tafel, als man schreiben kann durch den Widerstand der Erde. Da waren zunächst die von den Göttern an die Menschen kommen sollenden Geheimnisse in das Astrallicht hineingeschrieben. Die Tafel war bis zu einem gewissen Maße beschrieben, zu einem anderen Maße noch leer. Es konnten die Eingeweihten der ägyptisch-chaldäischen Epoche kommen und konnten auf ihre Art weiterschreiben, indem sie ihre Schauungen durch den Widerstand des Wassers erlangten. Ein anderer Teil der Tafel wurde beschrieben.

Es kamen die griechischen Eingeweihten. Sie beschrieben den dritten Teil der Tafel. Nun ist die Naturtafel vollgeschrieben. Sie war mit dem 13. , 14. Jahrhundert ganz vollgeschrieben. Man fing an, in den Wärmeäther hineinzuschreiben. Der aber versprüht. Man schrieb eine Zeitlang in den Wärmeäther hinein, bis ins 19. Jahrhundert herein. Man ahnte gar nicht, daß das auch im Astrallichte steht. Aber jetzt ist die Zeit, wo die Menschen einsehen müssen: Nicht aus sich heraus im alten Sinne können sie die Geheimnisse der Welt finden, sondern dadurch, daß sie ihr Gemüt so vorbereiten, daß sie nun das, was schon ganz vollgeschrieben ist auf der Tafel, nun lesen können. Dazu muß man sich heute vorbereiten, dazu muß man sich heute reif machen, daß man nicht aus sich heraus schöpft wie die alten Eingeweihten, sondern daß man im Astrallichte lesen kann, was darinnen steht. Dann wirkt inspirierend gerade dasjenige, was man aus dem Wärmeäther heraus bekommt. Und dann wirkt das, was man aus dem Wärmeäther bekommt, dadurch, daß einem die Götter entgegenkommen und einem in der Realität entgegentragen, was man sich hier auf der Erde erarbeitet hat, dann wirkt es wiederum zurück auf dasjenige, was auf der geschriebenen Tafel steht durch Luft, Wasser, Erde.“

GA 233a, S 90/91

 

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