Chakra-Schulung

RS Chakra

Der Begriff des „Chakra“ bei Rudolf Steiner

Quelle GA  R.Steiner

 

„…: das erste zwischen den Augen, das zweite in der Nähe des Kehlkopfes, das dritte in der Gegend des Herzens, das vierte liegt in der Nachbarschaft der sogenannten Magengrube, das fünfte und sechste haben ihren Sitz im Unterleibe. Diese Gebilde werden von den Geheimkundigen „Räder“ (Chakrams) oder auch „Lotusblumen“ genannt.“

„Diese „Lotusblumen“ sind nun beim unentwickelten Menschen von dunklen Farben und ruhig, unbewegt. Beim Hellseher aber sind sie in Bewegung und von leuchtenden Farbenschattierungen.

TB 600, S 83

„Das geistige Sinnesorgan, welches sich in der Nähe des Kehlkopfes befindet, macht es möglich, hellseherisch die Gedankenart eines anderen Seelenwesens zu durchschauen, es gestattet auch einen tieferen Einblick in die wahren Gesetze der Naturerscheinungen. – Das Organ in der Nachbarschaft des Herzens eröffnet eine hellseherische Erkenntnis der Gesinnungsart anderer Seelen. Wer es ausgebildet hat, kann auch bestimmte tiefere Kräfte bei Tieren und Pflanzen erkennen. Durch den Sinn in der Nähe der sogenannten Magengrube erlangt man Kenntnis von den Fähigkeiten und Talenten der Seelen; man kann durchschauen, welche Rolle Tiere, Pflanzen, Steine, Metalle, atmosphärische Erscheinungen und so weiter im Haushalte der Natur spielen.

Das Organ in der Nähe des Kehlkopfes hat sechzehn „Blumenblätter“ oder „Radspeichen“, das in der Nähe des Herzens deren zwölf, das in der Nachbarschaft der Magengrube liegende deren zehn.“

TB 600, S 84

„Je mehr zum Beispiel dasjenige, was ein Mensch denkt und redet, mit den Vorgängen in der Außenwelt zusammenstimmt, desto schneller entwickelt sich diese Gabe. Wer Unwahres denkt oder redet, tötet etwas in dem Keime der sechzehnblätterigen Lotusblume. Wahrhaftigkeit, Aufrichtigkeit, Ehrlichkeit sind in dieser Beziehung aufbauende, Lügenhaftigkeit, Falschheit, Unredlichkeit sind zerstörende Kräfte. Und der Geheimschüler muß wissen, daß es hierbei nicht allein auf die „gute Absicht“, sondern auf die wirkliche Tat ankommt.

TB 600, S 87

„Es sind bläulichrötliche und rosenrote Nuancen in den Lotusblumenblättern, die durch solche Behutsamkeit auftreten, während im anderen Falle dunkelrote und orangenfarbige Nuancen auftreten.“

TB 600, S 89

„Wenn die Geheimschulung so weit gekommen ist, daß die in den vorhergehenden Abschnitten gekennzeichneten Lotusblumen sich zu bewegen beginnen, dann hat der Schüler auch bereits manches von dem vollzogen, was zur Hervorrufung ganz bestimmter Strömungen und Bewegungen in seinem Ätherkörper führt.“

TB 600, S 100

„Das Herzorgan ist nur der Ort, wo der Mensch von außen her dieses geistige Lichtorgan entfacht.“

„Das Herzorgan ist gerade dasjenige, durch welches das höhere Ich das sinnliche Selbst zu seinem Werkzeug macht und von dem aus dies letztere gehandhabt wird.“

TB 600, S 117

„Gehen wir nun von der Vergangenheit in die Zukunft. Fragen wir uns: Wie denkt sich der Apokalyptiker die Zukunft? Der Apokalyptiker sagt ganz in dem Stil: Was du heute auf dem Astralplan sehen kannst, ist nichts anderes als die Gestaltung der physischen Menschenzukunft; schaue also, was auf dem Astralplan ist, und du wirst die Zukunft der Menschheit erleben. Es gibt keine Zukunft, die nicht aus der Gegenwart hervorgeht. ‑ Sie wissen, daß der Mensch eingehüllt ist in einen Astralleib, der diesen physischen Leib durchtränkt, und daß in ihm Sinnesorgane liegen, die ganz andere sind als die Sinnesorgane im physischen Leibe. Sie wissen, wir sprechen da von den Lotusblumen oder Rädern. Das, was heute der Mensch als solche astralen Sinne entwickeln kann, wird der menschliche physische Leib in der Zukunft als physische Sinne haben. Das Astrale ist auf dem Weg, physisch zu werden. Wodurch bildet nun der heutige Mensch jene Zukunftsorgane aus, die heute erst astral sind? ‑ Durch das, was er heute auf dem physischen Plane im Sinne des Wahren, Schönen und Guten arbeitet. Arbeit und Tat von heute ist die Grundlage von Organen in der Zukunft. ‑ Es gab eine Zeit, da hatten die Menschen noch keine Augen; da konnten sie nicht Licht und Farbe wahrnehmen. Augen erlangte der Mensch durch seine damalige Tätigkeit ‑ er hatte damals andere Organe ‑; dadurch, daß er sich dem Licht zuwandte, arbeitete er seine Augen aus. Tat in der Gegenwart ist Schicksal in der Zukunft; die Taten in der Vergangenheit waren so, daß die Augen hervorgegangen sind, und aus Ihren heutigen Taten gehen Ihnen die Sinnesorgane der Zukunft hervor. Ein Mensch, der im Sinne des Wahren, Schönen und Guten tätig ist, wird in der Zukunft normale Organe haben; wenn er dem Wahren, Schönen und Guten widerstrebt, wird er verkrüppelte Organe in der Zukunft haben. Unmöglich ist es auszulöschen, was wir in der Gegenwart tun. Eine Tat, die in der Gegenwart angelegt ist, um in der Zukunft herauszutreten, nennt die christliche Esoterik «versiegelt». Man spricht im Sinne der christlichen Esoterik: Du hast heute ein Auge, das war damals nicht vorhanden; du tatest aber dieses und jenes; dein Auge war «versiegelt», jetzt ist es «entsiegelt», dein Auge ist das Entsiegelte deiner Taten der Vergangenheit. ‑ Jetzt haben wir die Versiegelung dessen, was in der Zukunft auf dem physischen Plan entsiegelt werden wird. Wer nur den physischen Plan anschaut, für den ist die Entwickelung ein Buch mit sieben Siegeln. Wer auf den Astralplan hinschaut, dem zeigen sich schon als Anlage alle künftigen Organe; ihm schließen sich die Organe als Bilder auf. Da würde der Esoteriker sagen: Siehst du hin auf den Mittelpunkt, der als Lamm bezeichnet wird, so gibt dir das Lamm das Buch in die Hand, und das Buch entsiegelt sich so, daß das, was in der Zukunft Gestalt haben wird, nur in Bildern ausgedrückt werden kann. Daher wird Stück für Stück von dem, was eintreten kann, durch Bilder ausgedrückt. Im ersten Siegel wird durch ein Pferd bildlich ein Zukunftszustand ausgedrückt, ein weiterer durch das zweite Pferd und so weiter. Wir wollen, um uns den Sinn zu enträtseln, eines herausgreifen ‑ sagen wir das dritte Pferd, also das Bild, das erscheint, wenn das dritte Siegel gelöst wird. Das stellt sich uns so dar: «Und da es das dritte Siegel auftat, hörte ich das dritte Tier sagen: Komm! Und ich sah, und siehe, ein schwarzes Pferd. Und der darauf saß, hatte eine Waage in seiner Hand.» (Apk. 6, 5)“

GA 104a, S 51-53

„Was heißt das? Das heißt, es wird im Bilde ein Zukunftszustand der Menschen dargestellt, der hervorgeht aus der Entwickelung des dritten Gliedes der menschlichen Natur, des Astralleibes, wo also das Ich an diesem Astralleib arbeitet und ihn läutert. Der ungeläuterte Astralleib ist der, der nur sich kennt, dem alles das ein Antipathisches ist, was ihm nicht gehört, und der geläuterte ist der, dem alles mit der rechten Waage erteilt sein soll. Läutern wir den Astralleib in der richtigen Weise, so kommen wir dazu, daß ein Organ sich ausbilden wird, das bildlich ausgedrückt wird dadurch, daß ein Reiter mit der Waage dargestellt wird. Aus seinen gerechten Taten der Gegenwart wird dem Menschen ein Astralorgan erwachsen, und das ist hier bildlich ausgedrückt. So könnten wir die andern Bilder ebenfalls durchgehen und wir würden sehen, wie wenig zutreffend die landläufige Erklärung ist.“

GA 104a, S 53

„Denken Sie an eine solche Tatsache: Man kennt die Bischofsmütze, die Bischofsmütze aus dem achten Jahrhundert. Diese Bischofsmütze aus dem achten Jahrhundert hat lauter Zeichen; aber alle diese Zeichen sind eigentlich gleich, nur verschieden angeordnet, und alle diese Zeichen sind Swastiken. Die Swastika ist in mannigfaltiger Anordnung auf dieser Bischofsmütze. Dieses uralte Henkelkreuz in vielfacher Gestaltung auf der Bischofsmütze! Die Swastika führt uns zurück in die Urzeiten der Mysterien, führt zurück auf alte Zeiten, in denen man beobachten konnte, wie im menschlichen ätherischen und astralischen Organismus die Lotosblumen wirken; wie überhaupt dasjenige, was in den sogenannten Lotosblumen lebt, zu den Grunderscheinungen des Ätherischen und Astralischen gehört. Aber es war ein totes Zeichen geworden. Der Bischof trug es als Zeichen seiner Macht. Es war ein totes Zeichen geworden, man hatte den Ursprung verwischt. Und was man heute in der Kulturgeschichte über den Ursprung solcher Dinge mitteilt, das ist auch noch nichts Lebendiges, wahrhaftig nichts Lebendiges. Erst durch die Geisteswissenschaft kann man wiederum das Lebendige für diese Dinge ins geistige Auge fassen.“

GA 175, S 344/345

„Die zweite Stufe der Ausbildung war die Durcharbeitung dieses physikalischen Apparates mit dem Ätherleib. Da wurde er ein lebender Organismus. Das drückte sich dann auch aus in der Konfiguration des Körpers. Der Automat war aufgebaut aus einer ziemlich festen undifferenzierten Masse, ähnlich wie heute eine Geleemasse ist, wie ein weicher Kristall. Im zweiten Kreislauf, in dem Sonnendasein, wurde der physische Automat nun von dem Ätherkörper durchzogen. In diesem Sonnenkreislauf entstand auch das Sonnengeflecht (Solarplexus), das darnach benannt ist, weil das ein wirkliches Organ ist, von dem heute nur noch Rudimente vorhanden sind. Es arbeitet sich ein Nervensystem in den physikalischen Apparat hinein. Bei den Pflanzen ist noch etwas Ähnliches vorhanden. Das ist die zweite Stufe.“

GA 93a, S 89

„Alle Religionsgründer waren vollendete Hellseher und geistige Menschheitsführer und ihre moralischen Grundsätze wurden zu Lebensregeln, die durch astrale und geistige Wahrheiten bestimmt waren. Daraus erklären sich die Ähnlichkeiten aller Religionen. Eine solche existiert beispielsweise zwischen dem achtgliedrigen Pfad des Buddha und den acht Seligpreisungen des Christus. Beiden liegt nämlich die Wahrheit zugrunde, daß der Mensch jedesmal, wenn er eine Tugend entwickelt, auch eine neue Wahrnehmungsfähigkeit ausbildet. Warum aber sind es gerade acht Stufen? Deshalb, weil es, wie der Hellseher weiß, acht Möglichkeiten zur Ausbildung von Hellseherorganen gibt.“

GA 94, S 67/68

„Die Wahrnehmungsorgane des Astralleibes heißen im Okkultismus Lotusblumen, heilige Räder, Chakrams. Das sechzehnspeichige Rad oder die sechzehnblättrige Lotusblume befindet sich in der Gegend des Kehlkopfes. In sehr alten Zeiten drehte sich diese Lotusblume in einer bestimmten Richtung, nämlich entgegengesetzt der Bewegung der Uhrzeiger, die von rechts nach links erfolgt. Beim heutigen Menschen steht dieses Rad still; es dreht sich nicht mehr. Aber beim Hellseher fängt es tatsächlich wieder an sich zu bewegen, und zwar in umgekehrter Richtung, von links nach rechts. Nun waren acht von sechzehn Rädern einst sichtbar. Die acht dazwischenliegenden waren verborgen. In der Zukunft sollen sie alle sichtbar werden. Denn die ersten acht sind der unbewußten höheren Wahrnehmung zu verdanken, die acht neuen der bewußten, die aus der persönlichen Anstrengung entspringt. Und es sind genau diese acht neuen Blätter, welche die Seligpreisungen des Christus zur Entwickelung bringen.

Der Mensch besitzt noch eine andere Lotusblume, die mit den zwölf Blättern. Sie hat ihren Sitz in der Herzgegend. Einst waren nur sechs Blätter sichtbar. Die Erwerbung von sechs Tugenden wird die sechs anderen Blätter in der Zukunft zur Entfaltung bringen. Diese sechs Tugenden sind: Gedankenkontrolle, Initiativkraft, seelisches Gleichgewicht, Positivität, die erlaubt, jedem Ding die beste Seite abzugewinnen, eine von Vorurteilen freie Gesinnung und schließlich die Harmonie des Seelenlebens. Alsdann werden sich die zwölf Blütenblätter in Bewegung setzen. In ihnen drückt sich der heilige Charakter der Zwölfzahl aus, den wir wiederfinden in den zwölf Aposteln, in den zwölf Gefährten des Arthus – und jedesmal handelt es sich um Schöpfertum, um Tätigkeit. Und so verhält es sich, weil alles auf der Welt sich in zwölf verschiedenen Nuancen entwickelt. In Goethes Gedicht «Die Geheimnisse», in dem das Ideal der Rosenkreuzer sich ausspricht, finden wir dafür ein neues Beispiel. Nach einer Erklärung des Dichters, die Goethe selbst jungen Leuten gegeben hat, repräsentiert jeder der zwölf Ritter des Rosenkreuzes eine religiöse Strömung.

Man findet gleicherweise diese Wahrheiten in den Zeichen und Symbolen, denn diese Symbole sind nicht willkürliche Erfindungen, sondern entsprechen Realitäten. Zum Beispiel das Symbol des Kreuzes, wie dasjenige der Swastika, ist die Darstellung des vierblättrigen Chakram des Menschen. Und die zwölfblättrige Lotusblume findet ihren Ausdruck im Symbol des Rosenkreuzes und der zwölf Gefährten. Der Dreizehnte unter ihnen, der unsichtbare Gefährte, der sie alle eint, das ist die Wahrheit, das einende Band aller Religionen. Jeder Neubeginn, jede neue religiöse Offenbarung, ist ein «Dreizehnter», der eine neue Synthese der zwölf Nuancen der geistigen Wahrheit gibt.“

GA 94, S 68/69

„Auf gewissen Bildern des Mittelalters sieht man den Menschen durch eine Linie in zwei Teile gespalten. Die linke obere Partie und der Kopf sind über dem Strich, die rechte obere Partie und die untere Körperpartie sind unter dem Strich. Diese Linie zeigt die Vergangenheit und die Zukunft des menschlichen Körpers an. Die Lotusblume mit zwei Blütenblättern befindet sich unter der Stirn an der Nasenwurzel. Das ist ein noch nicht entwickeltes Astralorgan, das sich eines Tages in zwei Fühlern oder Flügeln entwickeln wird. Ein Symbol dafür sieht man schon in den zwei Hörnern, die sich auf der Stirn des Moses finden.“

GA 94, S 71

„Warum sind wir für gewöhnlich Rechtshänder? Die rechte Hand, die von den beiden diejenige ist, die heute am aktivsten arbeitet, ist dazu bestimmt, sich später zurückzubilden. Die linke Hand ist das Organ, das überleben wird, wenn die zwei Flügel an der Stirn sich entwickelt haben werden. Das Gehirn der Brust wird das Herz sein, das ein Bewußtseinsorgan sein wird. Und es wird drei Organe für die Fortbewegung geben.“

GA 94, S 71

„Ein oberstes Gesetz beherrscht die Natur, das ist der Rhythmus. Wenn der Mensch die zwölfblättrige Lotusblume entwickelt hat, die sein astrales und geistiges Wahrnehmungsorgan darstellt, kann er über seinen Körper verfügen und ihm einen neuen Rhythmus geben der die Ermüdungserscheinungen in ihm aufhebt. Dank diesem Rhythmus und dieser Wiederherstellung der Harmonie hat der Astralleib nicht mehr nötig, während der physische Leib schläft, seine Wiederaufbauarbeit zu vollziehen, ohne welche der physische Leib zerfallen würde.“

GA 94, S 74

„Die erste Stufe ist also die Imagination. Sie hängt mit der Ausbildung der sogenannten Lotusblumen zusammen, der heiligen Räder oder – indisch – Chakrams, die an ganz bestimmten Stellen des Körpers liegen. Man unterscheidet sieben solcher astralen Organe. Die erste, die zweiblättrige Lotusblume, ist in der Gegend der Nasenwurzel; die zweite, die sechzehnblättrige, liegt in der Höhe des Kehlkopfes; die dritte, die zwölfblättrige, in der Höhe des Herzens; die vierte, die acht- bis zehnblättrige, in der Nähe des Nabels; die fünf te, die sechsblättrige, etwas tiefer unten; die sechste, die vierblättrige, noch weiter unten, die Swastika, die mit allem, was Befruchtung ist, zusammenhängt; von der siebenten kann nicht ohne weiteres gesprochen werden. Diese sechs Organe haben für die seelische Welt dieselbe Bedeutung wie die physischen Sinne für die Wahrnehmung der Sinnenwelt. Durch die genannten Übungen werden sie zuerst heller, dann beginnen sie sich zu bewegen. Beim heutigen Menschen sind sie unbeweglich, beim Atlantier waren sie noch beweglich, beim Lemurier noch sehr lebhaft bewegt. Aber sie drehten sich damals in entgegengesetzter Richtung als heute beim okkult Entwickelten, wo sie sich in der Richtung des Uhrzeigers drehen. Eine Analogie zu dem traumhaft hellseherischen Zustand der Lemurier ist die Tatsache, daß sich auch bei den heutigen Medien mit atavistischem Hellsehen noch immer die Lotusblumen in der Richtung drehen, wie einst in der atlantischen und lemurischen Zeit, nämlich gegen den Uhrzeiger. Das Hellsehen der Medien ist ein unbewußtes, ohne Gedankenkontrolle, das des echten Hellsehers aber bewußt und von den Gedanken genau überwacht. Die Mediumschaft ist sehr gefährlich, die gesunde Geheimschulung aber gänzlich ungefährlich.“

GA 94, S 173

„Darauf folgt dann die Stufe der Intuition, die aber erst nach entsprechend langer okkulter Schulung erreicht werden kann. Schließlich lebt der Schüler bewußt in den höheren Welten. Der orientalische Geheimschüler muß sieh bedingungslos unter die strenge Zucht des Guru stellen, wenn er die Geheimschulung durchmachen will. Er muß sein Leben danach einrichten und vieles tun, was er erst später verstehen lernt. Wenn er sich so an den Guru angeschlossen hat, dann beginnt sich der Astralleib zu verändern, die astralen Sinnesorgane, die Lotusblumen bilden sich aus.

Michelangelo hat an seinem Moses die zweiblättrige Lotusblume als zwei Hörner wiedergegeben. Zunächst werden da zwei Lichtstrahlen bemerkbar, die immer breiter werden und dann anfangen, sich zu bewegen. Die sechzehnblättrige Lotusblume ist wie ein Rad mit sechzehn Speichen, sie liegt am Kehlkopf und dreht sich nach rechts. Die zweiblättrige befähigt uns, den Willen auszubilden; die sechzehnblättrige, in fremde Gedanken einzudringen; die zwölfblättrige, das Gefühlsleben zu erkennen; die vierblättrige, das Swastikazeichen, hängt mit der Regeneration und mit der Produktivkraft des Menschen zusammen.“

GA 94, S 175/176

„Wir sollen wissen, daß eine jede für die heutige Zeit richtige Esoterik alle Methoden verbannen muß, welche aus den niederen Leibern in das Ich heraufpumpen die Kräfte, die zur höheren Erkenntnis führen sollen; denn dadurch sind wir gesund, daß diese Kräfte unten bleiben. Ein falscher esoterischer Pfad ist es, wenn wir uns benebeln in dieser oder jener Weise und dann gewisse Dinge für richtig halten, einfach weil wir uns die Kräfte heraufgepumpt haben, die uns, wenn sie an ihrem Orte blieben, nicht erlauben würden, diese Dinge für richtig zu halten. Das sind ernste Angelegenheiten, die dazu führen, erst richtig zu verstehen, warum in der Schrift „Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?“ die Kräfte zur Entwickelung der hellseherischen Fähigkeiten unmittelbar in der Gegend unseres Kehlkopfes lokalisiert sind. Es sind das im höchsten Sinne moralische Fähigkeiten, die auch in der Buddha-Lehre als der achtgliedrige Pfad dargestellt werden. Bis zu einem gewissen Grade sind sie moralische; im weiteren führen sie den Menschen hinauf zu einer Durchmoralisierung auch unserer Erkenntnis, zu einer Imprägnierung derselben mit dem, was sonst bloß in unserer Moral ist.“

GA 143, S 58

„Ich wollte Ihnen heute nur den Hinweis geben, wie das, was wir uns in der elementaren Theosophie als Ideen, Begriffe und Vorstellungen aneignen, allmählich zu Erlebnissen hinführt; und jedes Bild im Okkultismus ist nur aus Erlebnissen hergenommen. Wenn Sie zum Beispiel das bekannte Bild der Swastika nehmen, so können Sie in den verschiedenen Schriften die scharfsinnigsten Deutungen für dieses Bild finden. Wie ist es ursprünglich in den Okkultismus hineingekommen? Dieses Bild ist nichts anderes als das Abbild dessen, was wir astrale Sinnesorgane nennen. Durch ein gewisses Vorgehen, durch Schulung kann der Mensch astrale Sinnesorgane ausbilden. Diese beiden Linien (es wird gezeichnet) sind eigentlich Bewegungen im astralischen Leibe, die vom Hellseher geschaut werden wie feurige Räder oder wie Blumen. Sie werden Lotosblumen genannt.

Für diese Räder oder Lotosblumen – von denen zum Beispiel die zweiblättrige in der Gegend der Augen liegt, die sechzehnblättrige in der Gegend des Kehlkopfes -, für diese astralen Sinnesorgane, die als Lichterscheinung auftreten in der astralen Welt, ist das Zeichen, das Bild, die Swastika. Oder nehmen wir ein anderes Zeichen, das sogenannte Pentagramm. Nicht durch Spekulieren, nicht durch Philosophieren können Sie die ursprüngliche Bedeutung des Pentagramms finden. Das Pentagramm ist eine Wirklichkeit; es ist ein Bild für das Wirken von Strömungen, von Kräfteströmungen, die im Ätherleib des Menschen sich finden. Es geht eine gewisse Kräfteströmung beim Menschen vom linken Fuß hinauf nach einem bestimmten Punkt des Kopfes, von da zum rechten Fuß, von da zur linken Hand, von da durch den Leib, durch das Herz zur rechten Hand, und von da zurück zum linken Fuß, so daß Sie in den Menschen hineinzeichnen können – in seinen Kopf, seine Arme, Hände, Beine, Füße – das Pentagramm.

Sie müssen sich das vorstellen als Kräftewirkung, nicht bloß als geometrische Figur. Im Ätherleib des Menschen haben Sie das Pentagramm. Die Kräftewirkungen folgen genau diesen Linien des Pentagramms. Die Linien können die mannigfaltigsten Verrenkungen eingehen, immer aber bleiben sie als Pentagramm dem menschlichen Körper eingezeichnet. Das Pentagramm ist eine ätherische Wirklichkeit, nicht ein Symbol, sondern eine Tatsache.“

GA 101, S 206/207

„Eine andere ist ebenso interessant. Eine andere wurde gegeben, indem die Höherstellung des Menschen gegenüber den Tieren praktisch zur Einsicht gebracht wurde. Man möchte sagen: Dasjenige; was man heute vielfach zu allerlei Diensten, die heute sogar sehr geschätzt werden, verwendet, das war noch bis ins 19. Jahrhundert herein gerade solchen Menschen bekannt, die auf guten alten Einsichtstraditionen fußten. – Die Menschen sind ja heute stolz darauf, daß sie Polizeihunde haben, die die Spuren von allerlei Unrechtem im Menschenleben verfolgen können. Man hat diese praktische Anwendung in älteren Zeiten nicht gehabt. Aber die Fähigkeit zum Beispiel der Hunde nach dieser Richtung hin hat man noch besser gekannt als heute, und man hatte eine Einsicht darein, daß eben um den Menschen herum auch feinere Substantialität liegt, als diejenige ist, welche gesehen oder von Menschen gerochen und dergleichen wird, und man verstand, daß etwas wie ein feines Fluidum auch der Welt angehört. Man erkannte es als eine besondere Differenzierung von Wärmeströmungen, verbunden mit allerlei Strömungen, die man als elektromagnetische Strömungen ansah, und man brachte den Geruch des Hundes zusammen mit diesen wärme-elektromagnetischen Strömungen, und man machte die Schüler gerade jener kleinen Schule, von der ich Ihnen erzähle, auf solche Dinge auch bei anderen Tieren aufmerksam. Man machte sie aufmerksam, wie dieser Sinn für ein die Welt durchflutendes feines Fluidum weit im Tierreiche vorhanden ist. Und dann wies man darauf hin, wie dasjenige, was beim Tiere sich herunterentwickelt, ins Grob-Materielle sich entwickelt, beim Menschen sich hinauf ins Seelische entwickelt.“

GA 233a, S 74/75

„Sie sehen, etwas anderes tritt da ein, etwas, was nun wirklich dem ganzen abendländischen Anschauen ähnlicher ist als dasjenige, was man oftmals aus dem Morgenlande herübernimmt. Auch das Morgenland hat ja dieses Konzentrieren auf die Nasenwurzel, dieses Konzentrieren auf den Punkt zwischen den Augenbrauen. Damit wird der Ort angegeben. Aber in Wahrheit ist es dieses Konzentrieren auf jenen kleinen Menschen, der da drinnen liegt und der astralisch erfaßt wird. Und wird er astralisch erfaßt, wird tatsächlich eine Meditation so gestaltet, daß man etwas erfaßt in jener Gegend, die damit bezeichnet worden ist, so ist es, wie wenn man in jener Gegend einen kleinen Menschen innerlich wie embryonal ausbilden wollte. Diese Anleitung hat der Schüler bekommen in jener kleinen Schule, tatsächlich eine Art embryonale Ausbildung eines kleinen Menschen in einem stark konzentrierten Gedanken.“

GA 233a, S 78/79

„Dadurch bekamen die Schüler, die dazu die Fähigkeit hatten, die zweiblättrige Lotusblume ausgebildet. Dann wurde ihnen gesagt: Das Tier bildet die Dinge hinunter zu demjenigen, was ein wärmeelektromagnetisches Fluidum ist. Der Mensch bildet dasjenige, was hier sitzt und was im groben nur als Geruchssinn erscheint, aber in das herüberspielt die Fähigkeit, die Tätigkeit des Auges, der Mensch bildet es aus ins Astralische hinein. Dadurch aber bekommt er die Fähigkeit, nicht bloß jenes Fluidum zu verfolgen, sondern eine fortwährende Wechselwirkung hervorzurufen mit dem Astrallichte und wahrzunehmen mit der zweiblättrigen Lotusblume, was der Mensch fortwährend sein ganzes Leben hindurch ins Astrallicht hineinschreibt. Der Hund riecht nur dasjenige, was geblieben ist, was da ist. Der Mensch verfährt anders, indem er mit seiner zweiblättrigen Lotusblume sich bewegt; auch dann, wenn er mit ihr nicht wahrnehmen kann, schreibt er fortwährend alles dasjenige, was in seinen Gedanken ist, in das Astrallicht hinein. Das Schauen befähigt ihn dann nur, das, was er hineinschreibt, eben zu verfolgen, wahrzunehmen und auch anderes damit wahrzunehmen, namentlich den wahren Unterschied von Gut und Böse.“

GA 233a, S 79

„Nun knüpfte sich eine ganz bestimmte Lehre an dasjenige, was in dieser Weise in jenem kleinen Kreise von dem Lehrer an die Schüler herangebracht wurde. Dem Schüler wurde klargemacht: Wenn er dieses Organ gebraucht, das ein ins Astrallicht hinaufgehobenes Geruchsorgan ist, dann lernt er die wahre Stofflichkeit aller Dinge erkennen, die wahre Materie. Und wenn er erkennen lernt das Innere seines Knochensystems und dadurch in Echtheit die wirkliche Weltgeometrie, die Art und Weise, wie von den Göttern in die Welt die Kräfte hineingezeichnet werden, dann lernt er erkennen, was als Form in den Dingen wirkt.“

GA 233a, S 80

„Willst du also einen Quarz kennenlernen seinem Stoffe nach – so sagte man dem Schüler -, dann beschaue ihn mit der zweiblättrigen Lotusblume. Willst du kennenlernen, wie seine Kristallform ist, wie der Stoff geformt ist, dann mußt du diese Form aus dem Kosmos heraus begreifen mit demjenigen, was du begreifen kannst, wenn du in das Innere deines Knochensystems lebendig hineinkommst. Oder es wurde dem Schüler klargemacht: Wenn du dein Kopforgan gebrauchst, dann lernst du erkennen, wie die substantielle Beschaffenheit einer Pflanze ist. Wenn du erleben lernst das Innere deines Knochensystemes, dann lernst du erkennen, wie eine gewisse Pflanze wächst, warum sie diese oder jene Blätterform hat, diese oder jene Blätteranordnung, warum sie die Blüten in dieser oder jener Weise entfaltet.

Also alles, was Form ist, sollte auf die eine Art, alles, was Stoff ist, sollte auf die andere Art erfaßt werden. Und es ist nun wirklich interessant, daß, wenn man bis zu Aristoteles zurückkommt, man findet, daß bei ihm unterschieden wird – aber das wurde ja in späterer Zeit nur rein abstrakt gelehrt – in bezug auf alles, was es gibt, die Form und die Materie. Aber das wurde eben in der Strömung, die von Griechenland nach Europa kam, in einer ganz abstrakten Weise gelehrt, so daß man eigentlich verzweifelt an der Abstraktheit, mit der diese Dinge in den Büchern dargestellt werden schon das ganze Mittelalter hindurch, und in der Neuzeit erst, da ist es nicht mehr bloß zum Verzweifeln, da ist es schon um die Wände hinaufzukriechen, wie man die Dinge dargestellt findet. Aber geht man zu Aristoteles zurück, so findet man, daß bei ihm die Formen wirklich zurückführen auf dieses Erleben – nur ist das wiederum nach Asien herübergetragen worden – und diese wirklich innere Einsicht in die Dinge, die mit dem Kopforgan sieht dasjenige, was er die Materie in den Dingen nennt.“

GA 233a, S 80/81

„Aber was den Händen zugrunde liegt, das hängt zusammen – wie Sie es beschrieben finden in «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» mit der Tätigkeit der Lotosblume in der Herzgegend, die aber dann ihre Kraftstrahlen so ausstrahlt, daß sie die Organisation bilden, welche in unvollkommener Weise auf der Stufe, auf welcher der Mensch als physischer Mensch steht, in den Händen und ihren Funktionen dasteht.“

GA 138, S 36

„Und als drittes findet man dann, wenn man versucht, die Kunst zu entwickeln, aus den Worten die Wesenhaftigkeiten zu suchen, als drittes findet man die Wesenhaftigkeiten für das, was ich einmal beschrieben habe wie eine Art Gegenrückgrat. Vielleicht erinnern sich manche von Ihnen, wie ich vor vielen Jahren beschrieben habe den menschlichen Ätherleib. Schon in «Lucifer‑Gnosis», in den Artikeln, welche das Wesen des Menschen dort wiedergeben, ist beschrieben, wie die Strömungen, die im Ätherleib im allgemeinen liegen, sich auch ergeben in ihrem Zusammenwirken in solch einem Gebilde, das nach vorne beim Menschen liegt, wie beim physischen Leibe nach rückwärts die Knochenbildungen des Rückgrates mit dem Rückenmarkskanal liegen. Wir haben im physischen Leibe dieses vertikal verlaufende Rückgrat mit dem Rückenmarkskanal, und wir haben im ätherischen Leibe ein Zusammenströmen, Zusammenstrahlen desjenigen, was ich Ihnen eben jetzt beschrieben habe in einer Art von Gegenrückgrat, das aber, wenn man den physischen Leib ins Auge faßt, an der vorderen Seite des Menschen liegt. Und wie von dem physischen Rückgrat die Nervenstränge, aber auch zum Beispiel die Rippenknochen ausgehen, so verlaufen die erwähnten Strahlungen und Strömungen in dem ätherischen Leibe so, daß sie jetzt nicht ausgehen von diesem Gegenrückgrat, sondern in ihm gewissermaßen zusammenströmen, mit alldem, was sie haben, an der Vorderseite des menschlichen ätherischen Leibes zusammenwirken. Das gibt ein ungemein schönes, großartiges, gewaltiges ätherisches Organ, das aber insbesondere in einer glitzernden, leuchtenden, tönenden, in allerlei Wärmewirkungen sich entladenden, aber auch innerlich sprechenden Wesenheit besteht und sich insbesondere so enthüllt während des Schlafzustandes des Menschen. Und man bekommt, wenn man genauer zusieht, durchaus eine Anschauung davon, wie dann dieses Organ dasjenige durchsetzt, was ich einmal, weil solche Dinge mit völliger anschaulicher Bildhaftigkeit beschrieben werden müssen, als die einzelnen Lotusblumen charakterisiert habe. So daß Sie erkennen können, wie durch dieses Organ, das aus dem Ätherleibe zusammenströmend sich selber erwirkt und dann mit den Strömungen des astralischen Leibes die Lotusblumen formt, wie durch dieses Organ der Mensch eben weiter seinen Anschluß findet an die äußerliche astralische, kosmische Welt.“

GA 224, S 40/41

„Man möchte sagen: Wenn das Pfingstfest, das vor allen Dingen auch ein Fest der Blumen ist, in der richtigen Weise erfühlt ist, da geht der Mensch überall hinaus, wo die Blumen sprießen, die sich öffnen unter der Einwirkung des Sonnenhaften, sich öffnen unter dem Ätherisch‑Astralischen ‑ und der Mensch empfindet in der sich beblumenden Erde das irdische Abbild desjenigen, was sich dann zusammendrängt in dem Himmelfahrtsbilde des Christus in dem sich anschließenden Bilde der feurigen Zungen über den Häuptern der jünger. Die sich öffnende Menschenbrust mag auch symbolisiert sein in der sich der Sonne öffnenden Blume. Und dasjenige, was von der Sonne herunterkommt, um der Blume die nötige Fruchtkraft zu geben, das mag symbolisieren die feurigen Zungen, die sich niedergießen über die Häupter der Jünger.“

GA 224, S 157

 

Schreibe einen Kommentar

WP2Social Auto Publish Powered By : XYZScripts.com