Konstitution

RS Astral (Astrales)

ASTRAL

Der Begrifff des ASTRALEN im Werk Steiners

Quellen: GA R.Steiner

„Und jetzt tritt zu der früheren Metamorphose des Bewußtseins ein Drittes hinzu. jetzt sagt man sich: Du trägst deinen physischen Leib an dir und deinen Ätherleib, den du im erkrafteten Denken ergriffen hast, und du trägst noch etwas an dir ‑ ich bitte, ich rede von der Welt der Scheinbarkeit, wir werden in den nächsten Tagen sehen, inwiefern es berechtigt ist. Indem da von dem Ätherischen geredet wird (blau): aus dieser Welt des Räumlichen kommt es, aber was da weiter ist außerhalb (rötlich), das kommt herein vom Unbestimmten. Man verliert auch das Bewußtsein, daß es aus dem Räumlichen kommt; das durchsetzt einen wie ein dritter Mensch. Durch den Äther des Kosmos läuft es heran, durchsetzt einen als ein dritter Mensch. Und man beginnt mit Recht durch Erfahrung davon zu reden: man hatte den ersten Menschen, den physischen Menschen; den zweiten Menschen, den ätherischen Menschen; den dritten Menschen, den astralischen Menschen ‑ stoßen Sie sich nicht an Worten, das wissen Sie ja, daß Sie das nicht sollen ‑, man trägt den astralischen Menschen, den dritten Menschen, an sich. Der kommt aus dem Geistigen, nicht bloß aus dem Ätherischen. Man kann von dem Astralleibe, von dem astralischen Menschen reden.“

GA 234, S 82/83

„Und jetzt geht man weiter. jetzt sagt man sich: Ich atme ein, ich verbrauche meinen Atem zu meiner inneren Organisation, ich atme aus. ‑ Ist es denn wirklich wahr, daß das, was sich die Leute vorstellen als ein Gemisch, ein Gemenge von Sauerstoff und Stickstoff, kommt und fortgeht?“

GA 234, S 83

„Sehen Sie, was da kommt und fortgeht, das ist nach den Anschauungen der gegenwärtigen Zivilisation aus physikalischem Sauerstoff und Stickstoff und einigem anderen zusammengesetzt. Aber derjenige, der dazukommt, nun aus dem leeren Bewußtsein heraus dieses Heranlaufen möchte ich sagen, des Geistigen durch den Äther zu erleben, der erlebt im Einatmungszug dasjenige, was gestaltet ist nicht aus dem Äther bloß, sondern von etwas außer dem Äther aus dem Geistigen heraus. Und man erlernt allmählich im Atmungsprozesse einen geistigen Einschlag in den Menschen erkennen. Man lernt erkennend sich zu sagen: Du hast einen physischen Leib. Er greift in das Feste ein; das ist sein Mittel. Du hast deinen ätherischen Leib. Der greift in das Flüssige ein. Indem du ein Mensch bist, der nicht nur fester Mensch, Flüssigkeitsmensch ist, sondern indem du in dir deinen Luftmenschen trägst, dasjenige, was luftförmig ist, gasförmig, kann eingreifen der dritte, der astralische Mensch. Durch dieses Substantielle auf der Erde, durch das Luftförmige, greift der astralische Mensch ein.“

GA 234, S 84

„Und den dritten Menschen, den astralischen Menschen, der im luftförmigen Menschen wirkt, den erfassen Sie nur, wenn Sie ihn nun nicht bloß in Bildern, sondern auf eine noch andere Art ergreifen. Rücken Sie nämlich in Ihrem Meditieren immer weiter und weiter fort ‑ und ich beschreibe damit den abendländischen Meditationsprozeß ‑. dann merken Sie von einem bestimmten Punkte Ihrer Übungen an, daß der Atem in Ihnen etwas fühlbar Musikalisches wird. Als innere Musik erleben Sie den Atem. Sie erleben sich als von innerer Musik durchwebt und durchwellt. Den dritten Menschen, der physisch der Luft Mensch ist, geistig der astralische Mensch ist, den erleben Sie als ein inneres Musikalisches. Sie ergreifen da den Atem.“

GA 234, S 85

„Der orientalische Meditant hat das direkt gemacht, indem er sich auf das Atmen konzentriert hat, das Atmen unregelmäßig gemacht hat, das Joga‑Atmen eingeführt hat, um darauf zu kommen, wie der Atem im Menschen webt und lebt. Er hat dadurch direkt hingearbeitet auf das Ergreifen dieses dritten Menschen.“

GA 234, S 85

„Es ist eine alte Erkenntnis, diese von dem Gewichtsverlust im Flüssigen. Sie wissen Ja, daß sie dem Archimedes im Altertum zugeschrieben worden ist. Er badete einmal und merkte, als er das Bein aus dem Badewasser herausstreckte, wieviel schwerer es ist, als wenn er das Bein im Badewasser drinnen hielt, und da rief er: Ich hab’s gefunden! Heureka! Ich hab’s gefunden! ‑ Nämlich, daß jeder Körper im Flüssigen so viel leichter wird, als die Flüssigkeitsmasse beträgt, die er verdrängt. Wenn Sie also den Archimedes sich im Badewasser vorstellen, das physische Bein (es wird gezeichnet), und dann jenes Bein aus Wasser geformt, so wird das physische Bein so viel weniger schwer sein im Wasser, als dieses Wasserbein hier wiegt. Um das wird es leichter sein. Und so wird unser Gehirn im Gehirnwasser drinnen um so viel leichter, als die Gehirnflüssigkeit von der Größe des physischen Gehirns beträgt. Man nennt es in der Physik Auftrieb. Also in diesem Wegstreben durch das Flüssige wirkt das Ätherische, während das Astralische zunächst angeregt wird durch die Atmung, durch das Luftförmige, das in den menschlichen Organismus hereinkommt. Und indem das Luftförmige seinen Weg durchmacht durch den Menschen und in ungeheuer feinem, zerstiebtem Zustande im Haupte anlangt, wirkt in dieser Luftverteilung, Luftorganisierung, das Astralische.“

GA 234, S 92/93

„Ich habe Ihnen als die erste Stufe der Erkenntnis diejenige vorgewiesen, die ‑ nun ja, die groben, robusten physischen Dinge um uns herum erblickt durch die Sinne. Die zweite Art war die des erkrafteten Denkens, wo man die sich bewegenden Bilder der Welt in sich auffaßt. Die dritte Art war die inspirierte, wo man dasjenige wahrnimmt, was sich wesenhaft in diesen Bildern ausspricht, was hineintönt wie ein Sphärenmusikalisches, aber wesenhaft. Nimmt man das beim Menschen wahr, dieses wesenhaft Sphärische, dann wird man nicht bloß aus der Materie hinausgeführt, sondern aus der Gegenwart hinausgeführt in das vorirdische Leben des Menschen, in sein Dasein, das er gehabt hat als geistig‑seelisches Wesen, bevor er auf die Erde herabgestiegen ist. Diese inspirierte Erkenntnis erlangt man, wenn man das leere Bewußtsein herstellt, nachdem man vorher das erkraftete Denken gehabt hat.“

GA 234, S 99

„Dieses Vorstellungsleben ist etwas, was dem äußeren, materialistisch denkenden Menschen als etwas Unwirkliches erscheint. Nicht wahr, wie oft hört man den Gedanken aussprechen: Ach, Vorstellungen und Gedanken sind ja nur Vorstellungen und Gedanken! Man will darauf hinweisen, daß, wenn man ein Stück Brot oder Fleisch in die Hand nimmt, dies eine Realität ist, daß ein Gedanke aber nur ein Gedanke ist. Man meint, Gedanken könne man nicht essen, sie seien daher nicht real wirklich, es sind « nur » Gedanken. Warum sind es aber nur Gedanken? Aus dem Grunde, weil das, was der Mensch seine Gedanken nennt, sich zu dem, was Gedanken eigentlich sind, verhält wie ein Schattenbild zu einer Sache selber. Wenn Sie da eine Blume haben, und Sie schauen ihr Schattenbild, so weist das Schattenbild auf die Blume, auf die Wirklichkeit hin. So ist es auch mit den Gedanken. Es ist so, daß das menschliche Denken das Schattenbild ist von Vorstellungen und Wesenheiten, die in einer höheren Welt sind: in dem, was man den Astralplan nennt. Und richtig stellen Sie sich eigentlich das Denken vor, wenn Sie sich hier ‑ es ist das nicht ganz richtig, sondern schematisch gezeichnet ‑ das menschliche Haupt vorstellen. In diesem Haupte sind die Gedanken, die ich hier durch Striche darstellen will. Aber diese Gedanken, die im Haupte sind, stellen wir uns als lebendige Wesen ‑ hier auf dem Astralplane ‑ vor. Da wirken die verschiedenartigsten Wesen, da wimmelt es nur so von Vorstellungen

und Handlungen, die ihr Schattenbild in den Menschen hineinwerfen, und diese Vorgänge spiegeln sich ab im menschlichen Haupte als das Denken. Es ist eine richtige Vorstellung, wenn Sie sich denken: Von Ihrem Haupte gehen fortwährend Strömungen in den Astralplan, und diese sind die Schatten, die das Gedankenleben in Ihrem Haupte vermitteln. (Siehe Schema Seite 87.)“

GA 130, S 84/85

„Die schlechte Astralwelt ist das Gebiet des Luzifer, das schlechte untere Devachan ist das Gebiet des Ahriman und das schlechte obere Devachan ist das Gebiet der Asuras.“

GA 130, S 102

„Unser gewöhnliches Gedankenleben reicht nur bis in die astralische Welt. Wir mögen noch so geistreiche Gedanken haben: Gedanken, die nicht von Gemütsbewegungen getragen werden, gehen nicht weiter als in die astrale Welt hinein, haben für andere Welten keine Bedeutung. Damit allerdings werden Sie verstehen, was über die äußere Wissenschaft gesagt ist, über die trockene, nüchterne, äußere Wissenschaft: Kein Mensch kann mit Gedanken, die mit Gemütsbewegungen nicht durchzogen sind, etwas aussagen über andere Welten als die astralische. Unter gewöhnlichen Verhältnissen verläuft das Denken des wissenschaftlichen Forschers, des Chemikers, des Mathematikers ohne jede Gemütsbewegung; das geht nicht weiter als bis unter die Oberfläche. Ja, es wird von einer wissenschaftlichen Forschung geradezu gefordert, daß sie in dieser Weise vorschreitet und deshalb dringt sie nur in die Astralwelt.“

GA 130, S 112/113

„Jetzt leben wir in einem Zeitalter, in dem vorzugsweise das Denken entwickelt wird, in dem der Mensch seine Impulse aus der Gedankenwelt, aus der Astralwelt erhält. Das zeigt schon die äußere Geschichte. Von Philosophen der vorgriechischen Zeit kann man ja kaum reden, höchstens von einer Vorbereitung des Denkens in vorgriechischer Zeit, daher beginnt die Geschichte der Philosophie mit Thales. Erst nach dem griechisch‑lateinischen Zeitalter tritt das wissenschaftliche Denken auf. Das intellektualistische Denken kommt erst um das sechzehnte Jahrhundert herauf. Daher der große Fortschritt der Naturwissenschaften, daß jede Gemütsbewegung von der denkerischen Arbeit ausgeschlossen wird. Und die Wissenschaft ist in unserem Zeitalter so besonders beliebt, weil das Denken in ihr nicht mit Gemütsbewegungen durchzogen ist. Unsere Wissenschaft ist gemütlos und sucht ihr Heil darin, nichts zu empfinden. Wehe dem, der bei einem Laboratorium‑Experiment etwas empfinden wollte! Das ist das Charakteristische unseres Zeitalters, das den Menschen am meisten mit dem Astralplan in Verbindung bringt.“

GA 130, S 115

„Wenn wir uns in schwierige Vorstellungen einlassen, viel nachdenken und davon müde werden, so schlafen wir auch gut, vorausgesetzt, daß nur das Vorstellungs‑, nicht aber das Gemütsleben an unserer Tätigkeit beteiligt war. Daher begreifen wir, daß gesagt worden ist, das Vorstellungsleben sei ein übersinnlicher Vorgang, es hängt also mit dem nächsten Element, mit der astralen Welt zusammen. Von dem Astralplan also fließen die Kräfte her, die in der menschlichen Seele das Vorstellungsleben erwecken und unterhalten.“

GA 130, S 146

„Das zweite Element bilden die Gemütsbewegungen, die unsere Seele durchziehen als Lust, Unlust, Freude, Schmerz, Sorge, Liebe, Abneigung und so weiter. Eng und intim hängen sie mit unserem Ich zusammen als Vorstellungs‑ und Gemütsbewegungen und rauben uns den Schlaf, weil sie uns mit dieser gemüthaften Unruhe nicht hereindringen lassen in den Astralplan. So begreifen wir auch, daß wir dadurch in Zusammenhang stehen mit dem niederen Devachan, welches unsere Gemütsbewegungen nicht aufnimmt, wenn sie nicht rein sind, sie also zurückweist von jenem Teil der astralen Welt aus, der zum niederen Devachan zu rechnen ist.“

GA 130, S 146

„So tritt Ihnen in der Apokalypse ein Einweihungsbuch entgegen. Ein solches ist aber immer zugleich ein prophetisches Buch und das ist so zu verstehen, daß derjenige, der die Ereignisse des Astral‑ und Devachanplanes erlebt, zu gleicher Zeit auch Ereignisse der Zukunft erlebt, so daß hier ein tiefes Geheimnis der Zukunft verborgen ist. Was in der Gegenwart auf einem höheren Plan ist, das ist in der Zukunft auf dem physischen Plan. Versetzen Sie sich mit dem Seher gegenwärtig auf den Astralplan, so kann sich der Seher zu dieser Welt nur erheben, wenn ihm das geistige Auge geöffnet ist. Denken Sie sich alles, was Sie auf dem Astralplan erleben, kondensiert, festgeworden wie Wasser zu Eis, dann haben Sie den Zustand, in dem Ihre eigene physische Welt in der nächsten Zukunft sein wird. Was heute astral Gegenwart ist, ist physisch Zukunft, so daß also der Seher den Zukunftszustand der Menschheit heute auf dem astralen Plan sehen kann. Einweihung bedeutet zu gleicher Zeit Eindringen in die Geheimnisse des zukünftigen Geschehens. Also ist die Apokalypse erstens ein Einweihungsbuch und zweitens ein prophetisches Buch. Diese prophetische Weisheit wollen wir nun näher beleuchten und wir wollen sehen, wie sie den Sinn unserer Menschheitsentwickelung erfaßt.“

GA 104a, S 45/46

„Was ich jetzt eben beschrieben habe, was uns mit unseren Taten verbindet, das ist Karma. Das ist in Wirklichkeit das Karma: was von unseren Lebenstaten eingetragen ist in die allgemeine Weltenastralität. Sie können daraus auch entnehmen, daß ein starker moralischer Antrieb in einem solchen Wissen liegt, wie überhaupt es nur eine Art von Verleumdung wäre, wenn man sagen würde, daß Geisteswissenschaft nicht die allermoralischste Lebensgrundlage bieten würde. Inwiefern liegt in solchen Erkenntnisgrundlagen, wie sie eben ausgesprochen sind, ein starker moralischer Impuls? Sie haben ja gesehen, daß letztlich unsere Taten während des Lebens nach dem Tode eingetragen werden in die allgemeine Weltenastralität. Wenn wir irgend etwas Unrichtiges getan haben während unseres Lebens, und wir es nicht karmisch, soweit wir die Macht dazu haben, noch in diesem Leben gutmachen ‑ denn angenommen, wir bemühten uns also, irgendein Unmoralisches schon im irdischen Leben auszugleichen, dann würden wir uns die Eintragung in das Karma ersparen ‑, dann wird alles, was wir nicht ausgleichen können, nach dem Tode in das Karma eingetragen und es bleibt mit uns verbunden. Insofern wir als Erdenmenschen den irdischen Astralleib haben, haben wir als Menschen unser Karma.“

GA 133, S 141/142

„Machen wir uns einmal klar, worauf denn das Pflanzliche beruht. Ich habe ja das schon öfter angedeutet. Wir stellen uns die Erdoberfläche vor. Die Pflanze wächst aus der Erdoberfläche heraus. Wir wissen, die Pflanze hat ihre physische Organisation. Sie ist von ihrem Ätherleib durchdrungen. Aber die Pflanze würde sich nicht entfalten können, wenn sie nicht, wie ich das öfter schon dargestellt habe, von oben herunter zur Blüte hin berührt würde von dem astralischen Elemente, das überall ausgebreitet ist (siehe Zeichnung, lila). Die Pflanze hat nicht einen astralischen Leib in sich, aber das Astralische berührt überall die Pflanze. Die Pflanze nimmt in der Regel das Astralische nicht in sich auf, sie läßt sich nur berührt werden davon. Sie verarbeitet in sich das Astralische nicht. Sie lebt nur in einer Wechselwirkung; nach oben, nach dem Blühenden und Fruchtenden zu lebt sie in einer Wechselwirkung mit dem Astralischen. Das Astralische verbindet sich nicht mit dem Ätherleib oder mit dem physischen Leib der Pflanze, in der Regel.

Bei der Giftpflanze ist es anders. Bei der Giftpflanze liegt das Eigentümliche vor, daß das Astralische in das Pflanzliche eindringt und sich mit dem Pflanzlichen verbindet. So daß, wenn wir die Belladonna haben, oder sagen wir das Bilsenkraut, Hyoscyamus, dann saugt gewissermaßen solch eine Pflanze das Astralische stärker oder schwächer auf und trägt ein Astralisches in sich; natürlich auf eine ungeordnete Weise, denn trüge sie es in geordneter Weise in sich, müßte sie j«a Tier werden. Sie wird nicht Tier, sie trägt das Astralische in einer Art gepreßten Zustandes in sich.“

GA 222, S 99/100

„Sie müssen nicht glauben, daß das, was ich hier schildere, darin besteht, daß Ihr Auge riesig groß wird, und daß es dann ganz hinüberwächst, und daß Sie dann von außen so den Kosmos anschauen, wie Sie jetzt von innen den Kosmos anschauen. Eben nicht durch die wahrnehmende Kraft erringen Sie sich das, sondern gerade dadurch, daß der Wille hellsehend wird. Es ist ein Erleben in dem sich ausbreitenden Willen, in dem Sie aber selber darinnen sind. Sie schauen in diesem Falle auch die Sterne von außen an, wie der Mensch, wenn er als Seele in der geistigen Welt ist, sich ebenfalls die Sterne von außen anschaut, von dort, wo schon gar keine Sterne mehr sind, nicht vom Äthergebiet aus, sondern vom astralischen Gebiete aus, von dem man sagen kann, es ist noch Raum da, und von dem man auch sagen kann, es ist kein Raum mehr da. Es hat nicht mehr viel Sinn, von dem, was ich da angedeutet habe, so zu sprechen, als ob das noch Raum wäre. Man fühlt aber so, als ob man den Raum selber in sich hätte. Dann aber sehen Sie keine Sterne. Sie wissen, Sie schauen auf die Sterne hin, Sie sehen aber keine Sterne, sondern Sie sehen Bilder. Sie sehen tatsächlich innerhalb des Sternenraumes überall Bilder. Es wird Ihnen jetzt plötzlich klar, warum in alten Zeiten, wenn die Menschen Sphären dargestellt haben, sie nicht bloß Sterne, sondern Bilder hingemalt haben.“

GA 213, S 228/229

„Es ist so, daß man in das Weltenall hinauskommt auf die Art, daß zunächst die Pflanzenwelt der Erde der Vermittler ist. Mißverstehen Sie mich nicht: nicht als ob ich sagen wollte, daß die Pflanzen, die an dem Orte, wo man gestorben ist, den Erdboden bedecken, es gerade seien, die einem den Weg hinaus bereiteten, sondern wenn wir die Pflanzenwelt der Erde betrachten, so stellt sie sich für den geistigen Anblick so dar, daß das, was die physischen Augen sehen, nur ein Teil dieser Pflanzenwelt ist. Ich will, was da stattfindet, in einer schematischen Weise auf die Tafel zeichnen (siehe Zeichnung). Nehmen Sie an, das wäre die Erdoberfläche; es wüchsen aus der Erdoberfläche Pflanzen heraus (grün). Es ist natürlich in gar keinem Verhältnis gezeichnet, aber Sie werden verstehen, was ich meine. Man verfolgt diese Pflanze mit den Sinnen bis zu der Blüte (rot). Der geistige Anblick dieser Pflanzen aber zeigt, daß das nur ein Teil der Pflanzenwelt ist, daß von der Blüte nach aufwärts ein astralisches Geschehen und Weben beginnt. Gewissermaßen ist über die Erde ein Astralisches ausgegossen, und aus diesem Astralischen heraus kommen spiralförmige Gebilde (gelb). Wo die Erde die Möglichkeit gibt, daß Pflanzen entstehen, da ruft das Herüberströmen dieser Astralweltspiralen das Pflanzenleben hervor.

Diese Weltspiralen umgeben nun die Erde überall, so daß Sie nicht glauben dürfen, daß das Herunterströmen, Herunterglänzen und Herunterglitzern dieser astralischen Weltspiralen nur dort ist, wo Pflanzen wachsen. Es ist überall in verschiedener Weise vorhanden, so daß man auch in der Wüste sterben könnte und doch Gelegenheit hätte, beim Hinausströmen in das Weltenall diese Pflanzenspiralen anzutreffen.

Diese Pflanzenspiralen sind nun der Weg, auf dem man sich bewegt von der Erde nach der Planetensphäre hin. Man schlüpft also gewissermaßen durch die geistigen Fortsetzungen der Pflanzenwelt der Erde aus dem Erdengebiete heraus. Das wird immer weiter und weiter. Diese Spiralen erweitern sich mehr und mehr, bekommen immer weitere Kreise. Sie sind die Fahrstraßen nach der geistigen Welt hinaus. Man würde aber da nicht hinauskommen, man würde gewissermaßen immer stillstehen müssen, wenn man nicht die Möglichkeit gewänne, eine Art negativer Gewichte zu haben, Gewichte, die nicht nach unten lasten, sondern Gewichte, die einen hinaufschieben. Und diese Gewichte sind die geistigen Inhalte, die Ideen der in der Erde befindlichen mineralischen Gebilde, insbesondere der Metalle; so daß man sich auf den Pflanzenbahnen in die Weltenweiten hinausbewegt und unterstützt wird durch die Kraft, welche einen namentlich von den Metallen der Erde nach den Planetensternen hinträgt. Irgendwelche Mineralgebilde haben immer die Eigentümlichkeit, daß die ihnen innewohnenden Ideen gerade zu einem bestimmten Planeten tragen. Man wird also, sagen wir, von zinnartigen Mineralien, das heißt von ihren Ideen, zu einem bestimmten Planeten getragen; von dem, was in der Erde als Eisen ist, das heißt von der Idee des Eisens, wird man zu einem bestimmten Planeten getragen. Was also im Erdendasein für den physischen Menschen aus der Umgebung hereinspielt als mineralische und pflanzliche Welt, das übernimmt in seinen geistigen Gegenbildern das Hinausgeleiten des Menschen nach dem Tode in die Weltenweiten. Und man wird wirklich in die Planetenbewegungen, in den ganzen Rhythmus der Planetenbewegungen durch das Mineralreich und das Pflanzenreich der Erde hineingetragen.“

GA 216, S 2/3

„Aber, wenn ich jetzt die Sache lokalisierend ausdrücke, was ja nur andeutungsweise sein kann: was sich da in unserem Hinterhaupte hinter dem gewöhnlichen Bewußtsein abspielt, das ist etwas, was sozusagen unschuldig bleibt, unberührt von den menschlichen moralischen Verirrungen. Diese menschlichen moralischen Verirrungen üben einen Einfluß auf den kosmischen Äther und auf die kosmische Astralität erst aus, insofern das Seelische des Menschen an die Brustorganisation, an die Atmungsorganisation, an die Blutzirkulationsorganisation gebunden ist. Der Kopf ist in gewissem Sinne ein reines Abbild des Kosmos.“

GA 216, S 20

„Aber noch weiter haben wir solche Spiegelbilder. Wir haben ja gesehen, daß die Throne nur dadurch Throne geworden sind, daß sie in den Stand kamen, aus Geschöpfen zu Schöpfern zu werden, aus einem Zustand des Nehmens in einen Zustand des Gebens zu kommen. Wir haben gesagt: Die Throne haben auch einstmals in anderen Weltensystemen ihre Entwickelung durchgemacht, sie haben es so weit gebracht, daß sie ausströmen lassen konnten ihre Substantialität. Das ist ein höherer Entwickelungsgrad, daß man hingeben kann, Opfer bringen kann, statt selber einzuheimsen, was es im Kosmos gibt. Dies tritt wiederum im Spiegelbild beim Menschen ein. Wie ist denn diese Menschenentwickelung? Blicken Sie zurück im Geiste durch die atlantische Zeit, durch die lemurische Zeit, und blicken Sie vorwärts. Physischen Leib, Ätherleib, astralischen Leib und Ich erhält der Mensch, und dann wiederum haben Sie das Zurückarbeiten vom Ich in die übrigen Glieder, die Umgestaltung des Astralleibes, die Umgestaltung des Ätherleibes, die des physischen Leibes, zu Manas, Budhi, Atma, zu Geistselbst, Lebensgeist, Geistesmensch. So hat die Urweltweisheit in allen Zeitaltern gelehrt, daß der Mensch seinen Astralleib so umgestaltet, daß dieser Astralleib zuerst teilweise noch besteht aus der alten Astralität und teilweise aus Manas, daß er aber nach und nach ganz und gar umgestaltet, ganz und gar vom Ich und seiner Arbeit durchdrungen wird. Nehmen Sie einen Menschen, der es noch nicht bis zu jenem Grade der Entwickelung gebracht hat, daß sein Astralleib schon ganz durchdrungen ist von der Arbeit des Ich. In diesem Falle sind ja im Grunde genommen noch alle Menschen mit ganz wenigen Ausnahmen. Dasjenige, was der Mensch schon umgearbeitet hat, das geht mit ihm durch alle Ewigkeiten, was er noch nicht umgearbeitet hat, so daß das Ich noch keinen Anteil daran genommen hat, das muß, wenn der Mensch durch Kamaloka durchgegangen ist, wie eine Art astralische Schale sich entfernen, das löst sich in der astralischen Welt auf, nicht ohne daß es beträchtlichen Unfug stiften kann, wenn es als Astralleib aus schlechten Begierden und Leidenschaften bestand. So können wir sagen, daß die Entwickelung des Menschen darin besteht, immer weniger und weniger von sich zurückzulassen in der astralischen Welt.“

GA 110, S 149/150

„Verfolgen wir den Vorgang. Der Mensch stirbt, bald nach dem Tode löst sich der Ätherleib los, ein Extrakt bleibt zurück. Der Mensch geht durch Kamaloka, da löst sich die unverarbeitete Schale los; das, was verarbeitet ist, geht im Ich durch alle Ewigkeit, es wird zurückgebracht zur neuen Inkarnation. je vollkommener der Mensch ist, desto weniger werden diese Reste sein, die er in der astralischen Welt zurückläßt, bis er zuletzt so weit ist, daß nichts mehr von seinem Astralleib in Kamaloka zurückbleibt, bis er so weit ist, daß er sozusagen niemandem auf der Erde durch die Reste, die er in Kamaloka zurückläßt, schädlich werden kann. Ein solcher Mensch, der hat dann auch die Möglichkeit, in die geistigen Welten hineinzuschauen. Denn es ist ja nicht möglich, diesen Zustand zu erreichen, ohne eben bis zu einem gewissen Grade der Hellsichtigkeit im Astralen gekommen zu sein. Der ganze Astralleib ist dann vergeistigt, ist eben Geistselbst geworden, der ganze Astralleib wird mitgenommen. Früher mußte das zurückgelassen werden, was schlecht war, jetzt kann der ganze Astralleib mitgenommen werden in die ganze Folgezeit. Und in dem Augenblick, in dem der Astralleib so weit ist, daß er ganz durchgearbeitet ist, da drückt sich die ganze neue Form des Astralleibes, des Geistselbstes, in den Ätherleib hinein, so daß dann der Ätherleib ein Abdruck ist dieses also umgearbeiteten Astralleibes. Er braucht noch nicht selber ganz umgearbeitet zu sein, aber was in den Astralleib hineingearbeitet werden konnte, das ist in den Ätherleib hinein abgedruckt. Kurz, Sie sehen, wir haben damit geschildert eine besonders hohe Wesenheit, die im eminentesten Sinn weit gekommen ist dadurch, daß sie das ganze Geistselbst entwickelt hat. Diese Wesenheit wird nun in der östlichen Wissenschaft Nirmanakaya genannt, denn es hat sein Astralleib, sein astralischer Kaya die Stufe erreicht, wo er keine Überreste hinterläßt. Das ist ein Nirmanakaya.“

GA 110, S 150

„Sie alle kennen ja aus Ihren bisherigen anthroposophischen Arbeiten außer unserer Welt zwei andere Welten, die sogenannte astralische und die sogenannte devachanische Welt, die von den Religionen, soweit sie hierzulande bekannt sind, die himmlische Welt genannt wird, die eigentlich geistige Welt. Sie kennen vor allem diese Welten als Gebiete, die der Mensch zu durchlaufen hat zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Sie wissen ja, daß zunächst die astralische Welt als Kamaloka durchlaufen wird, daß dann der Mensch in eine rein geistige Welt, in den Devachan eintritt, wo er heranreift zu einer neuen Geburt, um nach einer gewissen Zeit wieder herunterzusteigen zu einem neuen Erdenleben, einem Leben in der physischen Welt.

Nun ist es aber nicht genug, wenn man die Astral- und Devachanwelt eigentlich sich nur vorstellt als gewisse Gebiete, die der Mensch zwischen dem Tode und einer neuen Geburt durchläuft, sondern diese Welten sind ja fortwährend um uns. Wir leben fortwährend nicht nur in der physischen Welt, sondern auch in der astralischen oder Seelenwelt, die uns mit ihren Wesenheiten und Tatsachen umgibt. Man kann diese Astral- oder Seelenwelt so bezeichnen, daß man sagt, sie durchdringt unsere physische Welt, wie wenn man einen Schwamm mit Wasser durchtränkt. Der Unterschied dieser beiden Welten gegenüber unserer physischen Welt ist nur der, daß unsere physische Welt wahrgenommen wird durch Werkzeuge unseres Leibes, und daß sich zunächst für den Menschen diese höheren Welten der Wahrnehmung deshalb entziehen, weil er dafür keine Wahrnehmungsorgane ausgebildet hat. So wahr sie innerhalb unserer Welt sind, so wahr spielen ihre Wirkungen fortwährend in unsere Welt herein. Und vieles, was in der physischen Welt vorgeht, würde sich der Mensch leichter erklären können, wenn er die dahinterliegende geistige Astral- und Devachanwelt kennen würde, wenn er wüßte, daß in unserem Umkreis Wesen um uns sind und Tatsachen, welche mit unseren Sinnen nicht erfaßt und begriffen werden können. Die Astralwelt enthält zunächst nicht nur Tatsachen, die sich übersinnlich in unserer Umgebung abspielen; sie enthält auch Wesenheiten, die, wenn wir so sagen dürfen, in der Substanz dieser Welt ebenso verkörpert sind, wie der Mensch, die menschliche selbstbewußte Wesenheit, hier in der physischen Welt verbunden ist mit Fleisch und Blut. Der Unterschied zwischen Wesenheiten wie die eben bezeichneten, ist der, daß diese Wesenheiten keine so dichten physischen Leiber annehmen, daß sie mit unseren physischen Augen gesehen werden. Ihr gröbster Leib ist der Astralleib.“

GA 108, S 10/11

„Nun müssen wir gleich, wenn wir von diesen Wesenheiten sprechen, die also zum untersten Gliede ihres geistigen Organismus ebenso den Astralleib haben, wie der Mensch zum untersten Gliede den physischen Leib hat, von vornherein aufmerksam machen, wie nun derjenige, dessen hellseherisches Bewußtsein geöffnet ist, der also schauen kann, diese Wesenheiten wahrnimmt. Diese Wesenheiten unterscheiden sich ganz wesentlich von den auf dem physischen Plane existierenden Wesenheiten unserer verschiedenen Naturreiche. Wir sind hier umgeben von Mineralien, Pflanzen, Tieren und Menschen. Wenn wir eine charakteristische Eigenschaft dieser Wesenheiten der verschiedenen Naturreiche einmal hinstellen wollen, so ist es das Ständige, das Bleibende der Form.

Einen Menschen, den Sie heute gesehen haben, werden Sie morgen oder übermorgen oder selbst nach Jahren noch daran erkennen, daß seine äußere Form beständig geblieben ist. Ebenso ist es der Fall beim Tier, bei der Pflanze, beim Mineral. Das ist nun ganz und gar nicht der Fall bei den Wesenheiten, die nur auf dem astralischen Plan verkörpert sind. Die haben fortwährend eine wechselnde Gestaltung, eine Gestaltung, die bei vielen Wesenheiten in jedem Augenblick eine andere wird; denn die Gestalt, welche auf dem astralischen Plan wahrgenommen wird, ist ein genauer Abdruck der inneren Seelenerlebnisse und Seelenbetätigungen dieser Wesenheiten.

Denken Sie sich nur einmal, wenn Sie Ihre Seele betrachten am Morgen, wo Sie gerade einen freudigen Brief erhalten haben, und die frohe Botschaft die Seele angefüllt hat mit Freude und Lust, und sozusagen dieses Gefühl in Ihrer Seele lebt, denken Sie sich nun, wenn Sie Ihre äußere Gestalt jedesmal dem Seelenleben entsprechend änderten, wie anders diese Bilder aussehen würden als nachmittags etwa, wenn Sie eine Todesnachricht erhalten, oder in dem Augenblicke, wo Zorn und Furcht Sie durchzittern. Wenn dann jedesmal Ihre äußere Gestalt geändert würde und diese zum Ausdruck brächte, was in der Seele vorgeht, dann hätten Sie ein Bild dessen, was auf dem Astralplan vorgeht. Daher also das Verwirrende, das Hinhuschende und sich fortwährend Verändernde der Formen der Astralwesenheiten. So also müßten Sie sich vorstellen, daß das hellseherische Bewußtsein, wenn es die Aufmerksamkeit vom physischen Plane abwendet, umgeben ist von einer solchen astralen Bilderwelt. Natürlich kann alles das, was sich da abspielt, nicht geschildert werden; es können nur Einzelheiten skizzenhaft hingestellt werden.

Das Leben auf dem astralen Plan ist viel reicher als auf der physischen Welt. Sie müssen sich nur vorstellen, daß da in der Astralwelt lichte Bilder, die nicht an einem äußeren Gegenstande haften, hinhuschen, daß sie eine gewisse Form haben, die entweder licht oder weniger licht, weniger leuchtend oder getrübt sind, daß sie in jedem Augenblicke sich ändern, und daß sie nichts anderes sind als ein Ausdruck für Seelen, sagen wir, die da leben auf dem astralen Plane. Aber diese lichten Körper zeigen nicht bloß Licht und verschiedene Farbenbildungen, sondern auch alle anderen dem Physischen ähnliche Sinneseindrücke; nur werden diese nicht mit äußeren, sondern mit den Geist-organen der Seele wahrgenommen.“

GA 108, S 11-13

„Es ist nun ein Unterschied zwischen der Wahrnehmung eines Lichtkörpers auf dem astralen Plane und der einer Farbe oder eines Lichtkörpers auf dem physischen Plan. Demgegenüber, was dort als Licht entgegentritt, hat das Bewußtsein nicht das Gefühl, als sei es außerhalb dessen, sondern es hat das Gefühl: Du lebst darin. — Das ist zunächst recht schwer, sich vorzustellen; denn Sie müssen sich denken, daß in dem Augenblicke, wo das hellseherische Bewußtsein im Menschen aufgeht, der Mensch noch etwas anderes fühlt, als daß nur der Raum sich mit astralen Tatsachen und Wesenheiten anfüllt, sondern er fühlt, als wenn er wüchse, als wenn er größer und größer würde. Es dehnt sich das Bewußtsein: «Das bin ich», über die Haut hinaus. Das ist das Wesentliche des hellseherischen Bewußtseins. Er spürt, wie wenn er sich hinausbreite und in das, was er wahrnimmt, hineinkröche, so daß er innerhalb dieser Leuchtkörper lebt und Wärme- und Kälteempfindungen verspürt; er verspürt auch Geschmack. Alle diese Empfindungen, die er zunächst aus der Sinnenwelt kennt und die hier mit dem äußeren begrenzten Körper verknüpft sind, durchströmen und durchhuschen den Raum, und vor allen Dingen tritt noch etwas auf. Hier in der physischen Welt hat der Mensch natürlich das Gefühl, daß nur dasjenige zu seinem Wesen gehört, was sozusagen räumlich mit dem Wesen zusammenhängt. Es würde Sie sonderbar überraschen, wenn irgendein physisches Wesen hineinliefe in den Raum und hinterher ein anderes, und jemand behauptete, die beiden gehören zusammen, obzwar keine Verbindung zwischen ihnen da ist. Man würde sie für getrennte Wesen halten; denn man wird niemals räumlich getrennte Körper in der physischen Welt als ein Wesen ansehen. In der Astralwelt ist das durchaus der Fall, daß das, was gar nicht räumlich zusammenhängt, ein Wesen ist, und da haben Sie keinen anderen Maßstab dafür, anzuerkennen, daß das ein Wesen ist, als daß, sagen wir, Sie drinnen sind und nun das Bewußtsein haben, diese zwei voneinander ganz abstehenden Glieder gehören zu einer Wesenheit. Verwirrend ist also, daß sich das hellseherische Bewußtsein nicht immer gleicht, und daß das, was zusammengehört, nicht immer als solches erblickt werden kann. Ja, es kann noch weitergehen: Daß Sie ein Wesen sehen können, das Ihnen erscheint als eine Reihe voneinander getrennter Kugeln, hier eine leuchtende Kugel, weit davon eine zweite, dann eine dritte, vierte und so weiter. Daraus werden Sie sehen, daß es auf dem Astralplan in gründlichster Weise anders aussieht als hier.“

GA 108, S 13/14

„Aber es gibt ja etwas, das mit dem Menschen selbst verbunden ist und das in dieser Verbindung mit dem Menschen zu gleicher Zeit alle Eigenheiten der astralischen Welt als Wirkungen auf den Menschen äußert; das ist des Menschen eigener Astralleib. Das ist das dritte Glied seiner Wesenheit, von dem Sie erfahren haben, daß es in einer gewissen Weise eine selbstbegrenzte Gestalt hat. Während des Lebens zwischen Geburt und Tod kann man allerdings sehen, daß im wesentlichen der Astralleib sich wie eine Art ovaler Wolke ausnimmt, in welcher der physische und Ätherleib eingebettet sind. Eine Art Eiform ist der Körper, auf dessen äußeren Grenzen beständig wogende Bewegungen geschehen, so daß von einer Regelmäßigkeit keine Rede sein kann. Der Astralleib zeigt eine verhältnismäßig feste, beständige Form, solange er im physischen Leibe drinnensteckt. Solange das der Fall ist, so lange bleibt diese Form. Schon in der Nacht, wenn der Astralleib sich herauszieht, beginnt dieser sich dem Seelenleibe anzupassen. Da kann man schon sehen, wie ein Mensch, der bei Tage in bösartigen Gefühlen lebt, in der Nacht eine andere Form zeigt als ein Mensch, der während des Tages in guten Gefühlen gelebt hat. Im allgemeinen bleibt aber doch die Form des astralischen Leibes in der Nacht bestehen, weil die Kräfte des physischen und Ätherleibes sehr stark wirken und im Ätherleib auch in der Nacht noch nachwirken, den Astralleib aber in seiner Form im wesentlichen, aber nur im wesentlichen, erhalten.

Aber wenn der Mensch im Tode, nach Beendigung seines physischen Lebens, zunächst den physischen Leib abstößt und dann auch denjenigen Teil des Ätherleibes abstößt, der abzustoßen ist, dann zeigt der Astralleib schon während der Kamalokazeit durchaus eine wechselnde Form. Ganz und gar angepaßt ist dieser Leib in seiner Form und Bildgestalt seinem Seelenleben, so daß ein Mensch, der seinen Leib im Tode mit häßlichen Gefühlen verloren hat, eine abschreckende Gestalt zeigt, während ein Mensch, der mit schönen Gefühlen gestorben ist, schöne, sympathische Formen des Astralleibes zeigt. Es kann so weit kommen, daß Menschen, die ganz und gar aufgehen in sinnlichen Begierden und die sich nicht erheben können zu irgendwelchen edlen Gefühlen und Trieben, nach dem Tode eine Zeitlang wirklich die Form von allerlei grotesken Tieren annehmen, nicht solchen, wie sie auf dem physischen Plan leben, sondern solchen, die nur daran erinnern. Derjenige nun, der Erlebnisse hat auf dem astralen Plan und verfolgen kann, welche Gestalten sich da dem hellseherischen Bewußtsein darbieten, der weiß, welches Bild einer Seele mit edlem und einer mit unedlem Inhalt entspricht; von dem kann also alles an den Gestalten erlebt und erschaut werden. Ich sagte schon, daß dieser astrale Menschenleib keineswegs absolut etwa ganz bestimmte innere und äußere Formen zeigt, sondern nur innerhalb bestimmter Grenzen ist das der Fall. Auch schon im physischen Leben, namentlich in jenem Teil des Leibes, der nach dem Einschlafen austritt. Dann paßt sich in einer gewissen Weise der Astralleib doch auch dem an, was die Seele erlebt. Und da kann man aus gewissen Bildungen und Gestaltungen, die der Astralleib in sich annimmt, sehen, was innerhalb im Menschen vorgeht und was er erlebt.“

GA 108, S 14/15

„Nun finden wir, wenn wir die Astralwelt im allgemeinen durchforschen, zunächst gewisse Wesenheiten, von denen der Mensch, der nur das Physische kennt, eigentlich keine Ahnung haben kann. Vor allen Dingen erscheint ihm diese physische Welt in einer ganz anderen Art, als sie ihm vorher erschienen ist. So zum Beispiel finden wir als ganz besondere Wesenheiten die Gruppenseelen der Tiere. Der Mensch, wie er uns hier entgegentritt, hat eine individuelle Seele, die, eine jede für sich, eine Ich-Wesenheit hat. Die Tiere haben nicht in der gleichen Weise eine Ich-Wesenheit. Bei ihnen haben die gleichgestalteten Formen, also alle Löwen, alle Tiger, alle Schildkröten dasjenige, was man eine gemeinsame, eine Gruppenseele nennen kann. Und Sie müssen sich vorstellen, daß auf dem astralen Plane eine gleichzeitige Ichheit lebt, wo die Tiere in Physischem leben. Alle sind eingebettet in eine Ichheit, die auf dem astralen Plane eine wirkliche Persönlichkeit ist, und dort kann man dieser Persönlichkeit, dieser Gruppenseele begegnen, wie hier einem Menschen.

Ein Beispiel: Nehmen Sie einmal einen Vogelzug, wenn die Vögel anfangen, von den nördlichen Gegenden zum Äquator zu ziehen. Wer nicht oberflächlich diese wirklich außerordentlich weisheitsvollen Vogelzüge beobachtet, wird staunen darüber, wieviel von dem, was man Intelligenz nennt, zu einem solchen Zuge der Vögel gehört. Die einen ziehen in diese, andere in die andere Region; Gefahren bestehen sie, sie landen, wo sie landen müssen. Da sieht das gewöhnliche physische Bewußtsein nur die dahinziehenden Schwärme. Das hellseherische Bewußtsein aber sieht die Gruppenseele, das Wirken der Persönlichkeiten, die da leiten und lenken, was da vorgeht. Tatsächlich sind es solche astrale Persönlichkeiten, die das Ganze führen und leiten. Diese Gruppenseelen sind es, die uns zunächst als eine Bevölkerung der Astral weit entgegentreten. Die Mannigfaltigkeit, die in der Gruppenseele der Tiere auf dem Astralplan herrscht, diese Buntheit ist eine unendlich viel größere. Nur nebenbei sei erwähnt, daß auf dem astralen Plan Platz für alle ist, weil sich dort die Wesen durchdringen; denn das Gesetz der Undurchdringlichkeit gilt nur für den physischen Plan. Nur fühlen sie dort die Einflüsse, wenn sie durchdrungen werden, gute wie böse; im innerlichen Erleben spüren sie das Durchgehen. Sie können also durcheinander durchgehen; sie können auch an ein und demselben Orte leben. Es herrscht dort das Gesetz der Durchdringlichkeit.

Aber das ist wiederum nur ein Teil der Astralbevölkerung, allerdings einer, den wir im vollen, richtigen Sinne erst erkennen, wenn wir ihn ganz erfassen. Glauben Sie nicht, daß derjenige schon einen Begriff von einer Gruppenseele irgendeiner Tierform hat, der, sagen wir, aufmerksam ist, wie diese in der Astralwelt eingebettet ist und wie zu dieser Gruppenseele hinauf sein Bewußtsein geleitet wird. Das genügt nicht. Gerade hier tritt uns lebendig entgegen, daß das, was räumlich getrennt ist, zusammengehört, so daß wir für jede Tiergruppenseele, die weisheitsvoll das Ganze leitet, ein Gegenbild haben, und zwar ein schlimmes Gegenbild. Darin besteht die Tierheit, daß sie einmal hinaufweist in die Astralwelt, aber dann hinunterweist in jenen Teil der Astralwelt, wo Häßlichkeit und Widrigkeit herrschen, so daß wir für jede Tiergruppe eine Lichtgestalt und eine häßliche Gestalt haben, welche sich einmal abgesondert hat von der Lichtgestalt als das Böse, Häßliche, was einmal in ihr drinnen war. Da können Sie nun sehen, wie die alten Bilder und Kunstwerke aus einer höheren Erkenntnis hervorgegangen sind. Heute erkennt man als eine Individualität nur das, was im Menschen lebt. Und man kann daher, wenn man etwas Höheres darstellen will, nur zur Phantasie greifen. So war das durchaus nicht immer. Damals, als ein großer Teil der Menschheit, namentlich der, welcher künstlerisch wirkte, ein gewisses hellseherisches Bewußtsein oder doch Überlieferungen vom Hellsehen hatte, da hat man immer dargestellt das, was sich wirklich in den höheren Welten vorfindet. Und so haben Sie in dem Ihnen bekannten Michael mit dem Drachen oder Sankt Georg mit dem Drachen eine wunderbare Darstellung der Verhältnisse, welche der Hellseher auf dem astralen Plane bezüglich der Tierformen immer vorfindet. Sie erhebt ihn zu einer höheren Gestaltung, die weise ist und weit hinausragt über die Weisheit der Menschen. Aber diese Weisheit ist errungen dadurch, daß herausgeworfen worden ist aus der Astralität solcher Wesenheiten die schlimme Seite. Diese schlimme Gestalt haben Sie in dem widrigen Drachen. Wenn der Hellseher aufsieht von der lebenden Form, so sieht er alles, was für die lebendige Form angeordnet wird von der höheren Wesenheit, die weise ist, die nur nicht die Liebe kennt. Aber diese Ausbildung der lichten Seelengestalt ist nur errungen worden dadurch, daß unter die Füße getreten worden sind die bösen Eigenschaften, die in der Wesenheitsform waren. Der Mensch hat seine heutige Natur dadurch errungen, daß er heute noch in seinem Karma Gut und Böse vermischt hat, während auf das Tier die moralischen Unterschiede von Gut und Böse sich nicht anwenden lassen. Aber der Begriff der lichtvollen Wesenheit ist mit dem Zuge nach oben, der des Gefallenseins mit dem, was überwunden worden ist, verknüpft. Alte Kunst hat meist so geschaffen in bedeutungsvollen Symbolen, und was da geschaffen worden ist, ist nichts weiter als ein Ergebnis hellseherischer Betrachtungen. Das wird erst dann begriffen werden, wenn man die astralischen Urbilder wieder erkennen wird.“

GA 108, S 16-18

„Auch die Pflanzenwelt bietet auf der astralischen Ebene etwas Eigentümliches dar. Wenn der Hellseher eine Pflanze betrachtet, wie sie mit der Wurzel im Boden wurzelt, Blätter und Blüten ansetzt, hat er zunächst vor sich die Pflanze, bestehend aus dem physischen Leibe und dem Ätherleib. Das Tier hat noch den Astralleib. Nun können Sie einmal die Frage aufwerfen: Haben die Pflanzen gar nichts von einem Astralleibe? Es wäre falsch, würde man das behaupten; er ist nur nicht drinnen, wie er in dem Tiere drinnen ist. Wenn das hellseherische Bewußtsein die Pflanze beschaut, so sieht es namentlich oben, wo die Blüten sind oder entstehen, die ganze Pflanze eingetaucht in eine astrale Wolke, eine helle Wolke, die die Pflanze namentlich an diesen Teilen umgibt und einhüllt, wo sie blüht und Früchte trägt. Also die Astralität senkt sich gleichsam auf die Pflanze nieder und hüllt einen Teil der Pflanze ein. Der Astralleib der Pflanze ist eingebettet in diese Astralität. Und das Eigentümliche davon ist, daß, wenn Sie sich die ganze Pflanzendecke der Erde denken, so werden Sie finden, daß die Astralleiber der Pflanzen einer an den anderen grenzen und sie ein Ganzes bilden, von dem die Erde eingehüllt ist, wie von physischer Luft, von der Pflanzenastralität. Wenn die Pflanzen nur einen Ätherleib hätten, würden sie so wachsen, daß sie nur Blätter, keine Blüten ansetzen würden, denn das Prinzip des Ätherleibes ist Wiederholung. Wenn eine Wiederholung und eine Bildung abgeschlossen werden soll, muß ein Astralleib dazukommen.“

GA 108, S 18/19

„Wenn Sie eine Pflanze verfolgen, wie sie den Sommer hindurch wächst und dann im Herbste Früchte trägt, und dann anfängt zu welken, also wenn die Blüte anfängt zu ersterben, dann zieht sich das Astrale wieder aus der Pflanze zurück nach oben. Das ist ganz besonders schön zu betrachten. Während das physische Bewußtsein des Menschen im Frühling seine Freude haben kann an dem Erblühen der Pflanzen, wie sich Flur um Flur mit herrlichen Blüten bedeckt, gibt es für das hellseherische Bewußtsein noch eine andere Freude. Wenn gegen den Herbst zu die Pflanzen, die einjährig sind, absterben, dann leuchtet es und huscht hinauf wie huschende Gestalten, die sich als astrale Wesenheiten herausbegeben aus den Pflanzen, die sie den Sommer hindurch versorgt haben. Hier ist wieder eine Tatsache, die in dem poetischen Bilde entgegentritt, das nicht verstanden werden kann, wenn nicht hierin das hellseherische Bewußtsein verfolgt werden kann. Da sind wir schon in einem intimen Felde des astralen Bewußtseins. Aber bei Völkern der Vorzeit, wo solche intime Hellseher vorhanden waren, da war auch schon dieses Sehen im Herbst vorhanden. Sie finden bei dem hellseherischen Volke Indiens das wunderbare Phänomen, daß dann ein Schmetterling oder ein Vogel hineinfliegt in die Blütenwelt. Wiederum ein solches Beispiel, wie in der Kunst etwas aufsteigt, wo durchaus das hellseherische Bewußtsein zugrunde liegt aus jenen fernen Zeiten her, wo entweder das hellseherische Bewußtsein in den Künstlern gewirkt hat oder als eine Tradition beachtet wurde.“

GA 108, S 19/20

„Ein Astralleib ist also auch in der Pflanze vorhanden. Das Tier hat physischen Leib, Ätherleib, Astralleib. Das Ich haben wir gefunden in der Gruppenseele. Wir haben jetzt vom Astralleib der Pflanze gesprochen, den wir, wenn die Pflanze welk wird, als ein sich herausziehendes Wesen charakterisiert haben. Hat die Pflanze auch ein Ich? Ja, es gibt dasselbe für die Pflanzen, was wir beim Tier die Gruppenseele nennen, nur herrscht hier das Eigentümliche vor, daß alle die Pflanzen-Iche nach einem einzigen Ort der Erde sich richten, nämlich nach dem Mittelpunkt der Erde. Es ist, als ob die Erde von allen Seiten bestrahlt würde von den Gruppen-Ichen aller Pflanzen, und deshalb wächst die Pflanze gegen die Erde zu. Dieses Ich aber kann auf dem astralen Plan nicht beobachtet werden. Dort findet der Hellseher die tierischen Gruppenseelen. Er findet auch jene Doppelwesen, wie wir sie im Symbol von Michael mit dem Drachen gesehen haben. Er findet auch, was nun geschildert worden ist, aber die Pflanzen-Iche würde er vergeblich auf dem astralen Plane suchen. Die sind erst in der höheren, in der eigentlich geistigen Welt, in den gröberen, unteren Partien des Devachans, im Rupa-Devachan. Da sind die eigentlichen Pflanzenseelen, die Pflanzen-Iche, und die stecken alle so ineinander, daß sie mit ihrem eigentlichen Mittelpunkte alle ineinander sind, im Mittelpunkte der Erde vereinigt sind.“

GA 108, S 20

„Da kann nun die Frage entstehen: Es sind doch der physische Plan, der astrale Plan, der devachanische Plan eigentlich ineinander, so daß der Hellseher sich räumlich nirgends anders befindet als wo der physische Mensch sich befindet; wie unterscheidet man da eigentlich den einen von dem anderen? Es ist bald gesagt, wodurch der physische Plan sich vom astralen unterscheidet. Der physische ist da, solange man sieht, hört, tastet, und wenn der Mensch innere Fähigkeiten entwickelt, dann werden ihm zwischen und in dem Physischen die astralen Wesen unterscheidbar. Dort, wo solche Wesen in unser Bewußtsein eintreten, die mit physischen Organen nicht wahrzunehmen sind, da beginnt der astrale Plan. Aber wann beginnt dann der devachanische Plan? Nun gibt es die Möglichkeit, Grenzen anzugeben zwischen dem astralen und devachanischen Plane, obwohl sie ineinander verschwimmen; es gibt durchaus eine äußere und eine innere Möglichkeit, den Aufstieg vom astralen zum devachanischen Plane zu erkennen. Die äußere Möglichkeit ist folgende: Wenn der Mensch sein hellseherisches Bewußtsein entwickelt, muß er zunächst Augenblicke im Leben haben, wo er die physische Welt in gewisser Beziehung verläßt. Das ist schon ein höherer Grad menschlicher Entwickelung, wenn er sozusagen gleichzeitig die physische und dann in ihr, diese durchsetzend, die astrale Welt erblickt, also zum Beispiel das Physische eines Tieres und den astralen Leib eines Tieres sieht. Aber das kann nur erreicht werden bei einem gewissen Grade von Entwickelung, nachdem man etwas anderes durchgemacht hat, nämlich, daß man die physische Welt nicht sieht, wenn man die astrale Welt sieht.

Dieses Hineinleben des Menschen im Beginn der Entwickelung in die astrale Welt zeigt sich dadurch, daß sich folgendes abspielt. Der Mensch ist an einem bestimmten Orte. Er hört allerlei um sich, sieht die Gegenstände, er tastet sie, er schmeckt sie. Wenn nun der Mensch sich nach und nach hellseherisch in die astrale Welt einlebt, dann ist es so, daß diese sinnlichen Eindrücke zuerst anfangen, weiter und weiter vom Menschen abzuziehen, so daß der Ton wie von weiter, weiter Ferne zu sein scheint. Ebenso ist es mit den Tastwahrnehmungen: Der Mensch wird nach und nach dasjenige, was sonst getastet wird, nicht als unmittelbar empfinden; er wird mit gewissen Gefühlen die Körper durchdringen, in sie hineintasten. Ebenso die Farbenwelt, die Lichtwelt; der Mensch breitet sich aus, er lebt sich in diese Lichtwelt hinein. So zieht dasjenige, was die sinnliche Welt ist, vom Menschen ab, und an ihre Stelle treten die Erscheinungen, wie sie vorhin besprochen worden sind. Das erste nun zunächst, was da beobachtet werden muß, ist das, daß da, wo die Astralwelt wirklich vom Menschen beschritten wird, sozusagen vollständig die Tonwahrnehmungen, die Schallwelt, die Gehörwahrnehmungen, die Tonwelt ausgelöscht sind. Das ist eine Zeitlang überhaupt in der Astralwelt nicht vorhanden. Der Mensch muß sozusagen diesen Abgrund durchmachen, in einer tonlosen Welt zu leben. Allerdings ist sie dadurch ausgezeichnet, daß sich in ihr mannigfaltige Eindrücke finden, namentlich eine differenzierte Bilderwelt. Wenn er höher steigt in der Entwickelung, lernt er etwas kennen, was ihm jetzt ganz neu ist, nämlich das, was wie ein geistiges Gegenbild zur Tonwelt zu bezeichnen ist. Er lernt zuerst innerhalb der Astralwelt kennen das, was neu auftritt als geistiges Hören. Das ist nun freilich schwer zu beschreiben.

Nehmen Sie nun folgendes: Sie sehen eine leuchtende Gestalt. Eine andere kommt ihr entgegen; sie nähern sich und durchdringen sich. Eine dritte kommt, kreuzt den Weg und so weiter. Nun, was sich Ihnen darbietet, das sehen Sie nicht bloß an mit dem hellseherischen Bewußtsein, sondern das gibt Ihnen in die Seele die mannigfaltigsten Gefühle. So kann es sein, daß in Ihnen die Gefühle einer geistigen Lust entstehen, dann wieder Unlust, aber die verschiedenst differenzierten Gefühle, wenn sich die Wesen durchdringen, oder wenn sie sich annähern oder entfernen. Und so lebt sich die hellsehend werdende Seele ein, so daß das Zusammenwirken auf dem astralen Plan nach und nach durchglüht und durchsetzt wird von erhabenen oder widersprechenden Gefühlen rein geistiger Art. Das ist die geistige Musik, die wahrgenommen wird. Aber mit dem Momente, wo dies auftritt, ist man schon im Gebiete des Devachan. Also das Devachan beginnt äußerlich, wo die Tonlosigkeit beginnt, die zum Teile auf dem astralen Plane eine schauerliche Tonlosigkeit ist. Denn der Mensch hat keine Ahnung, was es heißt, in einer unendlichen Tonlosigkeit zu leben, die nicht nur keinen Ton darbietet, sondern die auch zeigt, daß sie keinen in sich hat. Das Gefühl der Entbehrung auf der physischen Welt ist eine Kleinigkeit gegen die Gefühle der Seele, wenn diese Unmöglichkeit empfunden wird, daß da etwas herausströmen kann aus dem unendlich sich ausbreitenden Raum. Dann kommen eben die Möglichkeiten, das Zusammenwirken der Wesenheiten, ihre Harmonie und Disharmonie wahrzunehmen. Die Tonwelt beginnt, das ist das Devachan, äußerlich in Formen betrachtet.

Auch in anderer Weise kann die Seelenempfindung den Übergang von der Astralwelt zum Devachan anzeigen. In der physischen Welt begleitet der Mensch in seiner Seele die Dinge ja nach dem Charakter, den er hat. Der eine geht an einem Bilde vorbei und empfindet nichts, der andere fühlt eine Welt von Seligkeit, indem er vor dem Bilde steht. Menschen gehen aneinander vorbei; der eine sagt von dem anderen, daß er der Rechte sei und sieht vermöge seiner Seeleneigentümlichkeit, daß er zu dem anderen gehört, er empfindet eine aufleuchtende Freude. So ist es eigentlich in den höheren Welten sehr bald nicht mehr. Da fordert der Mensch mit einer inneren Notwendigkeit die Erlebnisse einer Gefühlswelt heraus, und da können Sie nicht etwa kalt oder nüchtern vor gewissen Erlebnissen des astralen und devachanischen Planes vorbeigehen, sondern gewisse Erlebnisse fordern Ihnen ab eine Hingebung, ein volles Eingehen; andere hingegen stoßen Sie ab.

Das ist es, was dem nicht richtig Vorbereiteten gefährlich werden kann, weil er nämlich in fortwährend wechselnden Empfindungen leben muß, die unter Umständen innerlich zerstören, innerlich zerreißen und daher wieder auf die Gesundheit schädigend rückwirken müssen. Da kann er von Stufe zu Stufe merken, in welcher Welt er ist. Während er in der Astralwelt ist, kennt er hauptsächlich zwei Gefühlsnuancen in der mannigfaltigsten Weise. Die eine ist die, die besonders stark hervortritt, wenn der Mensch unmittelbar nach dem Tode in dem Gebiete der Astralwelt ist, das wir Kamaloka nennen. Da ist er ja so— zusagen mit seinen Gefühlen noch nicht losgekommen vom Leben der physischen Welt; da verlangt er nach ihr, er begehrt ihrer. Nehmen wir zum Beispiel einen Feinschmecker, der Verlangen nach leckeren Speisen hat. Nach dem Tode und nach dem Übergang in die Astralwelt hat er noch immer die Lust, aber nicht mehr die physischen Organe. Daher lechzt er gierig nach dem, was nur Zunge und Gaumen einem Menschen bieten können. Daher wird ihm dieses, was er in seiner Seele erlebt, zur peinigendsten Nuance dieses Gefühls, zum Gefühle der Entbehrung. Entbehrung ist überhaupt etwas, was auf der einen Seite unserer Gefühlswelt steht, wenn wir in der Astralwelt sind. Man lernt da, wenn man das Bewußtsein entwickelt hat, nicht jene peinigende Entbehrung kennen, wie ein Gestorbener sie hat, aber das Gefühl des Suchens nach etwas, das Gefühl der Entbehrung wird auch den Hellseher überkommen, wenn nicht ein anderes zum Erhalten des Gleichgewichtes da wäre. Betritt er unvorbereitet den astralen Plan, dann wird sich das geltend machen. Nicht Rast und nicht Ruhe hat die Seele; eine Unruhe, eine Ruhelosigkeit wird die Seele von einem zum anderen drängen. Um das zu vermeiden, gibt es nur eines: die entgegengesetzte Gefühlsnuance muß herausgebildet werden und in allen Geheimschulen wird diese Gefühlsnuance vorbereitet: die Entsagung. Man bereitet sich für ein richtiges Leben durch alles das vor, was in einer gewissen Weise mit Entsagung bezeichnet werden kann. Wenn Sie sich die geringste Kleinigkeit hier versagen, ist es durchaus wahr, daß Sie sozusagen einen Stein in die Treppe zum astralen Plan einlegen. Die ruhigere Betrachtung der Astralwelt wird errungen dadurch, daß man sich dazu vorbereitet durch die Gefühlswelt der Entsagung. Während das Gefühl der Begierde die Astralwelt zu einer Welt des Schmerzes und der Unlust macht, macht das, was man durch Entsagung erwirkt, daß man immer klarer und klarer, deutlicher und deutlicher die Gebilde und Wesenheiten des astralen Planes beobachten kann, so daß man nicht mehr hin und her schwanken muß zwischen Begierde und Entsagung. Das sind die Gefühlsnuancen im astralen Plane, und so lange diese vorzugsweise in der Seele tätig sind, ist man im astralen Plan.“

GA 108, S 20-24

„Im astralen Plan finden wir also Entbehrung und Entsagung, auf dem devachanischen Plane Seligkeit und Opferwilligkeit. Und es ist sonderbar, aber doch wahr, daß, wenn der Mensch auf dem devachanischen Plane gar nicht das Gefühl hätte: Du sollst dich hingeben dem, was um dich ist —, sondern mit seinem Ich nur die Seligkeit genießen wollte, würde er zerfließen im Meere der devachanischen Wesenheiten. Wenn er aber mit Gefühlen sich durchtränkt: Ich will mich opfern, ich will ausströmen lassen, was ich mir erworben habe —, dann bewahrt er sich im Devachan vor dem Zerfließen, vor dem Vergehen. Das höchste Gefühl der Liebe, der schaffenden Liebe, das muß als zweite Gefühlsnuance im Devachan da sein. Und das ist etwas, was Ihnen auch verständlich macht, wie das Wirken im Devachan zwischen Tod und einer neuen Geburt geschieht. Indem der Mensch aus dem Kamaloka, wo er zunächst in Entbehrung gelebt und die Dauer seines Aufenthaltes dadurch verkürzt, daß er entsagen gelernt hat, in den Devachan kommt, muß er gleich beginnen, an die Arbeit einer nächsten Inkarnation zu gehen. Langsam baut er sich die Urbilder seines nächsten Erdenlebens auf. Er wird es um so besser aufbauen, wenn er zum Gefühl der Seligkeit, das unbedingt eintritt, gelernt hat hinzuzufügen die opferwillige Hingabe seines Wesens an das, was ihn umgibt. In dem Maße, als er sich hinopfert mit seiner Seele, in dem Maße baut sich das Urbild seiner künftigen Persönlichkeit. Würde er das nicht können, dann würde er entweder ganz und gar vergehen oder riesig lange brauchen, bis er wieder zu einem irdischen Dasein kommen könnte. So sehen wir sozusagen, wie die Seele äußerlich in den Formen — beim Übergange aus der stummen, leuchtenden Astralwelt in die tönende Devachanwelt — die Grenzen findet; viel wichtiger aber ist, wie sie sich innerlich hineinlebt in die andere Welt. — Das sind so einige Hindeutungen auf die Verhältnisse der höheren Welten, die der Mensch betritt in der Beobachtung des alten griechischen Weisheitsspruches «Erkenne dich selbst»! Man könnte noch vieles hinzufügen, aber es kann ja immer nur ein Stück davon gegeben werden, was zur Charakteristik der höheren Welten zu gelten habe. So lebt man sich allmählich ein, und indem man sich einlebt, wird man auch die Wirkungen auf die physische Welt erkennen lernen, und so wird auch diese Welt immer durchsichtiger.“

GA 108, S 25

„Stehen wir in Verbindung mit Toten, welche wir im Traume treffen?

 

Auch in bezug auf ihre Seelenentwickelung stehen die Menschen auf sehr verschiedenen Stufen der Entwickelung. Während zum Beispiel Lessing von sich sagen konnte, daß er im gewöhnlichen Sinne des Wortes niemals geträumt habe, weil er durch ein Vermögen des absoluten kritischen Verstandes im äußersten Maße heruntergestiegen, so sind Seelen, welche sich nicht getrübt haben durch das Kritische, imstande, in Beziehung zu Wesen zu kommen, welche sich auf dem astralen Plan aufhalten. Es ist gar nicht unmöglich, zu ihnen in Beziehung zu kommen; und es hängt gar nicht so sehr davon ab, ob man an die Betreffenden denkt oder nicht, wenn man überhaupt dazu veranlagt ist. Es ist das Leben, das der Mensch selber auf dem astralen Plan entfaltet, ein anderes, als man es sich gewöhnlich vorstellt. Auf dem astralen Plan leben sich die Menschen viel wahrer aus als auf dem physischen Plan. Auf dem Astralplan lassen sich die Menschen gehen: sie leben sich dar, wie die Impulse der Seele sind. Jemand, der zum Beispiel als Mädchen dazu erzogen wurde, nicht zu plappern, und dadurch auf dem physischen Plan höchst sittsam erscheint, kann sich unter Umständen auf dem Astralplan ganz anders ausleben. Gedanken sind am stärksten an den Körper gebunden; schon weniger die Gefühle, und am wenigsten die Begierden. Niemand, der schlechte Gefühle hat, wird das auf dem Astralplan verbergen können. Er wird es dort zeigen müssen. Die Gefühle kommen heraus. Und noch mehr die Begierden.

Jemand, der sich vielleicht gar nicht beschäftigt mit einem Toten, aber im Leben viel Schlimmes von dem betreffenden Toten erfahren hat, bat vielleicht noch eine Aversion gegen den Toten, und er sieht ihn auf dem Astralplan. Es braucht zum Beispiel nicht Wut zu sein, die ihn treibt, den Betreffenden aufzusuchen, sondern es kann ein ganz berechtigtes Gefühl sein, das ihn hintreibt. Wenn nun aber morgens der Astralleib hineinfährt in den physischen Leib, so zeigt sich das, was in der Nacht erlebt wurde, als Traum. Das Erlebnis zeigt sich als Traum, aber es war auf dem Astralplan erlebt.“

GA 108, S 72/73

„In dem Astralkörper können Sie eine ganz bestimmte Farbe nachweisen für jede Nation, für jede Rasse, für jedes Zeitalter. Überall finden Sie da eine Grundfarbe, die der Mensch als Angehöriger dieser Einteilung, dieser Differenzierungen hat. Diese gilt es erst abzustreifen. Die Theosophische Gesellschaft arbeitet an dem Ausgleich der Farben der Astralleiber ihrer Mitglieder. Sie sollen gleichfarbig werden, gleichfarbig in bezug auf diese Grundfarbe. Diese Grundfarbe bildet ein bestimmter Stoff… [Lücke].“

GA 93, S 125

„Ich kann nur ganz im allgemeinen andeuten, warum das so ist. Da müssen wir nämlich überhaupt über die Aufgaben solcher okkulten Bruderschaften sprechen. Die verehrten Freunde, die über solche Dinge mich schon öfter haben sprechen hören, werden mich heute um so besser verstehen. Okkulte Bruderschaften sind Führerbruderschaften der Menschheit. Sie haben die Aufgab; die Dinge der Zukunft vorzubereiten. Alles was in der Zukunft geschehen soll, bereitet sich ja schon in der Gegenwart vor, findet in der Gegenwart seinen Ausdruck als Idee, als Plan und wird dann in der Zukunft verwirklicht. Selbst wenn Sie auf dem äußeren physischen Plan die Entwickelung des Menschengeschlechtes ansehen, so werden Sie doch finden, daß Dinge, die später eine Verwirklichung erfuhren, viel früher in Köpfen und Seelen von führenden Persönlichkeiten und Individualitäten als Idee auf keimten und nach Ausdruck rangen. Nehmen Sie zum Beispiel die Dampfmaschine: Sie werden finden, wenn Sie die Sache zurückverfolgen, wie sich die Dampfmaschine aus den einfachsten Tatsachen heraus entwickelt hat; wie schon der mit kochendem Wasser gefüllte Kochtopf die Idee der Dampfmaschine enthält, die sich dann von dieser einfachsten Form bis zum kompliziertesten Mechanismus fortsetzt.

Das sind aber Kleinigkeiten gegenüber dem großen Menschheitsbau, den wir vor uns haben. Die wichtigsten Dinge setzen viel größere und viel bedeutungsvollere Perspektiven voraus. Sie setzen voraus, daß dasjenige, was in weiter ferner Zukunft geschehen soll, in gewisser Weise heute schon vorbereitet wird. Wie kann so etwas geschehen? Dadurch, daß man es in der Hand hat, heute schon die Kräfte in die Welt hineinzulegen, welche in der Zukunft wirksam werden sollen. Alles was in der Zukunft hier auf dem physischen Plan geschehen wird, das bereitet sich bereits viel früher, als es hier auf dem physischen Plane geschieht, auf dem Astralplane und auf dem Devachanplane vor; so daß tatsächlich ferne, zukünftige Ereignisse, ihrer Kraft nach, in den höheren Planen und Welten verfolgt werden können. Aber der Mensch kann nicht gut in die Zukunft hineinwirken, wenn er nicht, aus der Kenntnis der wirkenden Kräfte heraus, diese Wirkung vorbereitet. Der Mensch ist ein selbstbewußtes Geschöpf und muß sein Geschick selbst in die Hand nehmen. Deshalb hat es immer fortgeschrittene Brüder unseres Menschengeschlechtes gegeben, welche nicht bloß auf dem physischen Plane sehen können, sondern auch auf höheren Planen.

Versuchen wir zu begreifen, was das heißt: auf höheren Planen voraussehen. Nehmen wir an, Sie haben einen Teich mit Wasser. Sie können voraussehen, daß der Teich, wenn die Temperatur sinkt, eingefroren sein wird, daß darauf Schlittschuhläufer und so weiter sein können. In ähnlicher Weise haben wir es mit dem Verhältnis des sogenannten astralen Planes zum physischen Plane, das heißt, zu unserer Welt zu tun. Wenn man nämlich die Vorgänge auf dem astralen Plane verfolgt, dann kann man in der Tat mit Hilfe des astralen Ereignisses dasjenige sehen, was in späterer Zeit, gleichsam als Verdichtung davon, da sein wird. Und so kann man aus den astralen Ereignissen dasjenige ersehen, was später auf dem physischen Plane verdichtet auftritt. Nichts anderes sind die physischen Begebenheiten als so verdichtete Ereignisse, die sich vorher in den höheren Welten zugetragen haben.“

GA 93, S 200/201

„Das war eine Handlung auf dem Astralplan. Alles das, was ich beschrieben habe, ging auf dem Astralplan vor sich; der physische Leib hatte dabei nichts zu tun. Dieses Ereignis wiederholte sich in allen alten Mysterien. Jeder Eingeweihte kannte es. Stellen Sie es sich nun verdichtet vor, herabgeholt auf den physischen Plan, so daß etwas geschehen ist mit diesem Ereignis, das sich früher nur astral zugetragen hat. Vergleichsweise so, wie wenn Sie zum Beispiel da, wo Sie früher Wasser hatten, jetzt ein Stück Eis haben. Viele solche astralen Ereignisse müssen zusammenfallen, zusammenfließen, damit die physische Verdichtung einst möglich wird. Dadurch, daß durch die Erscheinung Christi dasjenige auf dem physischen Plane sich ereignete, was vorher oft und oft in den Mysterienstätten auf dem astralen Plane sich abgespielt hatte, ist das Mysterium von Golgatha historisch möglich geworden, es hat herabgeholt werden können auf den physischen Plan. An diesem Beispiel lernen wir begreifen, wie in okkulten Bruderschaften tatsächlich die Zukunft vorbereitet wird.“

GA 93, S 203/204

„In der astralen Substanz, im Astralen bildet sich immer etwas Neues. Ich will Ihnen dies in folgender Weise begreiflich machen. Der Mensch baut durch seine Vorstellungen fortwährend Gebilde in den Astralkörper hinein. Diese zeigen sich in den mannigfaltigsten Formen. Die astrale Substanz, die zwischen den einzelnen Gebilden unbenützt bleibt, nennt man eine intermediäre Astralsubstanz, im Gegensatz zu derjenigen, die sich zu Gebilden gestaltet hat. Diese intermediäre Astralsubstanz ergänzt sich fortwährend aus der Astralsubstanz unserer Umgebung, strömt fortwährend ein und aus, wird fortwährend erneuert. Aber die Gebilde bleiben fest, die der Mensch durch die Art seiner Empfindungen, Gedanken und Willensentschlüsse ausgebildet hat.

Nehmen wir also an, zwei Menschen stehen vor uns und führen ein gewöhnliches Gespräch miteinander. Der eine von ihnen hat starre, feste Begriffe ausgebildet, die auch sehr feste Gebilde in der Astralsubstanz erzeugt haben. Der andere spricht auf ihn ein und versucht, ihm etwas klarzumachen. Worauf beruht dieses einem anderen etwas klarzumachen? Es beruht darauf, daß er seinen eigenen Begriff in die astrale Substanz des anderen Menschen hineinsendet. Dieser Begriff, dieser Gedanke strömt dann zunächst in die fremde Astralsubstanz hinein. Dort muß er sich erst durch die Zwischensubstanz auflösen und sich entsprechend den bereits vorhandenen Formen wieder erzeugen und umgebildet werden.“

GA 93, S 246/247

„Nehmen wir nun an, der eine versuche dem anderen etwas klarzumachen, zum Beispiel, was sich auf Reinkarnation bezieht. Der andere hat sich aber über Reinkarnation bereits einen festen Begriff gebildet. Nehmen wir an, er sei ein befangener Mensch und habe sich den Begriff gebildet, daß sie etwas Törichtes und Unsinniges sei. Dieser Gedanke hat in seiner Astralsubstanz geschwebt. Nun kommt der Gedanke des ersteren und löst sich in der intermediären Astralsubstanz des anderen auf, müßte sich aber in die bei ihm bereits bestehenden Gedankenformen umbilden können. Das geht aber nicht, weil sein Begriff zu starr, zu fest ist. Er kann den ihm zugesandten Gedanken nicht in seine Gedankenform umbilden, und deshalb versteht er ihn nicht.

Je mehr sich ein Mensch die Beweglichkeit der Begriffe erhält, so daß diese immer von der sie umgebenden Zwischensubstanz aufgelöst werden können, desto mehr Verständnis wird er dem anderen Menschen entgegenbringen. Davon rührt es her, daß es so schwierig ist, akademisch gebildeten Leuten theosophisches Leben zu vermitteln. Die auf der Universität aufgenommenen Begriffe erzeugen starre, feste, in sich abgeschlossene Gebilde, die nicht leicht auflösbar sind. Mit solchen Gebilden erfüllt, kommt der Akademiker gewöhnlich zum theosophischen Vortrag und ist dann unfähig, theosophisches Leben zu erfassen. Ganz anders würde es sein, wenn er so erzogen wäre, daß er sich bei allen Begriffen sagte: Ja, es könnte möglicherweise auch anders sein, denn wir haben ja nur einen geringen Grad von Erfahrung, und manches, was wir jetzt für richtig halten, wird in der Zukunft noch korrigiert werden müssen. — Würde er das tun, dann wäre die Seele noch aufnahmefähig.“

GA 93, S 247/248

„Nehmen wir noch einen anderen Fall. Ein Mensch steht einem anderen mit Gefühlen der Verehrung gegenüber. Wie nimmt sich für den Beobachter, der mit astralen Sinnen begabt ist, die Verehrung aus? Verehrung heißt, solche Gedanken aussenden, welche sich in die Substanz des fremden Astralkörpers hineinsenkt und sie gleichsam aufsaugt. Wenn Sie nämlich einen verehrenden Gedanken haben, so kommt dieser dadurch zum Ausdruck, daß Sie selbst die Verehrung als ausströmende Wärme dem anderen entgegenbringen. Diese von Ihnen ausströmende Wärme hat in der astralen Welt ihr Spiegelbild, das sich in bläulicher Farbe als die Gedankenform der Verehrung und Devotion zeigt. Das warme, verehrende Gefühl erzeugt eine Gedankenform, die bläulichen Charakter trägt.

Was ist es aber, was bläulich erscheint? Das können Sie erkennen, wenn Sie in den unendlichen finsteren Weltenraum hinausschauen. Er erscheint Ihnen blau infolge der erleuchteten Atmosphäre. Ebenso erscheint Ihnen [im Astralen durch den Gedanken der Verehrung] etwas, was vorher finster ist, und nun umleuchtet ist von dem warmen, hellen Gefühl der Verehrung, auch in dieser bläulichen Farbe. Man umschließt einen dunklen Raum mit dem Gefühl der Verehrung und der dunkle Kern erscheint dann als bläulich, ähnlich wie Ihnen in der Flamme ein blauer Kern erscheint, der vom Licht umzogen ist. So ist es auch mit dem Verehrungsgedanken. Er ist ein von Wärme durchflossener leerer Raum. Sendet man den Gedanken der Verehrung einem anderen entgegen, so bietet man ihm dadurch die Gelegenheit, sein eigenes Wesen in diesen leeren Raum einströmen zu lassen. So spielt sich der Ausgleich zwischen dem Verehrenden und dem Verehrten ab.“

GA 93, S 248

„Stehen Sie einem anderen dagegen gegenüber mit dem Gefühle des Neides, dann lebt in Ihnen eine andere Gedankenform, die Sie ihm entgegenbringen. Sie senden dann die rote Gedankenform des Egoismus, der Selbstliebe aus. Diese umschließt ihrerseits wieder eine andere Gedankenform, die voll ist von der Vorstellung des eigenen Selbstes, die vielleicht durch Ehrgeiz erzeugt wurde. Dieser drückt sich nicht in einem leeren Raum, in einem Hohlgebilde aus, sondern in einer ganz erfüllten Form, in die nichts mehr hinein kann. Sie ist rings umschlossen von dem Gefühl der Kälte und hat die entgegengesetzte Gedankenform, nämlich ringsherum einen bläulichen Kreis, in der Mitte einen roten Kern. Die Kälte der blauen Farbe stößt alles zurück, was hinein will, und die eitle rote Gedankenform bleibt wie sie ist. Sie nimmt nichts an. So steht der Neidische, der nicht verehren kann, dem anderen gegenüber.“

GA 93, S 248/249

„Es mag vielleicht der eine oder andere sagen, das sind ja schematische Umgestaltungen. Nein, das sind sie nicht! Wir müssen ganz anders durchdrungen werden von der Tragweite unserer Taten und von der Verantwortlichkeit, die uns das Leben auferlegt. Das alleralltäglichste Leben ist es, was auf diese Weise vom Okkultismus beeinflußt werden kann. Derjenige, der weiß, was infolge von Gedanken und Gefühlen in der unsichtbaren Welt erfolgt, der bringt es schließlich dahin, daß es ihm ebenso wichtig wird, einem anderen Menschen kein böses Gefühl entgegenzusenden, wie es ihm wichtig ist, ihn nicht mit Flintenkugeln zu traktieren. Er weiß, daß es ebenso schlimm ist für den astralen Menschen, einen Haßgedanken auf ihn zu werfen, wie es für den physischen Menschen schädlich ist, wenn ein Ziegelstein auf ihn geworfen wird.“

GA 93, S 250

„Das nennt man einen Wirbel. Bis zur Erde, dem vierten Formzustand, wurde die Erde immer dichter. Um den Preis, daß sie sich so immer mehr verdichtete, individualisierte sich das Astrallicht, nachdem das Feste sich herausgeschoben hatte. Die aurischen Eier der Menschen sind das individualisierte Astrallicht. Daher kann man in dem Astrallicht lesen; nicht die Handlungen, aber die Emotionen, die damit verbunden sind, kann man in dem Astrallicht lesen. Zum Beispiel hat Cäsar den Gedanken gefaßt, über den Rubikon zu gehen, was sich bei ihm verknüpfte mit bestimmten Gefühlen und Leidenschaften. Die damalige Handlung entspricht einer Summe von astralischen Impulsen. Die physischen Handlungen auf dem physischen Plane sind für alle Ewigkeit vergangen. Das Ausschreiten des Cäsars kann man im Astrallicht nicht mehr sehen; aber der Impuls, der ihn dazu trieb, ist in dem Astrallicht geblieben. Die kamischen (astralen) Korrelate von dem, was auf dem physischen Plan vorgeht, bleiben im Astrallicht. Man muß sich daran gewöhnen, von allen physischen Wahrnehmungen abzusehen und nur die kamischen Impulse zu sehen. Diese muß man festhalten und bewußt ins Physische zurückübersetzen. Es hat keinen Sinn, nach etwas zu suchen, was so aussehen würde, wie wenn man die Sachen photographiert hätte.“

GA 93a, S 78/79

„Die größten Impulse der Weltgeschichte kann man aber im Astrallicht nicht mehr lesen, denn die Impulse der großen Eingeweihten waren leidenschaftslos. Wer daher nur im Astrallichte liest, für den ist das ganze Werk der Initiierten nicht da; zum Beispiel der Inhalt des Buches « Les grands Inities » von Edouard Schure hätte im Astrallicht nicht gefunden werden können. Solche Eindrücke sind nur im Äther aufgeschrieben. Was man von dem, was die großen Eingeweihten getan haben, im Astrallicht lesen kann, beruht auf einer Täuschung, weil man nur die Folge des Auftretens der großen Eingeweihten lesen kann aus den Impulsen ihrer Schüler. Schüler und ganze Völker haben lebhaft und leidenschaftlich empfunden bei den Handlungen der großen Initiierten, und dies ist im Astrallicht geblieben. Es ist aber so schwer, die innersten Motive der großen Eingeweihten zu studieren, weil sie nur im Äther vorhanden sind.

Die kosmischen Ereignisse – solche Umwandlungen wie die von Atlantis – stehen nun noch höher, nicht mehr im Äther, sondern im eigentlichen Akasha. Das ist die Akasha-Chronik. Diese hängt aber in gewisser Weise trotzdem mit den untersten Angelegenheiten der Menschen zusammen. Denn der Mensch steht in Verbindung mit den großen Ereignissen des Kosmos. Jeder einzelne Mensch ist mit allgemeinen Strichen in der Akasha-Chronik zu finden. Was dort ist, setzt sich fort und fungiert hinein in den Äther und in das Astrallicht. Der einzelne Mensch wird immer klarer erkennbar, je mehr man ihn in den niedrigeren Gebieten sucht. Und man muß alle diese Gebiete studieren, um den eigentlichen Mechanismus des Karma zu verstehen.“

GA 93a, S 79/80

„In der physischen Welt ist der Mensch sich selbst überlassen, da leitet ihn niemand, da ist er in Wahrheit gottverlassen. Als er aus der astralen Welt herauskam, da haben ihn die Götter verlassen. Er sollte lernen, in der physischen Welt sein eigener Herr zu werden. Daher kann er hier nur so leben, wie er tatsächlich lebt: zwischen Irrtum und Wahrheit hin- und herpendelnd. Er muß tappen und sich seinen Weg selbst suchen. Nun tappt er zum großen Teil im Finstern. Da ist sein Blick nach außen gewendet, er ist frei zwischen den Dingen, aber auch dem Irrtum ist er ausgesetzt. Auf dem Astralplan hatte der Mensch keine solche Freiheit; da wurde er von den hinter ihm stehenden Mächten gedrängt und getrieben. Wie eine Art Marionette hing er da noch an den Drähten der Götter; die mußten ihn da noch führen. Insofern der Mensch auch heute ein seelisches Wesen ist, leben die Götter noch in ihm. Da sind Freiheit und Unfreiheit noch stark gemischt. Die Wünsche wechseln fortwährend. Dieses Aufundabwogen der Wünsche kommt von innen heraus. Das sind die Götter, die in dem Menschen wirken.“

GA 93a, S 84

„Was hat nun die Seele auf den physischen Plan hinuntergetrieben? Es ist der Wunsch, die Begierde; man kommt nie anders auf einen niedrigeren Plan herunter als durch den Wunsch. Vorher war die Seele in der astralen Welt; die astrale Welt ist die Wunscheswelt. Alles was die Götter in der astralen Welt in den Menschen hineingepflanzt haben, war die reine Wunschwelt. Das Hervorragendste an diesen vorlemurischen Wesen war der Wunsch nach Physischem. Der Mensch war damals ganz gierig nach dem Physischen; er hatte in sich eine unbewußte, blinde Gier nach Physischem. Diese Gier ist nur durch die Befriedigung zu stillen. Durch die Vorstellungen, durch die Erkenntnisse, die er gewinnt, durch das, was der Mensch von der physischen Welt erkannt hat, schwindet diese Gier nach Physischem.“

GA 93a, S 85

„Der Mensch ist seinem astralischen Wesen nach heute noch halb der astralen Welt angehörig. Halb ist die Haut des Astralen durchbrochen und er nimmt die Welt des Physischen durch die Sinne wahr. Wenn er dahin gelangt, auf dem Astralplan so zu leben wie jetzt auf dem physischen Plan, dort in ähnlicher Weise Beobachtungen machen lernt, dann trägt er auch die Wahrnehmungen des astralen Planes auf den Arupaplan hinauf. Was er dann da hinaufträgt vom Astralplan, fließt aber vom Arupaplan noch höher, hinüber auf den nächsthöheren, den Buddhiplan. Auch was er heute auf dem Rupaplan durch Meditation und Konzentration erreicht, nimmt er mit auf den Arupaplan und übergibt es dort noch höheren Planen.“

GA 93a, S 86

„Was am Menschen astral ist, ist halb nach der physischen Welt und halb nach höheren Welten geöffnet. Wo es nach der physischen Welt geöffnet ist, läßt er sich von den Wahrnehmungen der Sinneswelt bestimmen. Nach der anderen Seite wird er von oben her bestimmt. Ebenso ist es mit seinem Mentalkörper. Dieser wird auch zum Teil von außen, zum Teil von der inneren Welt durch die Götter, die Devas, bestimmt. Weil das so ist, darum muß der Mensch träumen und schlafen.“

GA 93a, S 86

„Der Ätherleib ist der Träger der Gedanken. Was Gedanke im Inneren ist, ist Äther von außen, so wie die Begierde im Inneren Astrales von außen ist. Aber erst wenn das reine Denken beginnt, wird in die Astralimpulse Äthermaterie hineingestrahlt. Solange die Gedanken noch nicht rein sind, haben wir rings um die Ätherform herum Astralmaterie. Also was man Gedankenformen nennt, ist zusammengesetzt aus einem Kern von Äthermaterie, umringt von Astralmaterie. Längs der Nervenbahnen gehen die Ströme der sogenannten abstrakten Gedanken, die aber in Wirklichkeit die allerkonkretesten sind, denn sie sind Ätherkräfte. Sobald der Mensch überhaupt anfängt zu denken, arbeitet er schon das Ich in seinen Ätherkörper hinein. Wenn der Mensch stirbt, wird es klar, daß der physische Körper mit dem Ich nichts zu tun hat. Es ist jede Leitung von diesem zum Ich nach dem Tode unterbrochen. Die Leitung fand vorher indirekt durch die anderen Körper statt. Wenn diese fort sind, hat der Leichnam gar keine Beziehung mehr zum Ich. Da nehmen ihn die äußeren Devakräfte an sich, er wird wieder in die physische Umwelt hineinorganisiert. Das Wort «verwesen» bedeutet nicht nur vergehen, sondern zu dem Wesen werden, aus dem der Körper hervorgegangen ist. Das ist bezüglich des physischen Körpers zu sagen. Das holländische Wort « lichaam » bedeutet nicht Leichnam, sondern den mitherumgetragenen physischen Körper.“

GA 93a, S 93/94

„Wir haben gestern gesehen, wie der Mensch in gewisser Beziehung steht zu den astralen Mächten. Wenn er stirbt, betritt er zunächst die astrale Welt. Aber auch jetzt steht er in einer fortwährenden Beziehung zum Astralplan. In der Tat ist es so, daß auf dem Astralplan fortwährend Wesenheiten sichtbar werden, die nicht da wären, wenn es keine Menschen gäbe. Durch die Menschen, und in gewisser Beziehung noch mehr durch die Tiere, kommen sie auf den Astralplan. Sie gleichen nicht den anderen Wesenheiten des astralen Planes. Dort auf dem Astralplan ist das sichtbar, was für den Menschen zunächst nur fühlbar ist. Lust, Leid, Triebe sind da so wirklich vorhanden, wie auf dem physischen Plane die äußeren Gegenstände, ein Stuhl oder ein Tisch vorhanden sind. Das ist dort so vorhanden, daß ein Wesen, das uns als Lust erscheint, zunächst auf unser Gefühl wirkt, wenn sein Astralstoff noch ganz dünn ist.“

GA 93a, S 144/145

„Was auf dem Astralplan auftritt, ist in der Regel dort wie ein Spiegelbild vorhanden im Vergleich zum physischen Plan; zum Beispiel die Zahl 563 ist dort 365. Ein Haßgefühl erscheint dort auch so, als ob es von dem Menschen käme, dem es zugesandt wurde. Diese Tatsache ist gültig für alle Dinge auf dem Astralplan. Man kann das Seelische, welches vom Astralplan hereinscheint auf den physischen Plan, hier mit den entgegengesetzten Eigenschaften wahrnehmen. Wenn seelische Empfindungen vom Astralplan hereindringen, dringen sie zum Beispiel, während sie dort Wärme sind, hier als ein Spiegelbild des Astralplanes mit einem eigentümlichen Kältegefühl ein. Das sind Dinge, die man sich ganz klarmachen muß.

Auf der anderen Seite müssen wir uns vor Augen halten, daß die Wesenheiten des astralen Planes zur Materie haben, was wir Fühlen nennen. Sie kommen in diesem Gefühl zum Ausdruck. Sind diese Wesenheiten noch nicht sehr stark vorhanden, so können wir sie nur in dieser Weise wahrnehmen, nämlich durch eine Kälteempfindung. Werden sie aber stärker, wenn sich ihre Materie steigert, so werden sie als Leuchtwesen sichtbar. Dies erklärt, daß, wenn Materialisationen bei spiritistischen Sitzungen sich genügend verdichten, eine Lichterscheinung eintritt (Molluskenkrebs als Beispiel). Das ist ein naturgemäßer Vorgang bei einer solchen Sache. Wer so etwas ohne dieses Wissen betrachtet, redet da von Wunder. Ein Wunder ist nichts anderes als das Eingreifen einer höheren Welt in die unsere. Es ist einfach ein naturgemäßer Vorgang. So ist es, wenn andere Wesenheiten von höheren Planen in das menschliche Leben eingreifen.“

GA 93a, S 145

„Wir begreifen, daß ein bloß kühler, trockener Gedanke auf dem Astralplan weniger wirksam ist als ein Gedanke, der impulsiv aus der Seele kommt. Wenn der Mensch in seiner gegenwärtigen Kultur so weit gekommen ist, daß er nicht mehr den Leidenschaften unterworfen ist – unsere Kultur hat ja etwas Raffiniertes -, wenn kühle Gedanken über die Vorgänge in der Welt von ihm auf den Astralplan hinaufgehen, dann zeigen sie sich dort als Hohlräume, sie sparen die Materie aus. In den gewöhnlichen Raum kann man Materie hineinbringen, die den Raum ausfüllt. So ist es nicht bei der Materie, die durch den Gedanken in den Astralraum ausströmt. Sie wirkt im Gegensatz zur physischen Materie so: sie verdrängt das, was da ist, etwa so, als ob man zum Beispiel in einen Mehlteig ein Loch bohrte. So ist es, wenn unsere Gedanken in den Astralraum ausströmen. Die höhere Materie ist ein Gegensatz zur niedrigen: statt den Raum auszufüllen, verdrängt sie das, was im Raume ist. Das ist die astrale Materie, die da verdrängt wird.

Wenn nun ein Gedanke in den Astralraum dringt, so bildet sich eine dichtere Schicht um den durch den Gedanken entstandenen Hohlraum herum. Um diesen Hohlraum herum treten farbige Erscheinungen auf. Es fängt an, um den Hohlraum herum zu glimmen, aufzuglänzen. Das ist die Gedankenform, die wir zunächst sehen. Die astrale Materie wird ringsherum verdichtet und wird dadurch heller. Dieses Hellere, was da rings um den Gedanken herum entsteht, verschwindet bald; aber wenn der Gedanke mit einem mächtigen Leidenschaftsimpuls verbunden ist, dann hat er eine Verwandtschaft mit der verdichteten Astralmaterie und belebt sie. So schaffen Menschen, die noch sehr unentwickelt, aber sehr leidenschaftlich sind, im Astralraum lebendige Wesen, wenn sie denken. Das hört später auf; wenn die Menschen sich entwickeln und immer ruhiger werden, entstehen nicht mehr solche Wesen, wenn sie denken. Aber jetzt begreifen Sie, daß es Wesen gibt auf dem astralischen Plan, die von Menschen herrühren und auch von Tieren. Denn auch bei gewissen Tieren bilden sich solche Wesen, und zwar noch viel intensiver. Aber das Tier drängt seine eigenen Impulse in seine eigene Astralform, so daß es im Astralraum meistens seine eigene Gestalt schafft, sein Abbild.“

GA 93a, S 145-147

„Jedes Tier läßt eine Art Spur im Astralraum zurück, die zwar ein kurzes Leben hat, aber doch eine Zeitlang zurückbleibt. Aber durch die starken leidenschaftlichen Gedanken des Menschen entstehen neue elementare Bewohner im Astralraum. Allmählich aber erreicht der Mensch den Punkt, wo eine Art neutraler Elementarwesen auf dem Astralplan entsteht. Wenn der Punkt, daß bloße Mechanismen im Astralraum entstehen, endlich überschritten ist, dann kommt der Mensch dazu, immer mehr seine Leidenschaften und Triebe zu veredeln. Das führt ihn dazu, daß er seinen Gedanken einen edlen Enthusiasmus mitgibt. Der hat auch die Kraft, die um den Gedanken liegende Astralmaterie zu beleben. Aus der Entwickelung des Patriotismus entstehen zum Beispiel auch Wesen mit edler Form, und die dadurch geschaffenen elementaren Wesen tragen dazu bei, dasjenige, was im Astralraum lebt, vorwärtszubringen. Die unedleren Wesenheiten, die der Mensch durch Gedanken, die mit Leidenschaften erfüllt sind, erzeugt, sind Hemmnisse und bewirken Rückschritt. Aber alles, was der Mensch unsinnlich erreicht durch Enthusiasmus und so weiter, das wirkt fördernd im Astralraum.“

GA 93a, S 147

„Die durch den leidenschaftlichen Gedanken auf dem Astralraum zusammengedrängte Materie ist dieselbe, die den vorherigen Planeten, den Mond, umgab, aus der sich der Mond herausentwickelt hat zu einer höheren Stufe. Daher ist auch überall, wo solche Materie besteht, eine Gefahr vorhanden. Wir Menschen sind so beschaffen, daß wir uns in der heutigen physischen Materie verkörpern müssen. Auf dem früheren Planeten war noch nicht die jetzige physische Materie; sie war vollkommener als die der heutigen Tiere und unvollkommener als die der heutigen Menschen. Diese Materie, in die Jehova sich zu verkörpern strebt, gibt als solche keine gute Behausung ab. Aber die Wesenheiten, die so weit fortgeschritten sind, daß sie die Stufe, die sie auf dem Monde erreichen sollten, erlangt haben, werden keinen Schaden anrichten. Sie lieben diese Materie nicht.“

GA 93a, S 147/148

„Es ist nicht die Materie, in die der Mensch jetzt hineininkarniert ist. Aber für gewisse Wesenheiten, die auf dem Monde zurückgeblieben sind, ist die Astralmaterie des Mondes sozusagen ein gefundenes Fressen, von der wollen sie sich ernähren, sie hat für sie eine große Anziehungskraft. Das beweist, daß wir fortwährend umgeben sind von Wesenheiten, deren höhere Natur verwandt ist mit unserer niederen. Wenn der Mensch selbstsüchtige Gedanken schafft, so ist das für diese Wesenheiten sehr willkommen. Sie sind eigentlich in anderer Beziehung vorgeschrittener als die Menschen, aber sie haben in dieser Beziehung die Begierde, sich in den Astralformen zu verkörpern, die wir selbst schaffen. Es sind die sogenannten Asuras. Wir liefern durch niedrige Gedankenformen diesen asurischen Wesenheiten Nahrung.“

GA 93a, S 148

„Wenn Menschen, die noch nicht geläutert sind, nicht leidenschaftslos genug sind, meditieren und dann starke Gedankenformen schaffen, erzeugen sie eine starke Leidenschaftsaura um sich. Darin verkörpern sich solche asurischen Wesenheiten, die den Menschen dann herunterziehen können. Wenn der Mensch in Schlaftrunkenheit meditiert und dann sich nicht genügend hoch erhebt in Gedanken, dann schafft er diese Materie, und da er kein Gegengewicht hat, verkörpern sich in seinen Gedankenformen solche Wesenheiten. Diese sind höhere Wesen, weil sie das Manas schon vollkommen ausgebildet hatten auf dem Monde, bevor der Buddhieinschlag kam; sie haben also nicht den Einschlag von Buddhi. Daher ist das Manas bei ihnen selbstsüchtig. Würde der Mensch auf der Erde von dem Punkte an, als von außen Manas an ihn herankam, nicht auch den Einschlag von Buddhi empfangen haben, würde er nur das vorwärtsdrängende Manas weiterentwickelt haben, so würde er ein im höchsten Sinne selbstsüchtiges Wesen geworden sein. Die manasische Entwickelung ist eine zur Selbstsucht und Selbständigkeit neigende. Sie sollte den Menschen selbständig machen, aber dann mußte der Einschlag der Buddhinatur kommen. Die erwähnten asurischen Wesenheiten haben, weil sie zu früh Manas in sich entwickelt haben, den Einschlag der Buddhinatur verpaßt. Deshalb stehen sie einerseits höher und andererseits können sie nicht fortschreiten, sondern bilden das Kama-Manas, das Egoistische weiter aus.“

GA 93a, S 148/149

„In der Mitte der lemurischen Rasse trat auf dem physischen Plan das Kama-Manas in der Zweigeschlechtlichkeit auf. Der Gott, der Kama-Manas herausbrachte, war Jehova. Daher nennt ihn Helena Petrowna Blavatsky den Mondgott; er wird mit Recht der Gott der Fruchtbarkeit genannt. Er hat das äußere Wirken des Kama-Manas auf die Spitze getrieben. Das Sexuelle, das in der lemurischen Zeit herauskam, das wird, wenn wir es zurückverfolgen, wenn wir es in seiner immer höheren und höheren Natur sehen, der zweite Logos. Durch das Kama-Prinzip heruntersteigend wurde es Jehova; durch das Buddhiprinzip hinaufsteigend wurde es das Christus-Prinzip.“

GA 93a, S 149

„Wenn wir aber untergehen im Kamischen der vorirdischen Periode, so werden wir von den asurischen Wesenheiten heruntergezogen. Die höheren Kräfte unserer geistigen Vorgänger sind verknüpft mit den Kräften unserer eigenen niederen Natur. Die menschlichen Leidenschaften stehen in okkulter Beziehung zu den höheren Kräften der uns vorausgegangenen geistigen Wesenheiten. Überall wo Ausschweifung ist, dort ist die Materie gegeben, in der mächtige asurische Kräfte raffinierte Intellektualität ausströmen in die Welt. Bei verdorbenen Menschenstämmen sind solche starken asurischen Kräfte zu finden. Der schwarze Magier bezieht gerade aus dem Sumpf der Sinnlichkeit seine stärksten dienenden Kräfte. Die sexuellen Riten sind dazu da, um in diese Kreise hineinzubannen. Es besteht ein fortwährender Kampf auf der Erde, der auf der einen Seite danach strebt, die Leidenschaften zu läutern, und auf der anderen Seite das Streben hat nach Verstärkung der Sinnlichkeit. Die Wesenheiten, die das Christus-Prinzip zum Führer haben, suchen die Erde für sich zu gewinnen, aber auch die anderen, feindlichen Wesenheiten suchen die Erde an sich zu reißen.“

GA 93a, S 149

„Diese Verkörperungen asurischer Wesenheiten in den Ausströmungen der mit Leidenschaft erfüllten Gedanken des Menschen sind die eine Art von astralen Wesenheiten. Man nennt sie künstliche Elementarwesen, weil sie vom Menschen künstlich hervorgebracht werden. Dann gibt es im Astralraum auch natürliche Elementarwesen. Die rühren her von den Gruppenseelen der Tiere. Es gibt für eine jegliche Tiergruppe eine Wesenheit auf dem Astralplan, die vereinigt, was in den einzelnen Tieren vorhanden ist. Diese treffen wir auch im Astralraum an. Jedes Tier zieht seine ganze Natur astralisch wie einen Schweif nach sich. Diese Bildung kann aber nicht so schädlich wirken wie das, was der Mensch im Astralraum an Elementarwesen schafft. Es ist unschädlich, weil es von der Gruppenseele der Tiere paralysiert wird. Das ist bei den durch den Menschen geschaffenen Wesenheiten nicht so, weil beim Menschen nichts paralysiert, so daß diese Elementarwesen bleibend sind.“

GA 93a, S 149/150

„Wenn ein Tier gequält wird, prallt die Summe des ihm zugefügten Schmerzes sogleich auf den Astralkörper des Menschen zurück. Hier freilich spiegelt er sich ab als Gegenbild; daher die Wollust der Grausamkeit. Ein solches Lustgefühl bringt den menschlichen Astralleib herunter. Wenn der Mensch Leben vernichtet, bedeutet es im Menschen selbst etwas ungeheuer… (Lücke im Text.) Man kann durch nichts sich astrale Kräfte, die zerstörend wirken, so aneignen als durch Töten. Jedes Töten eines Wesens, das einen Astralkörper hat, erzeugt eine Verstärkung des wüstesten Egoismus. Es bedeutet einen Zuwachs an Macht. Deshalb wird in Schulen der schwarzen Magie zunächst ein Unterricht gegeben, wie man in Tiere schneidet; mit entsprechenden Gedanken an einer bestimmten Stelle schneiden, erregt eine gewisse Kraft, an einer anderen Stelle erregt es eine andere Kraft. Das Entsprechende beim weißen Magier liegt im Meditieren. Es kommt etwas auf dem physischen Plan zurück, wenn es mit physisch begleitenden Gedanken getan wird; ohne Gedanken kommt es auf dem Kamalokaplan zurück.“

GA 93a, S 150

„Wir haben gestern zunächst die Gebilde in der astralen Welt betrachtet, die unter dem Einfluß des Menschen selbst auftreten. Heute kommen wir zu den Wesen des Astralraumes, die dort mehr oder weniger ständige Bewohner sind.“

GA 93a, S 151

„Um zu verstehen, welchen Anteil der Mensch an den astralen Geschehnissen hat, müssen wir uns die Natur des schlafenden Menschen vor Augen halten. Der Mensch besteht, wie wir wissen, aus vier Gliedern: dem physischen Leib, dem Ätherleib, dem Astralleib und dem Ich. Wenn der Mensch schläft, so ist der Astralleib mit dem Ich aus der menschlichen Hülle heraus. Ein solcher Mensch wandelt sozusagen im Astralraume herum. In der Regel entfernt er sich nicht sehr weit von dem physischen und dem Ätherleib, die im Bette liegen bleiben. Die zwei anderen Glieder der menschlichen Wesenheit, der Astralleib und das Ich, sind nun im Astralraum.

Wenn nun auch der physische Leib und der Ätherleib hier auf dem physischen Plan bleiben, so dürfen wir durchaus nicht glauben, daß deshalb auf den physischen Leib mit dem Ätherleib nur physische Kräfte Einfluß hätten und nur physische Wesen zu ihnen Zutritt hätten. Alles was als Gedanken und Vorstellungen lebt, gewinnt auf den Ätherleib einen Einfluß. Wenn ein Mensch schläft, so ist der Ätherleib hier auf dem physischen Plan. Wenn wir in der Umgebung des schlafenden Menschen etwas denken, so werden wir auf seinen Ätherleib einen Einfluß ausüben; nur würde der Schlafende darüber nichts erfahren. Im Wachen ist der Mensch so mit der Außenwelt beschäftigt, daß er alle Gedanken, die auf den Ätherleib eindringen, zurückdrängt. Aber in der Nacht ist der Ätherleib allein, ohne das Ich, und ist ausgesetzt all den herumschwirrenden Gedanken, ohne daß der schlafende Mensch etwas davon weiß. Auch während des Wachens weiß er nichts davon, weil der Astralleib, der im Ätherleib wohnt, mit der Außenwelt beschäftigt ist. Wenn der Mensch in einem schlafenden Zustande ist, so kann auf ihn eine jede Wesenheit, die die Kraft hat, Gedanken auszusenden, einen Einfluß gewinnen. So können einen Einfluß auf ihn gewinnen höhere Individualitäten, solche die wir Meister nennen. Sie können dem Schlafenden Gedanken in den Ätherleib senden. So kann der Mensch also hohe, reine Gedanken der Meister in den Ätherleib aufnehmen, wenn die Meister sich bewußt damit beschäftigen wollen. Zunächst kommen aber auch nachts die Gedanken in den Ätherleib hinein, die aus der Umwelt hineinschwirren. Die findet der Mensch dann morgens vor, wenn er wieder in den Ätherleib hineinkriecht. Es gibt zweierlei Arten von Träumen. Eine entsteht direkt durch die Erlebnisse in der astralen Welt: durch den Widerhall der Tageserlebnisse und einige Dinge von der astralen Welt. Das Ich erlebt nachts im Astralraum in der Regel nicht viel anderes als Dinge, die an das tägliche Leben anknüpfen. Kehrt es nun zurück, so bringt es die Erfahrungen der Astralwelt in das wache Leben mit oder nicht mit. Es findet aber auch im Ätherleib einen Tatbestand vor. Was da vorgefunden wird, wird auch vom Astralleib aufgenommen und erscheint uns dann auch als Träume. Aber was in der Nacht mit dem Ätherleib geschehen ist, ist eine andere Art von Erlebnissen. So werden also morgens im Ätherleib vorgefunden erstens Gedanken, die aus der Umgebung an ihn herangetreten sind, und zweitens auch die Gedanken, die in bewußter Weise die Meister oder andere Individualitäten in ihn versenkt haben. Dies letztere kann dadurch herbeigeführt werden, daß der Mensch meditiert. Dadurch daß der Mensch sich mit reinen, edlen Ewigkeitsgedanken beschäftigt während des Tages, bringt er in seinen Astralleib Neigungen für diese Gedanken hinein. Würde ein Mensch Neigungen für solche Gedanken nicht haben, dann würde es nutzlos sein, wenn ein Meister sich mit seinem Ätherleib befassen wollte. Wenn man «Licht auf den Weg» liest und darüber meditiert, so präpariert man den Astralleib so, daß wenn der Meister den Ätherleib mit erhabenen Gedanken angefüllt hat, der Astralleib diese Gedanken wirklich antreffen kann. Diese Beziehung nennt man das Verhältnis des Menschen zu seinem höheren Selbst. Der innere wirkliche Vorgang ist ein solcher. Das höhere Selbst des Menschen ist nichts, was in uns lebt, sondern um uns herum. Das höhere Selbst sind die höherentwickelten Individualitäten. Der Mensch muß sich klar darüber sein, daß das höhere Selbst außer ihm ist. Wenn er es in sich suchte, würde er es nie finden. Er muß es bei denjenigen suchen, die den Weg schon gegangen sind, den wir gehen wollen. In uns ist nichts als unser Karma, das, was wir schon erlebt haben in früheren Inkarnationen. Alles andere ist außer uns. Das höhere Selbst ist um uns herum. Wenn wir uns ihm nähern wollen für die Zukunft, so ist es vor allen Dingen zu suchen bei denjenigen Individualitäten, die nächtlicherweile auf unseren Ätherkörper wirken können. Es ist im Universum; deshalb sagt der Vedantist: «Tat tvam asi» = Das bist du! – Wenn man durch geeignete Schriften, wie «Licht auf den Weg» oder das Johannes-Evangelium, den Astralleib geneigt macht, hohe Ingredienzien aufzunehmen und dann die Meister zu verstehen, so wirkt man damit zugunsten der Entwickelung zum höheren Selbst.“

GA 93a, S 151-153

„Wir finden also in der Nacht im Astralraum die schlafenden Leiber oder die Schüler mit ihren Meistern insofern, als derjenige, welcher ein verbindendes Band mit dem Meister hergestellt hat, durch eine geeignete Meditation die Verbindung hat, die ihn zu dem Meister hinzieht. Das ist der Vorgang, der nächtlicherweile sich abspielen kann. Jeder Mensch kann durch Versenkung in inspirierte Schriften zur Teilnahme an solchem Verkehr kommen und dadurch zur Entwickelung des höheren Selbst. Das was in einigen tausend Jahren unser Selbst sein wird, das ist jetzt unser höheres Selbst. Um aber wirklich Bekanntschaft mit dem höheren Selbst zu machen, müssen wir es da suchen, wo es heute schon ist, bei den höheren Individualitäten. Das ist der Verkehr der Schüler mit den Meistern.“

GA 93a, S 153/154

„Etwas anderes, was wir auch im Astralraum treffen können, ist der schwarze Magier mit seinen Schülern. Um sich zum schwarzen Magier auszubilden, macht der Schüler eine besondere Schulung durch. Der Unterricht in schwarzer Magie besteht darin, daß der Mensch unter bestimmter Anleitung gewöhnt wird, Tiere zu quälen, zu schneiden, zu töten. Das ist das Abc. Wenn der Mensch mit Bewußtsein Lebendiges quält, hat dies eine bestimmte Folge. Der dadurch verursachte Schmerz übt auf den menschlichen Astralleib eine ganz besondere Wirkung aus, wenn er den Schmerz bewußt verursacht hat. Wenn man bewußt in ein ganz bestimmtes Organ schneidet, so wächst dem Menschen eine Macht zu.“

GA 93a, S 154

„Der Mensch ist berufen, sich nach und nach immer mehr in die Atmosphäre der guten Meister zu bringen. Neben dem Adepten und seinen Schülern findet man also auch noch den schwarzen Magier mit seinen Schülern auf dem Astralplan. Dann findet man dort allerdings auch die Menschen, die vor einiger Zeit gestorben sind, und zwar sind sie dort zu dem Zwecke, daß sie die Beziehungen, die sie zu der Erde gehabt haben, nach und nach abstreifen. Die Begierde nach Genuß muß abgestreift werden. Der Genuß ist ein Vorgang im Astralkörper, aber er kann nicht vom Astralkörper befriedigt werden. Solange man auf dem physischen Plane lebt, kann man die Gier des Astralkörpers durch die Werkzeuge des physischen Körpers befriedigen. Nach dem Tode ist die Sucht nach Genuß auch noch da, aber die Werkzeuge zur Befriedigung sind nicht mehr da. Alles das, was nur durch den physischen Körper befriedigt werden kann, alles das muß abgewöhnt werden. Das geschieht im Kamaloka. Wenn der Mensch sich alle derartigen Begierden abgewöhnt hat, dann ist die Kamalokazeit zu Ende und es kommt die Zeit des Devachan.“

GA 93a, S 155

„Wenn die Kamalokazeit zu Ende geht, dann kann etwas eintreten, was nicht ganz normal ist in der menschlichen Entwickelung. In der normalen menschlichen Entwickelung geschieht folgendes: Der Mensch hat sich abgewöhnt die Begierden, Wünsche, Triebe, Leidenschaften und so weiter. Nun hebt sich aus dem Astralleibe alles dasjenige, was höhere Natur ist, heraus. Dann bleibt als eine Art Schale das zurück, wodurch der Mensch nach sinnlichem Genuß gestrebt hat. Und wenn der Mensch den Kamalokaplan verlassen hat, schwimmen diese astralen Menschenschalen auf dem Astralplane herum. Sie lösen sich nach und nach auf, und wenn der Mensch zurückkommt, dann sind die meisten Schalen ganz aufgelöst. Es ist sehr leicht möglich, daß stark somnambule Naturen, mediumistische Naturen von diesen astralen Schalen gequält werden können. Dies drückt sich auch schon bei schwach mediumistischen Menschen in einer Weise aus, die ihnen einen sehr unangenehmen Eindruck macht. Es kann vorkommen, daß der Mensch selbst in dem Ich eine so starke Neigung hat zu dem Astralkörper, trotzdem er auf der anderen Seite wiederum schon so weit vorgeschritten ist, daß er verhältnismäßig rasch reif wird für das Devachan, so daß mit dieser Schale Teile seines schon entwickelten Manas verbunden bleiben. Nicht so schlimm ist es, wenn der Mensch niedere Begierden entwickelt, solange er noch ein einfacher Mensch ist, aber schlimm ist es, wenn er den hohen Verstand gebraucht, um den niederen Begierden zu frönen. Dann verbindet sich mit den niederen Begierden ein Teil seiner manasischen Natur. Im materialistischen Zeitalter ist das in außerordentlichem Maße der Fall. Bei solchen Menschen bleibt mit der Schale ein Teil des Manas verbunden, und die Schale hat dann automatischen Verstand. Diese Schalen nennt man Schatten. Die mit automatischem Verstand begabten Schatten sind sehr häufig solche, die durch Medien sich äußern. Man kann dadurch der Täuschung ausgesetzt sein, etwas, was bloß Schale von einem Menschen ist, für seine wirkliche Individualität zu halten. Sehr oft ist das, was sich ankündigt nach dem Tode des Menschen, eine solche Schale, die gar nichts mehr mit dem sich fortentwickelnden Ich zu tun hat. Aber mit dem aufgelösten Schatten ist dann noch nicht das Karma ausgelöscht.

Die Ursache eines jeden Gegenbildes, das wir im Astralraume bewirkt haben, nehmen wir mit. Unsere Werke folgen uns nach. Wie ein Namenszug in einem Petschaft eingegraben ist, so ist das, was wir im Astralraume einprägen. Es bleibt im Astralraume wie ein Siegelabdruck und richtet dort seine Verheerungen an. Was dem Petschaft entspricht, das nehmen wir mit. Was aber in dem Astralraume zurückbleibt, das braucht auch nicht von uns verachtet zu werden. Man denke sich, irgend jemand würde sich in diesem Leben über eine scharf ausgesprochene Entwickelungsstufe hinausentwickeln, eine Stufe, der er eine Zeitlang angehört hat. Er hätte auf der früheren Entwickelungsstufe Meinungen gehabt, die seinen späteren Meinungen widersprechen. Wenn er dann ins Devachan aufsteigt, bleiben die alten Meinungen in der Schale zurück, mit denen der Mensch sich nicht harmonisch auseinandergesetzt hat. Setzt sich nun ein Medium mit dieser Schale in Verbindung, so kann es in derselben Widersprüche mit dem späteren Leben finden. Das ist wohl der Fall gewesen, als man versucht hat, sich mit Helena Petrowna Blavatsky auf dem Astralplane in Verbindung zu setzen. Sie hatte früher auf dem Standpunkt gestanden, daß es mit der Reinkarnation nichts sei. Das betreffende Medium hat nun der Schale, die Blavatsky zurückgelassen hat, diese Ansicht entnommen, die sie jedoch in ihrer späteren Lehre einen Irrtum nannte.“

GA 93a, S 155-157

„Einer Unsumme von Irrtümern kann derjenige ausgesetzt sein, der den Astralraum betritt. Außer allem anderen ist auf dem Astralplan ein Abdruck der Akasha-Chronik. Wenn jemand die Fähigkeit hat, auf dem Astralplane in der Akasha-Chronik zu lesen, die sich dort in ihren einzelnen Teilen spiegelt, so wird er seine früheren Inkarnationen sehen können. Die Akasha-Chronik ist nicht mit Buchstaben gedruckt, sondern man liest da ab, was sich wirklich vollzogen hat. Ein Akasha-Bild gibt auch noch nach eintausendfünfhundert Jahren den Eindruck der früheren Persönlichkeit. Also sind auf dem Astralplane auch alle Akasha-Bilder aus früheren Zeiten zu finden. So kann man also dem Irrtum unterliegen, mit Dante zu reden, während in der Tat Dante heute wieder als lebende Persönlichkeit da sein könnte. Es ist auch möglich, daß das Akasha-Bild vernünftige Antworten gibt, daß es über sich selbst noch hinausgeht. So kann man von Dantes Akasha-Bild wirklich Verse bekommen, die aber nicht von der fortgeschrittenen Individualität herrühren, sondern die als in Fortsetzung der damaligen Dante-Persönlichkeit hervorgebrachte Verse anzusehen sind. Das Akasha-Bild ist tatsächlich etwas Belebtes, kein steifer Automat.

Damit man sich auf dem Astralplan auskennen kann, ist eine starke, eindringliche Schulung erforderlich, weil dort immer Täuschungen möglich sind. Und besonders notwendig ist es, daß man lernt, sich möglichst lange jeglichen Urteils zu enthalten.“

GA 93a, S 157/158

„Die Gegenwirkung eines solchen Gedankens, der auf dem Devachanplan ist, findet sich auf dem Astralplan. Diese Gedanken wirken hinunter auf den Astralplan, die anderen Dinge wirken hinauf. Zum Beispiel bei Fichte wirkte das Gedankeninhaltliche in «Die natürliche Tochter» auf den Astralplan, auf sein Gefühl, und brachte ihn bis zu Tränen. Das war die Gegenwirkung des Gedankens. Einige Menschen werden am tiefsten ergriffen durch die Einwirkung solch reiner Gedanken. Bei der Handlung und beim Gefühl geht die Gegenwirkung hinauf, hier geht sie hinunter.“

GA 93a, S 166

„Beim Zurückgehen kommt man zu einem Menschen aus einer viel feineren und immer feineren Materie. Im Anfange ihrer Entwickelung war die Erde feine ätherische Materie; alle Wesen waren damals auch aus solcher feiner Äthermaterie. Am Ende ihrer Entwickelung wird die Erde wieder aus einer solchen feinen Äthermaterie sein. Einen solchen Zustand, durch den die Erde hindurchgeht von der feinsten Äthermaterie anfangend und sich dann verdichtend und wieder zurückgehend in einen Zustand feiner physischer Äthermaterie, nennt man einen Globus. Der physische Globus entwickelt sich also aus einem noch feineren Zustande als dem des feinsten physischen Äthers. Das Ätherische entsteht aus dem Astralen und geht zurück in das Astrale.“

GA 93a, S 191

Schreibe einen Kommentar

WP2Social Auto Publish Powered By : XYZScripts.com