Spirituelles Studium

RS Astral (2)

ASTRAL im Werk R. Steiners (2)

Quelle: GA R. Steiner

„Sehen wir uns das Mineralreich an, irgendeinen Stein, so erblicken wir da einen begrenzten Raum, eine begrenzte Form. Vom Mineralreich als solchem sehen wir gar nichts, sondern wir sehen nur das zurückgeworfene Licht. In einer gewissen Form werden die Sonnenstrahlen zurückgeworfen. Wenn man eine Glocke anschlägt, hört man einen Ton; eine Wirkung der Glocke geht in unser Ohr hinein. Alles was wir in der Welt wahrnehmen im mineralischen Reich, ist eine in irgendeiner Form des Raumes zusammengedrängte Ganzheit. Zieht man die Farbe eines Gegenstandes ab, den Ton, den Geschmack, dann bleibt nichts übrig. Wir wissen nur dasjenige, was sich zusammengefügt hat. Daß Licht und Ton an solchen Formen erscheinen, das macht das Mineralreich aus. Man denke sich eine Welt, in der nur die Wahrnehmungsqualitäten durch den Raum strömen und nicht an bestimmten Formen wahrgenommen werden. Man denke sich farbige Wolken durch die Welt ziehen, Töne durch die Welt tönen, alle unsere Sinnesempfindungen den Raum ausfüllend, ohne an eine Form gebunden zu sein : dann hat man das dritte Elementarreich; das sind die Elemente Licht und Feuer, den Raum durchsetzend. Der Mensch ist selbst im Astralreich eine farbige Wolke.“

GA 93a, S 199/200

„Wir wollen nun noch ein Stück vorwärtsgehen. Wenn wir eine Gedankenform sehen, so ist sie eine solche farbige Wolke, eine in sich vibrierende Bewegung. Will man einen Gedanken erzeugen, dann muß man die betreffende Figur hineinzeichnen in den Astralraum. Darauf beruht das Wirken der Magier; sie zeichnen die Formen in den Raum hinein und umgeben sie dann (mit astraler Materie). Man leitet dann längs der Figur astrale Materie. Das dritte Elementarreich ist nicht unregelmäßig, aber ein in solchen Linien durcheinandergehendes Schwirren, alles ein Ausdruck von schönen Formen, die in sich selbst Leuchtkraft haben. Sie sind wie Leuchtkörper, die durch den Raum schwirren, aus dem Inneren leuchtend.“

GA 93a, S 200

„Die Astralwelt ist kein Ort, sondern ein Zustand. Sie umgibt uns, wir lassen uns ständig von ihr auf dieser Erde umspülen. Wir leben in ihr wie die Blindgeborenen, die sich tastend vorwärtsbewegen. Gebt ihnen das Augenlicht durch eine Operation: sie werden weiter in den gleichen Räumen sein, aber sie werden darin zum ersten Mal Farben und Formen wahrnehmen.

Ebenso öffnet sich die Astralwelt durch die Hellsichtigkeit. Es ist dies ein anderer Bewußtseinszustand. In den wissenschaftlichen Arbeiten Goethes findet sich eine bemerkenswerte Stelle über das Wesen des Lichts, betrachtet als Sprache der Natur. «Eigentlich», so äußert er sich, «unternehmen wir umsonst, das Wesen eines Dinges auszudrücken. Wirkungen werden wir gewahr, und eine vollständige Geschichte dieser Wirkungen umfaßte wohl allenfalls das Wesen jenes Dinges Vergebens bemühen wir uns, den Charakter eines Menschen zu schildern; man stelle dagegen seine Handlungen, seine Taten zusammen und ein Bild seines Charakters wird uns entgegentreten.“

GA 94, S 60

„Versuchen wir nun also die Astralwelt zu beschreiben. Da muß man sich an eine ganze andere Art des Sehens gewöhnen.

Das erste, worüber man sich Rechenschaft geben muß, das ist, daß sie uns alles, was existiert, wie in einem Spiegel zeigt; daß also alles umgekehrt ist. Liest man also die Zahl 365 im Astrallicht, so muß man sie von hinten her lesen: 563. Spielt sich ein Ereignis vor uns ab, so geschieht es in der umgekehrten Reihenfolge, die es auf der Erde hat. In der Astralwelt kommt die Ursache nach der Wirkung, während in unserer Welt die Wirkung nach der Ursache kommt. In der Astralwelt erscheint die Wirkung als die Ursache. Das beweist, daß die Wirkung und die Ursache identische Dinge sind, wirksam im umgekehrten Sinn, je nach der Lebenssphäre, in der wir uns befinden. Das Hellsehen löst also auf experimentellem Wege das teleologische Problem, das keine Metaphysik durch den abstrakten Gedanken lösen konnte.

Eine andere Anwendung dieser gegensätzlichen Entsprechung der Dinge auf dem Astralplan besteht darin, daß sie den Menschen lehrt, sich selbst zu erkennen. Die Gefühle und die Leidenschaften drücken sich auf diesem Plan durch pflanzliche und tierische Formen aus. Wenn der Mensch beginnt, seine Leidenschaften auf dem Astralplan wahrzunehmen, sieht er sie in tierischen Gestalten, aber diese Gestalten, die von ihm ausgehen, sieht er im umgekehrten Sinne: als ob sie ihn anspringen würden. Das kommt daher, daß er im Zustand des Bild-Erlebens schon außerhalb seiner selbst ist; anders könnte er nicht sich selbst sehen. Hier allein, auf dem Astralplan, lernt der Mensch sich wahrhaft erkennen, indem er die Bilder seiner Leidenschaften betrachtet im Bilde von Tieren, die sich auf ihn stürzen. So erscheint ein Haßgefühl, das man gegen ein Wesen der Außenwelt gehegt hat, als ein Dämon, der sich auf uns stürzt.“

GA 94, S 61/62

„Diese astrale Kenntnis, die man von sich selbst erhält, stellt sich in anormaler Weise bei denen ein, die an seelischen Krankheiten leiden, durch die sie sich ohne Unterlaß von tierhaften Wesen, von verzerrten Gestalten verfolgt sehen. Sie ahnen nicht, daß, was sie sehen, nur der Reflex ihrer Emotionen und Leidenschaften ist.

Die echte Initiation verursacht keine psychische Störung, aber der vorzeitige, plötzliche Einbruch der Astralwelt in den menschlichen Organismus kann den Wahnsinn hervorrufen. Denn im Zustand des Hellsehens löst sich der Mensch von seinem physischen Körper. Von daher können Gefahren für Verstand und Gehirn desjenigen erwachsen, dem das seelische Gleichgewicht und die nötige Schulung fehlen.“

GA 94, S 62

„Die Lüge auf dem physischen Plan wird zur Zerstörung auf dem Astralplan. Die Lüge ist ein Mord auf dem Astralplan. Dieses Phänomen ist der Ursprung der schwarzen Magie. Das Gebot auf dem physischen Plan: Töte nicht! – läßt sich daher für den Astralplan übersetzen: Lüge nicht! – Auf dem physischen Plan ist die Lüge nur ein Wort, eine Vorstellung, eine Illusion. Sie kann viel Unheil anrichten aber sie zerstört nichts. Auf dem Astralplan sind alle Gefühle, alle Gedanken sichtbare Gebilde, lebendige Kräfte. Auf dem Astralplan führt die Lüge einen Zusammenstoß zwischen der falschen und der wahren Form herbei; sie töten sich gegenseitig.

Der weiße Magier will den anderen Seelen das geistige Leben geben, das er in sich selbst trägt. Der Schwarzmagier dürstet danach, zu töten, Leere um sich her zu schaffen in der Astralwelt, weil diese Leere um ihn her das Feld für ihn schafft, auf dem er seine egoistischen Leidenschaften entfalten kann. Dazu bedarf er der Kraft, deren er sich bemächtigt, indem er die Lebenskraft alles Lebendigen an sich reißt, das heißt, indem er tötet.“

GA 94, S 64

„Die Erkenntnis des Lebens in der Astralwelt wird uns zu der grundlegenden Erkenntnis führen, daß die physische Welt das Produkt der astralen Welt ist.

Man kann ein Beispiel unter tausend anführen. Es ist genommen aus der Wechselbeziehung der menschlichen Sünden und der Ereignisse in der Astralwelt, ebenso wie der Rückwirkung der in der Astralwelt verursachten Sünden auf die Erdenwelt: die Epidemien, die hauptsächlich im Mittelalter wüteten. Der Aussatz ist das Resultat des Schreckens, der durch die Einfälle der Hunnen und der asiatischen Horden in der europäischen Bevölkerung ausgelöst wurde. In der Tat waren die mongolischen Völkerschaften, Nachkommen der Atlantier, Träger von Niedergangskeimen. Die Berührung mit ihnen rief zuerst als moralischen Defekt die Furcht im menschlichen Astralleib hervor; die Substanz des Astralleibes zersetzte sich, und dieses Feld der seelischen Zersetzung wurde eine Art Nährboden, auf dem sich die Bakterien entwickelten die auf der Erde Krankheiten wie den Aussatz hervorriefen.“

GA 94, S 65

„Was wir heute von uns auf den Astralplan abwälzen, erscheint morgen auf dem physischen Plan. Was wir so auf dem Astralplan säen, ernten wir auf Erden in künftigen Zeiten. Wir ernten demnach heute die Früchte der engstirnigen materialistischen Mentalität, die unsere Vorfahren auf dem Astralplan gesät haben.

Man kann daraus die fundamentale Bedeutung geistiger Wahrheiten ersehen. Würde die Wissenschaft die Gaben der Geisteswissenschaft, und sei es nur als Hypothesen, annehmen, die Welt würde sich verändern. Der Materialismus hat den Menschen in derartige Finsternisse versinken lassen, daß es eines unerhörten Kraftaufwandes bedarf, um die Menschheit daraus herauszuziehen. Der Mensch gerät unter den Einfluß von Erkrankungen des Nervensystems, die sich zu wahren psychischen Epidemien auswachsen. Was wir auf der Erde Gefühl nennen und was sich auf dem Astralplan findet, das kommt auf die Erde zurück als Realität, als tatsächliches Ereignis. Vom Astralplan kommen die nervösen Störungen, welche die Menschen erschöpfen.“

GA 94, S 65/66

„Man kann daraus die fundamentale Bedeutung geistiger Wahrheiten ersehen. Würde die Wissenschaft die Gaben der Geisteswissenschaft, und sei es nur als Hypothesen, annehmen, die Welt würde sich verändern. Der Materialismus hat den Menschen in derartige Finsternisse versinken lassen, daß es eines unerhörten Kraftaufwandes bedarf, um die Menschheit daraus herauszuziehen. Der Mensch gerät unter den Einfluß von Erkrankungen des Nervensystems, die sich zu wahren psychischen Epidemien auswachsen. Was wir auf der Erde Gefühl nennen und was sich auf dem Astralplan findet, das kommt auf die Erde zurück als Realität, als tatsächliches Ereignis. Vom Astralplan kommen die nervösen Störungen, welche die Menschen erschöpfen.“

GA 94, S 66

„Aus dieser Wahrheit sprießen die Riten und kultischen Zeremonien der Religionen hervor. Auf dem Grunde aller Riten und aller durch die Hellseher eingerichteten Kulte ist es die göttliche Weisheit, die spricht. Durch sie drückt sich die Astralwelt in der physischen Welt aus. Der Ritus repräsentiert wie in einem Reflex, was sich in den höheren Welten ereignet. Diese Tatsache findet sich im Ritus der Freimaurer ebenso wie in den Religionen Asiens. Bei der Geburt einer neuen Religion gibt ein Eingeweihter die Grundlagen, auf denen das Ritual des äußeren Kultus sich aufbaut. Mit der Menschheitsevolution entwickelt sich der Ritus, lebendiges Bild der geistigen Welt, bis hin zu den Sphären der künstlerischen Produktion. Denn die Kunst geht gleicherweise aus der Astralwelt hervor – und der Ritus wird Schönheit. Das geschah bekanntlich zur Zeit der griechischen Kultur.“

GA 94, S 69

„Auf dem Astralplan bemerkt man die Umgebung nur in Form von Bildern, wobei man sich zugleich mit ihr ganz verbunden fühlt.“

GA 94, S 94

„Im Gegensatz dazu nimmt man auf dem Astralplan nicht mit den Sinnen wahr, sondern durch die Sympathie, die euch ins Herz von allem, was euch begegnet, dringen läßt. Das Astralbewußtsein ist nicht eingeschlossen in einen verhältnismäßig geschlossenen Bezirk.“

GA 94, S 94

„Was war nun der Zweck dieser Einengung des Bewußtseins anstelle , des imaginativen Bewußtseins? – Ohne sie hätte der Mensch niemals «Ich» zu sich sagen können. Der göttliche Keim, der im Menschen ist, konnte im Laufe der Entwickelung nur in ihn eindringen durch die Verdichtung seines physischen Leibes. Und dieser göttliche Geist – wo war er vor der Verfestigung der Erde und des Bewußtseins? Die Genesis sagt es uns: «Der Geist Gottes schwebte über den Wassern.» Dieser göttliche Geist, dieser Ich-Funke, war noch auf dem Astralplan, wo alle Arten von Bewußtsein ihren Urstand haben wie die Wogen im Ozean.“

GA 94, S 94

„Betrachten wir zunächst die Astralwelt. Das ist die Welt, in welcher der Mensch jede Nacht und auch zunächst nach dem Tode sich befindet. Wenn er aufhört, seine Sinne der physischen Welt zu öffnen, können ihm die Sinne für diese Astralwelt aufgehen. Wird der Mensch hellsehend, dann ist er zunächst in der astralischen Welt, und er nimmt wahr, was als Ätherleib und Astralleib beschrieben worden ist. Die Astralwelt unterscheidet sich außerordentlich von der physischen. Wer in sie eintritt, steht vor einem verwirrenden Anblick von Erscheinungen. Was man wahrnehmen kann, ist so anders, daß man sich erst daran gewöhnen muß, darin zu schauen. Man wird falsch lesen, wenn man ebenso lesen will wie in der physischen Welt. Alles wird dort wie im Spiegel gesehen, verkehrt oder entgegengesetzt. Die Zahl 365 würde in der Astralwelt 563 sein. Das ist besonders im Anfang sehr verwirrend. Wenn man es mit Zeitumständen zu tun hat, so rechnet man in der physischen Welt alles von vorne nach dem Ende zu. In der Astralwelt ist es umgekehrt. Ein Menschenleben wird zum Beispiel in der Astralwelt nicht von der Geburt bis zum Tode verfolgt, sondern vom letzten Lebensaugenblick an rückwärts. Hier in der physischen Welt sieht man zuerst das Ei und dann das herausschlüpfende Huhn, in der Astralwelt zuerst das Huhn und dann das Ei. Das wichtigste ist aber, daß in der Astralwelt alle die Bilder unserer moralischen Eigenschaften, wie Lust und Unlust, Schmerz und Freude, Haß und Liebe, als auf uns zueilend erscheinen. Der Hellseher bemerkt sie alle auf sich zuströmen.“

GA 94, S 134/135

„Für einen Unerfahrenen ist das ein großer Wirrwarr. Er kann erleben, daß allerlei tierische Gestalten auf ihn zukommen, auch schreckliche Menschengestalten und so weiter. Es gibt Menschen, die solche Erlebnisse erzählen. Sie sind wirklich in einer sehr bedauernswerten Lage, wenn durch eine Erkrankung ihnen die astralische Welt in unregelmäßiger Weise sichtbar geworden ist. Wenn man anfängt ernsthaft zu meditieren, sich zu schulen, dann entwickelt sich das Hellsehen regelmäßig, und dann weiß man, um was es sich in der Astralwelt handelt. Bei jenen anderen aber hat sich der Blick in die Astralwelt durch eine Gehirnerkrankung oder dergleichen unregelmäßig geöffnet. Schreckliche Gestalten, die sie auf sich zukommen sehen, die sich auf sie stürzen, sind in Wahrheit ihre eigenen Leidenschaften, die von ihnen ausgehen und die in der Astralwelt sich im Spiegelbild zeigen. Weil in der Astralwelt alles umgekehrt ist und sie das Lesen darin nicht verstehen, stürmt alles auf sie ein. Da erscheint alles im Bild. Losbrechender Jähzorn kann zum Beispiel im Bilde eines Tigers sich darstellen, der sie angreift. So ist es mit allen diesen wilden Gestalten. Denn jede Begierde, jede Leidenschaft wird zum Dämon. Der ungeschulte Mensch weiß aber nichts damit anzufangen und hält das Geschaute für eine Einbildung, eine Phantasterei, doch das ist es durchaus nicht. Es ist ein Bild, ein Spiegelbild.“

GA 94, S 135

„Woher kommt es, daß manche Menschen das heute erleben müssen? Das liegt an unserer materialistischen Zeit. Werfen wir einmal einen Blick zurück in das 13., 14. Jahrhundert und vergegenwärtigen wir uns eine deutsche Stadt jener Zeit. Da war alles aus dem Schönheitssinn der damaligen Seelen gebildet. Da drückt noch jedes Haus, ja jedes Türschloß, jeder Schlüssel etwas besonderes aus, jedes Ding hatte sein eigenes Gepräge und war mit Liebe gefertigt. Die es schufen, taten es aus einem Gefühl, das noch heute auf uns wirkt. Das ist in unserer Zeit ganz anders. In einer modernen Stadt spricht das, was wir sehen, nicht unser Gefühl an, nichts berührt uns, höchstens die in den Läden ausliegenden Dinge, wie Bücher und so weiter, ziehen unsere Aufmerksamkeit auf sich. Nichts Heiliges, nichts Religiöses ist mehr in der Außenwelt ausgebreitet. Damals gab es noch sehr wenige Bücher, aber in den wenigen fand man etwas für seine Seele. Bedenken Sie, was heute alles gelesen wird: Dinge, welche die Sensation, die Sinnlichkeit erregen. Wenn nun die Seele von außen nichts mehr bekommt, so trägt sie doch tief in sich die Sehnsucht nach dem Religiösen. Diese schließt sie tief in sich ein. Damit soll aber nicht gesagt sein, daß wir etwas vom Mittelalter zurückersehnen. Bei Menschen, die gar nichts mehr von den höheren Welten hören, aber tief im Inneren den lebhaften Drang danach empfinden, kann diese religiöse Sehnsucht plötzlich durchbrechen, so daß sie sich als religiöse Leidenschaft im Spiegelbild zeigt, wie ich es oben angedeutet habe. Denn alles, was in der physischen Welt vorhanden ist als, wie man so sagt, reale Wirklichkeit, zeigt sich in der astralischen Welt in Bildern. Sie sehen in der Astralwelt nicht unmittelbar Schmerz oder Freude, sondern Sie sehen den Schmerz als dunkel gefärbte Gestalt, die Freude dagegen in einer hellen, gelben, freundlichen Gestalt. Sie lernen diese Bilder nach und nach verstehen. Bei diesem Schauen ist absolut nichts Willkürliches oder Unbestimmtes, sondern Sie lernen sehr bald, wie Schmerz und Freude von einer bestimmten Art auch stets als Bilder bestimmter Art erscheinen.“

GA 94, S 135/136

„Daher lernt der Schüler auf dem Astralplan erst allmählich lesen und lernt die Bilder kennen. Helle Bilder deuten immer auf etwas nach der sympathischen Seite hin, dunkle Bilder und Farben immer auf etwas nach der antipathischen Seite hin. Die bildliche Anschauung : das ist das Wesentliche in der astralischen Welt. Goethe, der bis zu einem gewissen Grade astralisch schauen konnte, charakterisiert diese Eigenschaft der Astralwelt am Schlusse seines «Faust» sehr schön: «Alles Vergängliche ist nur ein Gleichnis…»“

GA 94, S 136

„Der Astralplan enthält aber nicht bloß die Spiegelbilder der physischen Welt, sondern auch Wesenheiten, die der Mensch auf dem physischen Plan nie kennenlernen kann. Unser Geist ist heruntergestiegen bis zum physischen Plan. und hat sich sozusagen mit Fleisch umkleidet, umhüllt. Auf dem Astralplan findet man aber auch Wesen, die sich nie mit Fleisch umkleidet haben. Diese huschen fortwährend zwischen unseren physischen Gestalten umher, nur nimmt sie der gewöhnliche Mensch nicht wahr. Sie sind deshalb keine Erfindung, kein Märchen. Jeder, der die Astralwelt bewußt erlebt, nimmt sie wahr. Und noch andere Wesen umgeben den Menschen, nämlich seine eigenen Gedanken. Stellen wir uns die Wirkung eines Gedankens vor. Der Gedanke ist zum Beispiel zunächst in der Seele: Dieser Mensch ist ein schlechter Kerl. – Dieser Gedanke nimmt in der Astralwelt Gestalt an. Jeder Gedanke, der von Ihnen ausgeht, nimmt dort Gestalt an. Die Gedanken sind auf dem Astralplan Wirklichkeiten. Jeder Gedanke, den wir in die Welt setzen, nimmt, wie das Kind im Mutterleibe physische Materie annimmt, Astralstoff an. Wenn wir also einen Gedanken haben, so umkleidet sich dieser mit astralischer Materie, verdichtet sich zu bestimmten Formen. Es gibt Wesenheiten, für welche die Gedanken der Menschen eine willkommene Gelegenheit sind, sich zu verkörpern, sich einen astralischen Leib zu verschaffen. Diese Wesenheiten haben eine Gier, sich astralisch zu materialisieren. Diese wichtige Tatsache weist auf unsere Verantwortung hin, die wir im Leben haben. Nehmen wir einen Raum, in dem Männer beim Dämmerschoppen sitzen. Was sind ihre Gedanken? Einfach aus Mitteilungssucht reden sie, ihre Gedanken sind ohne jeden Wert. Ein solcher Raum ist nachher für den Hellseher sehr merkwürdig bevölkert. Die Wollust am einfachsten Schwatzen, die Mitteilungssucht, die nicht aus der Absicht entspringt, andern etwas Edles mitzuteilen, gibt nämlich recht schlimmen Wesenheiten Gelegenheit, sich zu verkörpern, die dann auch allerlei greuliches Zeug treiben, weil sie sich in solcher Masse verkörpern.

Im Okkultismus sagt man: Auf dem physischen Plan ist eine Lüge eben eine Lüge, auf dem Astralplan aber ist sie ein Mord. Dies verhält sich nämlich so: Erzählen Sie etwas, so erzeugen Sie eine entsprechende Gedankenform. Aber auch die Tatsache, von der erzählt wird, strahlt eine Gedankenform aus. Wenn nun Ihre Gedankenform der anderen entspricht, wenn sie mit ihr übereinstimmt, dann strömen die beiden Formen auf dem Astralplan zusammen und verstärken sich. Damit haben Sie das Leben dieser Wesenheit verstärkt. Aber bei einer Unwahrheit stimmt die Gedankenform, die von Ihrer Aussage ausströmt, nicht überein mit derjenigen, die von der Sache selbst ausgeht. Die Formen platzen aufeinander und zerstören sich. So wirkt die Unwahrheit, die Lüge, lebenzerstörend und tötend auf andere. Im okkulten Sinne von Moral sprechen, heißt nicht nur sie predigen, sondern sie begründen durch Tatsachen der höheren Welten. Schopenhauer sagte mit Recht: Moral predigen ist leicht, Moral begründen schwer.“

GA 94, S 137/138

„Ein kurzer Aufenthalt des Menschen in der Astralwelt verläuft im Schlaf. Wenn der Mensch schläft, was geschieht da mit ihm? Sein physischer und Ätherleib bleiben im Bett, Astralleib und Ich treten heraus. Den Astralleib sieht der Hellseher während der Nacht in reger Arbeit. Der Mensch verbraucht am Tage seine physischen Kräfte in der Arbeit und so weiter. Deshalb ermüdet er. Diese Kräfte müssen wieder ersetzt werden. Und diese Arbeit besorgt der Astralleib während der Nacht. Was aber tut er am Tage? Da nimmt er die physische Welt wahr. Ist im Schlaf der Astralleib aus dem physischen und Ätherleib herausgegangen, dann sieht und hört der Mensch nichts. Denn durch den Astralleib nimmt der Mensch wahr. Auge, Ohr und alle Sinnesorgane sind nur die Werkzeuge des wahrnehmenden Astralleibes. Da setzt er beispielsweise alle Schwingungen der Luft in Tonempfindungen um. Während der Nacht ist ihm diese Arbeit erspart, er schafft dann für den physischen und vor allem für den Ätherleib neue Kräfte. Er muß aus dem physischen Leib heraussteigen, um diese Arbeit des Wiederherstellens des Gleichgewichtes leisten zu können. Wenn der Mensch viele Träume hat, dann wird diese Arbeit gleichsam unterbrochen. Daher sind unruhige Träume gesundheitsschädlich.“

GA 94, S 138

„Bisher sprach ich nur von Bildern. Wogen denn nur Bilder auf und ab? Ist denn die Astralwelt stumm? In der Tat, so ist es zunächst für den Hellseher. Diese astralische Welt ist zunächst eine stumme. Aber es kommt eine Zeit, wo diese Bilder anfangen zu tönen, Stimmen aus der geistigen Welt lassen sich hören. Pythagoras spricht von der Sphärenmusik. Das war keine Phantasterei von ihm: der Weg, den ein Stern macht wird zu einem Ton für den Hellseher. Auch Goethe ,

wußte davon. Im «Faust» heißt es:

 

Die Sonne tönt nach alter Weise

in Brudersphären Wettgesang,

und ihre vorgeschriebne Reise

vollendet sie mit Donnergang…

 

und weiter :

 

Tönend wird für Geistesohren

schon der neue Tag geboren…

 

Freilich, die Gelehrten sagen, das habe Goethe bildlich gemeint. Aber nach einer gewissen Entwickelung fängt der Hellseher an, Töne zu hören. Goethe meint die geistige Wesenheit der Sonne. Und wenn die Alten die Sterne bezeichneten, so meinten sie mit den Namen, die sie ihnen gaben, den Geist der Planeten. Das, was man als Sonne sieht, ist nur der physische Leib der Sonne, und Goethe wußte recht gut, daß es einen Sonnengeist gibt. Wenn der Hellseher nach einer bestimmten Zeit zunächst Töne wahrnimmt, so nimmt er noch später das «innere Wort» wahr. Die Gabe, das innere Wort zu hören, nennt man Inspiration, so wie man die Gabe, die Bilder der Astralwelt wahrzunehmen, Imagination nennt. In der Imagination wird geschaut, in der Inspiration wird gehört. Wenn Jakob Böhme und Paracelsus von Inspiration redeten, so meinten sie diese Gabe. Und so spricht man auch davon, daß die religiösen Urkunden inspiriert sind. Die sie geschrieben haben, waren Inspirierte, das heißt Eingeweihte, die das innere Wort hatten. Wenn der Mensch das Schauen entwickelt, dann erschließt sich ihm die Astralwelt. Im inneren Hören erschließt sich ihm die Devachanwelt, die geistige Welt.“

GA 94, S 139/140

„Sie wissen ja, daß innerhalb unserer sinnlichen Welt sich eine zweite Welt ausdehnt, die wir die astralische Welt nennen, die sich zunächst als ein flutendes Lichtmeer darstellt, worin Farben und Formen fluten. Für den Forscher in der astralischen Welt ordnen sich diese Farbengebilde zu bestimmten Wesenheiten, die er als astralische Wesenheiten erkennt, die dort ebenso wirklich sind wie hier die Pflanzen und Tiere in der physischen Welt. Dann ist eingegliedert in die astralische und physische Welt die Welt des geistigen Tönens, der Sphärenharmonien, die Welt des Devachan, die man durch das Hellhören erkennen kann. Das wollen wir ein anderes Mal besprechen. Heute wollen wir uns auf die astralische Welt mit einigen Gesichtspunkten beschränken.

Wer die astralische Welt studiert mit den Mitteln, welche diejenigen, die sich näher mit diesen Dingen befassen können, durch ihre eigene Entwickelung allmählich kennenlernen können, der findet, daß diese Welt wirklich viel, viel bevölkerter ist als unsere physische Welt. Denn die astralische Welt hat eine Eigenschaft, welche die physische Welt nicht hat, und diese Eigenschaft bezeichnet man im Okkultismus als «Durchgängigkeit». Die astralen Wesen können nämlich durcheinander hindurchgehen; dazu sind die physischen Wesen nicht imstande. Daraus können Sie schon entnehmen, daß die astrale Welt viel bevölkerter sein kann, viel mehr Wesen enthalten kann als die physische Welt. Dies ist auch der Fall.

Denken Sie einmal an die Zeit, als eine große Anzahl von Menschen noch in der Lage war, auch ohne okkulte Schulung, noch durch ihre natürlichen Anlagen hineinzuschauen in die geistige Welt. Da werden Sie einen etwas anderen Begriff bekommen von manchem alten Bilde, das frühere Maler gemalt haben. Ich erinnere Sie nur an die «Sixtinische Madonna», die sich in Dresden befindet. Auch wenn manche die «Sixtinische Madonna» nicht selbst gesehen haben, so kennen sie jedenfalls die guten Stiche, die es von ihr gibt. Da werden Sie gesehen haben, daß im Hintergrunde die ganze Atmosphäre mit Engelköpfen oder Genienköpfen erfüllt ist. So wie sonst die Naturanschauung aus der Luft Wolkengebilde herauswachsen läßt, so wachsen da Engels- oder Geniengestalten heraus. Das ist nicht etwa bloße Phantasie, sondern etwas, was für den, der die astralische Welt sehen kann, eine volle Wirklichkeit ist. So ist die astralische Welt, die uns als wogendes Lichtmeer umgibt, angefüllt mit Wesenheiten, die gleichsam in einer unendlichen Lebendigkeit an jedem Punkt aus dem Raum hervorsprießen. So nimmt sich in jeder Beziehung der astralische Plan aus; bewegtes geistiges Leben ist in ihm. Nun soll nicht etwa gesagt werden, daß die Maler, die zur Zeit Raffaels gelebt haben, noch im vollen Umfange diese Anschauung gehabt haben. Das wäre zu viel gesagt; aber es waren große Vorgänger dieser Maler da, deren Werke längst nicht mehr vorhanden sind, die in mancher Beziehung wirkliche Hellseher waren, die aus ihrer Hellsichtigkeit heraus die Tradition so angegeben haben, daß ein Maler wie Raffael, auch wenn er nicht Hellseher war, aus der Überlieferung wußte: so ist es, und daher sachgemäß das wieder- geben konnte. Noch viel sachgemäßer sind ältere Bilder aus dem 13. und 14. Jahrhundert. Wenn Sie zurückgehen und zu einer Zeit kommen, die am meisten bekannt ist durch den Maler Cimabue, so werden Sie sehen, wie auf den Bildern Ihnen die merkwürdige Erscheinung des Goldgrundes entgegentritt, und wie aus ihm herauswachsen Engel- oder Geniengestalten. Auch das entspricht in vollem Sinne der Wirklichkeit des astralischen Anschauens. Bis auf den Goldgrund hin entspricht das der Wirklichkeit. Denn tatsächlich, wenn wir in die höheren Partien des astralischen Planes kommen, verwandelt sich das flutende Lichtmeer, das in anderen Farbentönen erglänzt und durchhellt ist, in ein solches flutendes Lichtmeer, das wie von Gold durchglüht erscheint. Das ist sehr schön wiedergegeben auf einem Bilde von Raffael, auf einem Fresko, die «Disputa», vis-a-vis zu einem anderen Bild, das genannt wird «Schule von Athen», ein Name, der eigentlich am besten gestrichen werden sollte. Auf der «Disputa» haben Sie ganz unten die disputierenden Menschen – wie man glaubt: Kirchenväter, Päpste, Kirchenlehrer -, dann beginnt die Region der Apostel und Propheten, und dann gliedert sich daran die Region, die bei Raffael in den Genien- köpfen wiedergegeben ist, das ist diejenige Region, die wir den nie- deren Astralplan nennen können. Weiter oben haben Sie auf demselben Bilde die Region des höheren Astralplanes golddurchglüht richtig wiedergegeben. Daher wirken die Bilder dieser alten Maler so überzeugend, weil der, der diese Dinge weiß, die Wahrheit des inneren Schauens in ihnen wiedergegeben findet. Auch auf den, der das nicht weiß, wirken sie überzeugend, weil er im Unterbewußtsein fühlen kann, aus welch tiefer Wahrheit heraus diese Dinge geschaffen sind. Ich erwähne dies, um darauf aufmerksam zu machen, wie die Menschen in früheren Zeiten sich dieser höheren Wirklichkeiten bewußt waren und sie auch im Bilde wiedergegeben haben.“

GA 101, S 29-31

„Von dieser Welt, die wir jetzt versuchten so zu charakterisieren, wie sie die Maler im Bilde wiedergegeben haben, wollen wir heute etwas besprechen. Wir wollen aufmerksam werden heute auf ganz bestimmte Wesenheiten, die der hellsichtige Mensch in der astralischen Welt antrifft, zum Teil in der niederen, zum Teil in der höheren astralischen Welt. Da gibt es solche Wesenheiten, die gestaltet sind wie ein sehr komplizierter Vogelleib, aber von ungeheurer Schönheit, mit mächtigen flügelartigen Organen begabt und mit einem dem Menschenkopf ähnlichen Kopf; so erscheinen sie geformt und gestaltet. Das sind durchaus Wirklichkeiten des astralen Planes. Die großen Lehrer der Religionen, die da hineinschauen konnten, waren wohl bekannt mit dieser Art von Wesenheiten. Und wenn man in den ältesten Zeiten versuchte, diese Wesenheiten darzustellen – die Cherubim, oder die etwas weniger richtigen, aber wenigstens in der Absicht richtig gemeinten Greife -, dann malte man solche merkwürdigen Gestalten, die zwischen Genius und Fabeltier in der Mitte stehen.

Wenn man sich an die alten Sagen erinnert, so hat man darin den Versuch der Menschen, diese höheren genienhaften Wesen nachzubilden. Sie sind in der mannigfaltigsten Weise gestaltet, und diejenigen, die in den Geheimschulen gewirkt und sie gekannt haben, die haben diesen Chor der Wesen gleichsam charakterisiert. Diese Art von Wesenheiten gruppiert sich in sechs Klassen. Wie sechs Regenten, wie sechs Anführer dieser Scharen sind solche sechs Hauptgenien vorhanden. In verschiedener Weise wurden sie benannt, diese sechs Hauptgenien des höheren Astralplanes, der goldenen Region. Die persische Geheimlehre nennt sie «Amshaspands», sie spricht von den sechs Amshaspands.“

GA 101, S 32

„Eine zweite, in einer etwas niedereren Region vorkommende Art solcher astraler Wesenheiten sieht anders aus; sie sieht gar nicht Gestalten ähnlich, die es hier auf dem physischen Plan gibt. Aber man kann sich wenigstens verständlich machen, wenn man versucht, deren Gestalten durch solche des physischen Planes auszudrücken. Das haben auch die Geheimlehrer getan, die den Völkern ihre Mythologien gegeben haben und diejenige Kunst, von der wir gesprochen haben, die aus der Geheimlehre hervorging. Es gibt keine Gestalten, die genau so ausschauen wie diese Wesen, deshalb können wir sie nur charakterisieren, indem wir sie so darstellen, daß sie eine Art Menschenkörper haben mit allen möglichen verschiedenen Tierköpfen. Die Ägypter, die gerade über dieses Gebiet des Astralplanes gut Bescheid wußten und die geistigen Wesen dieser Sphäre ganz gut kannten, sie haben sich bemüht, in den verschiedenen Gestalten, wie zum Beispiel den Menschengestalten mit dem Sperberkopf oder in der Menschengestalt mit anderen Tierköpfen, gerade diese Kategorie von Geistern des Astralplanes nachzubilden. Auch das sind keine willkürlich ersonnenen Phantasien, sondern Gestalten, mit denen man auf dem Astralplan so verkehren kann wie mit Menschen und Tieren auf dem physischen Plan.“

GA 101, S 32/33

„Dann gibt es eine dritte Art von Wesenheiten. Derer sind nun unzählige, die kann man eigentlich nicht mehr gut so charakterisieren, daß man aus der Tier- oder Menschenwelt Vergleiche heranzieht, sondern eher, indem man versucht, das Pflanzenreich oder die niederen Tiere für ihre Körperlichkeit heranzuziehen und den Menschenkopf als ihren Kopf, so daß das Ganze etwa einem Pflanzenleib ähnlich ist, aus dem ein Menschenkopf hervorwächst, oder einem Fischleib mit einem Menschenkopf. Alles das gibt ungefähr ein Bild für die Wesenheiten, die auf dem astralen Plan vorhanden sind.“

GA 101, S 33

„Es gibt, wie ich Ihnen gesagt habe, sechs Arten solcher Genienwesenheiten, welche die Perser «Amshaspands» nannten. Auch die zweite Art, die am besten charakterisiert wird durch Menschengestalt mit Tierkopf, kennen Sie nun, sie sind in der mannigfaltigsten Weise gestaltet. Wenn man diese Gestalten durchgeht, bekommt man etwa achtundzwanzig bis einunddreißig Gruppen, und eine jede dieser Gruppen wieder ist angeführt von einem Regenten, so daß man achtundzwanzig bis einunddreißig solcher Wesenheiten als Regenten auf dem astralischen Plane hat. Die persischen Geheimlehrer nannten diese Regenten die achtundzwanzig oder einunddreißig «Izards». Diejenigen Wesenheiten, die ich als dritte Kategorie besprochen habe, nannten sie «Farohars». Das sind unzählige, und man würde gar nicht fertig, wenn man sie alle der Zahl nach auch in Klassen gliedern wollte. Uns sollen heute nur interessieren die sechs Amshaspands mit ihren Scharen und die achtundzwanzig bis einunddreißig Izards mit den ihren, denn die haben eine ganz merkwürdige Bedeutung für das ganze menschliche Leben. Wer in die geistige Welt hineinsieht, weiß Antwort zu geben auf die Frage, die jemand aufwerfen könnte: Womit beschäftigen sich denn eigentlich diese Wesen des Astralplanes? Was tun sie denn die ganze Zeit? – Es wäre ganz falsch, wenn man glauben wollte, daß diese Genien und Geister bloß da wären, um Gruppen zu bilden. Man könnte leicht meinen, wenn man gewisse poetische Schilderungen nimmt, daß sie nur in den verschiedenen Sphären eingereiht wären, um Gruppen zu bilden. Das wäre für diese Geister natürlich ein sehr langweiliges Dasein. Um die Bildung von lebenden Gruppen handelt es sich nicht in der geistigen Welt. Alle diese Wesen haben ihre Mission im Weltenplan. Diese Wesenheiten, die die Perser Amshaspands und Izards nannten, haben auch die alten Germanen, die alten Trotten und Druidenpriester gekannt, sie zählen sie nur verschieden auf. Nach manchen Überlieferungen sind es achtundzwanzig, nach manchen dreißig oder einunddreißig. Wir werden gleich hören, warum die Zahl unsicher ist. Diejenigen Wesenheiten, welche die Perser Amshaspands nennen, sind höhere geistige Wesenheiten, die den um uns herum liegenden Naturkräften vorstehen und sie leiten. Die Naturkräfte, das, was bewirkt, daß die Pflanzen wachsen, die Tiere gedeihen, daß der Mensch leben kann, diese Kräfte, die um uns herum sind, die wir Licht, Wärme, Elektrizität, Magnetismus und so weiter nennen, Nervenkraft, Blutskraft, Zeugungskraft – nennen Sie es, wie Sie wollen -, das sind keine bloß ungeistigen Kräfte. Das ist ein Aberglaube, daß das ungeistige Kräfte sind. Diese Kräfte sind der äußere Ausdruck für geistige Wesenheiten. Die großen Kräfte des Daseins, Licht, Luft, Wärme, Elektrizität, auch die großen chemischen Kräfte, die die Welt durchziehen, sie alle sind der äußere Ausdruck für die wirkenden Amshaspands und ihre Scharen. Da wirken sie darin. Wenn ich mich trivial ausdrücken darf: sie «kochen» an der Welt. Für das sinnliche Anschauen sind sie hinter den Kulissen. Aber Sie können sich doch von ihnen eine Vorstellung machen, wenn Sie sich zum Beispiel wie beim Marionettentheater einen Akteur, einen Darsteller denken, der selbst nicht sichtbar wird, aber doch daran zu erkennen ist, wie er durch Drähte und Stränge wirkt. So wie beim Marionettentheater hinter den Figuren der Akteur wirkt, so stehen hinter den Naturkräften die geistigen Wesenheiten. Schlimm ist es für einen materialistischen Aberglauben, wenn er nur die Marionetten sieht und kein Bewußtsein davon hat, daß geistige Wesenheiten dahinter sind. Das ist also das Geschäft der Amshaspands, der sechs großen Genien, die, wie die persische Götterlehre sagt, dem guten Gotte Ahura Mazdao oder Ormuzd als ausführende Genien zur Seite stehen.“

GA 101, S 33-35

„Ihnen untergeordnet sind die achtundzwanzig Izards. Was haben diese für eine Bedeutung? Das enthüllt sich der direkten hellseherischen Beobachtung am besten, wenn man sie Tag für Tag beobachtet. Sie werden mich am besten begreifen, wenn ich ganz unverblümt über diese achtundzwanzig Izards spreche. Wenn die sechs Amshaspands mit Licht, Luft, Wärme und so weiter wirken würden ohne die Izards, dann würde dieses unser Weltgefüge nicht so zustande kommen, wie es ist. Es muß, damit diese Welt zustande kommen kann, eine niederere Hilfe da sein. Es müssen untergeordnete, ausführende Geister da sein. Das sind die achtundzwanzig Izards. Und es ist da eine ganz merkwürdige Rangordnung zu beobachten. Wenn man nämlich tageweise hintereinander die Art beobachtet, wie da gearbeitet wird, so sieht man, daß die sechs großen Gruppengenien, die Amshaspands, dauernd, immerfort, gleichmäßig wirken. Sie sind unermüdlich. Aber die untergeordneten achtundzwanzig Izards haben eine wesentlich verkürzte Arbeitszeit. Sie lösen sich nämlich ab, so daß man an dem einen Tage die eine Kategorie der Izards als Hilfeleister sieht, an dem zweiten Tage die zweite Kategorie und am dritten Tage die dritte und so fort. Dadurch wird es bewirkt, daß überhaupt die Welt vorwärtsrücken kann. Wenn im Frühling eine bestimmte Pflanzengattung hervorkommt, da wirken die Amshaspands. Trotzdem sie immer unermüdlich arbeiten, hat doch durch eine gewisse Zeit hindurch einer die Führung; der ist dann am meisten tätig. Die anderen sind zwar auch tätig, aber sie haben nicht die Führung. Nach einiger Zeit übernimmt dann ein anderer die Führung. Wenn nun eine Pflanzenart herauskommt im Frühling, so ist das so, daß die Amshaspands wirken in der Art der großen Naturkräfte, und daß die niedereren Kräfte, die Izards, so arbeiten, daß alles auf einen bestimmten Tag genau paßt und stimmt. Daß das Klima richtig ist zum Beispiel, daß die Temperatur gerade an diesem Tage richtig ist, das bewirkt eine Kategorie der Izards. Das Pflanzenwachstum würde nicht weitergehen können, wenn nicht am anderen Tage eine andere Kategorie der Izards herankäme. Nach achtundzwanzig Tagen kommt aber dann wieder die erste Kategorie heran, und so geht es weiter. Das ist tatsächlich die Einrichtung in der geistigen Ordnung, die hinter der Natur steht. Da sehen wir genau hinein in das Getriebe, wir sehen, wie da gearbeitet wird auf dem astralischen Plan.“

GA 101, S 35/36

„Erinnern wir uns jetzt daran, was wir vor acht Tagen gesagt haben. Wir haben gesagt, daß der Teil der germanischen Mythe, den wir damals besprochen haben, anknüpft an jenen Auszug des auserwählten Häufleins in der Nähe des heutigen Irland, das einst ein Teil der Atlantis war, dessen Bevölkerung in der Entwickelung vorgerückt und dann nach Osten ausgezogen war. Das, was man die fortgeschrittenere Rasse der Atlantier nennt, hat die östlichen Kulturen begründet. In der Erzählung von der Weltesche ist das Werden des neuen Menschen ausgedrückt, wie man es in der damaligen Zeit in der astralischen Welt gesehen hat. Man hat gesehen, wie die zwölf Ströme, die wir das letztemal beschrieben haben, von Norden herunterfließen und durch lange Zeiten eingeströmt sind. Diese zwölf Ströme sind wirklich auf dem Astralplan vorhanden, auch heute noch. Wenn Sie nämlich die zwölf Paar Nervenstränge verfolgen, die durch Ihren Kopf gehen, und die Linien weiter hinaus in die Welt ziehen, so vereinigen sie sich alle mit den zwölf Grundströmen, die auf dem Astralplan draußen vorhanden sind. Sie strömen tatsächlich ein durch die sechs Öffnungen des Kopfes, durch zwei Augen, zwei Ohren und zwei Nasenlöcher. Innen werden sie wieder zu zwölf Strömen, je zwei und zwei. Und wer schickt sie da hinein? Nachdem Licht und Luft, die draußen als Naturkräfte wirken, von den sechs Amshaspands dirigiert werden, werden auf der höchsten Stufe der Menschengestaltung diese zwölf Ströme in unseren Kopf hineingeschickt, um unsere Kopfnerven zu bilden. Das haben die Geheimlehrer in den sechs Amshaspands gesehen. Sie haben die sechs dirigierenden Geister gesehen, die die zwölf Ströme in den Kopf hineinschicken, so daß der Mensch die Fähigkeit bekommt, die Welt mit Hilfe seines Nervensystems aufzufassen. So sehen Sie den menschlichen Kopf wie in einer Art telefonischer oder telegrafischer Verbindung angeschlossen an diese sechs Genien. Denen verdanken Sie die Fähigkeit, durch Ihre Sinne wahrnehmen zu können. So steht der Mensch als Mikrokosmos, als eine kleine Welt, im Zusammenhang mit der großen Welt, dem Makrokosmos.“

GA 101, S 36/37

„Und was tun die untergeordneten Geister dabei, die achtundzwanzig Izards? Sehen Sie, bevor der Mensch reif war, die hohen Kräfte der Amshaspands selber in sich aufzunehmen, war er schon richtig reif, die Kräfte der Izards aufzunehmen, die sich ausdrücken in seinen niederen Nerven. So, wie die obenerwähnten Ströme in die Kopfnerven hineinfließen und sie aufbauen, so fließen die Ströme der achtundzwanzig Izards in den menschlichen Rumpf hinein, der früher als der Kopf aufgebaut war. Bevor der Mensch fähig war, die Kräfte der Amshaspands aufzunehmen und den Kopf davon zu formen, war des Menschen Rumpf fähig, die Einströmungen der achtundzwanzig Izards aufzunehmen. Hat er die Kräfte der Izards auch jetzt in sich?“

GA 101, S 37

„Da sehen Sie tief hinein in den Zusammenhang des inneren menschlichen Baues mit der geistigen Welt des Astralplanes. Man spricht in den verschiedenen populären theosophischen Werken von den «Bildnern». Hier sehen Sie sie am Werke, wie sie von außen in Sie hineinwirken und Sie aufbauen; hier sehen Sie auch, was der Mensch für ein kompliziertes Gebilde ist, was da alles für Wesenheiten wirken, damit der Mensch, dieses komplizierte Wesen, aufgebaut werden kann. Sechs Kategorien von Geistern müssen vorhanden sein, damit sein erkennendes Haupt gebaut werden kann; und achtundzwanzig bis einunddreißig niederere Geister müssen vorhanden sein, damit sein Rumpf und alle Funktionen seines Rumpfes zustande kommen. Das ist ein wunderbarer Zusammenhang zwischen dem Menschen und der geistigen Welt. Da werden Sie jetzt begreifen, daß es nicht genügt für die Erkenntnis der Beziehung des Menschen zum Unendlichen, nur darüber zu faseln, daß der Mensch aus der geistigen Welt heraus gebaut ist, sondern daß wir in Geduld studieren müssen, wie das ist. Von jedem Organ, das im Menschen ist, weiß der Okkultismus die Wesenheiten anzugeben, die das Organ von außen zusammengebaut haben. Das ist eine okkulte Anatomie, die Sie von den Wirkungen in der Sinneswelt zu den Ursachen in der geistigen Welt führt. Die Wirkungen sieht, wer mit seinen Sinnen unbefangen die Welt ansieht; die Ursachen kann man nur erkennen lernen durch den Okkultismus. Sie sehen daraus, daß wir uns bemühen, nicht abstrakte Beweise mit allerlei logischen Schlußfolgerungen für das Dasein einer geistigen Welt zu bringen. Denn alles, was bewiesen werden kann, kann auch widerlegt werden. Man kann gegen alles etwas einwenden. Darauf kommt es nicht an. Wenn man aber Stück für Stück die einzelnen Erkenntnisse zusammenträgt, so daß die Dinge zusammenstimmen mit den Wirkungen, die da sind in der sinnlichen Welt, dann kann man dazu kommen, als richtig anzuerkennen, was vom Okkultisten erkannt wird, wie der Mensch herausgebaut ist aus der geistigen Welt. Den Persern ist es nicht eingefallen, die achtundzwanzig Nervenstränge des Rückenmarks zu zählen, sie haben die achtundzwanzig Izards am Werke gesehen. Den ganzen Menschen können Sie in den Mythologien und Sagen finden. Das gibt den großen Reiz des wirklichen okkulten Studiums der Sagenwelt.“

GA 101, S 39/40

„Was heute physisch ist, war früher überhaupt ganz geistig. Bevor sich diese zwölf Gehirnnerven gestalteten, waren eben bloß die astralen Strömungen da, die da hineingingen, und bevor noch die achtundzwanzig Nervenstränge des Rückenmarks ausgebildet waren, waren die entsprechenden astralen Strömungen da. Wie entstehen nun diese Nerveneinlagerungen im Menschen? Auf folgende Art: Denken Sie sich, es wäre ursprünglich eine wäßrige, schlammige Flüssigkeit da. Denken Sie sich das Gehirn so. Sie können das heute noch sehen an dem Gehirnteil, der flüssig, wäßrig geblieben ist; wenn er zu stark bleibt, entsteht der sogenannte Wasserkopf. Unser Gehirn ist aus einem solchen wäßrigen Gehirn hervorgegangen und wurde dann gallertartig. Zuerst durchströmten astrale Strömungen, die von außen kamen, diese wäßrige Masse nach allen Seiten, und längs dieser astralen Strömungen gliederte sich die gallertartige Masse und verhärtete sich, und es entstanden die Nerven. Wo heute Nerven laufen, waren ursprünglich astrale Strömungen, dann ätherische Strömungen, und endlich wurden sie physische Nerven. Stellen Sie sich den Menschen vor, wie er sich allmählich verhärtete. Kaum knorpelig war die Masse, als die erste Anlage zum Rückgrat auftrat. Noch weich war die knochige Umhüllung. Rechts und links flossen die astralischen Strömungen ein, die später die Rückenmarksnerven wurden. Wir sehen da auf eine alte Zeit zurück, wo die achtundzwanzig Izards anfingen, ihre Strömungen – zuerst astral in den Menschen hineinzuschicken.

Auch die achtundzwanzig Izards hatten einen Anführer, einen Beherrscher, der eine Würde hatte zwischen den Izards und den Amshaspands mitten drin; eine Art Werkführer, ein göttlich-geistiges Wesen war dieser Anführer der Izards. Wenn wir in die alten Zeiten zurückschauen, sehen wir ihn so wirken, daß er die achtundzwanzig Izards kommandierte und sie die astralischen Ströme in den Menschen hineindirigierten. Die ganze Erde war umgeben von dieser astralischen Sphäre; und so wie heute die Winde die irdische Atmosphäre durchströmen, so strömten die astralischen Strömungen hinein in die menschlichen Leiber. Die alten Hellseher sahen wirklich diese Strömungen in Köpfe und Rückgrate der Menschen der atlantischen Zeit hineinströmen. Das war ein lebendiges astralisches Bild. Als allmählich die physischen Nerven sich herausbildeten, da verschwand dieses Bild, und das bedeutete: ihr Ursprung wurde vergessen, es wurde vergessen, wie die Strömungen in den Leib hineindirigiert worden waren.“

GA 101, S 41/42

„Beim Menschen geschieht mit dem astralischen Leibe etwas besonderes, da findet ein neuer Einschlag statt. Der Astralleib wird durch das Ich teilweise umgewandelt, und das bewirkt die Umsetzung der Tendenz der Verknöcherung, die früher da war. Hätte der Mensch den Astralleib unverändert gelassen und weiter fortgearbeitet an der Skelettbildung, so gäbe es keine menschliche Kultur auf der Erde. Aller Fortschritt in der menschlichen Entwickelung ist dadurch bedingt, daß Teile des menschlichen Astralleibes herausgesondert und dem Ich unterworfen werden. Dieser abgesonderte Teil des Astralleibes hat eine besondere Aufgabe, er bewirkt eine neue Tendenz; dadurch kommt die Skelettbildung, die Verknöcherung unter die Herrschaft des abgesonderten Teiles des astralischen Leibes.

Wie äußert sich das? Sehr merkwürdig. Während früher die Tendenz des Astralleibes dahin gegangen ist, das Wesen mehr und mehr zu verhärten, gleichsam einen Schlußpunkt in der Entwickelung des Knochensystems zu setzen, behält der Astralleib des Menschen eine Kraft zurück, eine Tendenz, wiederum zu erweichen, so daß ein Fortschreiten der Entwickelung wiederum möglich ist. Gäbe es das nicht, würde alles das, was fest werden kann, in das menschliche Knochensystem einfließen, so gäbe es keinen menschlichen Fortschritt, keine Kultur. Ebenso wie die tierische Art keinen Fortschritt kennt – die Art der Löwen, der Tiger ist fertig, abgeschlossen -, so würde es auch beim Menschen sein. Der Mensch aber kann mit dem abgesonderten Teil des Astralleibes wiederum das zurücknehmen, was sich verhärtet hat. Neben der Tendenz der Verhärtung, der Knochenbildung, ist im menschlichen Leibe immer die Tendenz vorhanden, etwas zurückzubehalten, so daß neue Organe gebildet werden können, die weich sind. Das ist außerordentlich wichtig zu beachten. Diese Tendenz ist beim Tiere nicht vorhanden.“

GA 101, S 54/55

„Für den Lernenden, für den sich zu höherer Schaukraft, zu Hellsichtigkeit Entwickelnden ist es von großer Bedeutung, wenn er Übungen macht wie etwa die folgende: Er stellt sich den Raum finster vor, ohne daß ein äußeres Licht auf ihn einwirkt – sei es bei nächtlichem Dunkel oder durch Schließen der Augen – und sucht dann nach und nach vorzudringen durch eigene innere Kraft zu der Vorstellung des Lichts. Wenn der Mensch sich diese Vorstellung intensiv genug bilden kann, so wird es nach und nach heller, und er wird dann ein Licht sehen, das kein physisches Licht ist, sondern ein Licht, das er nun sich selber schafft, das er durch innere Kraft in sich erzeugt. Und das ist ein Licht, das durchstrahlt sein wird von der Weisheit, in dem ihm die schaffende Weisheit erscheint. Das ist das, was man Astrallicht nennt. Durch Meditation kommt der Mensch dazu, durch innere Kraft Licht zu erzeugen. Dieses Licht ist ein Vorbote dessen, was der Mensch dereinst – nicht mit physischen Augen, sondern mit feineren Sinnesorganen – sehen wird. Es wird das Kleid werden für wirklich vorhandene Geistwesen, wie es die Elohim sind. Wenn der Mensch diese Übung in der richtigen Weise macht, ist sie ein Mittel, zu diesen höheren Wesen in Beziehung zu kommen. So haben es diejenigen gemacht, die aus eigener Erfahrung etwas wissen von der geistigen Welt.“

GA 101, S 149/150

„So genügt es zwar für das Verständnis gewisser Verhältnisse, wenn man den physischen Plan, den Astralplan und den Devachanplan übereinander zeichnet; richtiger ist es aber, sich die physische Welt als eine in sich geschlossene Sphäre vorzustellen, wo das Astralische ringsherum ist, und das Devachanische dann wieder um dieses herum. Statt horizontale Schichten zu zeichnen, ist es gut, die Sache so (siehe Zeichnung) zu zeichnen, weil dies eine Möglichkeit bietet, zwei Gebiete des Astralplanes voneinander zu unterscheiden.

Wenn wir in zwei ganz bestimmte Gebiete des Astralplanes hineinschauen, die wir mit dem Pfeil 1 hier bezeichnen, so gibt es in der astralen Welt für das, was wir hier auf der Erde das Männliche und das Weibliche nennen, die beiden Gegensätze «Form» und «Leben». Form und Leben sind Gegensätze auf dem Astralplan. Nun würden wir aber, wenn wir auf dem Astralplan Form und Leben treffen wollen, sie nur treffen, wenn wir in dieser Richtung (von der Mitte nach oben, siehe Pfeil 2) gehen. Gehen wir nach der anderen Seite (Mitte nach unten, siehe Pfeil 3), so treffen wir dort keineswegs den wohltätigen Gegensatz von Form und Leben an, sondern wir treffen den Gegensatz «Verwesung» und «Krankheit» an. Wenn wir also von der physischen Welt ausgehen, treffen wir auf dem Astralplan nach oben den Gegensatz Form und Leben; dem entspricht in der astralen Welt nach unten, also gleichsam unter das Physische hinuntergehend, der Gegensatz von Verwesung und Krankheit. Immer wenn wir nach der einen Seite gehen, wo wir für die physische Welt wohltätige Eigenschaften sehen, entsprechen diesen auf der anderen Seite für die physische Welt zerstörende, schädliche Einflüsse. Da haben wir jetzt eine Möglichkeit, zu unterscheiden zwischen den Teilen des Astralplanes. Auf die menschliche Seele wirken tatsächlich zwei ganz voneinander verschiedene Gebiete des Astralplanes.“

GA 101, S 246/247

„Durch die Empfindungen, die wir an diesen Bildern entwickeln, strömen uns die Kräfte zu, die uns wirklich die höheren Welten erschließen. Alles geht ohne Zauberei vor sich. An den Bildern werden die Empfindungen angeregt, die den Menschen hineinführen in die höheren Welten. Gefühle und Empfindungen führen den Menschen in die astrale Welt, wie der Wille ihn in die devachanische oder Geisteswelt führt. Denken entspricht der physischen Welt, Gefühl der astralischen Welt und der geläuterte Wille der Devachanwelt.“

GA 101, S 253

„Da wir heute die Aufgabe haben, die Schicksale des Menschen weiter zu verfolgen durch die geistige Welt, wird es gut sein, wenn wir uns vorher eine Vorstellung davon bilden, was man überhaupt im geisteswissenschaftlichen Sinne eine Welt nennt.

Die Empfindung von der Welt um uns herum hängt davon ab, welche Fähigkeiten und Organe wir haben, sie wahrzunehmen. Hätten wir andere Organe, dann wäre auch die Welt ganz anders für uns. Wenn zum Beispiel der Mensch keine Augen hätte, um das Licht zu sehen, sondern ein Organ, wodurch er, sagen wir, die Elektrizität wahrnehmen könnte, dann würden Sie diesen Raum nicht als hell, vom Lichte durchflutet wahrnehmen, wohl aber würden Sie in den Drähten, die durch den Raum gehen, die Elektrizität hinfließen sehen; dann würden Sie es überall zucken, blitzen und strömen sehen. So ist eben das, was wir unsere Welt nennen, abhängig von unseren Sinnesorganen.“

GA 100, S 48

„So ist auch die astrale Welt nichts anderes als eine Summe von Erscheinungen, die der Mensch um sich herum erlebt, wenn er von seinem physischen und Ätherleib getrennt ist, und wenn er diese Kräfte in seinem Inneren verwenden kann, um das zu schauen, was er sonst nicht sehen kann. Das ist eben der Fall, wenn er den physischen Leib und den Ätherleib abgeworfen hat. Die Wahrnehmungsorgane für die Astralwelt sind die Organe des Astralleibes, analog den Sinnesorganen für den physischen Leib. Wir wollen nun einmal die astrale Welt betrachten.

Der geistig Schauende kann diese Astralwelt durch jene Methoden, die wir später besprechen werden, auch schon hier im physischen Leibe wahrnehmen. Diese Astralwelt unterscheidet sich von unserer physischen ganz beträchtlich. Zunächst können Sie sich eine Vorstellung bilden von dem, was um Sie herum ist in der Astralwelt, wenn Sie sich den letzten Rest, den der Mensch noch von seinem früheren Hellsehen in alten Zeiten hat, das ist das Traumleben, einmal vor die Seele rufen. Sie kennen ja alle dieses Traumleben aus der Erfahrung, und Sie kennen es als eine Welt chaotischer Bilder. Woher kommt es nun, daß der Mensch überhaupt träumt? Wir wissen ja, daß während dieses Traumlebens im Bette der physische Leib und der Ätherleib liegt, während der Astralleib darüber schwebt. Beim vollen, tiefen, traumlosen Schlafe ist der Astralleib ganz aus dem Ätherleibe herausgehoben; beim Traumschlaf stecken noch Fühlfäden des Astralleibes im Ätherleib drinnen, und dadurch nimmt der Mensch dann die mehr oder weniger verworrenen Bilder der Astralwelt wahr. Die astrale Welt ist so durchlässig wie die Traumbilder, sie ist wie aus Träumen gewoben. Aber diese Träume unterscheiden sich von den gewöhnlichen Träumen dadurch, daß diese Bilder eine Wirklichkeit sind, genau so eine Wirklichkeit, wie die physische Welt. Die Art der Wahrnehmung ist sehr ähnlich der Traumwahrnehmung: sie ist nämlich auch symbolisch. Sie wissen ja alle, daß die Traumwelt symbolisch ist. Alles, was von der Außenwelt in den Schlaf aufgenommen wird, das wird im Traum symbolisiert. Ich will Ihnen einige typische Beispiele von Träumen sagen, und daran werden Sie ohne weiteres sehen können, wie sich der Traum auf Grund eines einfachen äußeren Eindruckes symbolisiert.“

GA 100, S 48/49

„Sie sehen zum Beispiel im Traume, wie Sie einen Laubfrosch fangen. Sie fühlen ganz genau den glitschigen Laubfrosch: beim Aufwachen fühlen Sie, daß Sie den kalten Bettlakenzipfel in der Hand halten. Oder Sie träumen, Sie wären in einem dumpfen Kellerloch voller Spinnweben; Sie wachen auf, und haben Kopfschmerzen. Oder Sie sehen im Traum Schlangen, und merken beim Aufwachen, daß Sie Schmerzen in den Därmen haben. Oder ein Akademiker träumt eine lange Geschichte von einem Duell vom Anfang der Anrempelung bis zum Schluß des Austragens in der Pistolenforderung: der Schuß fällt – da wacht er auf und merkt, daß der Stuhl umgefallen ist. Aus dem ganzen Ablauf dieses letzten Traumbildes ersehen Sie auch, daß die Zeitverhältnisse ganz andere sind. Nicht nur, daß die Zeit sozusagen nach rückwärts konstruiert wird, sondern auch, daß der ganze Zeitbegriff im Traumerlebnis seine Bedeutung verliert. Man träumt im Bruchteil einer Sekunde ein ganzes Leben, wie ja auch im Augenblick eines Absturzes oder des Ertrinkens unser ganzes Leben vor unserem Seelenauge vorüberzieht. Worauf es aber jetzt in all den angeführten Traumbildern besonders ankommt, ist eben, daß sie Bilder darstellen zu dem, was die Veranlassung dazu ist. So ist es überhaupt in der Astralwelt. Und wir haben Veranlassung, diese Bilder zu deuten. Dasselbe astrale Erlebnis erscheint auch immer als dasselbe Bild, darin ist durchaus Regelmäßigkeit und Harmonie, während die gewöhnlichen Traumbilder chaotisch sind. Man kann sich schließlich in der Astralwelt genausogut wie in der sinnlichen zurechtfinden.“

GA 100, S 49/50

„Aus lauter solchen Bildern ist die Astralwelt gewoben, aber diese Bilder sind der Ausdruck für seelische Wesenheiten. Alle Menschen sind nach dem Tode selbst in solche Bilder gehüllt, die zum Teil sehr farben- und formenreich sind. So ist auch, wenn ein Mensch einschläft, dessen Astralleib in flutenden und wechselnden Formen und Farben zu sehen. Alle astralen Wesenheiten erscheinen in Farben. Kann der Mensch astral schauen, so nimmt er diese astralen Wesenheiten in einem flutenden Farbenmeer wahr.“

GA 100, S 50

„Nun hat diese astrale Welt eine Eigentümlichkeit, die dem, der das zum ersten Male hört, eigenartig erscheint: Es ist in der Astralwelt alles wie im Spiegelbild vorhanden, und daher müssen Sie als Schüler sich erst nach und nach daran gewöhnen, richtig zu sehen. Sie sehen zum Beispiel die Zahl 365, die entspricht der Zahl 563. So ist es mit allem, was man in der Astralwelt wahrnimmt. Alles, was zum Beispiel von mir selbst ausgeht, das scheint auf mich zuzukommen. Das zu berücksichtigen, ist außerordentlich wichtig. Denn wenn zum Beispiel durch Krankheitszustände solche astralen Bilder zustande kommen, muß man wissen, was man davon zu halten hat. Im Delirium treten sehr häufig solche Bilder auf, und es können solche Menschen alle möglichen Fratzen und Bildgestalten sehen, die auf sie zukommen, da in solch krankhaften Zuständen die astrale Welt für den Menschen geöffnet ist. Diese Bilder sehen natürlich so aus, als ob die Dinge auf den Menschen zustürzten, während sie doch in Wirklichkeit von ihm ausströmen. Das müssen die Ärzte in Zukunft wissen, weil derartige Dinge durch die verdrängte religiöse Sehnsucht in der Zukunft immer häufiger sein werden. Einem solchen Astralbilderlebnis liegt auch zum Beispiel das Motiv zu dem bekannten Gemälde «Die Versuchung des heiligen Antonius» zugrunde. Wenn Sie das alles bis zum letzten Ende durchdenken, so wird es Ihnen nicht mehr drollig erscheinen, daß auch die Zeit sich in der Astralwelt umkehrt. Einen Anklang daran geben Ihnen ja schon die Erfahrungen des Traumes. Erinnern Sie sich an das eben erwähnte Beispiel des geträumten Duells. Alles läuft hier rückwärts, und so auch die Zeit. So kann man im astralen Erleben am Baum zuerst die Frucht, dann die Blüte und zurück bis zum Keim verfolgen.“

GA 100, S 50/51

„Und so verläuft auch nach dem Tode – das ist also die Zeit des Abgewöhnens – das ganze Leben durch die Astralwelt rückwärts, und Sie durchleben Ihr Leben noch einmal von rückwärts nach vorn und schließen es ab mit den ersten Eindrücken Ihrer Kindheit. Dieses geht aber wesentlich schneller als hier in der physischen Welt und dauert etwa ein Drittel des Erdenlebens. Man erlebt nun da auch noch manches andere bei diesem Rückwärtsdurchlaufen des Lebens. Nehmen wir an, Sie sind mit achtzig Jahren gestorben und leben nun das Leben zurück bis zum vierzigsten Lebensjahr. Da haben Sie zum Beispiel einmal einem eine Ohrfeige gegeben, wodurch seinerzeit dieser Mensch von Ihnen einen Schmerz erfahren hat. Nun ist es so in der Astralwelt, daß auch diese Schmerzempfindung sozusagen wie im Spiegelbild auftritt; das heißt: nun erleben Sie den Schmerz, den damals der andere durch Ihre Ohrfeige erfahren hat. Und dasselbe ist natürlich auch der Fall bei allen freudigen Ereignissen. – Und dann erst, wenn der Mensch sein ganzes Leben durchlebt hat, tritt er ein in die himmlische Welt: Religiöse Urkunden sind immer wörtlich zu nehmende Wahrheiten. Wenn Sie das soeben Gesagte sich vor Augen halten, werden Sie ohne weiteres einsehen, daß der Mensch wirklich erst in die geistige Welt – und mit der geistigen Welt ist das gemeint, was in der Bibel mit «Himmelreich» oder «das Reich der Himmel» bezeichnet wird – eintreten kann, wenn er eben vorher sein ganzes Leben rückläufig durchlebt hat bis zur Kindheit. Und dieses liegt in Wahrheit dem Worte Christi zugrunde: «So ihr nicht werdet wie die Kindlein, werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen.» Dann nämlich, wenn der Mensch rückläufig wieder an der Stufe seiner Kindheit angekommen ist, streift er den Astralleib ab und tritt in die geistige Welt ein.“

GA 100, S 51

„Nun muß ich Ihnen einmal diese geistige Welt erzählungsweise schildern. Dieses Reich der Himmel ist noch mehr verschieden von der physischen Welt als die Astralwelt. Da man aber selbstverständlich alles nur mit Ausdrücken schildern kann, die dieser physischen Welt entnommen sind, so gilt es noch mehr als für die obige Beschreibung der Astralwelt, daß alle diese Schilderungen nur vergleichsweise gelten dürfen.“

GA 100, S 51/52

„So wie ein Blindgeborener die ihn umgebende Welt nur unvollständig kennt und die Welt der Farben und des Lichtes für ihn nicht existiert, so ist der durchschnittliche Mensch in der gleichen Lage der Astralwelt gegenüber. Sie ist ebenso vorhanden, durchdringt und umgibt die physische Welt, wird aber von ihm nicht wahrgenommen. Wenn der astralische Sinn bei einem Menschen eröffnet wird, so wird ihm die Astralwelt sichtbar. Die Bedeutung und Wichtigkeit dieses Momentes der menschlichen Entwickelung ist aber noch viel größer, als wenn ein Blindgeborener durch eine Operation das Augenlicht erlangt. Aber ein jeder von uns kennt diese astrale Welt, wenn auch unvollkommen, denn jede Nacht wird unser Astralleib in diese Welt versetzt. Wir ruhen in der Astralwelt, um die Harmonie des Astralleibes wiederherzustellen, denn die Ermüdung ist vom geisteswissenschaftlichen Standpunkt aus betrachtet nur eine Disharmonie im physischen und Astralleibe. Ein Gleichnis könnte das Verhältnis des physischen zum Astralleibe beleuchten. Nehmen wir einen Schwamm, zerschneiden ihn in tausend Stücke und lassen den Inhalt von einem Glas Wasser von diesen kleinen Stücken aufsaugen, so haben wir ein Gleichnis für den wachenden Durchschnittsmenschen. Pressen wir die Schwämmchen aus und sammeln wir das Wasser wieder in seinen Behälter, so schließt es sich zu einer gleichmäßigen Masse zusammen. So treten die menschlichen Astralkörper, die tagsüber wie die aufgesogenen Wassertropfen individualisiert waren, in die gemeinsame Astralsubstanz ein und stärken und kräftigen sich in derselben. Dies erkennt man am Morgen daran, daß die Ermüdung beseitigt ist. Solange der Mensch kein Seher ist, vermischt sich sein im Schlafe herausgetretener Astralleib mit den übrigen Astralleibern. Beim Seher liegen die Verhältnisse jedoch anders.“

GA 100, S 204/205

„In der christlichen Geheimlehre bezeichnet man die Welt, in welcher sich das Ich der Tiere befindet, die Astralwelt, als die Welt des Heiligen Geistes; die Welt, in der das Ich der Pflanzen ist, die geistige oder devachanische Welt, als die Welt des Sohnes. Wenn der Seher anfängt, in dieser Welt zu fühlen, so spricht zu ihm das «Wort», der Logos. Die Welt des mineralischen Ich, die übergeistige Welt, wird in der Geheimlehre die Welt des Vatergeistes genannt.“

GA 100, S 205/206

„Die geistigen Empfindungen bilden die Grundlage der körperlichen Zustände und jede Krankheit des Körpers ist der Ausdruck irgendeiner geistigen Verirrung. So ist der Aussatz, die gräßliche Krankheit des Mittelalters, ein Ausdruck im Physischen gewesen für die Furcht, welche die europäischen Völker vor den Hunnen gehabt haben. Die Hunnen waren im Verfall begriffene Nachkömmlinge der atlantischen Rasse. Ihr physischer Körper war wohl noch gesund, ihre Astralleiber dagegen waren bereits mit Fäulnisstoffen durchsetzt. Furcht und Schrecken sind ein ausgezeichneter Nährboden für die faulenden Stoffe des Astralplanes. So konnten diese faulenden Stoffe der atlantischen Volksstämme sich im Astralleib der europäischen Völker festsetzen und bewirkten von dort aus in späteren Generationen den Aussatz im physischen Körper.“

GA 100, S 239

„Ein weiteres Reich, das fortwährend in unserer Umgebung ist und dem wir ebenso angehören wie der elementarischen Welt, können wir die seelische Welt nennen. Auf den Namen kommt es ja nicht an. Mit der elementarischen Welt stehen wir wachend auch immer in Verbindung. Schlafend steht unser im Bette liegender Leib und unser Ätherleib mit dieser elementarischen Welt in Verbindung, mittelbar, wenn wir im Ich und astralischen Leib außer dem physischen und Ätherleib sind. Aber mit jener höheren Welt, die ich jetzt meine, stehen wir in unmittelbarster Verbindung, nur kann es eben auch für das gewöhnliche Leben nicht zum Bewußtsein kommen. Die Verbindung besteht im Schlafe, wenn wir unseren astralischen Leib frei um uns haben, aber auch im Wachen, wenn auch da die Verbindung durch die Kräfte, die der physische Leib an sich gezogen hat, vermittelt ist, also keine unmittelbare ist. Wiederum finden wir in dieser Welt – nennen wir sie die seelische, die mittelalterlichen Philosophen haben sie die himmlische genannt – Wesenheiten, welche ebenso wirklich, ja wirklicher sind, als wir während unseres Lebens zwischen Geburt und Tod, welche es aber nicht bis zu einer Verkörperung in einem physischen Leibe, auch nicht bis zu einer Verkörperung in einem ätherischen Leibe zu bringen brauchen, sondern welche leben als in ihrer niedrigsten Leiblichkeit in dem, was wir gewohnt sind, astralischen Leib zu nennen. Wir stehen mit einer großen Anzahl von solchen rein astralischen Wesenheiten fortwährend während unseres Lebens und nach unserem Tode in engster Verbindung. Wiederum unterscheiden sich die Menschen dadurch voneinander, daß die verschiedenen Menschen zu verschiedenen astralischen Wesenheiten in Beziehung stehen. Dabei kann es so sein, daß zwei Menschen Beziehungen haben zu gemeinsamen Astralwesen jeder von ihnen dann wiederum zu anderen -, aber sie haben beide zu einem oder mehreren Astralwesen gemeinsame Beziehungen.“

GA 168, S 186/187

„Dieser Welt nun, in der solche astralische Wesen sind, gehören wir Menschen selber an von der Zeit an, wo wir, nachdem wir durch die Todespforte geschritten sind, unseren ätherischen Leib abgelegt haben. Mit unserer Individualität sind wir dann solche Wesenheiten in der seelischen Welt, und unsere unmittelbare Umgebung sind Wesenheiten der seelischen Welt. Was in der elementarischen Welt enthalten ist, zu dem stehen wir dann so in Beziehung, daß wir in ihm das erregen können, was Imaginationen hervorruft in der geschilderten Weise. Aber die elementarische Welt haben wir dann in einer gewissen Art außer uns; sie ist, können wir auch sagen, unter uns. Sie ist mehr ein Teil, dessen wir uns zum Verkehr mit der übrigen Welt bedienen; derjenigen Welt, die wir jetzt als seelische Welt bezeichnet haben, gehören wir aber unmittelbar selber an. Wir haben unseren Umgang mit den Wesenheiten der seelischen Welt, also auch mit denjenigen Menschen, die durch die Pforte des Todes gegangen sind und nach einigen Tagen ihre ätherischen Leiber abgelegt haben. Gerade so, wie wir, auch wenn wir es nicht bemerken, fortwährend Einflüsse erlangen aus der elementarischen Welt, so haben wir auch fortwährend Einflüsse unmittelbar in unseren astralischen Leib herein aus dieser seelischen Welt, die ich jetzt schildere. Nur die unmittelbaren Einflüsse, die wir haben – die mittelbaren haben wir ja kennengelernt auf dem Wege durch den ätherischen Leib -, die unmittelbaren Einflüsse können Inspirationen sein.“

GA 168, S 187/188

„Nun aber ist auf der anderen Seite wiederum etwas ganz besonders wichtig. Auch der andere Pol der menschlichen Wesenheit, das Stoffwechselsystem, wirkt zurück auf das rhythmische System, und zwar wiederum so, daß wir die Art, wie es zurückwirkt, vielleicht am besten verstehen, wenn wir folgendes wissen: Hunger und Durst sind zunächst Dinge, die sich mit großer Deutlichkeit im menschlichen Astralleib offenbaren. Denn so wie der gewöhnliche Mensch Hunger und Durst kennt, kennt er sie ja natürlich als astralische Erscheinung. Was man so mit dem Bewußtsein erlebt, wie Hunger und Durst, das ist zunächst astralisch erlebt. Darüber muß man sich vollständig klar sein. Denn dasjenige, was nicht astralisch erlebt ist, von dem weiß der gewöhnliche Mensch gar nichts; was nur ätherisch erlebt ist, das liegt so tief im Unterbewußtsein drunten, daß er nichts davon weiß. Also für das gewöhnliche Leben sind Hunger und Durst, wenn wir uns des Ausdrucks bedienen dürfen, astralische Erlebnisse. Aber sie hören auf, astralische Erlebnisse zu sein, wenn sie zurückbleiben für dasjenige Erleben, das unter dem Schlaf sich abspielt, dann hören sie auf, gewöhnliche astralische Erlebnisse zu sein; aber sie hängen deshalb nicht weniger mit dem Astralleib zusammen, der im Schlafe auch wirkt, von unten nach oben. Und dasjenige, was von dieser Seite ausgeht, das heißt, ein Hunger und ein Durst, die im Menschen wirken, die wirken, wenn sie bleibend sind, zurück auf das rhythmische System, indem sie es unregelmäßig machen, indem sie es krank machen. Das bezieht sich selbstverständlich nicht auf den Hunger und den Durst, den wir am betreffenden Tage dann erlitten haben und mit dem wir schlafen gehen. Das wäre falsch, wenn man die Sache so ansehen würde, daß man hie und da hungrig sich schlafen legt oder daß man meinetwillen auch sogar längere Zeit sich hungrig schlafen legt, das ist nicht das Schlimme. Sondern das Schlimme ist dasjenige, wenn der Zustand des Hungers und des Durstes habituell wird, und namentlich wenn er dadurch erzeugt wird, daß der Stoffwechselorganismus nicht in Ordnung ist und dadurch der übrige Organismus nicht in entsprechender Weise ernährt wird. Also Nachwirkungen von Hunger und Durst in dieser Beziehung sind durchaus dasjenige, was nun den Störungen des Atmungs-Zirkulationsorganismus zugrunde liegt.“

GA 313, S 53/54

„Und dann macht man eine sonderbare Erfahrung, die Erfahrung, daß man ein Verhältnis gewinnen kann zu dem, was da an Vorstellungen auftaucht, daß man lieben und hassen kann, was da auf taucht, daß man Ehrfurcht hegen kann gegenüber dem einen, Hochmut gegenüber dem anderen. Es erwacht nicht nur eine Summe von inneren Vorstellungen, sondern es erwacht etwas wie auf- und abwogende übersinnliche Gefühle und Empfindungen. Man ist ganz mit sich allein, allein mit seiner inneren Welt, welche da auftaucht. Man weiß zunächst selber nichts außer irgendeinem unbestimmten Dunkel, aber man ist voller Beziehung zu diesen Dingen. Nehmen wir ein charakteristisches Beispiel. Etwas, das da als Bild auftaucht, flößt einem Liebe ein. Jetzt ist man in einer starken Versuchung. Eine furchtbare Versuchung tritt auf, denn man liebt jetzt etwas, was in einem selber drinnen ist. Man ist der Versuchung ausgesetzt, die Sache deshalb zu lieben, weil sie einem selbst angehört, und man muß jetzt mit aller Kraft dahin wirken, daß man dieses Wesen nicht liebt, weil man es hat, sondern deshalb, weil es dieses oder jenes ist trotzdem es in einem ist. Selbstlos machen das, was in dem Selbst drinnen ist, das wird Aufgabe. Und das ist eine schwere Aufgabe, eine Aufgabe, mit der sich nichts Seelisches in der gewöhnlichen Sinneswelt vergleichen läßt. Im gewöhnlichen Sinnensein ist es gar nicht möglich, daß ein Mensch ganz selbstlos liebt, was in ihm drinnen ist. Das muß er aber, wenn er dort hinaufkommt. Dadurch, daß man das Wesen überstrahlt mit der Kraft der Liebe, strahlt es selber Kraft aus, und man merkt jetzt dadurch: das will aus einem heraus. Und man merkt weiter: Je mehr man selber Liebe anwenden kann, desto mehr bekommt es selber die Kraft, etwas, was wie eine Hülle in einem ist, zu durchbrechen und hinauszudringen in die Welt. Wenn man es haßt, bekommt es ebenso Kraft; es spannt einen dann, preßt einen und drängt sich durch, wie wenn sich die Lungen oder das Herz durch die Haut des Leibes durchdrängen wollten. Das geht durch alles, womit man sich durch Liebe und Haß in ein Verhältnis bringt. Aber der Unterschied zwischen beiden Erlebnissen ist der: Was man selbstlos liebt, das geht fort, aber man fühlt, es nimmt einen mit, man macht den Weg durch, den es selber durchmacht. Was man haßt oder dem gegenüber man hochmütig ist, das durchreißt die Hülle und geht fort und läßt einen allein, und man bleibt in der Einsamkeit. Diesen Unterschied merkt man auf einer bestimmten Stufe sehr stark: man wird mitgenommen oder zurückgelassen. Und wenn man mitgenommen wird, so hat man die Möglichkeit, hinzukommen zu dem Wesen, das man in seinem Abbild erlebt hat. Man lernt es kennen. Und dadurch, daß in einem auftauchen die Abbilder von Wesen, die man noch nicht kennt, und man zu ihnen Beziehungen erhält, kommt man aus sich heraus und kommt zu der ganzen Bevölkerung, die man in einer zweiten geistigen Welt kennenlernt. Man lebt sich ein in eine Welt, welche gewöhnlich die devachanische Welt genannt wird, die eigentliche geistige Welt, nicht etwa in die astralische Welt. Denn das ist ein vollständiges Unding, daß der Mensch durch seinen astralischen Leib, den ich beschrieben habe als den Erwecker des elementarischen Leibes, in die astralische Welt käme, sondern man kommt in die eigentliche geistige Welt, in das, was in meiner «Theosophie» das Geisterland genannt wird, und steht lauter geistigen Wesenheiten gegenüber.“

GA 138, S 81/82

„Gestern versuchte ich mit Worten, die nun einmal für solche Dinge möglich sind, zu charakterisieren den Unterschied des Herausrückens aus dem physischen Leibe zu dem Erleben, dem Erfühlen im ätherischen oder elementarischen Leibe und im astralischen Leibe. Und ich bemerkte, daß das Erleben so verläuft, daß das Sich-Hineinleben in den elementarischen oder ätherischen Leib sich ausnimmt wie eine Art Hinausfließen in die Weiten der Welt, wobei man das Bewußtsein durchaus behält, daß man von einem Mittelpunkte, nämlich von seiner eigenen Leiblichkeit, nach allen Seiten ins Unbegrenzte ausströmt. Das Erleben aber im astralischen Leibe stellt sich so dar, daß es sich wie ein Aus-sich-Herausspringen und Hineinspringen in den astralischen Leib ausnimmt, so daß man sich wirklich jetzt erst erlebend fühlt so außerhalb seines physischen Leibes, daß man alles, was man war im physischen Leibe, was man «sich selbst» nennt im physischen Leibe, wie etwas empfindet, was man außer sich hat, wie ein Außer-sich-Seiendes. In einem anderen ist man drinnen. Ich habe schon gestern darauf hingedeutet, daß die Welt, der man sich dann gegenüber befindet, die Bezeichnung des Geisterlandes tragen muß in Gemäßheit zum Beispiel meiner «Theosophie». Man könnte auch sagen, es sei der niedere Mentalplan, denn es wäre unrichtig zu glauben, daß, wenn man in richtiger, selbstloser Weise dazu gelangt, im astralischen Leibe zu leben, man dann in dem wäre, was man gewöhnlich die astralische Welt nennt, indem man mit diesem Worte etwas Niedriges verbindet.“

GA 138, S 83

„Nun ist der Unterschied gegenüber dem Leben, Beobachten und Erfahren im Sinnensein und dem Erfahren in dem astralischen Leibe gegenüber dem Geisterlande durchaus verschieden, ganz gewaltig verschieden. Denn im Sinnensein stehen wir gegenüber Stoffen, Kräften, Dingen, Vorgängen und so weiter. Wir stehen auch Wesen gegenüber im Sinnensein, stehen ja vor allen Dingen außer den Wesen der anderen Naturreiche – sofern wir berechtigt sind, sie so zu nennen – unseren eigenen Mitmenschen gegenüber. Wir stehen im Sinnensein diesen anderen Wesenheiten so gegenüber, daß wir wissen, diese Wesenheiten nehmen in sich auf die Stoffe und Kräfte der Welt eben des Sinnenseins, durchdringen sich damit und leben dadurch mit dem Leben, welches verläuft in den Naturgesetzen und durch die Naturkräfte der äußeren Welt. Kurz, wir müssen unterscheiden im Sinnensein zwischen dem Naturverlauf und den Wesenheiten, die sich innerhalb dieses Naturverlaufes ausleben und sich mit den Stoffen und Kräften desselben durchdringen. Wir haben den Naturverlauf und die Wesenheiten.“

GA 138, S 83/84

„Nehmen wir im astralischen Leibe in der geistigen Welt wahr, so können wir diesen Unterschied auch nicht mehr so machen. Wir stehen eigentlich in dieser geistigen Welt nur Wesenheiten gegenüber, und diesen Wesenheiten steht nicht das entgegen, was man Naturverlauf nennen könnte. Alles ist Wesen, was einem begegnet, wozu man auf die Weise, wie es gestern angedeutet worden ist, geführt wird. Überall wo etwas ist, ist Wesen, und man kann nicht sagen wie im Sinnensein: Dort ist ein Tier und dort sind äußere Stoffe, die von ihm gegessen werden. – Diese Zweiheit gibt es dort nicht, sondern was ist, ist Wesen. Und wie man sich zu diesen Wesen zu stellen hat, habe ich auch schon gesagt: daß es hauptsächlich die Welt der Hierarchien ist, die wir von anderen Gesichtspunkten aus öfter charakterisiert haben. In ihrer Stufenfolge lernt man die Welt der Hierarchien kennen, von denjenigen Wesenheiten an, die man zunächst kennenlernt als die Angeloi und Archangeloi, Engel und Erzengel, wie sie in unserer Terminologie genannt werden, bis zu den Wesenheiten, die einem fast zu entschwinden scheinen, so undeutlich werden sie, den Cherubim und Seraphim. Aber es ist eines möglich, wenn man sich in diesen Welten befindet: eine Beziehung zu diesen Wesenheiten zu gewinnen. Was man im Sinnensein ist, das muß man vorher zurücklassen im Sinne der gestrigen Auseinandersetzungen; aber wie ich Ihnen gesagt habe, man behält es doch zurück in der Erinnerung. Man trägt die Erinnerung an das Abgelebte in diese Welten hinein, und wie man im Sinnensein auf die Erinnerungen zurücksieht, so blickt man auf das, was man im Sinnensein ist, von der höheren Welt aus zurück, man hat es in der Erinnerungsvorstellung.“

GA 138, S 84/85

„Wenn wir dieses Bild vor uns hinstellen, müssen wir uns aber alles dasjenige wegdenken, was in unserem Ich und in unserem astralischen Leib ist, und wir müssen uns wegdenken von dem kosmischen Bilde das Bild der Tiere mit ihrem astralischen Leib. Dasjenige, was in unserem astralischen Leib ist, gehört eben nicht dem an, was auf der einen Seite irdisch ist, was auf der andern Seite ätherisch ist, sondern es gehört wiederum einer ganz andern Welt an, aber einer solchen Welt, die wir gar nicht auf dieselbe Weise suchen, wie wir den Äther suchen. Wenn man es bildhaft beschreibt, und diese Dinge können eben nur bildhaft beschrieben werden, weil man sonst in irdische Vorstellungen hineinkommt, so müßte man sagen: Wie kommt man zu einer Vorstellung vom Weltenäther? ‑ Man kommt zu einer Vorstellung vom Weltenäther, wenn man dasjenige, was hier auf Erden ist, einfach nach auswärts verfolgt, wenn man sich immer weiter und weiter nach auswärts schwingt ‑ man muß das natürlich geistig tun. Hier auf der Erde ist eigentlich die Wirksamkeit des Äthers kaum leicht wahrzunehmen, denn da ist sie am schwächsten. So wie die irdischen Beleuchtungseffekte zum Beispiel am schwächsten werden weit draußen, so ist die Wirksamkeit des Weltenäthers am schwächsten in der Nähe der Erde. Sobald wir hinausgehen in die Weltenfernen, wird immer mehr und mehr das eigentliche Wesen der ätherischen Wirksamkeit Tatsache. Gehen wir hinaus in die Weiten der Welt, dann beginnt uns aufzuleuchten, wie das Physische der Erde in das Ätherische eingewoben wird nach ganz andern Gesetzen, als diejenigen sind, die auf der Erde zu finden sind. Aber könnte man nun ganz hinauskommen bis zu den Grenzen, wo der Äther von außen hereinsprüht seine Wirkungen, dann würde man etwas Kurioses erleben. Die oberflächlichen physischen Denker sagen: Wenn du dich hier von der Erde in radialer Weise hinaus in die Welt bewegst, dann kannst du ins Unendliche fortgehen. Höchstens werden noch diejenigen, die etwas neuere Geometrie kennen, sagen: Wenn man da ins Unendliche hinausgeht, kommt man auf der andern Seite wiederum zurück, es wird nur etwas lange dauern. ‑ Aber das ist gedacht, in der Realität ist es nämlich nicht so. In der Realität kommen Sie wirklich an ein Ende, wenn auch der Weg für irdische Verhältnisse, oberflächlich ausgesprochen, unendlich genannt werden kann. Die Welt hat ein Übergehen von irdischer Gesetzmäßigkeit zu kosmischer Gesetzmäßigkeit, die hereinstrahlt. Die Welt ist ein geschlossenes Ganzes, und kommt man ans Ende ‑ Sie müssen sich das nur bildlich vorstellen ‑, dann trifft man überall an das Innere einer Kugeloberfläche. Da strahlt dann herein das Astralische. Das Astralische beginnt von außen hereinzuwirken, indem es sich des Ätherischen bemächtigt.“

GA 224, S 100/101

„Nun erscheint es gewiß vertrackt und phantastisch, wenn der heutigen Menschheit gesagt wird: Die ganze Entwickelung, selbst der sprachliche Volksgeist hat in Mitteleuropa so gewirkt, daß hereingeprägt wurde in seine Sprache dieser Zusammenhang des Ich mit dem Christus-Prinzip: I-CH = Jesus Christus. I-CH, das sich zusammenfügt so, daß es «Ich» wurde. Und indem man in Mitteleuropa Ich ausspricht, spricht man den Namen des Christus aus. So nahe will man das Ich mit dem Christus fühlen, so innig damit verbunden sein. Dieses intime Zusammenleben mit der geistigen Welt, wie es in Mitteleuropa auf allen geistigen Gebieten angestrebt werden muß, kennt man weder im Westen noch im Osten. Daher muß im 20. Jahrhundert etwas geschehen, damit sich allmählich über den ganzen europäischen Kontinent in entsprechender Weise ausbreiten kann das Christus-Prinzip. Ich habe es öfter in verschiedenen Vortragszyklen betont, daß im November 1879 diejenige geistige Wesenheit, die wir als den Erzengel Michael bezeichnen, eine besondere Entwickelungsstufe erreicht hat. Michael wurde sozusagen der führende Geist. Dieser führende Geist bereitet nun das Ereignis vor, das im ersten meiner Mysteriendramen als Erscheinung des ätherischen Christus über die Erde hin angedeutet ist, das Ereignis, welches im 20. Jahrhundert eintreten muß. Dann wird eintreten, daß erst einzelne Seelen, dann mehr und immer mehr Seelen wissen werden: Der Christus ist wirklich da, der Christus wandelt wiederum auf der Erde, aber in ätherischer Gestalt, nicht in physischer Gestalt. – Das muß vorbereitet werden. Wenn im Laufe dieses 20. Jahrhunderts gewissen Seelen die geistigen Augen hellsichtig geöffnet würden – und das wird geschehen – für das, was in der ätherischen Welt lebt, würden sie gestört werden durch jene Ätherleiber, die von Westeuropa her sich ausbreiten. Auf die würde der geistige Blick zuerst fallen, und man würde in unrichtiger Weise die Gestalt des Christus sehen. Daher muß Michael einen Kampf kämpfen in Europa. Er muß etwas beitragen, daß diese westeuropäischen starren Ätherleiber aufgelöst werden in der ätherischen Welt. Dazu muß er diejenigen Ätherleiber nehmen, die sich gerne auflösen, die Ätherleiber im Osten, und muß mit ihnen kämpfen gegen Westen. Das bewirkt, daß sich seit 1879 ein mächtiger Kampf in der astralen Welt vorbereitet hat zwischen russischen und westeuropäischen Ätherleibern, und dieser Kampf durchtobt die ganze astralische Welt. Es ist wirklich ein heftiger Kampf vorhanden in der Astralwelt, geführt von Michael, zwischen Rußland und Frankreich. Das ist das, was in der Astralwelt zugrunde liegt dem Kampfe, der da tobt in Europa. Und wie wir oftmals so erschütternd davon ergriffen werden, daß etwas, was hier in der physischen Welt sich vollzieht, in der geistigen Welt entgegengesetzt ist, so ist es auch hier der Fall. Jenes durch Verführung von Ahriman zusammengekommene französisch-russische Bündnis, das vorzugsweise auf dem ahrimanischen Element, nämlich auf zwanzig Milliarden beruht, die von Frankreich an Rußland gegeben worden sind, ist der physische Ausdruck für einen Kampf, der tobt zwischen französischen und russischen Seelen, für einen Kampf, in den Mitteleuropa mit seinem Streben im innersten Seelenelement nach dem Begegnen mit dem Christus hineingestellt ist. Und Europa ist dem Karma verfallen, daß gerade in Mitteleuropa in tragischer Weise erlebt werden muß, was der Osten mit dem Westen und der Westen mit dem Osten auszumachen hat. Die Dinge, die äußerlich das deutsche Element mit dem französischen Element auszumachen hat, sind nur so aufzufassen, daß das Deutsche eben mitten zwischen dem Osten und dem Westen ist und nach beiden Seiten als Amboß wirkt. Denn das, was von beiden Seiten in Deutschland zusammengestoßen wird, das wird in Wahrheit von diesen beiden Seiten verhandelt. Das ist die geistige Wahrheit, die ganz anders ist als das, was sich äußerlich in der physischen Welt abspielt. Denken Sie, wie verschieden die geistige Wahrheit von dem ist, was sich äußerlich in der physischen Welt abspielt! Alles das klingt gewiß den heutigen Menschen grotesk, aber die Wahrheit ist es. Erschütternd muß diese Wahrheit auf uns wirken.“

GA 159, S 262-264

„Aber noch eine andere Sache ist außerordentlich bedeutsam. Es widerspricht gewiß alledem, was uns die Geschichte zeigen kann, daß England, nachdem es immer mit der Türkei gegen Rußland vereint war, nun plötzlich mit Rußland gegen die Türkei kämpfen muß. Verstehen kann man diesen Widerspruch erst, wenn man folgende okkulte Beobachtung macht. Während hier unten auf dem physischen Plan England mit Rußland vereint das türkische Element bekämpft, stellt sich folgendes für die okkulte Beobachtung dar. Wenn man in bezug auf diesen Kampf okkult beobachtet und gleichsam von unten herauf auf den physischen Plan schaut und dann auf den Astralplan, so stellt sich heraus: Für den Norden erscheint einem Rußland mit England verbündet, und für den Südosten erscheint einem die Türkei mit England verbündet. Das rührt davon her, daß das Bündnis zwischen England und Rußland nur eine Bedeutung hat auf dem physischen Plan, aber keine Abspiegelung hat in der geistigen Welt, da es ganz auf materiellen Interessen beruht. Von unten sieht man nur auf dem physischen Plan England und Rußland verbunden im Norden. Im Süd-osten sieht man durch den physischen Plan hindurch auf dem Astralplan die Engländer mit den Türken seelenhaft vereint gegen Rußland kämpfend. So kämpft England auf dem physischen Plan auf der einen Seite zusammen mit Rußland, und auf der andern Seite wird Rußland von England bekämpft. So müssen wir die Dinge betrachten, die sich äußerlich wirklich abspielen, insofern sie sich als äußere Geschichte offenbaren. Denn das, was dahintersteckt, ist eben etwas ganz anderes.“

GA 159, S 264/265

 

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