Konstitution

RS Aetherleib (2)

Der Begriff des „Ätherleib“ bei Rudolf Steiner

Quelle GA R.Steiner

 

„Der ätherische Leib wird ja von dem Menschen seiner wesentlichen Substantialität nach aufgenommen, indem sich der Mensch aus dem vorgeburtlichen Leben hereinbegibt in das physische Erdenleben. Der ätherische Leib wird ja zusammengesetzt in dem Sinne, wie der Mensch gelebt hat zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Und alles, was da aus dem Universum heraus, wie symbolisch die Geisteswissenschaft sagt: was da der Mensch aus Nord, Süd, Ost, West in sich aufgenommen hat von den Himmeln, das trägt der ätherische Leib in sich. Er kann es nur aus dem angegebenen Grunde während des Wachzustandes nicht zeigen. Er zeigt es während des Schlafzustandes. Da ist der Mensch eigentlich ganz Erinnerung, Erinnerung zunächst an das Erdenleben.“

GA 208, S 199

„Es kommt den Menschen ab und zu ins Bewußtsein, daß sie, indem sie in ihren ätherischen Leib untertauchen, in ein Bildermeer untertauchen, was sie dann zu den Träumen zählen. Wer aber in dieser Beziehung sich die Mühe gegeben hat, beim Aufwachen das Bildermeer zu beobachten, das der Mensch gleichsam durchmißt beim Aufwachen, wenn er beobachtet, was da erlebt wird, dann entdeckt er, wie eigentlich das ganze Erdenleben enthalten ist in diesem Ätherleib während des Schlafes. Der Mensch lebt und webt eigentlich in alledem, was er seit seiner Geburt durchgemacht hat im Ätherleib während des Schlafes.“

GA 208, S 199

„Aber alles das ist für den Ätherleib eben durchgestaltet vom Kosmos heraus, von kosmischen Kräften. Und weil jetzt nichts hereinspielt vom astralischen Leib und vom Ich, deshalb strahlt der ätherische Leib das aus, was er eingegliedert, eingeimpft erhalten hat bei seiner Geburt. Der Ätherleib des Menschen wird strahlend (siehe Zeichnung, gelbe Pfeile).

Das ist eine bedeutsame Tatsache, dieses Strahlendwerden des Menschen im Schlafzustande. Dieses Strahlendwerden des Menschen im Schlafzustande ist in der Tat etwas, was für die Erdenwelt, wenn diese in die Nacht getaucht ist nach der untergegangenen Sonne, im Gegensatz zu den physischen Strahlen der Sonne, ein seelisches Strahlen der Menschheit darstellt. Allerdings, in diesem seelischen Strahlen der Menschheit ist eingegliedert ruinierend, verkümmernd, zerstörend alles das, was die Menschen aus ihrer Schlechtigkeit heraus durch ihren astralischen Leib und durch ihr Ich dem ätherischen Leib während ihres Lebens einpflanzen. Aber die Erde würde mit ihrer Entwickelung nicht zurecht kommen, wenn dieses Erstrahlen der Menschheit nicht stattfände.“

GA 208, S 200/201

„Hätte ein Beobachter dazu die nötigen Organe, und wäre er im Kosmos draußen und würde die Erde vom Kosmos aus beobachten, er würde sagen: Während des Tages sieht man auf der von der Sonne beschienenen Seite der Erde eben das zurückgestrahlte Sonnenlicht; aber wenn die Nacht sich über einen Teil der Erde lagert, dann phosphoresziert, dann leuchtet nach die Erde. ‑ Und das, was da ein solcher Beobachter nachleuchtend finden würde, das sind die menschlichen Ätherleiber. Das alles braucht aber auch die Erde, um weiterzukommen in ihrer Entwickelung. Wenn auf der Erde keine Menschen schlafen würden, würde die vegetabile Kraft der Erde viel schneller ersterben müssen, als sie im Erdenleben eben erstirbt. Der Mensch ist durchaus nicht eingegliedert in das Erdendasein, um bloß für sich zu leben, er ist nicht bedeutungslos für die ganze Gestaltung der Erde. Was er in geistigen Welten aufnimmt zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, das strahlt er wiederum schlafend aus seinem Ätherleibe in die Erdenentwickelung aus während seines irdischen Lebens.“

GA 208, S 201

„So daß wir sagen können: Für den physischen Leib ist es so, daß von oben nach unten gestrahlt wird; für den ätherischen Leib verhält es sich so, daß von innen nach außen gestrahlt wird. Das Schlafen des Menschen hat eben durchaus auch eine kosmische Bedeutung.

Deshalb mußte ich Ihnen gestern auch sagen: Wenn nun das Ich und der astralische Leib wiederum untertauchen in den Ätherleib, dann hat man die Empfindung des Herbstlichen, während man, wenn der Ätherleib frei liegt im Schlafe, die Empfindung des Frühlingshaften, Sommerlichen hat. Es ist in der Tat so, daß gewissermaßen mit dem Aus‑ und Eingehen des astralischen Leibes der Mensch sonnenhafter oder winterlicher wird in geistig‑seelischer Beziehung.

Wir können also sagen: Der ätherische Leib des Menschen ist im Schlafe so, daß die Kräfte des Kosmos, nämlich diejenigen, die der Mensch sammelt zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, gestaltend wirken auf die Erde. Darinnen wirkt auch ein höheres Bewußtsein als das, was dem Menschen zunächst für seine wache Betätigung zur Verfügung steht. In dieser Tätigkeit, in dieser schlafenden Tätigkeit des Ätherleibes wirkt nämlich das Bewußtsein des Lebensgeistes. Es ist dasjenige Bewußtsein, zu dem der Mensch sich erst hinaufentwickeln wird, wenn unser Erdenplanet bei der Metamorphose des Venusdaseins angekommen sein wird.“

GA 208, S 201/202

„Wenn wir den Menschen in seiner heutigen Gestalt betrachten, wie er sich zusammensetzt aus physischem Leib, Ätherleib, astralischem Leib und Ich, so stellt sich für das hellseherische Bewußtsein vor allen Dingen die wichtige Tatsache heraus, daß der physische Leib und der  Ätherleib in bezug auf Größe und Form ‑ wenigstens für die oberen Partien des Menschen ‑ annähernd gleich sind. Namentlich wenn wir uns den Kopf des Menschen denken, wie er sich uns physisch darstellt, so fällt er fast ganz mit dem Ätherteil des Kopfes zusammen; nur etwas ragt nach allen Seiten der Ätherkopf des Menschen über den physischen Kopf hinaus. Das ist bei den Tieren durchaus nicht der Fall. Schon bei den höheren Tieren ist ein gewaltiger Unterschied vorhanden zwischen der Form und Größe des Ätherteils des Kopfes und dem physischen Kopfe. Wenn Sie ein Pferd zum Beispiel mit hellseherischem Bewußtsein betrachten, werden Sie sehen, daß weit über den physischen Kopf und in ziemlich anderer Gestalt, als dieser ist, der Ätherkopf hinausragt. Wenn ich Ihnen aufzeichnen würde, was für ein Gebilde der Elefant über seinem Rüssel und über dem Kopfe hat, würden Sie recht erstaunt sein über die Wesenheit eines solchen Tieres. Denn was die physische Wahrnehmung von einem solchen Tiere sieht, ist ja nur der verfestigte physische Teil in der Mitte. Diese Tatsache wollen wir einmal ins Auge fassen.“

GA 112, S 84

„Des Menschen Vollkommenheit auf unserem physischen Plan beruht im Grunde genommen darauf, daß sich sein Ätherleib so stark mit seinem physischen Leibe deckt. Das war aber nicht immer der Fall. Es gab in den Zeiten unserer Erdentwickelung, die wir in den letzten Betrachtungen verfolgt haben, auch Epochen, wo des Menschen Ätherleib durchaus nicht in dieser Weise zusammenfiel mit dem physischen Leibe, wie es heute der Fall ist. Ja es besteht der Fortschritt des Menschen im Laufe seiner Entwickelung darin, daß nach und nach der über den physischen Leib hinausragende Ätherleib hineinkroch gleichsam in den physischen Leib und allmählich mit ihm zur Deckung kam. Nun ist es wesentlich, ins Auge zu fassen, daß dieses Durchdringen von Ätherleib und physischem Leib zu einer ganz bestimmten Zeit der Erdentwickelung stattfinden mußte, wenn die Menschheit in der richtigen Art ihre Entwickelung durchmachen sollte. Wäre der Ätherleib des Menschen früher zur Deckung gekommen mit dem physischen Leib, so würde der Mensch eine gewisse Stufe der Entwickelung zu früh erlangt und sich in ihr verhärtet haben, so daß er hätte stehen bleiben müssen. Daß er eine gewisse Entwickelungsmöglichkeit erlangte, das rührt davon her, daß dieses Decken in einem ganz bestimmten Zeitpunkt stattgefunden hat. Dazu müssen wir uns einmal genauer die Entwickelung anschauen, die wir in großen Umrissen gestern und vorgestern vor unser geistiges Auge führten.“

GA 112, S 84/85

„In dem Augenblicke, als der Mond die Erde verließ, waren ja auf der Erde die wenigsten von den Menschenseelen, die später verkörpert waren. Da waren ja die Menschenseelen verteilt auf die verschiedenen Weltenkörper. Während der letzten lemurischen Zeit und der ersten atlantischen Zeit kamen diese Menschenseelen herunter. Wenige Menschen, sagte ich Ihnen, hatten die Krisis während der lemurischen Epoche erleben können, denn nur die Stärksten, die vor dem Mondenaustritt diese erhärtende, noch nicht wieder erweichte Materie beziehen konnten, hatten sich über diese Mondkrisis der Erde erhalten. Als sich aber dann alles aufweichte, was sich während der Mondkrisis verhärtet hatte, als sich Nachkommen bildeten, die nicht durch die Vererbungsverhältnisse in feste Konturen gepreßt, sondern beweglich waren, da kamen nach und nach wieder die Seelen von den verschiedenen Planeten herunter und bezogen diese Leiber. Diejenigen Gestalten allerdings welche ganz früh physisch wurden nach der Mondabtrennung, behielten die feste Gestalt durch Vererbung und konnten menschliche Seelen auch nicht nach der Mondabtrennung aufnehmen. Wir können uns geradezu den Vorgang so vorstellen, daß diese Seelen das Bedürfnis haben, wieder herunterzukommen auf die Erde. Da unten entstehen die mannigfaltigsten Gestalten, Nachkommen der Gestalten, die übriggeblieben waren nach der Mondabtrennung, und unter diesen gibt es die verschiedensten Grade der Verhärtung. Diejenigen Menschenseelen, überhaupt diejenigen Seelenwesenheiten, die in einer gewissen Beziehung am wenigsten jetzt schon den Drang hatten, sich ganz mit einer Materie zu vereinigen, wählten sich nun die weichsten dieser Gestalten und verließen sie auch bald wieder. Dagegen waren die anderen Seelenwesen, die sich jetzt schon mit den verhärteten Gestalten vereinigten, an diese Gestalten gefesselt, und infolgedessen blieben sie zurück in der Entwickelung. Gerade die dem Menschen nächststehenden Tiere sind dadurch entstanden, daß gewisse Seelen, die aus dem Weltenraum heruntergestiegen sind, nicht haben warten können. Sie haben zu früh die Leiber unten aufgesucht und sie zu festbegrenzten Gestalten gemacht, bevor sich diese Leiber ganz durchdringen konnten mit dem Ätherleib. Die Menschengestalt ist so lange plastisch geblieben, bis sie sich ganz an den Ätherleib anpassen konnte. Dadurch entstand jene Deckung, von der ich gesprochen habe, und die sich ungefähr im letzten Drittel der atlantischen Zeit vollzog. Vorher war es so, daß der menschliche Seelenteil, der da herunterkam, den Leib flüssig erhielt und dafür sorgte, daß der Ätherleib nicht vollständig mit irgendeinem Teil des physischen Leibes zusammenschmolz. Dieses Zusammengreifen von Ätherleib und physischem Leib geschah an einem ganz bestimmten Zeitpunkt. Erst während der atlantischen Epoche nahm der menschliche physische Leib eine bestimmte Konfiguration an und fing an, sich zu verhärten.

Wäre an diesem Zeitpunkt der atlantischen Entwickelung nichts anderes geschehen, wäre sonst gar nichts eingetreten, dann würde die Entwickelung anders verlaufen sein, als es in Wirklichkeit geschehen ist. Dann würde der Mensch von einem früheren Bewußtseinszustand zu einem späteren ziemlich rasch übergegangen sein. Bevor der Mensch völlig vereint war in bezug auf seinen physischen und seelischen ‚Teil, war er ein hellseherisches Wesen, aber dieses Hellsehen war ein dämmerhaftes, ein dumpfes. Der Mensch hatte die Möglichkeit, in die geistige Welt hineinzuschauen, aber er konnte nicht zu sich « Ich » sagen, er konnte sich nicht von der Umgebung unterscheiden. Selbstbewußtsein fehlte ihm. Das trat in dem Punkt der Entwickelung ein, wo sich der physische Leib mit dem Ätherleib vereinigte. Und wenn nichts anderes geschehen wäre, hätte in verhältnismäßig kurzer Zeit das Folgende stattgefunden.

Der Mensch hatte vor diesem Zeitpunkt ein Bewußtsein von der geistigen Welt. Er konnte die Tiere, Pflanzen und so weiter nicht deutlich sehen, wohl aber ein Geistiges um sie herum. Er würde zum Beispiel die Gestalt des Elefanten nicht deutlich gesehen haben, aber das  Ätherische, das sich über dem physischen Leibe des Elefanten ausdehnt, das würde er gesehen haben. Dieses Bewußtsein der Menschen würde nach und nach geschwunden sein, das Ich würde sich ausgebildet haben beim Zusammenfallen des physischen und ätherischen Leibes, und der Mensch würde wie von einer anderen Seite her die Welt an sich haben herankommen sehen. Während er früher hellseherische Bilder geschaut hatte, würde er von diesem Zeitpunkt an eine Außenwelt wahrgenommen haben, aber zugleich auch die geistigen Wesenheiten und geistigen Kräfte, die dieser Außenwelt zugrunde liegen. Er würde das physische Bild der Pflanze nicht so gesehen haben, wie wir es heute sehen, sondern gleichzeitig mit diesem physischen Bild hätte er das geistige Wesen der Pflanze wahrgenommen. Warum ist nicht im Verlaufe der Entwickelung das dumpfe Hellseherbewußtsein einfach abgelöst worden von einem Gegenstandsbewußtsein, das aber zugleich den Menschen Geistiges hätte wahrnehmen und wissen lassen?“

GA 112, S 87-89

„Wir haben das gestern darauf zurückgeführt, daß von dem mütterlichen Element, wie es sich vererbt von Generation zu Generation, dasjenige herrührt, was im Ätherleibe des Menschen ist, so daß jeder Mensch in seinem eigenen Ätherleibe das Erbstück des mütterlichen Elementes trägt, wie er in seinem physischen Leibe das Erbstück des väterlichen Elementes hat. Indem nun Blutsverwandtschaft da war, war die Vererbung, die sich fortsetzt von Ätherleib zu ‑Ätherleib, eine große, und die alte Fähigkeit des Hellsehens hing an dieser Vererbung. Die Menschen, die herstammten aus den nahen Ehen, erbten mit dem Blute, mit dem verwandten Blute in ihrem Ätherleib die alte Weisheitsfähigkeit. Als nun das Blut sich immer mehr mischte, immer mehr fremde Stämme sich ineinander mischten in der fernen Ehe, da wurde auch die Möglichkeit, die alte Weisheit zu vererben, immer geringer. Denn wie wir gestern schon sagten: Das Blut der Menschen änderte sich, es wurde durch die Blutmischung so, daß die Menschen die alte Weisheit mehr und mehr verdunkelten. Mit anderen Worten: Das Blut, der Träger vererbter mütterlicher Eigenschaften, wurde immer weniger geeignet, die alte Hellsehergabe zu vererben. Das Blut entwickelte sich eben so, daß die Menschen immer unfähiger wurden, in die geistige Welt hineinzublicken. Physisch also müssen wir sagen: Das Blut der Menschen entwickelte sich in der Weise, daß es immer weniger fähig wurde, die alte, den Menschen sicher leitende Weisheit zu tragen, und immer mehr in das andere Extrem verfiel, der Träger des Egoismus zu sein, das heißt dessen, was die Menschen als Iche gegeneinander und nebeneinander stellt. Und damit wurde es auch immer weniger fähig, die Menschen in Liebe zusammenzubringen.“

GA 112, S 223/224

„Ich habe Ihnen ja schon angedeutet, daß in der alten atlantischen Zeit ein ganz anderer Zusammenhang war zwischen dem menschlichen physischen Leibe und dem menschlichen Ätherleibe als später. Von den vier Gliedern der Menschennatur gilt heute, daß der physische Leib und Ätherleib so miteinander verbunden sind, daß sie sich ungefähr decken, und besonders ist das bei dem Kopfteil des Menschen der Fall. So ist es aber nur für die heutige Zeit. Wenn wir zurückgehen in die atlantische Zeit, so haben wir da einen solchen Zusammenhang, daß der menschliche Ätherleib in bezug auf den Kopfteil überall weit hinausragte. Der Mensch hatte seinen Ätherleib, besonders in bezug auf den Kopf, in der atlantischen Zeit weit aus dem physischen Leib heraußen. Nun ist die atlantische Entwickelung eben so, daß immer mehr und mehr der Ätherleib zur Deckung kam mit dem physischen Leibe, insbesondere in bezug auf den Kopf. Immer mehr zieht der Ätherleib sich in den physischen Leib hinein und verändert natürlich auch dadurch dieses Glied der menschlichen Wesenheit. Also das ist das Wesentliche in bezug auf diese Seite der menschlichen Entwickelung, daß der Ätherteil des menschlichen Kopfes immer weiter sich hineinzieht in den physischen Teil des Kopfes und daß beide zur Deckung kommen. Nun war der Ätherleib, solange er außerhalb des physischen Kopfes war, in einer ganz anderen Lage als nachher. Es war so, daß er von allen Seiten mit Strömungen verbunden war, mit anderen geistigen Wesenheiten; und was da aus‑ und einströmte, das gab diesem menschlichen Ätherleib in den atlantischen Zeiten die Fähigkeit des Hellsehens. Also diese Fähigkeit des Hellsehens rührt davon her, daß der Ätherleib noch nicht ganz im physischen Leibe drinnen war in bezug auf den Kopf, und daß von allen Seiten Ströme hineingingen in den Kopf und diesem Ätherleib die Fähigkeit des Hellsehens gaben.“

GA 112, S 225/226

„Aber in gewisser anderer Beziehung geht dann die Entwickelung doch ihren Gang weiter. Der Mensch ist in der atlantischen Zeit untergetaucht mit dem Ätherleib in den physischen Leib. Das war sozusagen sein Unglück, als er in gewisser Beziehung gottverlassen war, daß er da in dieser physischen Welt innerhalb des physischen Leibes die Einflüsse Luzifers und Ahrimans erlebte. Es war sein Verhängnis. Und die Folge davon war, daß gerade durch den Einfluß des physischen Leibes, durch das Leben im physischen Leibe das alte Weisheitsgut unbrauchbar wurde. Wie geschah das? Früher hat der Mensch nicht im physischen Leibe gelebt. Da hat er sozusagen aus der Kasse seines Vaters, der alten Weisheitsgüter heraus die Weisheit genommen, das heißt, er hatte seine Kasse außerhalb seines physischen Leibes, weil er eben mit seinem Ätherleib draußen war. Diese Kasse war allmählich versiegt. Der Mensch hätte müssen in seinem eigenen Leib eine Kasse haben, um sein Weisheitsgut zu vermehren. Die hatte er aber nicht. Und so kam es denn, weil der Mensch in seinem eigenen Leib keinen Quell hatte zur Erneuerung der Weisheit, daß jedesmal, wenn er herausstieg nach dem Tode aus seinem physischen Leib, in seinem Ätherleib weniger Weisheit drinnen war. Jedesmal nach dem Tode, nach einer jeden Verkörperung, war in seinem Ätherleib weniger Weisheit drinnen. Immer ärmer an Weisheit wurde der Ätherleib.“

GA 112, S 228/229

„Der Mensch geht also einer Zukunft entgegen, in der immer mehr und mehr sein Ätherleib sich wieder heraushebt, und er wird allmählich wieder einmal an einem Punkte ankommen, wo wieder sein Ätherleib ganz so weit draußen ist wie in der atlantischen Zeit. Wir werden unseren Vergleich noch ein Stück weiter fortsetzen können.

Wenn der Sohn, der früher aus der Kasse seines Vaters gelebt hat, alles ausgibt und nichts hinzuerwirbt, so wird es bei ihm immer trübseliger ausschauen. Aber wenn er nun auch einen Sohn hat, so wird dieser Sohn, also der Enkel, nicht in der gleichen Lage sein wie sein Vater. Der Vater hat wenigstens etwas geerbt und konnte immerfort noch ausgeben. Der Enkel hat nun gar nichts mehr, er erbt auch nichts, er steht ohne etwas da zunächst. So war in einer gewissen Beziehung der Gang der Menschheitsentwickelung. Der Ätherleib, als er hereinkam und sich aus den Kassen der Gottheit die göttliche Weisheitssumme mitnahm, da brachte er seinem physischen Leibe noch Weisheit mit. Aber im physischen Leibe hinderten die luziferischen und die ahrimanischen Geister, daß sich die Weisheit vermehrte, daß etwas hinzukam. Wenn jetzt der Ätherleib wieder herausrückt, dann nimmt er aus dem physischen Leibe nichts mit heraus. Und die Folge würde sein, wenn nichts anderes eingetreten wäre, daß der Mensch einer Zukunft entgegenginge, in welcher sein ätherischer Leib zwar ihm gehört, aber gar nichts von Weisheit, gar nichts von Wissen hätte. Und während der physische Leib völlig vertrocknet, würde der Ätherleib auch nichts haben, denn er kann ja von dem vertrocknenden physischen Leib nichts gewinnen. Wenn also der physische Leib nicht vertrocknen soll in jener Zukunft, dann muß dem Ätherleibe Kraft, Kraft der Weisheit gegeben werden. Es müßte dieser Ätherleib, indem er herausgeht aus dem physischen Leib, im physischen Leibe Kraft der Weisheit erhalten haben. Da drinnen müßte er etwas erhalten haben, was er mit hinausträgt. Wenn er dann draußen ist, und er hat diese Weisheit erhalten, dann wirkt er wieder zurück auf den physischen Leib und gibt ihm Leben, läßt ihn nicht vertrocknen.“

GA 112, S 229/230

„Zwei Möglichkeiten hegen vor für diese Menschheitsentwickelung. Die eine Möglichkeit ist diese:

Der Mensch entwickelt sich ohne den Christus. In diesem Falle könnte der Ätherleib nichts mitbringen aus dem physischen Leib, denn er hat dort nichts erhalten, er geht leer heraus. Da aber der Ätherleib nichts hat, kann er auch nicht den physischen Leib beleben, er kann ihn nicht vor seiner Zermürbung, nicht vor seiner Vertrocknung bewahren. Der Mensch würde allmählich alle Früchte des physischen Lebens verlieren, sie würden ihm nichts aus dem physischen Leibe geben können, und er müßte den physischen Leib zurücklassen. Nun haben sich die Menschen aber gerade auf die Erde begeben, damit sie einen physischen Leib zu den früheren Anlagen dazu bekommen. Die Anlage zum physischen Leib ist früher gekommen. Aber ohne die Gestaltung des physischen Leibes würde der Mensch niemals die Erdenmission erreichen. Nun sind auf der Erde die Einflüsse von Luzifer und Ahriman gekommen. Gewinnt der Mensch nichts in seinem physischen Leibe, geht sein Ätherleib wieder heraus aus dem physischen Leibe, ohne daß er etwas Neues mitnehmen kann, daß er sogar noch dazu verbraucht hat das alte Weisheitsgut, so ist es um die Erdenmission geschehen. Dann ist die Sendung der Erde verloren für das Weltenall. Nichts bringt der Mensch in die Zukunft mit. Den leeren Ätherschädel würde er mitbringen, den er gefüllt in die Erdentwickelung hineingebracht hat!

Nehmen wir aber nun an, es geschähe etwas zur rechten Zeit, wodurch der Mensch beim Wiederhinausrücken seines Ätherleibes aus dem physischen Leib fähig würde, diesem Ätherleib etwas zu geben, ihn wieder zu beleben, ihn wieder mit Weisheit zu durchdringen. Dann würde auch gegen die Zukunft hin der Ätherleib herausgehen, aber er hätte jetzt neues Leben, neue Kraft. Die könnte er dann wieder zur Belebung des physischen Leibes verwenden. Er könnte jetzt zurücksenden in den physischen Leib hinein Kraft und Leben. Aber er müßte es selbst erst haben; er müßte selbst erst Kraft und Leben erhalten. Wenn er aber Kraft und Leben erhalten kann, dann ist des Menschen Erdenfrucht gerettet. Dann verfault der physische Leib nicht bloß, sondern der physische Leib, das Verwesliche, das nimmt an die Gestalt des Ätherleibes, des Unverweslichen! Und des Menschen Auferstehung mit den Errungenschaften im physischen Leibe ist gerettet.

Ein Impuls also mußte auf die Erde kommen, durch welchen das, was aufgebraucht war an altem Weisheitsgut, wieder erneuert wurde, wodurch dem Ätherleibe wieder neues Leben eingepflanzt wurde, so daß das sonst zum Verwesen bestimmte Physische anziehen kann das Unverwesliche und sich erfüllen kann mit einem Ätherleib, der es unverweslich macht, der es hinausrettet aus der Erdentwickelung. Dies aber, dieses Leben in den Ätherleib hinein, das hat der Christus gebracht. Es hängt also mit dem Christus zusammen, daß dasjenige, was sonst dem Tode geweiht wäre, des Menschen physischer Leib, umgewandelt werde, vor der Verwesung bewahrt werde, daß es die Fähigkeit erhält, das Unverwesliche anzuziehen. Leben gegossen hat der Christus‑Impuls in des Menschen Ätherleib, neues Leben, nachdem das Leben verbraucht war! Und der Mensch, wenn er in die Zukunft hineinschaut, muß sich sagen: Wenn einst mein Ätherleib heraus sein wird aus dem physischen Leib, dann werde ich mich so entwickelt haben müssen, daß der Ätherleib ganz durchsetzt ist von dem Christus. Der Christus muß in mir leben. Ich muß nach und nach im Laufe meiner Erdenentwickelung mich ganz durchdringen in bezug auf meinen Ätherleib mit dem Christus!

Was ich Ihnen jetzt beschrieben habe, das sind die tieferen Vorgänge, die sich dem äußeren Auge entziehen. Sie sind das Geistige hinter der physischen Entwickelung der Welt. Was aber mußte die äußere Gestalt sein?

Was war es denn, was in den physischen Leib hineingetreten ist durch die luziferischen, durch die ahrimanischen Wesenheiten? Hineingekommen war in den physischen Leib die Anlage zur Verwesung, die Anlage zur Auflösung, die Anlage zum Sterben, mit anderen Worten. In den physischen Leib war der Todeskeim gekommen. Dieser Todeskeim würde erst vollständig zum Ausdruck kommen am Ende der Erdentwickelung, wenn kein Christus gekommen wäre. Denn dann würde der Ätherleib in alle Zukunft hinein unfähig sein, den Menschen wieder zu beleben. Und wenn die Erdentwickelung fertig wäre, dann würde alles, was als physischer Menschenleib entstanden ist, der Verwesung anheimfallen, und die Erdenmission selber würde dem Tode verfallen. Jederzeit ist, wenn wir heute den Tod erblicken, dieser jetzige Tod ein Wahrzeichen für das, was als der allgemeine Tod am Ende der Erdentwickelung stehen würde. Langsam und allmählich nur versiegt das, was der Menschheit einmal mitgegeben worden ist. Daß der Mensch immer wieder und wieder geboren wird, von Verkörperung zu Verkörperung gehen kann, das ist nur dadurch möglich geworden, daß dem Menschen ein Lebensfonds mitgegeben wurde. Für das rein äußere Leben in aufeinanderfolgenden Inkarnationen würde eben erst am Ende der Erdentwickelung ersterben alle Lebensmöglichkeit. Aber nach und nach würde sich schon zeigen, daß die Menschen absterben. Langsam würde sich das vollziehen von Teil zu Teil, und der physische Leib würde immer mehr vertrocknen. Wäre nicht der Christus‑Impuls gekommen, so würde der Mensch gliedweise gegen das Ende der Erdentwickelung hin absterben. Nun steht der Christus‑Impuls erst im Anfange seiner Entwickelung. Er wird erst nach und nach sich in die Menschheit hineinleben, und was der Christus für die Menschheit sein wird, das werden erst künftige Zeiten vollständig zeigen ‑ bis an das Ende der Erdenentwickelung hin.“

GA 112, S 230-232

„Aber es gibt heute schon eine Anthroposophie! Und diese Anthroposophie wird immer mehr und mehr den Christus‑Impuls der Menschheit verständlich machen und dadurch dem Ätherleib immer mehr Leben zuführen. Und sie wird imstande sein, so viel Leben ihm zuzuführen, daß er auch den vertrocknenden Teil des Gehirns zum Schmelzen bringen wird, der heute unsere wissenschaftliche Denkrichtung zuwege gebracht hat. Das ist ein Beispiel dafür, wie der Christus‑Impuls, indem er sich nach und nach einlebt in die Menschheit, die absterbenden Glieder wieder belebt. Gegen die Menschenzukunft hin würden immer mehr und mehr Glieder absterben. Aber gegenüber jedem absterbenden Gliede wird der Christus‑Impuls in die Menschheit einfließen, und am Ende der Erdentwickelung wird es so sein, daß alle die Glieder, die sonst abgestorben wären, wieder belebt worden sind von dem Christus-Impuls, der dann den ganzen Ätherleib durchsetzt hat, mit dem der menschliche Ätherleib dann eins geworden ist. Und der erste Impuls zu dieser allmählichen Wiederbelebung der Menschheit, der erste Impuls zur Auferstehung der Menschheit ist eingetreten in einem Moment, den uns das Johannes‑Evangelium wunderschön schildert.“

GA 112, S 237

„Stellen wir uns vor, daß der Christus in die Welt getreten ist völlig universell und zuerst das Große vollbringt aus einem völlig durchchristlichten Ätherleib. Denn das ist es ja gewesen, zu dem der Christus den Ätherleib des Jesus von Nazareth gemacht hat, daß dieser Ätherleib auch den physischen Leib beleben konnte. In dem Augenblick, wo der Ätherleib des Jesus von Nazareth, in dem der Christus jetzt war, ein vollständiger Beleber geworden war des physischen Leibes, da erschien der Ätherleib des Christus verklärt! Und der Schreiber des Johannes-Evangeliums schildert uns diesen Augenblick:

 

«Vater, verkläre deinen Namen! ‑ Da kam eine Stimme vom Himmel: Ich habe ihn verkläret, und will ihn abermal verklären.

Da sprach das Volk, das dabei stand und zuhörte: Es donnert.»

 

Es wird gesagt: Diejenigen, die dabei standen, hörten donnern. Aber niemals wird gesagt, daß etwa ein Mensch, der nicht dazu vorbereitet gewesen wäre, es auch gehört hätte.

 

« Die anderen aber sprachen: Es redete ein Engel mit ihm.

Jesus antwortete und sprach: Diese Stimme ist nicht um meinetwillen geschehen, sondern um euretwillen.»

Warum? Damit rings um ihn herum verstanden werde, was geschehen ist. Und der Christus spricht über das, was geschehen ist:

«Jetzt gehet das Gericht über die Welt; nun wird der Fürst dieser Welt ausgestoßen werden. » (12, 28‑31)

 

Luzifer‑Ahriman ist in diesem Augenblicke aus dem physischen Leib des Christus ausgestoßen worden! Das große Vorbild steht da, das sich in der Zukunft in der ganzen Menschheit vollziehen muß: Ausgestoßen werden müssen durch den Christus‑Impuls die Hemmnisse von Luzifer-Ahriman aus dem physischen Leibe! Und des Menschen Erdenkörper muß so belebt werden durch den Christus‑Impuls, daß die Früchte der Erdenmission mit hinübergenommen werden in jene Zeiten, welche die Erdenzeiten ablösen werden.“

GA 112, S 237/238

„Wenn Sie sich also eine gewisse Zeit nach dem Ereignis von Golgatha vorstellen und sie vergleichen mit jener Zeit, da das Ereignis von Golgatha geschah, wenn Sie also einen zukünftigen Zustand der Menschheit vergleichen mit dem Zeitpunkt, als das Ereignis von Golgatha sich vollzog, dann können Sie sich sagen: Damals, als der Christus‑Einschlag kam, war die Erde noch so, daß sie von sich selber aus nichts mehr einstrahlen konnte in die Ätherleiber der Menschen. Eine Zeitlang danach aber sind die Ätherleiber derjenigen Menschen, die eine Beziehung zu dem Christus‑Impuls gefunden haben, durchstrahlt worden, sie haben aufgenommen in sich, wenn sie den Christus verstanden haben, die strahlende Gewalt, die seither in der Erde ist, die neue Leuchtkraft der Erde. Sie haben aufgenommen in den Ätherleibern das Christus‑Licht! In die Ätherleiber der Menschen fließt das Christus‑Licht ein.“

GA 112, S 248

„Und jetzt, da seit jener Zeit in den ‑Ätherleibern der Menschen immer ein Teil ist des Christus‑Lichtes, was geschieht jetzt? Was geschieht mit demjenigen Teil im Ätherleib des Menschen, der das Christus‑Licht in sich aufgenommen hat? Was geschieht mit ihm nach dem Tode? Was ist es überhaupt, was da als Folge des Christus‑Impulses in den Ätherleib des Menschen sich nach und nach einlebt?“

GA 112, S 248

„Das ist etwas, was der Christus‑Impuls gebracht hat, was der Christus‑Impuls in den Ätherleib des Menschen hineingesenkt hat, was seitdem da sein kann in dem Ätherleib des Menschen und was vorher nicht da war. Seit jener Zeit ist in den Ätherleibern der Menschen die Möglichkeit gegeben, daß in ihnen gleichsam als eine Wirkung des Christus‑Lichtes etwas Neues auftritt, etwas auftritt, was Leben atmet, was unsterblich ist, was niemals dem Tode verfallen kann. Wenn es aber nicht dem Tode verfällt, so wird es, solange der Mensch auf der Erde noch dem Trugbild des Todes verfällt, gerettet sein vom Tode, wird es den Tod nicht mitmachen. Es gibt also seit jener Zeit etwas im Ätherleibe des Menschen, was den Tod nicht mitmacht, was nicht verfällt den Sterbekräften der Erde. Und dieses Etwas, das den Tod nicht mitmacht, was die Menschen sich nach und nach erobern durch den Einfluß des Christus‑Impulses, das strömt nun zurück, das strömt hinaus in den Weltenraum, das bildet, je nachdem es stärker oder schwächer ist im Menschen, eine Kraft, die da hinausfließt in den Weltenraum. Und es wird diese Kraft eine Sphäre um die Erde herum bilden, die im Sonne-Werden ist. Eine Art von Geistes‑Sphäre bildet sich um die Erde herum aus den lebendig gewordenen Ätherleibern. Ebenso wie das Christus-Licht von der Erde ausstrahlt, ebenso haben wir eine Art von Widerspiegelung des Christus‑Lichtes im Umkreise der Erde. Was hier widergespiegelt wird als Christus‑Licht, und was als Folge des Christus‑Ereignisses eingetreten ist, ist das, was Christus den Heiligen Geist nennt. Ebenso wahr, wie die Erde ihr Sonne‑Werden beginnt durch das Ereignis von Golgatha, ebenso wahr ist es, daß von diesem Ereignis an die Erde auch beginnt, schöpferisch zu werden und um sich herum einen geistigen Ring zu bilden, der später wiederum zu einer Art von Planet um die Erde wird.“

GA 112, S 249

„Je mehr sich der Ätherleib des Menschen verändert unter dem Einfluß einer esoterischen Entwicklung, desto mehr bekommt der Mensch dasjenige, was man nennen möchte ein Zeitgefühl. Unter diesem Zeitgefühl soll verstanden werden ein Gefühl für das Miterleben der Aufeinanderfolge der Tatsachen und Ereignisse in der Zeit. Gewöhnlich ist ja im äußeren Leben der Mensch ohne dieses ausgesprochene Zeitgefühl. Nun habe ich schon ein wenig angedeutet, wie dieses Zeitgefühl sogar schon durch die Veränderung des physischen Leibes auftritt, indem man durch eine esoterische Entwicklung empfindlicher wird gegenüber — sagen wir — dem Sommer und dem Winter. Aber durch die Veränderung des Ätherleibes wird das Miterleben des äußeren Wandels der Ereignisse ein noch viel lebendigeres, ein viel empfindlicheres. Und derjenige, der eine Zeitlang versucht hat, mit allem Ernst seine Seele vorwärtszubringen, der wird einen deutlichen Unterschied wahrnehmen zunächst einmal zwischen den verschiedenen Jahreszeiten, ja sogar zwischen Teilen der Jahreszeiten, er wird einen großen Unterschied allmählich innerlich erleben lernen zwischen Sommer und Winter, zwischen Frühling, Sommer und Herbst, aber auch noch viel kleinere Zeitabschnitte im Jahreslaufe werden empfunden werden. Die Zeit wird gewissermaßen etwas in ihrem Fortschritt Lebendiges. Man merkt nach und nach, daß man im Verlaufe der Zeit differenziertes Leben wahrnimmt. So wie im physischen Leibe die einzelnen Organe sich differenziert zeigen, wie sie innerlich lebendiger und unabhängiger voneinander werden, so werden die Teile der fortlaufenden Zeitenfolge gewissermaßen selbständiger voneinander, unabhängiger. Und das ist damit in Verbindung, daß man mit der Entwicklung des eigenen Ätherleibes miterlebt das Leben im äußeren Äther, der uns ja überall umgibt. Es umgibt uns ja nicht nur die Luft, es umgibt uns überall der Äther; aber dieser Äther lebt ein wirkliches Leben in der Zeit.“

GA 145, S 64

„Der uns umgebende Äther ist gewissermaßen eine Art Lebewesen, er lebt, und lebt aufeinanderfolgend verschieden, wie ja der Mensch auch in seinen Lebensaltern verschieden lebt. Und man lernt miterleben das fortschreitende Leben des äußeren Äthers. So bekommt man immer mehr und mehr ein Gefühl dafür, wie draußen das Leben des Lebensäthers ist, wenn der Frühling kommt, wenn er sich dem Sommer nähert, wenn der Sommer auf seinem Höhepunkt angelangt ist, wenn der Sommer zur Neige geht, wenn der Herbst sich nähert und wenn dieser dann da ist Diesen äußeren Verlauf lernt man miterleben; man lernt einen deutlichen Unterschied kennen zwischen diesem Sommerfrühling, Sommer-Herbstleben und dem eigentlichen Winterleben.“

GA 145, S 65

„Dieser Unterschied wird immer deutlicher wahrnehmbar, so daß man sich wirklich zuletzt sagen kann: die Erde lebt mit ihrem Äther ein selbständiges Leben, und man schwimmt, indem man mit der Zeit mitlebt, förmlich darinnen in diesem sich wandelnden Leben des Äthers. Wenn der Hochsommer da ist, so fühlt man am aller-deutlichsten, wie man mit seinem Ätherleib gewissermaßen auf sich selber angewiesen ist, wie man mit der Erde ein eigenartiges Leben mitmacht so, daß die Erde einen dann wenig innerlich berührt; man ist, wie gesagt, gleichsam auf sich selbst angewiesen, und man verbindet dann allmählich einen Begriff mit dem, was der Okkultist sagt: Während des Sommers ist die eigentliche Schlafenszeit der Erde. Wir kommen da zu einer Tatsache, die wegen der äußeren Maja, von der der Mensch ja fortwährend umgeben ist, ganz falsch beurteilt wird. Im äußeren, von der Maja dirigierten Leben vergleicht der Mensch gerne den Frühling mit dem Morgen, den Sommer mir dem Mittag, den Herbst mit dem Abend. Er tut Unrecht mit diesem Vergleich, denn in der Realität verhält sich die Sache nicht so. In der Realität müssen wir, wenn wir den äußeren Erdenverlauf mit etwas in uns vergleichen, Frühling, Sommer, Herbst — in dieser Aufeinanderfolge — mit der Schlafenszeit der Erde vergleichen; und Herbst, Winter, Frühling — in dieser Aufeinanderfolge — mit der Wachenszeit der Erde. Und wenn wir von einem Geist der Erde sprechen, so müssen wir uns vorstellen, daß für diejenige Halbkugel, wo Sommer ist, der Geist der Erde während dieses Sommers sozusagen in demselben Zustand ist, in welchem wir als Menschen während unseres Schlafzustandes sind. Es ist natürlich bei der Erde anders. Der Mensch wechselt absolut mit Wachen und Schlafen ab, bei der Erde ist das so, daß Wachen und Schlafen gleichsam von der einen zur anderen Halbkugel ziehen; daß im Grunde genommen der Geist der Erde nie recht schläft, sondern daß, wenn er seine Wachtätigkeit für die eine Halbkugel vom Schlafe abgelöst sein läßt, er dann seine Wachtätigkeit auf die andere Halbkugel verlegt. Aber darauf brauchen wir ja weniger Rücksicht zu nehmen.“

GA 145, S 65/66

„Dadurch aber, daß die Erde an dem von uns bewohnten Teile während des Sommers ihre Schlafenszeit hat, dadurch ist der Mensch gewissermaßen mit seinem Ätherleibes auf sich selbst angewiesen, und die Folge davon ist, daß bei einer esoterischen Entwicklung der Mensch während dieser Sommerszeit, wenn er sich überhaupt schon die Fähigkeit angeeignet hat, so etwas wahrzunehmen, seinen eigenen Ätherleib mehr wahrnimmt, besser, deutlicher wahrnimmt als während der Winterszeit. Er nimmt sozusagen die Selbständigkeit seines Ätherleibes wahr, und zwar vorzugsweise in unserem Zeitenzyklus die Selbständigkeit des ätherischen Teiles des Kopfes, des ätherischen Teiles, der dem Gehirn zugrunde liegt. Es ist ein sehr eigentümliches Empfindenlernen, wenn man anfängt, dadurch, daß man das Leben des Erdenäthers mitlebt im Sommer, allmählich eine Art innerer Empfindung sich anzueignen für diesen besonderen Teil des menschlichen Ätherleibes, der dem Haupte, dem Kopfe zugrunde liegt; und man fühlt dann dieses innere Erleben anders im Frühling, anders im Sommer, anders gegen den Herbst zu. Man fühlt so deutlich die Unterschiede in diesem inneren Erleben, daß man jetzt wirklich sprechen kann, geradeso wie beim physischen Leibe von einer Differenzierung der Glieder, von verschiedenen Leben, die man durchmacht im Laufe der Sommerszeit, von deutlich sich voneinander differenzierenden Leben. Anders ist das Leben, das sich da innerlich entfaltet im Frühling, anders das Leben, das sich innerlich entfaltet im Sommer, und anders das im Herbst. Wenn man vom Ätherleib spricht, so muß man eigentlich eine Trennung machen, die wir heute machen werden: sozusagen einen besonderen Ätherteil abtrennen, der dem Haupt zugrunde liegt, dem Kopfe.“

GA 145, S 66/67

„Das ist es, was ich mit ein paar Strichen Ihnen skizzieren will, meine lieben Freunde. Wenn wir uns skizzenhaft den Menschen vorstellen, so können wir uns vorstellen, daß dieser Ätherleib, von dem ich jetzt eben gesprochen habe, so empfunden wird — und zwar nach oben immer weniger empfunden wird, aber ins Unbestimmte sich verlierend —, daß er mit der Zeit mitgeht. Und man lernt allmählich sogar ganz deutlich fühlen, daß an diesem Teil unseres Ätherleibes Wesenheiten schöpferisch mit tätig waren, die in den verschiedenen Zeiten, die man da durchlebt vom Frühling gegen den Herbst, sozusagen einander ablösen; man merkt, daß an dem Gehirnteil unseres Ätherleibes die Zeiten gearbeitet haben, so daß unser Äthergehirn ein in gewisser Beziehung kompliziertes Organ ist. Es ist gleichsam von verschiedenen geistigen Wesenheiten, die ihre Fähigkeiten in aufeinanderfolgenden Zeiten entfalten, ineinandergefügt worden. Man bekommt nun einen Begriff von einer sehr bedeutungsvollen Lehre — und man lernt diese Lehre in ihrer Wahrheit nach und nach empfinden —, von der Lehre, die insbesondere in den Zarathustraschulen gepflogen worden ist. Diese Lehre sagte, daß der Ätherleib des menschlichen Gehirns von geistigen Wesenheiten, die man Amschaspands nannte, nach und nach aus dem geistigen Kosmos heraus geschaffen worden ist. Und diese Amschaspands, sie wirken so, daß sie gleichsam während der Sommerszeit die Herrschaft führen, und zwar heute noch so die Herrschaft führen, daß sie einander ablösen, der erste sozusagen im Frühfrühling, der zweite im Frühling und so weiter bis zum sechsten und siebenten. Sieben, beziehungsweise sechs solcher geistiger Wesenheiten, sie wirken sich ablösend in der Zeit; und sie sind die schöpferischen Geister, welche — dadurch, daß sie eben sich ablösen, so daß, wenn der eine seine Tätigkeit vollführt hat, der andere eingreift — ein solches kompliziertes Wesen zustande bringen, wie es der Ätherleib, besonders der des menschlichen Gehirns ist. In unser Gehirn also spielen herein sechs bis sieben einander ablösende geistige Wesenheiten, und das physische Gehirn des Menschen wird man erst begreifen, wenn man sich sagen wird: da wirkt ein Geist, der empfunden werden kann insbesondere im Frühfrühling — er strahlt seine Kräfte, die zunächst Ätherkräfte sind, aus; dann kommt im späteren Frühling ein zweiter Geist, der strahlt wiederum seine Kräfte aus.“

GA 145, S 67/68

„Da strahlen also die Ätherkräfte dieses zweiten Geistes in denselben Raum hinein. Der dritte Geist strahlt wiederum seine Ätherkräfte hinein, und so bildet sich dieser Ätherteil des menschlichen Gehirns in der Weise, daß in denselben Raum in aufeinanderfolgenden Zeiten Geister, die sich ablösen, ihre ätherischen Kräfte hineinsenden.“

GA 145, S 68

„Nun müssen wir uns klar sein, daß wir nur fühlen können gewisse Zusammenhänge dessen, was da in unserem Gehirn ist an Verwandtschaft mit diesen Geistern, die außer uns ihre Ätherkräfte heute entfalten. Denn der Okkultismus lehrt uns, daß das, was ich jetzt eben beschrieben habe, sich schon abgespielt hat während der alten Mondenzeit; so daß wir nicht glauben dürfen, daß etwa diese Geister, die, wie wir sagen können, den Sommer regieren, heute noch hineinwirken und etwa Bildekräfre sind. Die Anlagen, die während der alten Mondenzeit wirklich hineingestrahlt sind von diesen Geistern, die hat sich der Mensch schon ins Erdendasein herübergebracht; aber weil er sie so in sich trägt in seinem eigenen Ätherleib, verspürt er heute noch — wo diese geistigen Wesenheiten keinen unmittelbaren Einfluß mehr haben auf unseren inneren Ätherleib im Gehirn —, verspürt er heute noch die Verwandtschaft mit ihnen, und das ist es, was man spürt im Sommer. Man fühlt im Frühfrühling den ersten dieser Geister, der heute eine andere Aufgabe hat draußen im Äther; aber man fühlt, daß von ihm herrührt, was man in sich trägt, was man im alten Mond aufgenommen hat; man fühlt sich zu jener Zeit mit ihm verwandt. Das ist jene gewaltige Entdeckung, die der Mensch machen kann im Verlaufe seiner esoterischen Entwicklung: daß er in sich im Laufe der Zeit etwas erlebt wie ein Abbild von geistig wirksamen Wesenheiten, die sogar heute schon eine ganz andere Aufgabe haben als früher, die in der Vergangenheit mitschöpferische Geister an unserer eigenen Wesenheit waren. Während der Erdenbildung ist dann gleichsam das physische Gehirn entstanden wie ein Abdruck, eine Abprägung dessen, was schon wie eine Art von ätherischem Urbild während der alten Mondenzeit sich herausentwickelt hat durch diese geistig-kosmischen Einflüsse. Ich habe nach oben offen gezeichnet diesen Teil unseres Ätherleibes, weil er wirklich so empfunden wird (siehe Zeichnung Seite 73). Er wird so empfunden, daß, sobald man ihn an sich selber wahrnimmt, man in der Tat das Gefühl bekommt: Da öffnest du dich in geistige Welten hinaus, da stehst du im Zusammenhang mit geistigen Welten, die immer über dir sind. Es gibt noch eine Empfindung, die man nach und nach im esoterischen Leben entwickelt gegenüber diesem Teil des Ätherleibes Es ist im allgemeinen gar nicht leicht, über diese Dinge sich zu verständigen; aber ich hoffe, daß, wenn ich mich bemühe, diese Dinge deutlich auszusprechen, daß wir uns doch verstehen können.“

GA 145, S 69/70

„Es ist so, wie wenn man in der Tat, wenn man den Ätherleib zu fühlen beginnt, wie im Strome der Zeit sich schwimmend fühlt. Aber für diesen Ätherteil des Kopfes ist es so, wie wenn man gewissermaßen fühlte, als ob man die Zeit mitnimmt, man also nicht nur fortschwimmt, sondern die strömende Zeit mitnimmt. In der Tat, man trägt viel von früherer Zeit in diesem Ätherteil des Kopfes: man trägt ja die alte Mondenzeit da drinnen mit; denn das Wesentliche, was da entstanden ist, ist während der alten Mondenzeit entstanden, und den Strom der alten Mondenzeit trägt man im Ätherteil des Gehirns mit. Und wenn man jetzt so anfängt zu fühlen, ist es wie eine Erinnerung an die alte Mondenzeit. Wer sich einen Begriff verschafft von den inneren Erlebnissen, die als Temperamentserlebnisse gestern aufgeführt worden sind, der kann auch verstehen, wenn gesagt wird, daß der Okkultist, der so das Innere des Ätherleibes seines Kopfes fühlen lernt, wenn er sich besonders konzentriert auf diesen Ätherteil des Kopfes, dann immer dieses Sich-konzentrieren auf den Ätherteil seines Kopfes verbunden fühlt mit einer melancholischen Stimmung, die ihn überkommt; man fühlt sozusagen wie ausgegossen in der esoterischen Entwicklung melancholische Stimmung in sein Haupt hinein. Und aus dieser melancholischen Stimmung heraus entwickelt sich im inneren Erleben allmählich ein Verständnis für solche Dinge, wie sie unseren Freunden angeführt worden sind bei der okkulten Beschreibung des alten Mondes.“

GA 145, S 70

„Die esoterische Entwicklung muß natürlich noch viel weiter gehen, wenn man wirklich die einzelnen Verhältnisse auf dem Monde beschreiben will; aber Sie sehen, wie die Dinge beginnen, die zu einer solchen Beschreibung führen. Sie sehen, daß etwas auftaucht im Menschen drinnen selber, was man nennen könnte die Melancholie seines Kopfes, innerhalb welcher Stimmung sich allmählich herausdifferenziert ein Schauen wie ein Erinnerungsschauen in eine urferne Vergangenheit, in die alte Mondenzeit. Und es wäre wünschenswert, meine lieben Freunde, daß Sie aus solchen Schilderungen, wie die eben jetzt gegebenen sind, ermessen, wie eigentlich esoterische Entwicklung fortschreitet, wie man ausgeht von einem bestimmten Erlebnis, wie man dieses Erlebnis erkennen lernt zunächst — in diesem Fall zum Beispiel wie eine Erinnerung an eine urferne Vergangenheit, aus der man den Strom der Zeit mit hereingenommen hat in die Gegenwart — und gleichsam wieder aufrollen lernt dasjenige, was einstmals durchlebt worden ist. Ermessen Sie daraus, daß der Okkultist wahrhaftig nicht von Träumereien spricht, wenn er jene Konstruktion des Weltenalls gibt, die zurückgeht zur alten Monden-, Sonnen- und Saturnzeit, sondern daß man schon, wenn man nur geduldig ausharrt, durch die Auseinandersetzung, wie diese Dinge gefunden werden, einen Begriff bekommen kann von dem allmählichen Hineinerleben in jene gewaltigen großen Weltentableaus, die allerdings einer urfernen Vergangenheit angehören, die aber wieder heraufgerufen werden aus dem gegenwärtigen Leben. Wir müssen nur dazu kommen, zum Beispiel verflossene Zeitenerscheinungen, die wie involviert, wie eingewickelt in uns liegen, in uns zu erleben und dann zur Entfaltung zu bringen.

Anders erlebt sich der Ätherleib, der Teil des Ätherleibes, der angehört der mittleren Partie des Menschen. Nach außen verliert sich die Empfindung; innerlich wird sie ungefähr so wahrgenommen, daß man sagen kann: Dieses, was hier in der Mitte gezeichnet ist wie eine Art Eiform, das wird abgetrennt vom anderen empfunden. Wenn man diesen mittleren Teil des Ärherleibes so heraussondert als ein besonderes Erleben, so muß man sagen: Derjenige, der durch eine esoterische Entwicklung dahin kommt, das differenzierte Leben auch dieses mittleren Teiles des Menschen in sich zu erfahren, der hat dann das Gefühl, daß er in diesem Teile des Ätherleibes gewissermaßen im wesentlichen genau mitschwimmt mit dem Strom der Zeit. Und in diesem Teil des Ätherleibes wird in der Tat noch deutlich empfunden das Miterleben mit dem in der Aufeinanderfolge der Zeit sich differenzierenden Ätherleben der Erde.“

GA 145, S 70/71

„Wer esoterisch weiterkommt, der fühlt gerade in diesem Teil, wie im Frühfrühling in der Tat andere Geister sozusagen auf ihn einwirken als im Hochsommer oder Herbst. Es ist eine Art Miterleben, genauer eine Art von Mitschwimmen. Dadurch auch sondert sich dieser Teil von dem anderen heraus, und wir haben, wenn wir nun in solche Dinge eingehen können, für diesen mittleren Teil des Ätherleibes ein Gefühl, welches schwankt zwischen phlegmatischer und sanguinischer Stimmung. Die mannigfaltigsten Nuancen nimmt es an zwischen phlegmatischer und sanguinischer Stimmung. Es ist zum Beispiel in der Frühlingszeit mehr eine Art von Mitgehen im Ätherleib — im physischen Leib drückt sich das ganz anders aus —mit dem Strom der Zeit, gegen den Herbst zu ein Sich-mehr-Wehren, ein Abstoßen des Stromes der Zeit.“

GA 145, S 72

„Ein dritter Teil des Ätherleibes wird dann empfunden so, daß wir ihn nach unten ins Unbestimmte verlaufend fühlen, daß er in die Erde hinein verschwindet, sich aber ausbreitet. Dieses sind drei Teile des Ätherleibes, die man getrennt voneinander empfinden kann.

Nun aber würde dieses darstellen die innere Empfindung, das innere Erleben des Ätherleibes; es würde sich das zum Beispiel für den Hellseher nicht so darstellen, wenn er den Ätherleib eines anderen Menschen betrachtete, sondern es ist das das innere Erleben des Ärherleibes. Dieses Erleben wird noch wesentlich dadurch modifiziert, daß ein viertes Glied des Ätherleibes da ist, deutlich begrenzt wie eine Art Eiform, welches eigentlich den Menschen in sich aufnimmt. Man verschafft sich aus den verschiedenen Empfindungen, die man diesen Teilen des Ätherleibes gegenüber hat, allmählich solche Empfindungen, daß man das Gefühl erhält, man habe den inneren Eindruck von dem Ätherleib wie von äußerer Form.“

GA 145, S 72

„Und dann tingiert sich der Ätherleib, dann färbt er sich, und man bekommt den Eindruck, als ob man hier in diesem Teil des Ätherleibes wie in einer Art von bläulicher oder bläulichvioletter Aura wäre. Dieser Teil, der dem Kopfe entspricht, der ist auch bläulich oder, je nachdem der Mensch geartet ist, bläulichviolett, geht aber nach unten allmählich ins Grünliche über. Der mittlere Teil hat eine deutlich gelbrötliche Färbung — wenn man die Farbe empfindet — und der untere Teil hat eine deutlich rötliche bis tiefrote Farbe, die aber ausstrahlt und oftmals bis weit hinaus geht.

Nun sind aber die Kräfte, die in diesen vier Teilen wirken, differenziert, so daß dasjenige, was man als die inneren Empfindungen hat, nicht genau herauskommt; sondern wenn man es von außen hellseherisch anschaut, so wirken die Kräfte, die in dieser äußersten Aura sind, zusammendrängend den oberen Teil, und man bekommt dann, wenn man von außen schaut, den Eindruck, als ob, nur ein wenig größer, der Ätherteil des Kopfes ganz der Form des Kopfes angemessen wäre. Der mittlere Teil ebenso. Je weiter nach unten, desto weniger ist das der Fall. Aber man bekommt dadurch, daß die Kräfte aufeinander wirken, wenn man das von außen ansieht, den Eindruck, als ob der Ätherleib eine Art Grundform wäre des physischen Leibes, bis zu einer gewissen Weite aber aus dem physischen Leib herausragt. Gegen unten verliert sich allmählich das Gefühl des Zusammenstimmens von physischem Leib und Ätherleib.

Also Sie müssen festhalten daran, daß das innere Erlebnis des Ätherleibes ein anderes ist als das Wesen, das der Ätherleib in der Anschauung dem Hellseher nach außen zeigt. Das muß ganz genau festgehalten werden.“

GA 145, S 72-74

„Wenn Sie noch lernen, in der esoterischen Entwicklung auf die Stimmung zu achten im Sinne jener Grundstimmungen, die ja im ätherischen Leib veranlagt sind und die gestern charakterisiert worden sind, so ergibt sich, daß für den untersten Teil des ätherischen Leibes die Stimmung als eine cholerische empfunden wird. So differenzieren sich in der Tat für die verschiedenen Glieder unseres Ärherleibes die einzelnen Temperamente. Der obere Teil des Ätherleibes ist melancholisch gestimmt, der mittlere ist in Wechselzuständen phlegmatisch-sanguinisch gestimmt, der untere cholerisch. Und ich bitte Sie, durchaus darauf zu achten, daß diese Beschreibung für den Äther/eib gilt. Wer das nicht genau in Erwägung zieht, wird zum Beispiel sehr leicht, wenn er die Dinge äußerlich nimmt, in Irrtümer verfallen können. Wer aber genau das in Erwägung zieht, der wird durch die Übereinstimmung dessen, was ausgeführt worden ist, mit gewissen Erscheinungen des Lebens im höchsten Grade frappiert sein. Man versuche nur einmal zum Beispiel Choleriker zu studieren — es ist im höchsten Grade interessant.

Nach dem, was gesagt worden ist, würde bei dem Choleriker der untere Teil des Ätherleibes ganz besonders hervorragend ausgebildet sein; er würde hervorstechen über die anderen Teile, dadurch würde der Mensch ein Choleriker sein. Die anderen Teile sind natürlich auch entwickelt, aber der untere Teil würde besonders hervorstechen. Wenn nun der untere Teil des Ätherleibes besonders als Ätherleib ausgebildet ist, da drinnen seine starken Kräfte hat, dann tritt immer ein anderes ein: daß nämlich der physische Leib in diesen Partien etwas zu kurz kommt, daß der physische Leib gewisse mangelnde Ausbildungen nach jener Richtung zeigen kann, die diesem Teil des Ärherleibes unterliegen. Es würde also daraus sich ergeben, daß bei ausgesprochenen Cholerikern, die im Leben als solche auftreten, der anatomische Befund für gewisse Organe, die diesem Teil des Ätherleibes entsprechen, eine Art Zu-kurz-Kommen aufweist. Bitte lesen Sie den anatomischen Befund über einen Napoleon, und Sie werden frappiert sein von dem, was sich Ihnen da als Beleg darstellen wird. Wenn man anfangen wird zu studieren diese verborgenen Seiten der Menschennatur, dann wird man dies erst in Wirklichkeit begreifen lernen.

Sie können nun die Frage aufwerfen: Wie stimmt das, was gestern gesagt worden ist, mit dem Heutigen überein? Es stimmt durchaus überein. Es ist gestern von den vier Temperamenten gesprochen worden. Sie sind vorbedingt durch die Kräfte des Ätherleibes. Und in der Tat: das Leben des Ätherleibes bezieht sich ebenso auf das Zeitliche, wie sich bezieht die Gliederung, die Differenzierung auf das Räumliche. Der physische Leib wird in sich lebendiger in dem Räumlichen, sich gleichsam differenzierend in seine einzelnen Glieder; der Ätherleib wird lebendiger, indem sich seine Glieder zeitlich differenzieren, das heißt indem das Zeitleben in der Aufeinanderfolge in selbständigen Teilen und Gliedern miterlebt wird.

Beim Melancholiker liegt in der Tat das zugrunde, daß er stets ein von ihm in der Zeit Erlebtes, ein Vergangenes in sich mitträgt. Wer einzugehen vermag auf den Ätherleib des Melancholikers, der findet, daß dieser Ätherleib noch immer in sich nachschwingen hat das, was er miterlebt hat in vergangenen Zeiten. Ich meine jetzt nicht dasjenige, was hier erwähnt worden ist beim menschlichen Gehirn, was sich auf urferne Zeiten bezieht, sondern bei dem, was man gewöhnlich Melancholie nennt. Da regt sich vor allen Dingen das Ätherleben des Kopfes an in einer bestimmten Zeit — sagen wir in der Jugend; und dann wird das, was angeregt ist, so stark beeinflußt, daß in späteren Lebensaltern man als Melancholiker noch mitträgt die Schwingungen im Ätherleib, die sich in der Jugend eingeprägt haben, während beim Nichtmelancholiker diese Schwingungen eben abvibriert haben. Bei dem Phlegmatiker und Sanguiniker haben wir eine Art Mitschwimmen mit der Zeit; nur daß beim Phlegmatiker gleichsam ein vollständiges gleichmäßiges Mitschwimmen mit dem Strom der Zeit vorhanden ist, während der Sanguiniker wechselt zwischen sozusagen innerem schnellerem Erleben und langsamerem Erleben gegenüber dem äußerlich verfließenden Strom der Zeit. Der Choleriker dagegen stemmt sich —und das ist das Eigentümliche — gegen die Zeit, die heranrückt, die gleichsam aus der Zukunft uns zufließt. Der Choleriker weist also in gewissem Sinn die Zeit von sich ab, und er entledigt sich schnell der Vibrationen, die die Zeit in seinem Ätherleib hervorruft. Daher trägt der Melancholiker am meisten von Nachschwingungen des in der Vergangenheit Erlebten in sich; der Choleriker trägt am wenigsten von Nachschwingung dessen in sich, was er in der Vergangenheit erlebt hat. Nehmen Sie den etwas grotesken Vergleich von dem in sich mit Luft vollgesogenen Ball, der verglichen wurde mit dem Ätherleib des Cholerikers, so können Sie diesen Vergleich auch hier anwenden. Der Ball ist schwer zu beeindrucken durch die aufeinanderfolgenden Ereignisse; er stößt die Ereignisse von sich, läßt daher die Ereignisse, wie sie in dem Zeitenstrom wirken, nicht stark in sich nachschwingen. Daher trägt er das nicht lange in sich. Der Melancholiker, der die Ereignisse tief, tief in seinen Ätherleib hereinwirken läßt, hat lange zu tragen an den Schwingungen, die er sich aus einem vergangenen Zeitenverlauf in die Zukunft hinein mitnimmt.“

GA 145, S 74-76

„Es ist gut, wenn man sich überhaupt für das Verständnis von Äther- und physischem Leib die Vorstellung aneignet, daß der physische Leib vorzugsweise ein Raumesleib, der Ätherleib vorzugsweise ein Zeitenwesen ist. Man versteht den Ätherleib gar nicht, wenn man ihn nur als ein Raumeswesen betrachtet. Und eine solche Zeichnung, wie sie hier gemacht worden ist, ist eigentlich nur eine Art Verbildlichung im Raum für das in der Zeit dahinfließende und mit der Zeit sich auseinandersetzende Leben des Ätherleibes. Weil das Leben des Ärherleibes selber wie in der Zeit verlaufend ist, ein Zeitenleben ist, deshalb erleben wir auch mit unserem Ätherleib die Zeit mit, das heißt den äußeren Strom der Ereignisse in der Zeit.“

GA 145, S 76

„Auch noch einen anderen Strom von Ereignissen in der Zeit erlebt der Mensch mit, wenn er eine okkulte Entwicklung durchmacht. Im gewöhnlichen Leben wird dieser Strom von Ereignissen wenig wahrgenommen, aber er wird eben wahrgenommen bei einer Höherentwicklung der Seele: das ist der Tageslauf. Denn in gewisser Weise wirken mit minderen Kräften die Geister des Jahreslaufes auch herein in den Tageslauf. Ist es ja dieselbe Sonne, die den Jahres- und die den Tagesverlauf bedingt! Derjenige, der eine esoterische Entwicklung durchgemacht hat, der wird bald finden, daß eine solche Verwandtschaft besteht zwischen seinem Ätherleib und dem, was im äußeren Äther vorgeht, daß er sozusagen den Geistern des Morgens anders gegenüberstehen wird als den Geistern des Mittags und denen des Abends. Die Geister des Morgens regen uns so an, daß wir uns da sozusagen angeregter fühlen in unserem Ätherleib zu einer Tätigkeit, die mehr nach dem Verstande, nach der Vernunft zuneigt, die mehr das Erlebte überdenken kann, die mehr das Beobachtete in der Erinnerung mit dem Urteil verarbeiten kann. Geht es gegen den Mittag zu, so nehmen diese Kräfte des Urteils nach und nach ab; der Mensch fühlt, wie innerlich die Impulse des Willens arbeiten. Wenn auch der Mensch gegen den Mittag zu anfängt, sozusagen in bezug auf die äußeren Arbeitskräfte weniger leistungsfähig zu sein als am Morgen: innerlich arbeiten die Willenskräfte mehr. Und wenn es dann gegen den Abend zugeht, dann kommen die produktiven Kräfte, das, was mehr mit der Phantasie zusammenhängt. So unterscheiden sich auch in bezug auf ihre Obliegenheiten die geistigen Wesenheiten die ihre Kräfte in die Lebensäther-Verhältnisse der Erde hereinsenden.“

GA 145, S 77

„Man kann überzeugt sein, daß man allmählich immer mehr wird verstehen lernen — je mehr man überwunden haben wird die ganze materialistische Gesinnungsweise unserer Zeit – Rechnung zu tragen überhaupt der Anpassung des menschlichen Ätherleibes an den Zeitenverlauf. Es wird eine Zeit kommen, wo man es eben sonderbar finden wird, wenn man in den Schulstunden am Morgen einen Schulgegenstand vornimmt, der an die Phantasie besondere Ansprüche macht. Man wird das in der Zukunft einmal ebenso sonderbar finden, wie man es heute sonderbar finden wird, wenn sich jemand im August einen Pelz anzöge und mitten im Winter ein dünnes Gewand. Gewiß, wir sind heute von diesen Dingen noch etwas weit entfernt; aber sie werden schon heranrücken, früher als die Menschen eigentlich glauben. Es wird sich eine Zeit ergeben, in welcher im allgemeinen — es wird wiederum ein Unterschied zwischen Sommers- und Winterszeit sein —, aber es wird sich eine Zeit ergeben, in welcher die Menschen einsehen werden, daß es ein Unding ist, die Schulstunden anders einzurichten, als daß man einige Stunden am Morgen einrichtet, dann den Mittag wird frei lassen in einer weiten Spanne Zeit und dann auf den Abend wiederum einige Stunden legen wird. Vielleicht findet man das nach der heutigen Zeiteinteilung unpraktisch; man wird es einmal praktisch finden in bezug auf die Anforderungen der Menschennatur. Und man wird die Mathematikstunden auf den Morgen legen, das Lesen von Dichtern in die Abendstunden. Heute sind wir gerade in einer Zeit, in der das Verständnis dieser Dinge durch die materialistische Gesinnung, die heute eine Hochflut bildet, ganz verschüttet ist; so daß es heute vorkommen wird, daß das, was als das Vernünftigste erscheinen muß, wenn man die gesamte Natur des Menschen ins Auge faßt, als das Närrischste erscheint.“

GA 145, S 77/78

„Ein anderes Ergebnis wird sein, daß man während der Winterszeit durch die esoterische Entwicklung immer mehr und mehr fühlen wird, daß man sozusagen mit seinem inneren Ätherleib nicht so in sich geschlossen ist wie während der Sommerszeit, sondern daß man mehr in Zusammenhang kommt mit dem unmittelbaren Geist der Erde. Der Unterschied wird so gefühlt sein, daß man sich während der Sommerszeit sagt: Du lebst da mit den Geistern, die vor uralten Zeiten an dir gearbeitet haben, deren Arbeit du mitträgst, während der unmittelbare Lebensgeist der Erde dir jetzt im Sommer ferner liegt. — Im Winter werden mehr schweigen die inneren Schwingungen, die man seit alten Zeiten namentlich im Kopfe mit sich trägt; man wird sich fühlen verbunden mit dem Geist der Erde, man wird verstehen lernen, daß der Geist der Erde wacht im Winter. Wie er im Sommer schläft, so wacht er im Winter. Während des Sommers sieht der Geist der Erde geradeso das sprießende und sprossende Pflanzenleben kommen, wie der schlafende Mensch in seinem eigenen Leibe die vegetativen Kräfte emporschießen sieht. Während des Winters treten sie zurück, wie während des Wachens diese vegetativen Kräfte im Menschenleib zurücktreten. Im Winter wacht der Geist der Erde; die Erde ist gleichsam vereint mit dem wachenden Geist, wie der Mensch während der Wachenszeit mit seinem wachen Geist vereinigt ist. Die Folge ist, wenn man sich durch esoterisches Leben eine Empfindung dafür verschafft, daß man fühlen lernt, daß man im Sommer denken muß, die Gedanken sich erarbeiten muß. Nicht die Inspirationen; die kommen aus dem, was im Innern ist, im unabhängigen Ätherleib. Im Winter aber wird man mit Gedanken leichter inspiriert als im Sommer, so daß das menschliche Denken im Winter mehr wie eine Inspiration wirkt als im Sommer. Also gerade das im besonderen Sinn menschliche Denken geht im Winter so leicht vor sich, daß es wie von selber kommt in gewisser Beziehung. Natürlich kombinieren sich diese Verhältnisse. Diese Verhältnisse stellen sich auch ganz individuell bei dem einzelnen Menschen ein. So daß, wenn ein Mensch mehr dazu veranlagt ist, sozusagen Gedanken zu hegen, die nach dem Übersinnlichen gehen, sich das kreuzen kann. Dadurch, daß während der Sommerszeit dann zu diesem Übersinnlichen ein leichteres Produzieren für diese Gedanken möglich ist, kann gerade das Umgekehrte eintreten. Aber für das Erleben des Ätherleibes gilt das, was ich jetzt eben gesagt habe.“

GA 145, S 78/79

„Gerade dieses Miterleben mit dem äußeren Ätherwesen, das tritt immer empfindlicher auf, je mehr der Mensch in seiner esoterischen Entwicklung fortschreitet. Und wenn der Mensch seinen Ätherleib überhaupt in entsprechender Weise zur Entwicklung bringen will, so muss er — wie er zuerst die sinnliche Wahrnehmung unterdrücken muß — nach und nach das Denken auch ausschalten; er muß namentlich das abstrakte Denken ausschalten und nach und nach übergehen zum konkreten, zum bildhaften Denken; er muß vom Denken übergehen zum Gedanken und dann auch die Gedanken fallenlassen. Dann aber, wenn der Mensch herstellt sein leeres Bewußtsein, wenn er die Gedanken fallenläßt, wie Sie das beschrieben finden im zweiten Teil meiner «Geheimwissenschaft», dann fühlt der Mensch, wie sein in ihm lebendes Denken herunterschwindet, wie gleichsam schmilzt das, was er bisher aus seinen eigenen Anstrengungen als sein Denken hervorgebracht hat; dafür aber fühlt er sich dann merkwürdig belebt von Gedanken, die wie aus unbekannten Welten in ihn einströmen, für ihn da sind.

Es ist ein Übergang im menschlichen Seelenleben, den man so charakterisieren kann etwa. — ich bitte Sie, den Ausdruck nicht mißzuverstehen —, daß man sagt: der Mensch hört auf gescheit zu sein und beginnt weise zu werden. Dieses ist etwas, womit man einen ganz bestimmten Begriff verbindet Klugheit, die man sich erarbeitet innerlich durch Urteilskraft, Gescheitheit, die ein Erdengut ist, schwindet dahin. Namentlich kommt man in die innere Verfassung, daß man sie nicht besonders hoch schätzt; denn man fühlt allmählich in sich aufleuchten von Göttern einem geschenkte Weisheit! Ich bitte eben den Ausdruck durchaus nicht mißzuverstehen; denn das Erleben, das bringt es schon dahin, daß der Ausdruck gebraucht werden kann ohne alle Unbescheidenheit, daß er ganz demütig und bescheiden gebraucht werden kann. Gegenüber der von Göttern geschenkten Weisheit wird der Mensch schon immer demütiger und demütiger; stolz und hochmütig ist man eigentlich nur auf die selbst erarbeitete Klugheit und die sogenannte Gescheitheit.

Und dann, wenn man dieses Erlebnis durchmacht, dann fühlt man allmählich, wie wenn diese Weisheit, diese gottgeschenkte Weisheit in einen einströmt, in den Ätherleib einströmt, den Ätherleib erfüllt. Dies ist eine ganz bedeutsame Erfahrung, die man macht; denn man macht diese Erfahrung auf eigentümliche Weise. Man macht sie so, daß man fühlt Leben fortgehen oder fortschwimmen mit dem Strom der Zeit. Und der Strom der Weisheit ist etwas, was einem entgegenkommt, was einem, indem man mit der Zeit fortschwimmt, wie ein entgegenrückender Strom sich in einen ergießt; und man fühlt dieses Ergießen in der Tat so, daß man —das ist bildlich gezeichnet —, daß man es fühlt wie Ströme, aber eben in der Zeit verlaufende Ströme, welche durch das Haupt hereinkommen und in den Leib sich ergießen und vom Leib aufgefangen werden.“

GA 145, S 79-81

„Nach und nach wird das, was ich jetzt eben ausgesprochen habe, zu einem ganz bestimmten Erlebnis. Man fühlt sich nicht mehr im Raum; denn man lernt fühlen den Ätherleib, der ein Zeitwesen ist, man lernt sich fortbewegen in der Zeit, aber man lernt fortwährend sich sozusagen begegnen mir den geistigen Wesenheiten, die einem entgegenkommen wie von der anderen Seite der Welt, die von der Zukunft her einem entgegenkommen und einen beschenken mir der Weisheit. Dann ist das Gefühl, daß man diese Weisheit empfängt, nur zu erreichen, wenn man die esoterische oder okkulte Entwicklung so eingerichtet hat, daß man ein Gefühl in sich entfaltet hat, das in eigentümlicher Weise die Seele stellt gegen alle Zukunftsereignisse: Wenn man Gelassenheit entfaltet hat gegenüber dem, was die Zukunft uns bringt, das heißt, was das fortwährende Erleben uns entgegenbringt. Wenn wir noch stark mit Sympathie und Antipathie entgegengehen unserem Erleben, wenn wir noch nicht gelernt haben, Karma ernst zu nehmen, das heißt dasjenige, was uns trifft, in gelassener Ertragung des Karmas hinzunehmen gelernt haben, dann können wir noch nicht jene eigentümliche Empfindung der uns entgegenströmenden Weisheit haben; denn nur aus einem gelassen empfundenen Erleben differenzieren sich heraus die in unsere Wesenheit lichtvoll einströmenden Ströme der Weisheit. Durch die eben geschilderte Empfindung ist zu charakterisieren ein ganz bestimmter Punkt des esoterischen Erlebens, jener Punkt, auf dem wir ankommen und den wir eigentlich nur erleben können, wenn wir in hingebender Dankbarkeit und in Gelassenheit jedes Erlebnis an uns heranrücken lassen. Dazu befähigt uns die Ver-änderung unseres ätherischen Leibes, die vor sich geht bei der richtigen esoterischen Entwicklung und die ja neben anderen Entwicklungsforderungen auch diese stellt: daß wir uns Gelassenheit, daß wir uns wirkliches Verständnis für unser Karma aneignen, so daß wir nicht mit Sympathie und Antipathie herbeiziehen das, was kommen soll, oder uns auflehnen gegen das, was uns trifft, sondern im gleichmäßigen Strom des Erlebens unser Karma ertragen lernen. Dieses Ertragenlernen des Karmas gehört zur esoterischen Entwicklung, und das ist es, was es uns möglich macht, unseren ätherischen Leib so zu verwandeln, daß er allmählich immer mehr und mehr empfinden lernt das äußere ihn umgebende Ätherleben.“

GA 145, S 81/82

„Sie haben sich die Fähigkeit erworben, aus dem Übersinnlichen an unserer eigenen Leiblichkeit, an unserer Hülle so zu arbeiten, daß sie in unserem Ätherleib Kräfte bewirken, welche so zur Erscheinung kommen, wie beschrieben worden ist. Sie haben diese Kräfte in uns hereingelenkt, und wenn wir heute fühlen: Wir sind so organisiert, daß wir in uns die charakterisierten Gefühle von Dankbarkeit und Scham entwickeln können wie einen inneren naturgemäßen Vorgang — das kann in uns zum Erleben werden —, so müssen wir sagen: Damit dies zum inneren Erlebnis werden kann, damit unser Ätherleib so pulsieren kann, damit er so reagiert auf die Weisheit, dazu haben Kräfte in ihn hineingegossen die Urkräfte, geradeso wie der Mensch selber dazu gelangen wird, einstmals bei den fernen Verkörperungen unserer Erde in andere Wesenheiten, die unter ihm stehen werden, in ihr Inneres hinein solche Fähigkeiten für eine entsprechende Hülle zu prägen. Was man über die höheren Welten wissen soll, wird eben nach und nach durch inneres Erleben erworben, wird erworben dadurch, daß wir aufsteigen, daß wir von dem physischen Erleben ins ätherische Erleben übergehen. Auf dem alten Saturn — das sei zur Verdeutlichung dieser Dinge noch angeführt — war ja, wie Sie wissen, die Wärme sozusagen der dichteste physische Zustand, der einzige physische Zustand, zu dem es zunächst gekommen ist in der mittleren Saturnzeit. Und das, was damals — Sie können das nachlesen in meiner «Geheimwissenschaft» — als Saturnwirkungen im Physischen vorhanden war, das waren Wärme- und Kälteströmungen. Psychisch, seelisch können wir diese Wärme- und Kälteströmungen auch ansprechen dadurch, daß wir sagen: Es strömte Wärme, aber diese war strömende Dankbarkeit der Geister der Persönlichkeit, oder es strömte Kälte, und diese strömende Kälte, die nach einer anderen Richtung strömte, war strömendes Schamgefühl der Geister der Persönlichkeit. Das ist das, was wir uns allmählich aneignen müssen, daß sich uns verbindet das physische Wirken mit dem moralischen Wirken; denn je weiter wir in die höheren Welten hineingehen, desto mehr gesellen sich diese beiden Dinge zusammen, das physische Geschehen, das dann kein physisches Geschehen mehr ist, und das moralische, das dann aber mit der Macht von Naturgesetzen durch die Welt hinströmt.“

GA 145, S 97/98

„Alles das, was jetzt charakterisiert worden ist als etwas, was im inneren Erleben auf tritt durch den veränderten Ätherleib, das bewirkt noch ein anderes in der menschlichen Seele. Es bewirkt, daß diese menschliche Seele nach und nach anfängt, ein Unbehagen darüber zu empfinden, daß man überhaupt dieser einzelne Mensch ist, dieser einzelne persönliche Mensch ist. Das ist wichtig, daß man auch darauf achten lernt; und es ist gut, wenn man sich zum Grundsatz macht, überhaupt darauf zu achten. Je weniger man sich nämlich vor dieser Stufe der esoterischen Entwicklung angeeignet hat an Interesse für das, was die Menschen im allgemeinen angeht, an Interesse für das allgemein Menschliche, desto störender empfindet man das beim Vorwärtsdringen. Eine Seele, die ohne Interesse geblieben ist für das allgemein Menschliche und die dennoch eine esoterische Entwicklung durchmachen würde, würde sich selber immer mehr und mehr wie eine Last empfinden. Eine Seele zum Beispiel, die es vermag, hinzugehen durch die Welt mitleidlos und ohne Mitfreude an dem, was eine andere Seele erfreuen und erleiden kann, eine solche Seele, die nicht gut untertauchen kann in die Seelen der anderen, die sich nicht recht hineinversetzen kann in die Seelen von anderen Menschen, eine solche Seele empfindet, wenn sie fortschreitet in der esoterischen Entwicklung, sich selber wie eine Art von Last. Wie ein schweres Gewicht schleppt man sich selber mit, wenn man, trotzdem man gleichgültig bleibt gegenüber Menschenleid und Menschenfreude, dennoch eine esoterische Entwicklung durchmacht; und man kann sicher sein, daß die esoterische Entwicklung eine äußerliche, verstandesmäßige bleibt, daß man das Geistige so aufnimmt wie die Lehren eines Kochbuches oder einer äußeren Wissenschaft, sobald man sich nicht als Last empfindet, wenn man trotz seiner Entwicklung nicht ein mitfühlendes Herz entfalten kann mit allem Menschenleid und mit aller Menschenfreude.

Daher ist es so gut, wenn man seine menschlichen Interessen erweitert während seiner okkulten Entwicklung, und nichts ist eigentlich schlimmer, als wenn man nicht versucht, Verständnis sich anzueignen im Fortschritt der esoterischen Entwicklung für jede Art von Menschenfühlen und Menschenempfinden und Menschenleben. Das bedingt natürlich nicht den Grundsatz — das muß immer wieder betont werden —, daß man über alles Unrecht, das etwa in der Welt geschieht, kritiklos hinweggehen müsse; denn das wäre ein Unrecht gegenüber der Welt. Aber etwas anderes bedingt es: Während man vor seiner esoterischen Entwicklung eine gewisse Freude haben kann am Tadel irgendeines Menschenfehlers, hört dieses Freudehaben am Tadeln eines Menschen im Laufe der esoterischen Entwicklung eigentlich ganz auf. Wer kennt nicht im äußeren Leben die Spötter, die so gerne über Fehler anderer eine ganz treffende Kritik abgeben können. Nicht als ob gerade das Treffende des Urteils über Menschenfehler aufhören müßte, nicht als ob man unter allen Umständen verpönte — sagen wir — eine solche Tat, wie sie Erasmus von Rotterdam getan hat mit seinem Buche «Das Lob der Narrheit». Nein, es kann ganz berechtigt bleiben, scharf zu sein gegen die Fehler, die in der Welt geschehen; aber wer eine esoterische Entwicklung durchmacht, bei dem ist es so, daß ihn jeder Tadel, den er aussprechen oder in Wirkung umsetzen muß, schmerzt und immer mehr und mehr Schmerz bereitet. Und das Leid über das Tadelnmüssen, das ist etwas, was auch wie ein Barometer der esoterischen Entwicklung auftreten kann. Je mehr man noch Freude empfinden kann, wenn man tadeln muß oder wenn man lächerlich finden muß die Welt, desto weniger ist man wirklich reif, fortzuschreiten. Und man muß schon allmählich eine Art von Gefühl dafür bekommen, daß sich in einem immer mehr ein Leben entwickelt, welches einen diese Torheiten und Fehler der Welt anschauen läßt mit einem spottenden und mit einem von Tränen erfüllten Auge, mit einem nassen und einem trockenen Auge. Dieses innerliche Gegliedertwerden, dieses Selbständigerwerden sozusagen von dem, was früher vermischt war, das gehört nun auch zu der Veränderung, die der Ätherleib des Menschen erlebt.“

GA 145, S 98-100

„Wenn das hellseherische Bewußtsein die Pflanze beschaut, so sieht es namentlich oben, wo die Blüten sind oder entstehen, die ganze Pflanze eingetaucht in eine astrale Wolke, eine helle Wolke, die die Pflanze namentlich an diesen Teilen umgibt und einhüllt, wo sie blüht und Früchte trägt. Also die Astralität senkt sich gleichsam auf die Pflanze nieder und hüllt einen Teil der Pflanze ein. Der Astralleib der Pflanze ist eingebettet in diese Astralität. Und das Eigentümliche davon ist, daß, wenn Sie sich die ganze Pflanzendecke der Erde denken, so werden Sie finden, daß die Astralleiber der Pflanzen einer an den anderen grenzen und sie ein Ganzes bilden, von dem die Erde eingehüllt ist, wie von physischer Luft, von der Pflanzenastralität. Wenn die Pflanzen nur einen Ätherleib hätten, würden sie so wachsen, daß sie nur Blätter, keine Blüten ansetzen würden, denn das Prinzip des Ätherleibes ist Wiederholung. Wenn eine Wiederholung und eine Bildung abgeschlossen werden soll, muß ein Astralleib dazukommen.“

GA 108, S 18/19

„So können Sie am Menschenleibe selbst betrachten, wie das Ätherische und das Astrale zusammenwirken. Denken Sie sich die aufeinanderfolgenden Ringe des Rückgrats. Da gliedert sich Ring an Ring. Solange dies geschieht, wirkt hauptsächlich das ätherische Prinzip im Organismus. Oben, wo die knöcherne Schädelkapsel eintritt, dort überwiegt das Astrale, nämlich dort hat das Astrale das Übergewicht. Also das Prinzip der Wiederholung ist das Prinzip des ätherischen, und das Prinzip des Abschlusses ist dasjenige des Astralen. Die Pflanze würde oben nicht abgeschlossen sein in der Blüte, wenn sich nicht in das Ätherische das Astrale der Pflanzennatur senken würde.“

GA 108, S 19

„In Ausnahmefällen kann auch während des Lebens diese Trennung von physischem und ätherischem Leibe auftreten. Zum Beispiel in Fällen von Lebensgefahr, beim Ertrinken, beim Abstürzen, das heißt in solchen Fällen, wo das Bewußtsein durch den Schrecken eine große Erschütterung, einen Schock erhält. Leute, die einem solchen Schock unterworfen gewesen waren, erzählen mitunter, daß während einiger Augenblicke ihr ganzes Leben wie ein Tableau vor ihnen gestanden habe, so daß die entschwundenen Erlebnisse aus frühester Lebenszeit plötzlich mit voller Deutlichkeit aus der Vergessenheit wieder auftauchten. Solche Erzählungen beruhen nicht auf Täuschung, sondern auf Wahrheit; sie sind Tatsächlichkeiten. In jenem Moment des Aufblitzens des Erinnerungstableaus geschieht etwas ganz Besonderes mit dem Menschen; nur darf bei solchem Schock das Bewußtsein nicht verloren werden. In jenem Moment des Abstürzens oder eines anderen Schreckens, der die Veranlassung zu dem Schock gegeben hat, tritt nämlich etwas ein, was der Hellseher sehen kann. Nicht immer, aber doch manchmal, tritt der Teil des ätherischen Leibes, der die Kopfgegend erfüllt, ganz oder zum Teil aus dem Kopf heraus, und wenn dies auch nur auf einen Moment geschieht, so wird doch dadurch die Erinnerung frei, weil der ätherische Leib in solchem Momente von der physischen Materie, dem Hindernisse der ungehemmten Erinnerung, befreit ist.

Wir können auch noch bei anderen Gelegenheiten einen teilweisen Austritt des ätherischen Leibes beobachten. Wenn Sie sich irgendein Körperglied drücken oder stoßen, so tritt mitunter ein eigentümliches, prickelndes Gefühl auf, und wir pflegen dieses Gefühl zu bezeichnen, indem wir sagen, das Glied sei eingeschlafen. Kinder, welche beschreiben wollen, was für ein Gefühl sie dabei haben, hat man schon oft den Ausdruck sagen hören: Ich fühle in meiner Hand wie Selterswasser. Was ist das? Die eigentliche Ursache ist, daß aus diesem Glied der zugehörige Teil des Lebensleibes für eine Weile herausgehoben ist. Der hellsehende Mensch kann dann den herausgehobenen Teil des Ätherleibes wie eine Kopie des physischen Menschenleibes in dessen Nähe wahrnehmen. So wird zum Beispiel bei einem Sturz der zugehörige entsprechende Teil des Ätherleibes aus dem Kopfe durch die abstürzende Bewegung herausgedrückt.“

GA 108, S 48

„Wie wirkt die Musik?

 

Das Musikalische, das uns entgegentritt als ein Ton, kommt aus Devachan. Indem der Mensch im Schlafe entrückt ist in die geistige Welt, lebt er in Tönen. Diese Töne vergißt er im normalen Zustande. Der Musiker erinnert sich, zwar nicht bewußt, derselben. Es sind die Töne des devachanischen Webens und Wogens, die sich ausdrücken in der Musik, im physischen Ton. Diese Töne wirken auf den Ätherleib, in Wahrheit auf die höheren Glieder. Denn die Umwandlung des Ätherleibes ist Buddhi.“

GA 108, S 115

„Nun, was geschieht weiter? In das, was da eigentlich frei wird —ob wir es nun Ätherleib oder ob wir es Intelligenz nennen —, in das strömt gewissermaßen das schon mit der Geburt heruntergestiegene Ich ein und durchorganisiert es nach und nach; so daß also in dieser Zeit stattfindet ein Durcheinanderströmen des ewigen Ich mit dem, was sich da bildet: die freiwerdende Intelligenz, der geborenwerdende Ätherleib.“

TB 730, S 55

„Man kann neben vielen andern Vorstellungen, durch die man ein Verständnis des astralischen Leibes hervorrufen kann, auch die haben, daß er ein Leser der okkulten Schrift ist. Und der ätherische Leib dagegen ist, unter mancherlei anderen Eigenschaften, die er hat, etwas wie eine Schrifttafel, in welche durch die Vorgänge der Welt fortwährend die okkulte Schrift eingetragen wird.

Während wir leben – und wir leben ja immer, sei es im Wachen und Schlafen, zwischen Geburt und Tod, und vom Tod bis zu einer neuen Geburt -, gehen im Universum, im Kosmos, fortwährend Vorgänge vor, spielen sich Ereignisse ab. Wesenhaftes lebt im Kosmos. Das alles bildet sich ab, schreibt sich ein in den Ätherleib. Der ätherische Leib des Menschen ist in der Tat ein richtiger Abbildner des gesamten Kosmos. Es gibt nichts im Kosmos, was sich nicht im ätherischen Leibe des Menschen bildhaft abdrückt und, wenn man den Ausdruck gebrauchen will, imaginativ sich spiegelt. Und der astralische Menschenleib liest fortwährend das, was die Welt in den ätherischen Menschenleib einschreibt. Das geht in der Tat im Unterbewußtsein des Menschen vor sich, daß der astralische Menschenleib dasjenige liest, was die Welt in den ätherischen Menschenleib einschreibt.“

GA 156, S 115

„Wenn wir nun aber selbst in unserem bewußten, wachen Tagesleben einem Ereignis oder auch einem Gegenstande gegenübertreten, der auf uns einen Eindruck macht, dann bilden wir uns eine Vorstellung dieses Gegenstandes. Bei dem Bilden dieser Vorstellung des Gegenstandes ist zunächst der astralische Leib beschäftigt. Er ist in einer vehementen Bewegung, während wir uns eine Vorstellung von einem Gegenstande bilden, oder uns die Vorstellung des Eindruckes eines äußeren Ereignisses bilden. Was wir so als Vorstellung bilden, was wir als seelisches Erlebnis haben, das schreibt sich auch ein in den Ätherleib des Menschen, bleibt im Ätherleibe des Menschen eingeschrieben. Geradeso wie die Welt mit ihren Ereignissen fortwährend in unseren Ätherleib sich einschreibt, so schreiben wir auch dasjenige, was wir selbst seelisch erleben, in unseren ätherischen Leib ein. Darinnen bleibt es eingeschrieben. Wenn wir uns an etwas erinnern, so geschieht in der Tat ein komplizierter Vorgang. Unser Astralleib liest dasjenige, was in unseren Ätherleib eingeschrieben worden ist, und das Ergebnis dieses Lesens ist das Herauf dringen einer Vorstellung, die wir Erinnerung nennen.“

GA 156, S 115/116

„Das zweite Wesensglied ist der Ätherleib, der entspricht dem Sohnesprinzip oder dem Logos, dem «Wort». Wie der physische von Atma, so kann dieser Ätherleib von Buddhi bewegt, innerlich gestaltet, in Vibrationen von dem Sohnesprinzip versetzt werden.“

GA 93, S 177

„In der Mitte der lemurischen Zeit begann der Mensch an seinem Astralleib zu arbeiten. Wenn Sie einen Menschen betrachten könnten, der auf der Stufe steht, wo die lemurische Rasse begann, also zweigeschlechtlich, so finden Sie, daß dessen Körper von außen aufgebaut wird. Seit der Mitte der lemurischen Zeit beginnt nun der Mensch selbst an seinem Astralleib zu arbeiten. Alles was der Mensch von seinem Ich aus hineinarbeitet, was er durch Pflichten und Gebote zur Überwindung der rohen Begierden und Leidenschaften tut, trägt bei zur Veredelung des Astralleibes. Wenn er dann ganz durchdrungen sein wird mit der Arbeit des eigenen Ich, dann können wir ihn nicht mehr Astralleib nennen, dann ist er Manas geworden. Wenn der ganze Astralleib in Manas verwandelt ist, kann der Mensch beginnen in den Ätherleib hineinzuarbeiten, ihn in Buddhi zu verwandeln. Was er da hineinarbeitet, ist nichts anderes als das individualisierte Wort, das die christliche Esoterik auch den «Sohn» oder «Logos» nennt. Wenn der Astralleib zu Manas wird, nennt sie dies den «Heiligen Geist », und wenn der physische Leib Atma geworden ist, nennt sie dies «Vater».“

GA 93, S 177/178

„Siebenmal ist der astrale Erdglobus von den Weisen in der Art des Salomo regiert worden. Dann umgab sich die Erde von außen mit dem Ätherleib und kristallisierte, konstituierte irdische Materie. Da wurde das «Wort» hineingelegt. Dieses Wort ist dann wie begraben in der irdischen Materie, aber es muß wieder auferweckt werden. Dies ist auch der schöne Sinn in dem Mythos von dem Gotte Dionysos. Die heilige Weisheit unseres Erdenvorgängers ist hineingelegt in alle Erdenwesen unserer irdischen Weit. Nehmen Sie dies so tief; als es Ihnen möglich ist. Nehmen Sie den menschlichen Ätherleib, wie ihn jeder Mensch hat. Wenn Sie ihn als Hellseher ansehen, so hat er ungefähr die Form wie der physische Leib. Wenn der Mensch stirbt, löst sich der physische Leib auf und der Ätherleib auch; der physische Körper im Physischen und der Ätherleib im allgemeinen Weltenäther. Dieser Ätherleib ist aber sehr kunstvoll gebaut worden für die Menschen von der Weisheit, die ihn vorher hineingesetzt hat vom astralen Globus. Dieser Ätherleib zerstiebt nach dem Tode. Nur der Ätherleib, der von innen aufgebaut ist, der ist ein lebendiger, ein ewig bleibender. Es ist der Ätherleib des Chela, und der löst sich nach dem Tode nicht auf. Wenn Sie den heutigen Kulturmenschen sterben sehen, sehen Sie den Ätherleib noch einige Zeit, dann löst er sich auf. Beim Chela bleibt er. Der Verzicht des Chela auf Devachan besteht darin, daß der Chela sich auf der Astralebene aufhält und dort von seinem Ätherleib Gebrauch macht. Bei gewöhnlichen Menschen muß bei der Wiedergeburt ein neuer Ätherleib geformt werden; daß einer gebaut werden kann, das wird im Devachan erreicht. Der Ätherleib, den sich der Chela von innen heraus aufgebaut hat, geht nicht mehr verloren, wohl aber der von der kosmischen Weisheit von außen aufgebaute, denn der löst sich wieder auf. So ist es auch mit dem Ätherkörper der Pflanzen und Tiere. Was heute noch Ätherleib ist, ist aufgebaut worden aus den kosmischen Kräften, die auf diesem Astralglobus unserer Erde in sie hineingeflossen sind. Diese Weisheit, die Sie in der astralen Erde finden, wird in der Mythe von Dionysos ausgedrückt.“

GA 93, S 179/180

„Es mußte der Chela alle die Kräfte lahmlegen, welche ihn an der Arbeit an seinem Ätherleib hinderten. Wenn Sie einen Menschen vor sich haben, so hat er ja den physischen Körper, Ätherkörper und Astralkörper. Der Chela hat seinen Astralkörper geläutert und darf hineinarbeiten in seinen Ätherleib. Sie werden begreifen, warum der Mensch diese Reinigung seines Astralleibes durchführen muß. Was geschieht denn, wenn der Astralleib gereinigt ist? Was dringt da ein in den Ätherleib? Dasjenige, was im Astralleib veranlagt ist. Die Dinge, die im Astralleibe leben, drücken sich dem Ätherleib ein. Solange Sie am Astralleib arbeiten, können Sie die Fehler immer wieder umarbeiten: die Astralmaterie ist dünn und weich; Sie können das immer wieder ins Gleichgewicht bringen. Hat ein Mensch aber als Chela den Ätherleib zu entwickeln begonnen, dann drücken sich diese Eigenschaften in den Ätherleib ein, und dieser ist viel dauernder. Der Mensch würde dadurch, daß er das irdisch Fehlerhafte dauerhaft macht, zu einem gefährlichen Mitgliede der Menschheit werden. Daher die immerwährende Betonung der notwendigen Reinigung. Dieser Ätherleib wird durch die Kräfte, die auf ihn wirken, beeindruckt. Denken Sie ihn sich getrennt von dem physischen Körper, so hat er eine ganz andere Elastizität. Wenn er darinnen steckt, so hält er diesen in der Form; aber er ist, solange er darinnen weilt, zunächst zu schwach, um das in sich hineinzudrücken, was als Astralität durch die Katharsis durchgegangen ist.

Daher hat man das Altertum hindurch folgendes machen müssen. Man mußte jene die Elastizität des Ätherleibes verhindernden Kräfte zunächst beseitigen. Das geschah dadurch, daß der ganze physische Leib in einen lethargischen Zustand gebracht wurde. Der Mensch lag da, und der Ätherleib wurde herausgeholt aus dem physischen Leibe. Der physische Körper blieb dann wie tot liegen und der Ätherleib wurde nach seinen eigenen Kräften geformt. Das ist die Grablegung. Der Betreffende wurde drei bis dreieinhalb Tage in lethargischen Zustand versetzt. Und dann konnte er am Ätherleib arbeiten. Und dann, nachdem er den Ätherleib dem Astralleib entsprechend geformt hatte, kehrte er zurück in den physischen Leib. Dann hatte er das innere Leben in sich erweckt, dann war er ein Auferstandener, und er bekam einen neuen Namen.“

GA 93, S 202/203

„Wir stehen damit vor einer Tatsache, die in einfacher Weise begreiflich machen kann, was man Joga oder innere Schulung nennt. Aus den Worten, die ich gesprochen habe, werden Sie entnehmen können, daß dasjenige, was die Welt einst geschaffen hat, was in der Welt gewirkt und gekraftet hat, früher von unserem Inneren aufgenommen worden ist. Was heute in mir ist, war einstmals außer mir: das ist der Grundgedanke der okkulten Schulung. Ehe unser physischer Körper war, war schon unser Ätherleib vorhanden. Unser Ätherleib wiederum ist ein Gebilde, das von unserem Astralleibe geformt worden ist. Und davon geht die Jogaschulung aus. Wer sich auf die Jogaschulung einläßt, steigt hinab in seinen Ätherleib und weiß, daß er im Ätherleib die Kraft findet, die einst vor Jahrmillionen ihn aufgebaut hat. Langsam hat sich der physische Körper herausgehoben aus der Grundlage des Ätherleibes.“

GA 93, S 211

„Nur in großen Zügen kann ich beschreiben, wie das Hinuntersteigen in den Ätherleib vor sich geht. Da gibt es gewisse Strömungen im Ätherleibe, welche die Vorboten sind für die physischen Körperorgane. Die Nervenstränge des sympathischen Systems, das bis in den Rücken verläuft, die Nervenknoten des sympathischen Nervensystems, das sind Teile, die ätherisch vor Urzeiten herausgebildet wurden. Das ist ein Vorgang, der sich abgespielt hat in grauer Vorzeit. Dann, nachdem der Mensch weiter und weiter vorgeschritten ist, gab es eine Zeit, wo sich herausbildete innerhalb dieses Körpers, der nun in sich die Anlage zum physischen Nervensystem hatte, das Gebilde, welches uns fähig macht zur Entfaltung der inneren Körperwärme, zur Bereitung des warmen Blutes. Das ist wiederum ein späteres Gebilde aus dem Ätherkörper, der dann schon stark von den Kräften des Astralleibes beeinflußt war. Und aus dem, was wir hernach als Grundlage des Gehirns vorfinden, hat sich der Rückenmarksstrang herausgebildet wiederum aus dem Ätherleibe heraus, als dem anderen Pol des Ätherleibes, der sich auf der einen Seite zum Gehirn herausbildete, auf der anderen Seite zur inneren Blutwärme. Das ist in der Vergangenheit geschehen. An dieser Bildung des Menschen haben nicht nur die Naturkräfte gearbeitet, sondern auch höhere geistige Wesenheiten.“

GA 93, S 211

„Das zweite in der menschlichen Natur und im Weltenall ist: Weisheit. Ebenso wie Karma etwas Unausgeglichenes ist, hat Weisheit etwas von Ruhe, Ausgeglichenheit. Darum nennt man sie auch Rhythmus. Alle Weisheit ist der Form nach Rhythmus. Im Astralkörper ist vielleicht viel Sympathie, dann ist viel Grünes in der Aura. Dieses Grün wurde einmal als Gegenfarbe herausgefordert. Dem Grünen entsprach ursprünglich ein Rot, ein selbstsüchtiger Instinkt. Das hat sich durch Tätigkeit, Karma, in Grün verwandelt. In der Weisheit, im Rhythmus ist alles fertig, ausgeglichen. Im Menschen ist alles Rhythmische, Weisheitsvolle im Ätherkörper. Der Ätherkörper ist daher das am Menschen, was die Weisheit repräsentiert. Im Ätherkörper herrscht Ruhe, Rhythmus.“

GA 93a, S 23/24

„Ein Schlag ruft einen Gegenschlag hervor; aber durch viele Vermittlungen kommt erst der Gegenschlag zurück. Die Wirkung dauert aber in der Zwischenzeit fort. Wie Schlag und Gegenschlag zusammenhängen, das wird im Devachan zur Weisheit umgearbeitet. Was der Mensch zur Weisheit umgearbeitet hat, verwandelt sich beim Menschen in Rhythmus, im Gegensatz zur Tätigkeit. Was sich in Rhythmus verwandelt hat, das geht über in den Ätherkörper. Man ist nach dem Devachan weiser und besser geworden, weil man alle Erfahrungen im Devachan verarbeitet hat. Was von dem Astralkörper an Vibrationen in den Ätherkörper hineingearbeitet worden ist, das ist unsterblich. Wenn der Mensch stirbt, bleibt erhalten, was er von dem Astralkörper umgearbeitet hat, und von dem Ätherkörper das kleine Stückchen, das er bearbeitet hat; der übrige Teil des Ätherkörpers löst sich auf im Weltenäther. Soweit der Mensch dieses kleine Stückchen Ätherkörper bearbeitet hat, ist sein Ätherkörper unsterblich. Darum findet er dann bei seinem Wiederkommen dieses Stückchen Ätherkörper wieder. Was er braucht, um dieses Stückchen Ätherkörper zu ergänzen, das bestimmt die Dauer seines Aufenthaltes im Devachan.“

GA 93a, S 26/27

„Wenn ein Mensch soweit ist, daß er seinen ganzen Ätherkörper so umgewandelt hat, dann braucht er kein Devachan mehr. Dies ist bei dem ausgebildeten Geheimschüler der Fall, der seinen Ätherkörper so umgewandelt hat, daß der ganze Ätherkörper nach dem Tode verbleibt und nicht durch das Devachan hindurchzugehen braucht. Das nennt man das Verzichtleisten auf Devachan. Man kann einen Menschen am Ätherkörper arbeiten lassen, wenn man sicher ist, daß er nichts Übles mehr in die übrige Welt hineinbringt; er würde sonst seine schlechten Instinkte in die Welt hineinarbeiten. In der Hypnose kann es sein, daß der Hypnotisierte die schlechten Instinkte des Hypnotiseurs in die Welt hineinarbeitet. Beim normalen Menschen verhindert der physische Körper, daß man den Ätherkörper nach allen Richtungen zerren und ziehen kann. Wenn sich der physische Körper aber in Lethargie befindet, kann man in den Ätherkörper hineinarbeiten. Wenn man einen Menschen hypnotisiert und schlechte Instinkte in ihn hineinarbeitet, so bleiben diese auch nach dem Tode vorhanden. Viele Praktiken der schwarzen Magier bestanden darin, daß sie auf diese Weise sich willige Diener schufen. Regel der weißen Magier ist, niemanden in anderem Maße in seinen Ätherleib hineinarbeiten zu lassen, als seine Instinkte schon durch die Katharsis hindurchgegangen sind. Im Ätherkörper herrscht Ruhe und Weisheit. Wenn etwas Schlechtes hineinkommt, kommt dieses Schlechte zur Ruhe und bleibt dadurch.“

GA 93a, S 27

„Wenn man den Menschen in seiner ganzen Wesenheit nimmt, sieht man zunächst den physischen Körper, dann den Äther- und den Astralkörper. Den physischen Körper des Menschen kann jeder sehen. Der Ätherkörper wird sichtbar, wenn man sich den physischen Körper durch einen scharfen Willensakt absuggeriert. Dann bleibt der Raum des physischen Körpers ausgefüllt mit dem Ätherkörper. Den Ätherkörper betrachtet der Okkultist eigentlich als den untersten Körper. Es ist der Körper, nach dem der physische Mensch gebildet ist. Nach der absteigenden Linie ist der Ätherkörper dem physischen Körper entgegengesetzt gebildet; nur nach der aufsteigenden Linie sind sich beide gleich. Das Weib hat einen männlichen Ätherkörper und der Mann einen weiblichen Ätherkörper.“

GA 93a, S 74

„Die zweite Stufe der Ausbildung war die Durcharbeitung dieses physikalischen Apparates mit dem Ätherleib. Da wurde er ein lebender Organismus. Das drückte sich dann auch aus in der Konfiguration des Körpers. Der Automat war aufgebaut aus einer ziemlich festen undifferenzierten Masse, ähnlich wie heute eine Geleemasse ist, wie ein weicher Kristall. Im zweiten Kreislauf, in dem Sonnendasein, wurde der physische Automat nun von dem Ätherkörper durchzogen. In diesem Sonnenkreislauf entstand auch das Sonnengeflecht (Solarplexus), das darnach benannt ist, weil das ein wirkliches Organ ist, von dem heute nur noch Rudimente vorhanden sind. Es arbeitet sich ein Nervensystem in den physikalischen Apparat hinein. Bei den Pflanzen ist noch etwas Ähnliches vorhanden. Das ist die zweite Stufe.“

GA 93a, S 89

„Die zweite Entwickelung, die auf die Kulturentwickelung folgt, ist die Entwickelung des Geheimschülers. Der arbeitet das Ich bis in den Ätherleib hinein. Dadurch werden die Devakräfte auch im Ätherleib nach und nach abgelöst von der eigenen Arbeit des Ich. Da fängt der Mensch dann auch an, sich nach und nach selbst zu durchschauen.“

GA 93a, S 93

„Der Ätherleib ist der Träger der Gedanken. Was Gedanke im Inneren ist, ist Äther von außen, so wie die Begierde im Inneren Astrales von außen ist. Aber erst wenn das reine Denken beginnt, wird in die Astralimpulse Äthermaterie hineingestrahlt. Solange die Gedanken noch nicht rein sind, haben wir rings um die Ätherform herum Astralmaterie. Also was man Gedankenformen nennt, ist zusammengesetzt aus einem Kern von Äthermaterie, umringt von Astralmaterie. Längs der Nervenbahnen gehen die Ströme der sogenannten abstrakten Gedanken, die aber in Wirklichkeit die allerkonkretesten sind, denn sie sind Ätherkräfte. Sobald der Mensch überhaupt anfängt zu denken, arbeitet er schon das Ich in seinen Ätherkörper hinein. Wenn der Mensch stirbt, wird es klar, daß der physische Körper mit dem Ich nichts zu tun hat. Es ist jede Leitung von diesem zum Ich nach dem Tode unterbrochen. Die Leitung fand vorher indirekt durch die anderen Körper statt. Wenn diese fort sind, hat der Leichnam gar keine Beziehung mehr zum Ich. Da nehmen ihn die äußeren Devakräfte an sich, er wird wieder in die physische Umwelt hineinorganisiert. Das Wort «verwesen» bedeutet nicht nur vergehen, sondern zu dem Wesen werden, aus dem der Körper hervorgegangen ist. Das ist bezüglich des physischen Körpers zu sagen. Das holländische Wort « lichaam » bedeutet nicht Leichnam, sondern den mitherumgetragenen physischen Körper.“

GA 93a, S 93/94

„Auch der Ätherkörper ist zum großen Teil noch im gleichen Fall wie der physische Körper. Er wird ebenso nach dem Tode von den Devas aufgenommen und geht dann wieder in dem allgemeinen Kreislauf auf. Aber vom Ätherkörper bleibt, was der Mensch selber hineingearbeitet hat und löst sich nicht auf. Es ist das, was später bei der Wiederverkörperung einen Mittelpunkt bildet, um den das andere sich herumkristallisiert. Dieses Stückchen bleibt bei jedem Menschen vom Ätherkörper vorhanden. Ebenso bleibt vom Astralleib so viel vorhanden, als der Mensch hineingearbeitet hat. Erst während des letzten Drittels der sechsten Wurzelrasse wird bei allen normal sich entwickelnden Menschen der ganze Astralleib erhalten bleiben.

Die Entwickelung beginnt also damit, daß der Mensch bewußt den Astralleib bearbeitet. Die Arbeit des Chela, des Geheimschülers, ist ferner, den Ätherleib umzuarbeiten. Er ist mit der Chelaschaft fertig, wenn nach dem Tode der ganze Ätherleib erhalten bleibt. Der Aufenthalt im Devachan ist nötig, um die Organisation des Ätherleibes immer wieder neu möglich zu machen. Das kleine Stückchen des Ätherleibes, welches der Mensch anfangs ins Devachan trägt, kann sich zum völligen Ätherleib auswachsen, dadurch daß die Bedingungen dazu im Devachan geschaffen werden.“

GA 93a, S 94

„Dies macht begreiflich, wie es sich mit dem Aufenthalt im Devachan verhält. Wenn der Mensch am Beginn seiner Entwickelung steht und nur ganz wenig von seinem Ätherleib umgearbeitet hat, kann. er nur ganz kurze Zeit im Devachan bleiben. Das fehlende Stück des Ätherleibes müssen ihm die äußeren Devas ersetzen. Wenn er sich weiter entwickelt, verweilt er immer länger im Devachan, dann nimmt die Dauer des Aufenthaltes dort zu. Die Zeit, die er dort verbringt, wächst also im Verhältnis zur eigenen Ausbildung. Weiter fortgeschrittene Menschen werden aber manchmal aus anderen Ursachen früher wieder inkarniert, zum Beispiel weil man sie in der Welt braucht.“

GA 93a, S 94/95

„Wenn der Chela stirbt, ist der ganze Ätherleib da. Also kann der Chela auf dieser Stufe auf Devachan verzichten, weil eben der Ätherleib vollständig ausgearbeitet ist. Dann tritt nach einer ganz kurzen Zeit eine Wiederverkörperung ein. Er wartet zunächst in der Astralwelt als in einer Übergangsstation, bis er von seinem Meister eine bestimmte Mission erhält. Dann kann er seinen Ätherleib wieder beziehen, um sich dann wieder zu verkörpern.“

GA 93a, S 95

„Die Funktionen, die die Menschen jetzt mit Hilfe des Vorderhirns ausführen, wurden bei den Atlantiern mit Hilfe von Organen im Ätherkörper ausgeführt. Dadurch konnten sie mit Wesenheiten in Verbindung treten, zu denen uns der Zugang heute versperrt ist, weil eben der Mensch das Vorderhirn entwickelt hat. Bei den Atlantiern war sichtbar eine Art feuriger farbiger Bildung, die ausströmte aus der Öffnung des physischen Kopfes zu dem Ätherkopf hin. Er war zugänglich für eine Menge psychischer Einflüsse. Ein solcher Kopf, der als Ätherkopf denkt, hat Gewalt über das Ätherische, während ein Kopf, der im physischen Gehirn denkt, allein über das Physische Gewalt hat, über das Zusammenfügen rein mechanischer Dinge. Er kann sich physische Werkzeuge machen. Dagegen kann ein Mensch, der noch im Äther denkt, ein Samenkorn zum Aufblühen bringen, so daß es wirklich wächst.“

GA 93a, S 138/139

„Wenn man die menschliche Entwickelung betrachtet, wird man finden, daß fortwährend der eine Teil des Astralleibes bestrebt ist, die andere Hälfte, die niedere Natur, zu überwinden und umgekehrt. Wenn der Mensch heute aus Astralleib, Ätherleib und physischem Leib besteht, so ist eigentlich nur der physische Leib ein Produkt, welches, so wie es ist, fertig ist. Die anderen zwei Leiber sind in einem fortwährenden Kampfe begriffen. Auch bei dem Ätherleibe sind zwei Teile, die ineinander aufzugehen suchen.“

GA 93a, S 142

„Wenn der Mensch nun stirbt, übergibt er den ganzen physischen Leib den Kräften der Erde, der Ätherkörper des Menschen aber spaltet sich zunächst in zwei Glieder. Das eine Glied ist das, welches herstammt von der oberen Bildung und das nimmt der Mensch mit. Dagegen fällt der ganze übrige Ätherkörper ab, denn darüber kann der Mensch keine Herrschaft ausüben; das ist ihm zugefallen von außen. Darüber kann er erst eine Herrschaft ausüben, wenn er Geheimschüler geworden ist. Dieser Ätherkörperteil wird also beim gewöhnlichen Menschen den ätherischen Kräften des Weltenraumes übergeben.“

GA 93a, S 142

„Der physische Körper ist entstanden durch eine Umbildung und Veredelung jenes lindwurmartigen Körpers, den wir in der lemurischen Zeit antreffen. Er war männlich-weiblich. In dem jetzigen Menschen ist auch ein männlich-weiblicher Mensch. Bei dem Manne ist die Grundlage der oberen Glieder weiblich, beim Weibe ist die Grundlage des oberen Ätherkörpers von männlicher Bildung. Tatsächlich ist auch der Mensch der physischen Natur nach männlich-weiblich.“

GA 93a, S 143

„Der Ätherkörper besteht aus zwei Gliedern: aus dem Teile der menschlichen Natur, der damals vom Monde herübergekommen ist, und seinem Gegenpol. Sie waren zuerst noch nicht miteinander verbunden, nachher näherten sie sich einander und verbanden sich. Das eine ist der Pol des Tierischen, das andere der Pol des Geistigen. Den Pol des Tierischen nennt man Ätherkörper, den Pol des Geistigen nennt man Mentalkörper. Der Mentalkörper ist materiell Äther.“

GA 93a, S 143/144

„Wir wollen nun den Vorgang des Sterbens ins Auge fassen, um die Technik der Reinkarnation zu verstehen. Der Moment des Sterbens besteht darin, daß der Ätherkörper und der physische Körper zunächst voneinandergerissen werden. Das ist der Unterschied zwischen dem Einschlafenden und dem Sterbenden, daß bei dem Einschlafenden der Ätherkörper mit dem physischen Körper verbunden bleibt. Im Ätherkörper sind eingeprägt alle Gedanken und Erlebnisse des Menschen. Die sind in ihm eingegraben. Der Mensch würde sich viel mehr an seine Erlebnisse gedächtnismäßig erinnern können, wenn nicht die Außenwelt fortwährend seine Erlebnisse auslöschte. Der Mensch hat seine Vorstellungen nur nicht immer vor sich, weil er seine Aufmerksamkeit nach außen richtet. Wo er aufhört, das zu tun, nimmt er wahr, was in seinem Ätherkörper aufgespeichert ist. Alles was der Mensch von der Außenwelt aufgenommen hat, das ist in seinem Ätherleib eingegraben. Er richtet zunächst seine Aufmerksamkeit nach außen und nimmt die Eindrücke in seinen Ätherleib auf. Das vergißt er aber zum Teil wieder. Wenn nun im Tode der physische Leib abgelegt wird, nimmt er in dem Augenblicke alles das wahr, was in seinem Ätherleib aufgespeichert ist. Das ist der Fall, nachdem sein Ich mit dem Astralleib und dem Ätherleib sich vom physischen Leib getrennt hat. Gleich nach dem Tode also ist Gelegenheit geboten zur vollkommenen Erinnerung an das vergangene Leben.“

GA 93a, S 158

„Alles was kombiniert ist auf dem physischen Plan, hat keinen Ätherkörper; aber alles was wächst, hat einen Ätherkörper. Wirkt der Mensch künstlerisch, anschauend oder bildend, so wirkt er auf den Ätherkörper. Ein künstlerisch gestaltetes Tongebilde oder ein Gemälde wirkt unmittelbar auf den Ätherkörper. Eine Tugend wirkt dagegen auf den Astralkörper. Manche edle Menschen, die aus dem Devachan zurückkommen, treffen, weil sie gar nichts getan haben zu einer im Sinne der Schönheit organisierenden Tätigkeit, einen Ätherkörper an, der gar nicht zu ihrem fortgeschrittenen Astralkörper paßt. Daher geschieht es, daß viele Menschen, die in der letzten Inkarnation sehr heilig gelebt haben, aber ohne sich mit dem äußerlich sinnlich Edlen zu befassen, bei der Reinkarnation eine Furcht vor der Inkarnation haben, weil ihr Ätherkörper sich nicht durch das sinnlich Schöne veredelt hat.“

GA 93a, S 163

„Das bewirkt sehr häufig eine Scheu vor der Inkarnation, und im extremen Fall bei der Reinkarnation den Idiotismus. Wenn nun der Mensch all die Nachteile seines Ätherkörpers in einem Idiotenleben durchmacht, so gleicht sich das in der folgenden Inkarnation aus. Weil der Mensch bei seiner Inkarnation, bei der Geburt, einen Schock bekommt, wenn er nicht seinen Ätherkörper durch die Einwirkung des sinnlich Schönen veredelt hat, darum hat man in der Freimaurerei als zweites Prinzip die Schönheit aufgenommen. Weisheit, Schönheit und Gewalt oder Stärke sind die drei aufbauenden Kräfte; sie sollen entwickelt werden. Wer alle drei besitzt, der wird ein Mensch, der auch mit allen drei Körpern in die nächste Inkarnation hineinpaßt.“

GA 93a, S 164

„Diese Dinge erlegen uns die Pflicht auf, gerade die künstlerische Betätigung in das theosophische Leben wieder einzuführen. Das ist auch jetzt in die Strömung der theosophischen Bewegung aufgenommen. Die bloßen Lehren sollten anfangs auf den Astralkörper wirken. Jetzt soll auch das Gefühl den Ätherkörper beeinflussen. Die großen Lehren werden nicht nur gesprochen, sondern gebaut, gemalt, gemeißelt. Wenn wir eine Welt um uns haben, die aufgebaut ist in Stilen der großen theosophischen Bewegung, dann haben wir viel getan. Das Christentum ist nicht nur im Kanon gegeben, sondern vom Michelangelo, Raffael, Leonardo gemalt und in den gotischen Domen auch gebaut worden. Dann kam das musikalische Element herauf, in das das Christentum hineinwuchs, nachdem es sich verinnerlicht hatte.“

GA 93a, S 164

„Wir haben gesehen, daß der ganze menschliche Leib sich zusammensetzt, zusammengesetzt hat aus Teilen, die dadurch entstanden sind, daß die ursprünglich ungegliederte Masse sich in Organe geteilt hat, nachdem der ursprüngliche Astralleib Verschiedenes ausgesondert hatte und durch diese um ihn herumstehenden Aussonderungen, die sich in ihm abspiegelten, in ihm Bilder entstanden sind. Diese Bilder wurden in ihm Kräfte und formten seinen Ätherleib; das heißt, durch diese mannigfaltigen Bilder wird sein Ätherleib gegliedert. In diesem nun aus Teilen bestehenden Ätherleib verdichtet sich wiederum jeder solche Ätherteil in sich und es entsteht der physische Gliedkörper. Jeder solche physische Kern, aus dem dann die Organe werden, bildet zu gleicher Zeit eine Art von Zentrum im Äther.“

GA 93a, S 173

„Zweitens der Ätherleib. Wie kann man ihn verstehen? Wir wissen, daß die Hypnose ein anderes Bewußtsein weckt, nicht nur in dem hypnotisierten Subjekt, sondern auch in dem Hypnotiseur, der seiner Versuchsperson alles, was er will, suggerieren kann. Er kann bewirken, daß sie einen Stuhl für ein Pferd hält, aber er kann ihr auch suggerieren, daß der Stuhl nicht da ist oder daß in einem Zimmer, voller Leute niemand ist. Der Eingeweihte kann nach Belieben diese Fähigkeit auf sich selbst anwenden und sich dazu bringen, den physischen Körper der Person, die er vor sich hat, sich abzusuggerieren. Alsdann bemerkt er anstelle des physischen Leibes nicht eine Leere sondern den Ätherleib. Dieser Leib ist ähnlich dem physischen Leibe, jedoch etwas von ihm verschieden. Er entlehnt von ihm die Form, geht aber etwas über ihn hinaus. Er ist mehr oder weniger leuchtend und fließend. Seine Organe erscheinen als Strömungen von verschiedenen Farben, und anstelle des Herzens finden wir ein wahres Knäuel von Kräften, einen Wirbel von Strömungen. Der Ätherleib ist also ein wirklicher, ätherischer Doppelgänger des physischen Leibes.“

GA 94, S 37

„Diesen Leib hat der Mensch gemeinsam mit den Pflanzen. Er ist nicht das Produkt des physischen Leibes, wie die Empiriker glauben könnten, sondern er ist im Gegenteil der Erbauer des ganzen physischen Organismus. Für die Pflanze wie für den Menschen ist er die Wachstumskraft, die Kraft des Rhythmus und der Reproduktion.“

GA 94, S 38

„Beim Tode trennt sich der Ätherleib mit dem Astralleib vollkommen vom physischen Leibe. Im Ätherleib, als dem Träger des Gedächtnisses, sitzt die Erinnerung an das Leben, so daß in dem Augenblick, wo er sich loslöst, die Sterbenden ihr Leben wie in einem einzigen Tableau lesen. Der Ätherleib wird, wenn er vom physischen Leib getrennt ist, sehr viel regsamer, weil er nicht mehr von seiner Beziehung zum Physischen gestört wird.“

GA 94, S 40/41

„Beim physischen Menschen handelt es sich darum, den Stoff und die Form ins Auge zu fassen. Der Stoff erneuert sich innerhalb von sieben Jahren, die Form bleibt erhalten. Denn hinter dem Stofflichen steht ein übersinnlicher Baumeister. Dieser Baumeister ist der Ätherleib. Ihn sehen wir nicht, wir sehen nur sein Werk, den Leib. Das physische Auge sieht im Organismus nur, was abgeschlossen und nicht das, was im Zustand des Werdens ist.“

GA 94, S 67

„Im siebenten Jahr geht eine besondere Veränderung im Kinde vor sich: ein Teil des Ätherleibes wird nun frei, und deshalb sollte von jetzt ab auf den Ätherleib eingewirkt werden. Was wirkt auf den Ätherleib? Beobachten wir zunächst, was beim Tod des Menschen vor sich geht. Es bleibt der physische Leib allein liegen, Ätherleib und Astralleib trennen sich von ihm und steigen auf. Im Schlafe ist es anders. Beim schlafenden Menschen ist der Ätherleib mit dem physischen Leib verbunden im Bett, und nur der Astralleib löst sich heraus. Im Augenblick des Todes geschieht für den Menschen etwas außerordentlich Merkwürdiges: das ganze verflossene Leben liegt vor dem Gedächtnis ausgebreitet und zieht an ihm vorüber. Dasselbe kommt zuweilen in höchster Lebensgefahr vor, zum Beispiel bei Ertrinkenden, Abgestürzten und so weiter, die wieder zum Leben erwacht sind. In solchen Momenten tritt ihnen auch ihr ganzes vergangenes Leben vor die Seele. Was geschieht da? Es lockert sich der Ätherleib vom physischen Körper. Ein ähnlicher Vorgang vollzieht sich, wenn ein Glied «einschläft» oder wenn man es abbindet. Der Hellseher sieht beispielsweise, wenn jemand sich den Finger abbindet, wie der Ätherleib des Fingers herunterhängt und gelockert ist. Bei einem Hypnotisierten ist dieser Zustand sehr gefährlich, weil bei ihm das Äthergehirn zu beiden Seiten des Kopfes schlaff heraushängt. Da der Ätherleib der Träger des Gedächtnisses ist, stellt sich das Erinnerungstableau nach dem Tode ein. Wird er vom physischen Leib frei, so kann er in diesem Augenblick seinen eigenen Bewegungen folgen, und das Gedächtnis ist freier als sonst. Im normalen Zustand erfüllt er den physischen Leib wie eine verdichtete Lichtwolke. Bis zum Tode stört der physische Leib die feinen Kräftewirkungen des Ätherleibes.“

GA 94, S 131/132

„Danach muß sich der neue Ätherleib angliedern. Bei der Astralmaterie ist es so, als ob sie ganz von selbst anschieße und sich angliedere. Bei der Äthermaterie ist es anders. Da gibt es Wesenheiten, die zunächst mit der Individualität des Menschen nichts zu tun haben. Sie helfen bei der Bildung des Ätherleibes. Man nennt sie Mahadevas. Sie haben auch sonst eine gewisse Bedeutung bei den Menschen. Der Mensch ist nicht so sehr Herrscher seiner Leiblichkeit, wie er glaubt. In seinen drei Leibern wohnen auch noch andere Wesenheiten wirksam darin. Nur in seinem vierten Glied, im Ich, ist der Mensch ganz allein zu Hause. Zu solchen Wesenheiten, die im Menschen leben, gehören auch die Mahadevas, sie haben Einfluß auf den Ätherleib und vermögen dem Menschen den richtigen Ätherleib zu geben. Von anderen Wesenheiten wird er sodann zu dem Elternpaar geleitet, nach den Vererbungsverhältnissen zu derjenigen Familie und dem physischen Menschenkeim, die zu den Fähigkeiten und Eigenschaften des sich wiederverkörpernden Menschen am besten passen. Nur in den seltensten Fällen fügt sich der neu verkörperte Mensch gänzlich in seinen neuen physischen Leib ein, wodurch oft viele innere Zwiespälte entstehen. Es kann immer nur ein annähernd passender physischer Leib gefunden werden in unserer gegenwärtigen Zeit. In dem Augenblick, wo der geeignete Ort der Verkörperung gefunden ist, leiten die Lipikas, elementarische Wesenheiten, den Menschen zu einer geeigneten Familie hin, und erst im Augenblick der Befruchtung geschieht die Umkleidung des Astralleibes mit dem Ätherleib. Wie die Mahadevas in Beziehung stehen zum Ätherleib, stehen die Lipikas in Beziehung zum physischen Leib. Alle diese Vorgänge dauern für gewöhnlich nur Augenblicke. In den ersten Monaten nach der Empfängnis ist im Menschenkeim nur der Kausalleib tätig und wirksam. Ungefähr in der siebenten Woche beginnt der Ätherleib mit seiner Wirksamkeit, und vom siebenten Monat ab tritt der Astralleib mit seinen Kräften an den Menschen heran.“

GA 94, S 153/154

„Viel schwerer als den Astralleib zu bearbeiten, ist es, in den Ätherleib hineinzuarbeiten, weil dieser viel schwieriger zu durchdringen ist. Diese Undurchdringlichkeit ist teils das Werk des Menschen selbst, insofern es von früheren Taten herrührt, teilweise aber auch das Werk anderer, höherer Wesenheiten, die bei der Bildung des Ätherleibes tätig waren. Je mehr der Mensch in den Ätherleib hineinarbeitet, desto mehr wird er, was man so nennt, ein religiöser und weiser Mensch.“

GA 94, S 158

„Ein Okkultist muß mit der Methode vertraut sein, nicht nur, wie man den Astralleib durcharbeitet, sondern auch wie man in den Ätherleib hineinarbeitet. Bewußt gestaltet der Geheimschüler den Ätherleib um, so daß er die Fähigkeit erlangt, auf die Kräfte des Ätherleibes einen harmonisierenden Einfluß zu haben. Bei den Eingeweihten äußert sich diese Einwirkung auf den Ätherleib in der Weise, daß er in gewissen Phasen seines Lebens über Kräfte verfügen kann, die er sonst nicht haben würde. Buddhi nennt man das, was so entsteht durch das Hineinarbeiten des Ich in den Ätherleib, und einen Menschen, der es so weit gebracht hat, nennt man einen Chela. In einem gewissen Zeitpunkt wird sich der Chela seiner früheren Erdenleben bewußt.“

GA 94, S 158

„Diesen letztgenannten Zustand kann man sich bewußt hervorbringen, um sich den Ätherleib sichtbar zu machen. Es ist eine höhere Art der Aufmerksamkeit. Durch einen energischen Willensentschluß suggeriert man sich den physischen Leib weg und überzeugt sich dann, daß der Raum, den vorhin der physische Körper einnahm, nicht leer ist, sondern ausgefüllt mit einem herrlichen, mit nichts Irdischem vergleichbaren Lichtstoffe, und in der Herz- und Lungengegend sieht man wunderbare Bewegungen dieses Lichtstoffes, das ist der Ätherleib des Menschen. Der bewußt Hellsehende sieht den Ätherleib ein wenig über den Menschenleib hervorragen. Beim Pferde ist er sehr viel weiter herausstehend.“

GA 94, S 234

„Wir haben gesehen, daß der Mensch seinen Lebensleib durchgeistigt mit der Buddhi. Was bewirkt der Lebensleib im Menschen? Wachstum und Fortpflanzung, alles, was das Lebewesen vom Mineral unterscheidet. Welches ist die höchste Äußerung des Lebensleibes? Die Fortpflanzung, das Wachstum über sich selbst hinaus. Was wird nun aus dieser letzten Äußerung des Lebensleibes, wenn der Mensch den Weg zurück zur Vergeistigung bewußt zurücklegt? Worin verwandelt sich diese Fortpflanzungskraft, was wird aus ihr, wenn sie geläutert, durchgeistigt ist? – Im menschlichen Kehlkopf haben Sie die Läuterung, die Umwandlung der Fortpflanzungskraft, und in dem artikulierten Vokallaut, im menschlichen Wort das umgewandelte Fortpflanzungsvermögen. Analog dem Gesetz «Alles ist unten wie oben» finden wir den entsprechenden Vorgang auch im Physischen: den Stimmbruch, die Mutation zur Zeit der Geschlechtsreife. Alles, was Geist wird, geht vom Wort oder vom Inhalt des Wortes aus. Das ist das allererste Hereinscheinen der Buddhi, wenn aus der menschlichen Seele der erste artikulierte Laut dringt. Ein Mantram wirkt deshalb so bedeutsam, weil es ein geistig artikuliertes Wort ist. Ein Mantram ist deshalb für den Chela das Mittel, um hinunterzuwirken in die Tiefen seiner Seele.“

GA 94, S 243/244

„Dann geht es hinauf ins Ätherische, ins Lichtförmige, in die Ätherbestandteile des Menschen, in den ätherischen Leib. Wenn der Mensch durch seinen Stoffwechsel‑Gliedmaßenorganismus alles in die Wärme übergeführt hat, dann geht es in den Ätherleib hinauf. Da schließt sich der Mensch zusammen mit dem Äther, der die ganze Welt ausfüllt, da gliedert er sich an den Kosmos an.“

GA 210, S 156

„Ja, meine Herren, diese Geschichte ist eigentlich sehr merkwürdig. Wir Menschen sollten eigentlich auch schwimmen, wenn wir uns bloß nach dem Geschmack richten würden. Wenn ich den Zucker schmecke, so will eigentlich etwas in mir, nämlich der wässerige Mensch, dorthin schwimmen. Der Drang zum Schwimmen ist schon da. Der Mensch will eigentlich fortwährend nach dem Geschmack schwimmen. Nur der feste Körper, der hält ihn wieder zurück. Und von dem, was da schwimmen will und nicht kann – wir haben eigentlich fortwährend einen Fisch in uns, der schwimmen will und nicht kann -, von dem, was nicht schwimmen kann, behalten wir das zurück, was unser innerlich Seelisches von dem Geschmack ausmacht. Denn mit dem Geschmack leben wir eigentlich ganz im Ätherleib drinnen, nur daß der Ätherleib festgehalten wird durch das Wasser, das wir haben, und das Wasser wird wieder festgehalten. Und es ist das Natürlichste, sich zu sagen: Der Mensch hat einen Ätherleib, der eigentlich gar nicht zum Gehen auf der Erde veranlagt ist, der nur zum Schwimmen veranlagt ist, der eigentlich ein Fisch ist, nur daß ihn der Mensch aufstellt, und dadurch wird er etwas anderes. Aber der Mensch hat diesen Ätherleib in sich, der eigentlich nur in seinem flüssigen Menschen drinnen ist. Und es ist schon so, daß eigentlich der Mensch fortwährend gern schwimmen möchte, schwimmen in dem feinen Wasser, das ja auch immer in der Luft ist. Da möchten wir eigentlich fortwährend schwimmen. Aber wir verwandeln dieses Schwimmen in das innere Geschmackserlebnis.“

TB 722, S 130/131

„Im wäßrigen Organismus ist aber nun Tag und Nacht der ätherische Leib des Menschen. Und da haben Sie zu gleicher Zeit eine Wechselwirkung des astralischen und des ätherischen Leibes, aber auch das physische Abbild davon: die Luftvorgänge und die Wasservorgänge im Menschen. Sie können sich also durchaus vorstellen, daß im Menschen zunächst diese physischen Prozesse vorhanden sind, die ablaufen zwischen seinem Atmen und den Bewegungen seiner Säfte, überhaupt alledem, was da flüssig im Organismus vor sich geht. Das aber ist wieder nur ein Abbild von dem, was zwischen astralischem und ätherischem Leib vor sich geht.“

GA 212, S 56

„Es handelt sich darum, daß wir uns dieses ganz lebendig vorstellen, daß wir uns darüber klar sind. Für sich können wir nur den festen Organismus betrachten. Sobald wir an den flüssigen Organismus herankommen, hat er gar nicht mehr die Möglichkeit, etwa bloß sich so zu bewegen, wie sich Wasserwellen draußen bewegen, sondern der bewegt sich so, daß sein Bewegungsspiel ein Abbild ist dessen, was im Ätherleib des Menschen vor sich geht. Wiederum dasjenige, was in den feineren Zuständen der Körperatmung vor sich geht, ist ein Abbild dessen, was astralisch im Menschen vor sich geht. Nun aber, wenn wir das ins Auge fassen, so müssen wir uns sagen: Sehen wir nur einmal auf das Gehirnwasser. Das hat in sich gewisse Bewegungen. Die sind ein Abbild des Ätherleibes. Aber den ‑Ätherleib, den bekommt der Mensch, indem er aus den geistigen Welten in diese physische Welt heruntersteigt; innerhalb der geistigen Welten hat er ihn noch nicht. Aber indem der Mensch überhaupt seinen physischen Leib ergreift, hat er schon seinen Ätherleib. Er zieht gewissermaßen den Äther aus dem Kosmos heran. Und erst indem er den Äther herangezogen hat aus dem Kosmos, kann er sich mit dem Physischen, das ihm dann durch die Vererbung vermittelt wird, verbinden. So daß wir dasjenige, was innerlich im Ätherleib des Menschen lebt, schon mitbringen, indem wir unseren physischen Leib ergreifen.

Nehmen Sie also an, im Leib des mütterlichen Organismus entsteht der Menschenkeim. Wir untersuchen dasjenige, was an diesem Menschenkeim das Flüssige ist. Man tut es nicht in der gewöhnlichen Physiologie. In der gewöhnlichen Physiologie untersucht man nur den Keim insofern, als er Festes enthält oder wenigstens sich so wie das Feste beobachten läßt. Das Flüssige wird gar nicht untersucht. Würde man aber das Flüssige untersuchen, dann würde man entdecken, wie in dem Flüssigen, namentlich im Gehirnwasser, ein Abbild dessen ist, was da hereingeschlüpft ist in den physischen Menschen und was zunächst schon im Ätherleib sich ausdrückte, als der Äther herangezogen worden ist.“

GA 212, S 57/58

„So können wir sagen: Wenn hier der physische Leib ist (siehe Zeichnung), der physische Menschenkeim sich bildet ‑ ich zeichne jetzt das Feste gar nicht; was ich da zeichne, soll der flüssige Menschenkeim sein (rot) ‑, es kommt aus der geistigen Welt herunter dasjenige, was als Ich und Astralisches vorhanden ist. Was schon an Äther herangezogen ist (gelb), das schlüpft hier hinein. Indem einfach der Mensch untertaucht in den physischen Leib, wird im flüssigen Organismus aufgenommen das, was der Mensch von außen hereinbringt. Würden Sie also das Gehirnwasser des Kindes in seinen Bewegungen untersuchen, so müßten Sie sagen: Das ist eigentlich eine Photographie dessen, was der Mensch war, bevor er sich mit seinem physischen Leib verbunden hat. Sehen Sie, das ist sehr wichtig, daß man eigentlich sagen kann: Im Gehirnwasser, das heißt, in den Bewegungen des Gehirnwassers würde man eine Photographie von dem, was der Konzeption vorangegangen ist, finden.“

GA 212, S 58/59

„Das, was zunächst geschieht, bevor der Mensch an seinen physischen Leib, an das Embryonale, an das Keimhafte seines physischen Leibes herankommt, ist, daß er die Kräfte der ätherischen Welt an sich heranzieht. Wir leben hier auf der Erde in der physischen Welt, das ist in derjenigen Welt, die durch alles das charakterisiert ist, was wir durch unsere Sinne sehen und durch unseren irdischen Verstand begreifen. Aber in dieser Welt gibt es nichts, was nicht durchsetzt ist von der ätherischen Welt. Diese physische Welt, die wir sehen, die wir hören und so weiter, ist überall von der ätherischen Welt durchsetzt. An diese ätherische Welt lebt sich der Mensch früher heran als an die physische Welt. Bevor er die Neigung erhält, sich mit der physischen Welt durch den Embryo zu verbinden, zieht er die Kräfte der ätherischen Welt heran. Und er bildet sich, indem er die Kräfte aus der ätherischen Welt heranzieht, seinen Ätherleib.“

GA 212, S 113

„Damit wir diese Vorstellungen genauer aufnehmen können, wollen wir uns das schematisch auf die Tafel zeichnen. Nehmen wir an, ich wollte das Geistig‑Seelische, was da herankommt aus der geistigen Welt, durch diese Figur charakterisieren (Zeichnung S. 114, violett). Das ist natürlich nur ganz schematisch gemacht. Nur dasjenige, was der Mensch zunächst an sich heranzieht, das wird zu seinem ätherischen Leib. Also er umkleidet sich gewissermaßen, indem er heruntersteigt aus der geistigen Welt, mit seinem ätherischen Leib (orange schraffiert). Aber damit, daß man sagt, « der Mensch umkleidet sich mit seinem ätherischen Leib », ist nicht viel gesagt; man muß da schon ein wenig eingehen auf die Beschaffenheit dieses ätherischen Leibes. Dieser ätherische Leib, der sich da im Menschen heranbildet, ist gewissermaßen eine Welt für sich. Allerdings, man möchte sagen, eine Welt für sich im Bilde. Es ist so, daß dieser ätherische Leib zum Beispiel an seiner Umgebung Sternhaftes zeigt (gelbe Sterne), und daß er in seinem unteren Teile etwas zeigt, was sich mehr oder weniger wie ein Abbild der Erde selber ausnimmt. Ja, er hat sogar eine Art von Abbild des Sonnen‑ und Mondenhaften in sich.

Das ist außerordentlich bedeutsam, daß, wenn wir so aus der allgemeinen Ätherwelt beim Herunterstieg in die irdische Welt die Ätherkräfte heranziehen, wir in unseren Ätherleib eine Art Abbild des Kosmos mitnehmen. Wenn wir den Ätherleib des Menschen in dem Momente herausnehmen könnten, wo der Mensch sich mit dem physischen Leib verbindet, so würden wir, viel schöner als das jemals mechanisch geformt worden ist, eine Sphäre haben mit den Sternen, mit dem Tierkreis, mit Sonne und Mond.“

GA 212, S 113-115

„Diese Konfigurationen des Ätherleibes bleiben noch vorhanden, wenn der Mensch mit seinem physischen Leib während der Embryonalzeit immer mehr und mehr zusammenwächst. Sie blassen nur etwas ab, aber sie bleiben vorhanden. Und sie bleiben auch vorhanden bis in das siebente Lebensjahr lünein, bis zum Zahnwechsel. Da ist durchaus im kindlichen Ätherleib noch immer diese Weltensphäre zu erkennen. Mit dem siebenten Jahre, mit dem Zahnwechsel beginnen die Gebilde, die man da drinnen schaut in dem Ätherleib, gewissermaßen strahlig zu werden, während sie vorher mehr sternig waren. Ich zeichne das schematisch für die Zeit von dem siebenten bis ungefähr zum vierzehnten Jahr, vom Zahnwechsel bis zur Geschlechtsreife (siehe Zeichnung, rote Strahlen). Wie gesagt, es verblaßt während der Embryonalzeit schon und dann immer mehr, aber es ist noch deutlich vorhanden. Vom Zahnwechsel ab jedoch beginnt es ganz zu verblassen, dafür aber Strahliges nach innen zu senden (rot). Ich möchte sagen: die Sterne lösen sich auf im menschlichen Ätherleib, sie werden zu Strahlen, die die Tendenz haben, da im Inneren zusammenzukommen.

Das alles geschieht langsam und allmählich während des ganzen Lebensabschnittes vom Zahnwechsel bis zur Geschlechtsreife. Bei der Geschlechtsreife ist es dann so weit, daß, indem diese Strahlen hier zusammengewachsen sind, sie innerlich eine Art eigenes Gebilde, ein ätherisches Gebilde formen (rot). Man möchte sagen: Dasjenige, was die Umfangssterne waren, das strahlt zuerst nach innen; dann hört es später auf, da werden diese Sterne vollständig blaß. Es bleibt natürlich immer etwas vorhanden, aber es wird ganz blaß. Es werden auch diese Strahlen blaß. Dagegen wird das, was sich in der Mitte gewissermaßen zusammengeballt hat, besonders lebendig. Und in dem, was sich da in der Mitte zusammengeballt hat, in dem hängt in der Zeit, in der auch die Geschlechtsreife eintritt, das physische Herz darinnen. Das ist also an der Stelle des menschlichen Organismus, wo das physische Herz darinnenhängt mit den Adern (blau).

Das ist also das Eigentümliche, daß sich der Stern‑Ätherleib nach innen zieht. Er bleibt natürlich als Ätherleib für den ganzen Menschen vorhanden. Er ist nur da dann im Außenraum, also an der Peripherie des Menschen, da ist er später undifferenziert, man kann nicht viel darin unterscheiden. Aber während der Zeit vom Zahnwechsel bis zur Geschlechtsreife, da ist er sehr strahlend von außen nach innen.“

GA 212, S 115/116

„Und dann ballt sich das zusammen, und da ist dann deutlich darinnenhängend das physische Herz. Sie dürfen nicht glauben, daß der Mensch etwa nicht vorher auch ein Ätherherz hätte; das hat er schon; aber das bekommt er auf eine andere Art als das, was dann Ätherherz wird. Denn in der Tat wird das, was sich da von der Geschlechtsreife an zusammengeballt hat, das Ätherherz. Bis dahin hat er, wie gesagt, auch ein Ätherherz, aber das hat er bekommen als Erbschaft, das hat er bekommen durch die Kräfte, welche im Embryo drinnen sind. Wenn der Mensch nämlich seinen Ätherleib hat, und sich mit seinem Ätherleib nach dem physischen Organismus hin begibt, so wird auch eine Art Ätherherz, ein stellvertretendes Ätherherz gewissermaßen, durch die Kräfte des physischen Leibes zusammengezogen. Dieses .Ätherherz aber, das der Mensch in seinem Kindheitsalter hat, das ‑ es ist der Ausdruck etwas unschön für die Gewohnheiten, die wir haben, aber es trifft ganz genau das, um was es sich handelt ‑, das verfault nach und nach, und an seine Stelle setzt sich, gleichsam immerfort ersetzend das, was da ätherisch faulend herausfällt, jenes ‑Ätherherz, welches eine Zusammenballung der ganzen Weltensphäre ist, das wirklich ein Bild des Kosmos ist, und das wir uns als ein ätherisches Gebilde mitbringen, wenn wir durch Konzeption und Geburt ins irdische Dasein schreiten.

Man kann also wirklich eine deutliche Veränderung des ganzen ätherischen Leibesgebildes verfolgen, das der Mensch während der Zeit von der Geburt oder schon von der Konzeption an bis zu der Geschlechtsreife in sich trägt. Man möchte sagen: Mit der Geschlechtsreife eigentlich erst ist des Menschen eigenes, aus seinem ätherischen Leibe herausgebildetes, nicht durch äußere Kräfte provisorisch gebildetes Ätherherz vorhanden.

Und alle die Ätherkräfte, die beim Menschen bis zur Geschlechtsreife tätig sind, tendieren dahin, ihm ein solches frisches Ätherherz zu geben. Es ist wirklich etwas, was sich in bezug auf das Ätherische mit dem Zahnwechsel vergleichen läßt. Nicht wahr, im Zahnwechsel haben wir die vererbten Zähne; die werden ausgestoßen, und die anderen Zähne, die dann unsere eigenen sind, ersetzen sie. Und so wird das vererbte Ätherherz, das wir bis zur Geschlechtsreife haben, ausgestoßen, und wir bekommen unser eigenes Ätherherz. Das ist das Wesentliche, daß wir da unser eigenes Ätherherz bekommen.“

GA 212, S 116/117

„Das ist eine außerordentlich bedeutsame Erscheinung, denn wenn Sie dieses alles betrachten, dann haben Sie den Zusammenschluß dessen, was der Mensch in der Welt tut, mit dem Kosmischen. Im Herzen haben Sie, insofern die ätherische Welt in Betracht kommt, einen zusammengezogenen Kosmos; aber zugleich auch, insofern die astralische Welt in Betracht kommt, eine Zusammenziehung desjenigen, was der Mensch tut. Hier schließt sich der Kosmos mit seinem Geschehen und das Karma des Menschen zusammen. Es ist eine so innige Korrespondenz des astralischen Leibes und des ätherischen Leibes mit dem ganzen menschlichen Organismus nur in der Gegend des Herzens vorhanden. Da ist es in der Tat so, daß die ganze Welt, von der sich der Mensch durch die Geburt in seinem Ätherleib ein Abbild hereingebracht hat, daß diese ganze Welt, die da wie in einer Essenz darinnen ist, alles das, was der Mensch tut, in sich aufnimmt, sich damit durchdringt. Und nun ist Gelegenheit durch diese Zusammenschlüsse, durch diese Zusammenschaltung, daß während des ganzen menschlichen Lebens fortwährend das menschliche Tun in die Essenz der Abbilder des Kosmos eingeschaltet wird.

Wenn dann der Mensch durch die Pforte des Todes geht, da ist nun in diesem ätherisch‑astralischen Gebilde, in dem das Herz, ich möchte sagen, schwimmt, alles das, was der Mensch, wenn er den physischen Leib und jenes Äthergebilde abgelegt hat, in sein weiteres geistig‑seelisches Leben mitnimmt. Und indem er jetzt geistig immer größer und größer wird, kann er ‑ weil ja die Substanz des ganzen Kosmos da drinnen ist, es ist nur zusammengezogen im Herzen im Ätherleib ‑ sein ganzes Karma dem Kosmos übergeben. Dasjenige, was aus dem Kosmos gekommen und zum Äthergebilde geworden ist, was im Herzen sich zusammengezogen hat und Essenz geworden ist, das will wiederum nach dem Kosmos hin. Der Mensch breitet sich im ganzen Kosmos aus und wird dann in die Seelenwelt aufgenommen und macht dasjenige durch, was ich in meiner «Theosophie» als den Durchgang durch die Seelenwelt und dann durch das Geisterland beschrieben habe. Aber es ist tatsächlich so, daß, wenn wir die menschliche Organisation in ihrem Werden betrachten, wir uns sagen können: Es findet in der Gegend des Herzens ein Zusammenschluß des Kosmischen mit dem Irdischen statt, und zwar so, daß das Kosmische in seiner kosmischen Konfiguration in das Ätherische hereingenommen wird und sich da bereitmacht, unsere Taten, alles, was wir tun, aufzunehmen. Und mit dem, was da durch eine innige Durchdringung des Ätherischen mit dem menschlichen Tun sich gebildet hat, gehen wir heraus und treten wiederum ein in ein neues kosmisches Dasein, wenn wir durch die Pforte des Todes gegangen sind.

Damit beschreibt man in der Tat in einer ganz konkreten Gestaltung die Art und Weise, wie der Mensch sich heranlebt an seinen physischen Leib und wie er wiederum sich aus diesem physischen Leib herausziehen kann, weil seine Taten ihm die Kraft geben, zusammenzuhalten, was er aus dem Kosmos nur als eine Essenz herausgebildet hat.“

GA 212, S 123/124

„Gehen Sie von einem einfachen Phänomen der Sinnesempfänglichkeit aus. Ich habe schon einmal auf dies Phänomen in den letzten Tagen hingewiesen. Gehen Sie aus davon, daß Sie mit Ihren Augen eine Flamme sehen. Sie machen das Auge zu: Sie haben ein Nachbild dieser Flamme. Dieses Nachbild der Flamme, das Sie in Ihrem Auge mittragen, verschwindet nach und nach. Goethe, der sich immer anschaulich über diese Dinge ausspricht, sagt: Es tönt das Nachbild ab. – Es stellt sich die ursprüngliche Konstitution des Auges und des damit verbundenen Nervenapparates wiederum her, nachdem diese verändert worden sind durch den Lichteindruck, der auf das Auge gemacht worden ist. Das, was da in Ihrem Sinnesorgan sich abspielt, das ist nur der einfachere Vorgang für dasjenige, was sich mit Ihrem Gedächtnis, mit Ihrer Erinnerung abspielt, wenn Sie äußere Eindrücke im allgemeinen empfangen, sie überdenken und sie Ihnen bleiben als Erinnerungsvorstellungen. Der Unterschied ist nur der, wenn Sie mit Ihrem Auge einen Eindruck aufnehmen, ich will sagen also eine Flamme, dann die Vorstellung der Flamme haben, und das wiederum abklingt, so dauert das nur kurz. Wenn Sie mit dem ganzen Menschen etwas aufnehmen, es überdenken, sich später immer wieder erinnern können, wenn dieses große Nachbild der Erinnerung kommt, so dauert das lange, dauert unter Umständen für diese Erlebnisse Ihr ganzes Leben hindurch. Worauf beruht das? Ja, wenn Sie das einfache Abbild, das Sie im Auge haben, das vielleicht nur ein paar Minuten oder vielleicht nur Teile von einer Minute nachklingt, wiederum zum Versinken bringen, so ist es nur deshalb, weil das nicht durch Ihren ganzen Organismus weiter durchgeht, sondern in einem Teil, in einer Partie Ihres Organismus bleibt. Dasjenige, was Erinnerungsvorstellung wird, das geht zunächst durch einen großen Teil – ich werde ihn gleich näher bezeichnen – Ihrer Gesamtorganisation, stößt von da aus in den Ätherleib hinein, durch den Ätherleib in den umliegenden Weltenäther. Und in dem Augenblicke, wo nicht nur ein Bild als Sinnesbild im einzelnen Organ hängen bleibt, sondern durch einen großen Teil des Gesamtmenschen geht, sich in den Ätherleib hineinschiebt, nach außen geht, nach außen stößt, da kann es für das ganze Leben als Nachbild bleiben. Es handelt sich nur darum, daß der Eindruck tief genug ist, und daß er den Ätherleib ergreift, und der Ätherleib ihn nicht behält, sondern ihn an den äußeren Äther der Welt überträgt, ihn dort einschreibt, ihn dort einzeichnet. Glauben Sie nicht, daß wenn Sie sich an Sachen erinnern, dies bloß ein Vorgang Ihres Innern ist. Sie können zwar nicht, wenn Sie ein Erlebnis haben, dieses immer, obzwar es heute schon viele Menschen mit sehr vielen Erlebnissen tun, in Ihr Notizbuch einschreiben und dann wieder herausnehmen, es wieder ablesen. Aber das woran Sie sich erinnern, schreiben Sie in den Weltenäther ein, und der Weltenäther ruft es in Ihnen, wenn Sie sich erinnern sollen, wiederum als einen Siegelabdruck hervor. Das Erinnern ist keine bloße persönliche Angelegenheit, das Erinnern ist ein Auseinandersetzen mit dem Weltenall. Sie können nicht allein sein, wenn Sie sich als innerlich sich haltender Mensch an Ihre Erlebnisse erinnern wollen. Sich nicht erinnern an Erlebnisse, das zerstört die Wesenheit des Menschen.“

GA 194, S 125/126

„Nun gibt es gerade als Folge dieser Tatsachen das, daß eigentlich die Menschen auf diese Art geeignet gemacht werden können in gewisser Beziehung, in das öffentliche Leben einzugreifen, weil sie die Sache eingepaukt, will sagen, gelernt haben, die sie lernen wollen. Aber da sie innerlich damit nicht verbunden sind, so stehen sie seelisch dem, was sie treiben mit ihrem Kopf, sehr fern. Nun gibt es für die gesamte Wesenheit des Menschen kaum etwas Schlimmeres, als wenn man seelisch mit seinem Herzen dem fern steht, was der Kopf treiben muß. Das ist nicht nur etwas, was einem feineren, sensitiveren Menschen widerspricht, sondern etwas, was im höchsten Grade die Stärke und Energie des menschlichen Ätherleibes beeinflußt, gerade des Ätherleibes. Der Äther- oder Lebensleib wird immer schwächer unter einem solchen Treiben wegen der geringen Verbindung, die besteht zwischen dem menschlichen Seelenkern und demjenigen, was der Mensch treibt. Je mehr der Mensch treiben muß von dem, was ihn nicht interessiert, desto mehr schwächt er seinen Äther- oder Lebensleib.

Nun sollte Anthroposophie auf diejenigen Menschen, welche in einer gesunden Weise sich diese Anthroposophie aneignen, ja so wirken, daß man nicht nur lernt: Der Mensch besteht aus physischem Leib, Ätherleib und so weiter, sondern es sollte diese Anthroposophie so wirken, daß im Menschen in einer gesunden Weise diese einzelnen Glieder der menschlichen Natur stark und kräftig zur Entfaltung kommen.“

GA 143, S 12

„Wenn nun der Mensch einen sehr einfachen Versuch macht, aber diesen Versuch mit Emsigkeit wiederholt, so kann eine Kleinigkeit geradezu Wunder wirken. Verzeihen Sie, wenn ich heute eben von einzelnen Beobachtungen spreche, von Kleinigkeiten, die aber sehr bedeutende Dinge sein und werden können für das Leben des Menschen. Nämlich es hängt innig zusammen mit dem, was ich eben jetzt charakterisiert habe, die leichte Vergeßlichkeit, die die Menschen zuweilen zeigen. Leichte Vergeßlichkeit, sie ist etwas Unbehagliches im Leben; Anthroposophie kann uns aber auch zeigen, daß sie, diese Vergeßlichkeit, etwas im eminentesten Sinne Gesundheitsschädliches ist. Und so sonderbar es klingt, es ist wahr: Viele, geradezu an das stark Krankhafte grenzenden Ausbrüche der menschlichen Natur würden vermieden werden, wenn die Menschen weniger vergeßlich wären. Nun können Sie sagen: Sie sind eben vergeßlich, die Menschen; wer kann denn – wir werden das leicht uns klarmachen können, wenn wir einen Überblick über das Leben haben -, wer kann ganz und gar sich freisprechen von Vergeßlichkeit? – Nehmen wir also einen recht kleinlichen Fall, den Fall: ein Mensch ertappt sich bei der Vergeßlichkeit, daß er immer nicht weiß, wohin er die Dinge gelegt hat, die er braucht. Nicht wahr, es ist das etwas, was im Leben vorkommt. Der eine findet nie seinen Bleistift, der andere nie seine Manschettenknöpfe, die er abends abgelegt hat und so weiter. Es sieht sonderbar und banal aus, wenn man über diese Dinge spricht; aber sie kommen doch im Leben vor. Und es gibt nun gerade unter Beobachtung dessen, was wir aus der Anthroposophie lernen können, eine gute ‚Übung, namentlich solche Vergeßlichkeit, wie sie gerade jetzt charakterisiert worden ist, allmählich bei sich besser zu machen; nämlich das sehr einfache Mittel: Nehmen wir nun an, eine Dame legt abends meinetwillen eine Brosche oder ein Herr seine Manschettenknöpfe irgendwohin, und er entdeckt die Eigenschaft, daß er sie am nächsten Morgen nicht findet. Nun könnten Sie ja sagen: Ja, gewiß, man kann sich angewöhnen, sie immer an einen und denselben Platz zu legen. – Für alle Gegenstände wird man das nicht ausführen können; aber von dieser Art, sich zu kurieren, wollen wir auch im gegenwärtigen Moment nicht sprechen, sondern von einer viel wirksameren Art. Wir nehmen nämlich an, ein Mensch, der seine Vergeßlichkeit bei sich bemerkt, der würde gerade sich sagen: Ich will jetzt die Gegenstände an recht verschiedene Orte legen, aber ich will niemals einen solchen Gegenstand, den ich dann wiederum leicht finden soll, anders an einen bestimmten Ort legen, als indem ich, wenn ich ihn hinlege, den Gedanken entwickle: Ich habe diesen Gegenstand an diesen Ort gelegt! – Und dann versucht man, ein klein wenig das Bild der Umgrenzung sich einzuprägen. Nehmen wir an, wir legen eine Sicherheitsnadel an eine Tischkante, wo eine Ecke ist; wir legen sie mit dem Gedanken hin: Ich lege diese Nadel an diese Kante hin und ich präge mit den rechten Winkel ein, der sich darum herumzieht, als ein Bild, daß die Nadel an zwei Seiten von Kanten umgeben ist und so weiter, und ich gehe beruhigt von der Sache weg. Und ich werde sehen, daß, wenn mir die Sache zunächst auch nicht in allen Fällen gelingen mag, doch, wenn ich es mir zur Regel mache, meine Vergeßlichkeit immer mehr und mehr von mir schwindet. – Die Sache beruht nämlich darauf, daß ein ganz bestimmter Gedanke gefaßt worden ist, der Gedanke: Ich lege die Nadel dorthin. Mein Ich habe ich in Verbindung gebracht mit dem Faktum, das ich ausführte, und außerdem noch etwas von einem Bild hinzugefügt. Bildlichkeit in dem Denken dessen, was ich selber tue, Bildlichkeit, bildhaftes Vorstellen und außerdem, daß ich das Faktum in Verbindung mit meinem Wesenskern bringe, dieses Zusammenbringen des geistig-seelischen Wesenskernes, wie er angesprochen wird mit dem Wörtchen Ich, mit der Bildlichkeit, das ist das, was uns sozusagen das Gedächtnis ganz wesentlich schärfen kann, so daß wir auf diese Weise schon den einen Nutzen für das Leben haben, daß wir weniger vergeßlich werden. Aber man brauchte vielleicht gar nicht einmal besonders viel Wesens davon zu machen, wenn nur das erreicht werden könnte. Es kann aber dadurch viel mehr erreicht werden.

Nehmen wir an, es würde eine Art von Gebrauch unter den Menschen, solche Gedanken zu hegen beim Ablegen gewisser Gegenstände, so würde einfach dieser Gebrauch eine Stärkung des menschlichen Ätherleibes hervorrufen. Der menschliche Ätherleib wird nämlich dadurch, daß man so etwas macht, tatsächlich immer mehr und mehr konsolidiert, immer stärker und stärker und stärker. Wir haben aus der Anthroposophie gelernt, daß der Äther- oder Lebensleib in einer gewissen Weise als Träger des Gedächtnisses uns zu gelten hat. Tun wir etwas, was die Gedächtniskräfte stärkt, so können wir es von vorne herein begreifen, daß eine solche Stärkung der Gedächtniskräfte unserem Äther- oder Lebensleibe zum Nutzen kommt. Als Anthroposophen brauchen wir uns nicht zu verwundern darüber. Aber nehmen Sie einmal an, Sie raten – nicht bloß deshalb, weil ein Mensch vergeßlich ist, sondern weil er gewisse Zustände der Nervosität zeigt -, Sie raten ihm dies, was charakterisiert worden ist. Sie sagen einem im Leben zappeligen oder nervösen Menschen, er solle dies tun, er solle das Ablegen von Gegenständen mit solchen Gedanken begleiten, so werden Sie sehen, daß er nicht bloß weniger vergeßlich wird, sondern daß er auch durch die Stärkung seines Ätherleibes allmählich gewisse sogenannte nervöse Zustände ablegt. Dann haben Sie durch das Leben einen Beweis geliefert, daß die Sachen richtig sind, die wir vom Ätherleibe sagen. Denn wenn wir uns in der entsprechenden Weise gegen den Ätherleib verhalten, dann zeigt er allerdings, daß er diese Kräfte annimmt; also ist richtig, was wir über ihn sagen. Das Leben beweist in solchem Falle, daß das außerordentlich wichtig ist.“

GA 143, S 12-15

„Eine andere Sache, die wiederum scheinbar eine Kleinigkeit sein könnte, die aber außerordentlich wichtig ist! Sie wissen, daß unmittelbar aneinandergrenzen in der menschlichen Wesenheit das, was wir nennen können den physischen Leib und den Ätherleib. Der Ätherleib ist unmittelbar in den physischen eingeschaltet. Nun können Sie in unserer heutigen Zeit eine Beobachtung machen, die gar nicht so selten ist, eine Beobachtung, deren Bestehen die Menschen, an denen man sie macht, meistens nicht kennen. Indem wir diese Beobachtung machen und eine gesunde, mitleidige Seele in der Brust tragen, werden wir gerade Mitleid mit diesen Menschen haben, an denen wir eine solche Beobachtung machen können. Oder hätten Sie noch nicht, sagen wir, Leute am Postschalter sitzen sehen oder irgendwie vielschreibende Leute gesehen, welche ganz eigentümliche Bewegungen machen, bevor sie ansetzen einen Buchstaben zu schreiben, die, bevor sie ansetzen ein B zu schreiben, erst in der Luft einige Bewegungen machen und dann ansetzen! Oder es braucht nicht einmal bis dahin zu kommen; denn dieses ist schon die Anlage zu einem üblen Zustand, wenn die Menschen durch ihren Beruf gezwungen sind, solches zu machen; es kann dabei bleiben, daß die Menschen – beachten Sie es einmal sozusagen, indem sie schreiben, erst sich einen gewissen Ruck geben müssen zu jedem Strich, und in der Tat ruckweise schreiben, nicht gleichmäßig hinauf- und herunterfahren, sondern ruckweise. Sie können das den Schriften ansehen, die so geschrieben sind.“

GA 143, S 15/16

„Wir können einen solchen Zustand nun aus den geisteswissenschaftlichen Erkenntnissen heraus in der folgenden Art begreifen: Bei dem vollständig gesunden Menschen – gesund in bezug auf den physischen und Ätherleib – muß nämlich der Ätherleib, der vom astralischen Leib dirigiert wird, immer die absolute Fähigkeit haben, in den physischen Leib einzugreifen, und der physische Leib muß überall, in allen seinen Bewegungen, ein Diener des Ätherleibes werden können. Wenn der physische Leib auf eigene Rechnung Bewegungen ausführt, die über das hinausgehen, was eigentlich die Seele wollen kann, was nämlich der astralische Leib wollen kann, dann ist das ein ungesunder Zustand, ein Übergewicht des physischen Leibes über den ätherischen Leib. Und bei all denjenigen, welche die eben beschriebenen Zustände haben, haben wir es wiederum mit einer Schwäche des ätherischen Leibes zu tun, die darin besteht, daß er den physischen Leib nicht mehr vollständig dirigieren kann. Dieses Verhältnis des ätherischen Leibes zum physischen Leibe liegt ja okkultistisch allen Krampfzuständen zugrunde, die im wesentlichen damit zusammenhängen, daß der ätherische Leib eine geringere Herrschaft über den physischen Leib ausübt, als er ausüben sollte, daher der physische dominiert und auf eigene Faust allerlei Bewegungen ausführt, während der Mensch nur dann in bezug auf das Volle seines Wesens gesund ist, wenn alles das, was er tut, dem Willen des astralischen Leibes unterstellt ist.

Nun gibt es wiederum eine Möglichkeit, wenn dieser Zustand nicht gar zu sehr überhandgenommen hat bei einem Menschen, ihm zu helfen; nur muß man eben mit den okkulten Tatsachen rechnen. Man muß damit rechnen, daß der ätherische Leib als solcher gestärkt werden muß. Man muß gewissermaßen glauben an die Existenz und Wirkungsfähigkeit des Ätherleibes. Nehmen Sie an, ein armer Mensch habe sich wirklich so ruiniert, daß er mit den Fingern fortwährend zappelt, bevor er einen Ansatz zu diesem oder jenem Buchstaben macht. Nun wird es unter allen Umständen gut sein, wenn man dem Menschen den Rat gibt: Ja, nimm dir Urlaub, schreib eine Zeitlang weniger und du wirst über eine solche Sache wegkommen! – Aber dieser Rat ist nur ein halber Rat; denn viel mehr könnte man tun, wenn man dem Menschen zugleich noch einen anderen, den zweiten Teil des Rates dazu gäbe, wenn man ihm riete: Und bemühe dich, ohne daß du dich dabei anstrengst – täglich eine viertel oder eine halbe Stunde genügen dazu -, bemühe dich, eine andere Schrift anzunehmen, deine Schriftzüge zu ändern, so daß du genötigt bist, nicht mechanisch so zu schreiben wie bisher, sondern achtzugeben! Sagen wir: Während du sonst in der Weise das F schreibst, schreib es nun steiler und in ganz anderer Form, so daß du achtgeben mußt! Gewöhne dir an, die Buchstaben zu malen.

Wenn sich Geisteserkenntnis mehr verbreiten würde, so würden die Prinzipale, wenn ein solcher Armer zurückkommt vom Urlaub und sich eine andere Schrift angewöhnt hat, auch nicht sagen: Was bist du für ein verrückter Kerl, hast eine ganz andere Schrift! – Man würde einsehen, daß dies ein wesentliches Heilmittel ist. Der Mensch ist nämlich gezwungen, wenn er also seine Schrift ändert, Aufmerksamkeit auf das zu verwenden, was er tut; und Aufmerksamkeit zu verwenden auf das, was man tut, heißt immer, seinen innersten Wesenskern mit der Sache in innigen Zusammenhang zu bringen. Alles das wiederum, was unseren innersten Wesenskern in Zusammenhang mit dem bringt, was wir tun, stärkt unseren Äther- oder Lebensleib. Und wir werden dadurch gesündere Menschen. Und es wäre gar nicht einmal so töricht, wenn man geradezu systematisch in der Erziehung und in der Schule hinarbeiten würde auf eine gewisse Stärkung des Ätherleibes schon in der Jugend. Da muß Anthroposophie heute schon einen Vorschlag machen, der noch lange nicht ausgeführt werden wird, weil Anthroposophie noch lange bei den maßgebenden Faktoren, die die Erziehung zu leiten haben, als irgend etwas Verrücktes gelten wird; aber das macht nichts. Nehmen wir an, man würde, wenn man die Kinder schreiben lehrt, ihnen eine gewisse Schriftlage zunächst beibringen und dann darauf sehen, nachdem sie ein paar Jahre so geschrieben haben, daß sie einfach den Schriftcharakter ändern ohne anderen Anlaß: so würde ein solches Ändern des Schriftcharakters und die Verstärkung der Aufmerksamkeit, die geltend sein muß, während dieser Schriftcharakter geändert wird, einen ungeheuer stärkenden Einfluß auf den sich entwickelnden Ätherleib haben, und mancherlei von den nervösen Zuständen bei den Menschen würde nicht auftreten.“

GA 143, S 16-18

„So sehen Sie, daß man im Leben etwas tun kann, um seinen Äther oder Lebensleib durchaus zu stärken, und das ist von einer außerordentlichen Wichtigkeit; denn gerade die Schwäche des Äther- oder Lebensleibes ist es, die zahlreiche wirklich ungesunde Verhältnisse in unserer Gegenwart herbeiführt. Es darf sogar gesagt werden – denn es ist wahrhaftig nicht zuviel gesagt -, daß auch gewisse Krankheitsformen, die ja in Dingen begründet sein können, gegen die zunächst nichts zu machen ist, ganz anders verlaufen würden, wenn der Ätherleib eben stärker wäre, als sie verlaufen bei dem geschwächten Ätherleib, der geradezu ein Kennzeichen des gegenwärtigen Menschen ist. Damit haben wir schon auf etwas hingewiesen, was man Bearbeitung des Ätherleibes nennen kann. Wir wenden gewisse Dinge auf den Ätherleib an. Auf etwas, was man geradezu ableugnen kann, was nicht da wäre, kann man nicht alles anwenden. Indem man zeigt, daß es nützlich ist, gewisse Dinge auf den Ätherleib anzuwenden, und beweisen kann, daß diese Dinge eine Wirkung haben, zeigt man, daß so etwas wie der Ätherleib da ist. Das Leben liefert überall die entsprechenden Beweise für das, was Anthroposophie zu geben hat.

Unseren Ätherleib kann im wesentlichen auch stärken, wenn wir noch etwas anderes tun zur Aufbesserung unseres Gedächtnisses. Das ist ja in anderem Zusammenhange vielleicht auch hier schon erwähnt worden. Aber bei allen Krankheitsformen, bei denen Nervosität mitspielt, sollte man geradezu auch zu Ratschlägen, die aus diesem Gebiet genommen werden können, greifen. Man kann nämlich ungeheuer viel tun zur Stärkung des Äther- oder Lebensleibes, wenn man Dinge, die man weiß, nicht nur in Gedanken so durchläuft, wie man sie gewöhnlich weiß, sondern wenn man sie rückwärts durchläuft. Sagen wir – man muß schon einmal in der Schule, nun, eine Reihe von Herrschern oder von Schlachten oder sonstigen Ereignissen lernen. Man lernt sie in Gemäßheit der Jahreszahlen. Außerordentlich gut ist es, wenn man nicht nur lernen läßt oder selbst lernt in der Reihenfolge, die die ordentliche ist, sondern auch die Sache sich aneignet in der umgekehrten Reihenfolge, indem man alles sich vorführt von hinten nach vorne. Das ist eine außerordentlich wichtige Sache. Denn wenn wir in einem umfassenderen Maße so etwas machen, tragen wir wiederum bei zu einer ungeheuren Stärkung unseres Ätherleibes. Ganze Dramen von rückwärts nach vorne, das, was wir gelesen haben an Erzählungen oder dergleichen, vom Ende nach vorne durchdenken, das sind Dinge, die im höchsten Grade für die Konsolidierung des Ätherleibes von Wichtigkeit sind.

Nun werden Sie so ziemlich von allem, was bis jetzt genannt worden ist, im heutigen Leben erfahren können, daß man es nicht tut, daß man es gar nicht anwendet; man hat ja auch gar nicht viel Gelegenheit im gegenwärtigen rastlosen Treiben des Tages, zu innerer Ruhe zu kommen, die uns solche Übungen ausführen läßt. Der Mensch ist gewöhnlich, wenn er in einem Berufe steht, abends so ermüdet, daß er nicht dazu kommt, die Gedanken zu hegen, von denen vorhin Erwähnung geschehen ist; aber wenn Geisteswissenschaft in die Herzen und Seelen der Menschen wirklich eindringen wird, dann wird man sehen, daß unendlich vieles von dem, was heute geschieht, eben eigentlich erspart werden kann und daß die Zeit, in der solche stärkenden Übungen vorgenommen werden können, eigentlich im Grunde genommen doch für jeden Menschen schon zu gewinnen ist. Man wird sehr bald merken, wenn man insbesondere auf dem Gebiet der Erziehung auf solche Dinge Sorgfalt legt, daß dann ungeheuer günstige Resultate die Folge davon sind.“

GA 143, S 18/19

„Noch eine Kleinigkeit sei erwähnt, die allerdings nicht gerade im späteren Leben so sehr nützlich ist. Aber wenn der Mensch sie in früher Jugend nicht gepflegt hat, so ist es gut, wenn er sie im späteren Leben treibt. Das ist das, daß wir gewisse Dinge, die wir vollbringen gleichgültig ob die Dinge, die wir vollbringen, eine Spur hinterlassen oder nicht -, zugleich anschauen. Bei dem, was man schreibt, läßt sich das verhältnismäßig leicht machen. Ich bin sogar davon überzeugt, daß mancher eine scheußliche Schrift sich abgewöhnen würde, wenn er versuchte, Buchstaben für Buchstaben anzuschauen von dem, was er geschrieben hat, wirklich das Auge noch einmal über das schweifen zu lassen, was er geschrieben hat. Dabei läßt es sich verhältnismäßig ganz gut ausführen. Aber übungsweise ist auch noch etwas anderes gut. Das ist, wenn der Mensch versucht, sich zuzuschauen, wie er geht, wie er die Hand bewegt, seinen Kopf bewegt, bei der Art und Weise, wie er lacht und so weiter, kurz, wenn er versucht, sich von seinen Gebärden eine bildhafte Rechenschaft zu geben. Die wenigsten Menschen nämlich – davon können Sie sich durch genügende Lebensbeobachtung überzeugen – wissen eigentlich, wie sie gehen. Die wenigsten haben eine Vorstellung davon, wie es aussieht, wenn man das Auge auf sie richtet, während sie gehen. Es ist aber gut, etwas dazu zu tun, so von sich eine Vorstellung zu gewinnen. Denn abgesehen davon, daß wir ganz sicher viel an uns korrigierten, wenn wir solch eine Sache im Leben anwendeten, ist dieses wiederum – es darf, wie gesagt, nicht immer fortgesetzt werden, sonst trägt es zu stark zur menschlichen Eitelkeit bei – von ungeheuer günstiger Wirkung auf die Konsolidierung des Äther- oder Lebensleibes, aber auch auf die Beherrschung des Ätherleibes durch den astralischen Leib. Und es hat der Mensch davon, daß er seine Gebärden beobachtet, daß er das anschaut, was er tut, daß er sich eine Vorstellung von seinen Taten macht, den Erfolg, den Nutzen, daß die Herrschaft seines astralischen Leibes über den Ätherleib eine immer stärkere und stärkere wird, das heißt, daß der Mensch in die Lage kommt, wenn es nötig ist, auch einmal irgend etwas zu unterdrücken. Immer weniger und weniger kommen die Menschen dazu, gewisse Dinge, die in ihren Gewohnheiten liegen, ganz willkürlich auch einmal unterdrücken zu können oder anders machen zu können. Aber es gehört geradezu zu den größten Errungenschaften des Menschen, Dinge, die man tut, unter Umständen auch anders machen zu können. Es soll ja hier gewiß nicht entwickelt werden eine, sagen wir, Schule des Schriftverstellens; denn heute lernen eigentlich die Menschen die Schriftzüge nur etwas anders zu gestalten, wenn sie sie zu unrecht anwenden wollen. Aber es ist, wenn man sich dabei vornimmt durchaus ehrlich zu bleiben, für die Konsolidierung des Ätherleibes gut, andere Schriftzüge anzunehmen. Es ist aber überhaupt gut, sich die Fähigkeit anzueignen, in diesem oder jenem, was man als Verrichtungen vorzunehmen hat, die Sache auch anders machen zu können, durchaus nicht darauf angewiesen sein zu müssen, daß man die Sache nur in einer Weise machen muß. Und so braucht der Mensch durchaus nicht gleich ein fanatischer Anhänger zu sein der gleichen Benützbarkeit der linken und der rechten Hand; aber wenn er doch in einer mäßigen Weise versucht, wenigstens gewisse Verrichtungen auch mit der linken Hand vornehmen zu können – er braucht das nicht weiterzutreiben, als daß er eben einmal imstande ist, das zu tun -, so übt das einen günstigen Einfluß aus auf die Herrschaft, die unser astralischer Leib auf den ätherischen ausüben soll. Stärkung des Menschen im Sinne, der gegeben werden kann durch geisteswissenschaftliche Einsicht, das ist etwas, was auch zu dem gehört, was unserer Kultur gebracht werden soll durch die Verbreitung der Geisteswissenschaft.“

GA 143, S 19-21

„Nun aber wirken die Sympathie und Antipathie, wirken überhaupt die Impulse, welche im Unterbewußten sind, nicht etwa bloß in der angedeuteten Weise auf diese Welt, sondern sie wirken auf das, was vor allen Dingen in uns selber drinnen ist, und was wir nun als einen Teil des menschlichen Ätherleibes – aber nicht nur als einen Teil des menschlichen Ätherleibes, sondern sogar als gewisse Kräfte des physischen Leibes – eingeschlossen denken müssen innerhalb dieser beiden Parallellinien. Innerhalb dieser beiden Parallellinien müssen wir uns nämlich dasjenige denken, was im Menschen lebt erstens als diejenige Kraft, welche das menschliche Blut durchpulst, das heißt die Wärmekraft des Blutes, und dann noch eine andere Kraft, die da liegt in unserem mehr oder weniger durch unseren ganzen Organismus bedingten gesunden oder krankhaften Atem, also die mehr oder weniger gesunde Atemkraft, wir können sagen: die Verfassung der Atemkraft. Fernergehört zu alledem, worauf das Unterbewußtsein in uns selber wirkt, ein großer Teil dessen, was man den menschlichen Ätherleib zu nennen hat. In uns selber also wirkt unser Unterbewußtsein, oder wirken die verborgenen Kräfte des Seelenlebens so, daß beeinflußt wird unsere Blutwärme, und da von unserer Blutwärme abhängig ist die ganze Pulsation, die Lebhaftigkeit oder Trägheit unserer Blutzirkulation, so können Sie einsehen, daß mit unserem Unterbewußtsein in gewisser Weise zusammenhängen muß unsere ganze Blutzirkulation. Ob ein Mensch eine schnellere oder langsamere Blutzirkulation hat, das hängt im wesentlichen mit den Kräften seines Unterbewußtseins zusammen.“

GA 143, S 104/105

„Wenn nun die Wirkung auf alles das, was da draußen in der Welt liegt an dämonischen oder guten Wesen, nur dann auftritt, wenn der Mensch mit einer gewissen Deutlichkeit Visionen oder Imaginationen oder sonstiges Wahrnehmen im Unterbewußtsein hat, das heißt, wenn es gewissermaßen vor ihm steht, wenn dann nur durch Sympathie oder Antipathie gewisse Kräfte wie magisch wirksam werden in dieser Welt, so ist dieses deutliche Vor-die-Seele-Treten im Unterbewußtsein nicht notwendig für die Wirkung auf das Innere unseres eigenen Organismus, das in dem besteht, was hier aufgeschrieben worden ist (siehe Schema). Ob der Mensch nun weiß oder nicht, welche Imaginationen entsprechen würden dieser oder jener Sympathie in ihm, diese Sympathie wirkt auf seine Blutzirkulation, auf sein Atemsystem, auf seinen Ätherleib ein. Nehmen wir also an, irgendein Mensch würde geneigt sein, eine gewisse Zeit hindurch nur Empfindungen des Ekelerregenden zu haben. Er würde, wenn er visionär oder imaginativer Erkenner wäre, gewisse Visionen oder Imaginationen, so wie das vorgestern geschildert worden ist, als Wahrnehmungen des eigenen Wesens vor sich haben. Das würde zwar hinausprojiziert sein in den Raum, aber es würde doch nur seiner eigenen Welt angehören. Es würden solche Visionen und Imaginationen das darstellen, was als Kräfte der Ekelgefühle in ihm lebt. Aber auch wenn der Mensch nicht in dieser Weise Selbsterkenntnis üben kann, sondern wenn er einfach solche Ekelgefühle hat, wenn sie in ihm leben, so wirken sie auf ihn selber. Sie wirken so, daß sie tatsächlich die Wärmekraft seines Blutes und auch seine Atemkraft beeinflussen. So daß in der Tat ein Mensch einen mehr oder weniger gesunden Atem hat, daß er eine mehr oder weniger gesunde Blutzirkulation hat, je nachdem er diese oder jene Dinge in seinem Unterbewußtsein erlebt. Und namentlich ist die Tätigkeit des Ätherleibes, sind alle Vorgänge im Ätherleib in ihm abhängig von der Gefühlswelt, die in einem Menschen lebt.“

GA 143, S 105

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