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Meditation

Die Stufen zur Meditation

Die Erweiterung des Bewusstseins  geschieht durch drei Bewusstseinstätigkeiten: (1) Konzentration, (2) Kontemplation und (3) Meditation. Diese drei Bewusstseinstätigkeiten bilden drei zentralen Schritte spiritueller Praxis. Sie zu üben, darin besteht die Herausforderung desjenigen, der mit seinem Geiste tätig werden will. Man beginnt mit der Konzentration (Gedankentätigkeit i.S.d. „Philosophie der Freiheit“) und

  1. „konzentriert“ die Aussagen auf verschiedene Kerngedanken,
  2. „kontempliert“ diese Kerngedanken, d.h. man schaut die Gedanken an und verdichtet sie durch Kontemplation zu Kernsätzen, zu Mantren, zu Meditationssprüchen, die den Geist zu einer umfassenderen Einsicht in eine Realität erheben.
  3. Meditation: Dann beobachtet man diese Kernsetze in der Kontemplation und bemerkt, wie sie Reaktionen im Menschen, im Körper und im Geiste hervor rufen. In der mehr und mehr erleuchteten und initiierten Konstitution wird diese Betrachtung des Wechselspiels von Körper und Geist zur Meditation, und gepaart mit hellseherischer Fähigkeit entsteht die Anschauung des Geistigen, des Seelischen, des Ätherischen, des Phantom und der geistigen Welten.

In dieser Weise beschreiben die drei Begriffe Konzentration, Kontemplation und Meditation drei Bewwusstseinsfähigkeiten, die ein zunehmend GEISTIG SEHENDES Bewusstsein beschreiben.

  1. Konzentration: Das Ich erfährt etwas Ich-gleiches in der Welt.
  2. Kontemplation: Der innere Beobachter schaut DAS ETWAS an.
  3. Meditation: Verbunden mit Hellsichtigkeit wird das Anschauen zur Geistesforschung.

Konzentration und Kontemplation

„Konzentration (lat. concentra = Zusammen zum Mittelpunkt) ist die willentliche Fokussierung der Aufmerksamkeit auf eine bestimmte Tätigkeit, das Erreichen eines kurzfristig erreichbaren Ziels oder das Lösen einer gestellten Aufgabe. Fokussierung bedeutet, dass für eine gewisse Zeit auf das momentan Ausgeübte oder Empfundene geachtet wird, je nach Aufgabe auch auf Kommendes. Beim Zeichnen einer Linie, die einen Punkt berühren soll, schauen die Augen bereits auf den Punkt, während die Linie gezogen wird. Konzentration erfordert geistige Anstrengung und lässt mit der Zeit nach. Daher versteht man unter Konzentration das relativ lange andauernde Aufrechterhalten eines Aufmerksamkeitsniveaus.“ (Wikipedia; 2010)

„Kontemplation (von lat. contemplari: „anschauen, betrachten“) bedeutet allgemein Beschaulichkeit oder auch beschauliche Betrachtung. Die heidnischen römischen Priester (Auguren) sagten die Zukunft voraus, indem sie in einem bestimmten vorher definierten Bereich des Himmels, dem templum (übersetzt auch Beobachtungsraum), den Vogelflug beobachteten und deuteten. Analog dazu war auf der Erde ein bestimmter heiliger Bezirk abgesteckt, der nur der Gottheit geweiht war, ebenfalls templum genannt. Beim contemplari besah man sich die himmlischen und die irdischen Bereiche (Plural templa) zusammen (con heißt zusammen) an und sann über die Verbindung nach. Kontemplation ist auch als mystischer Weg der westlichen Tradition bekannt. In der Regel wird durch ein kontemplatives Leben oder Handeln ein besonderer Empfindungszustand oder eine Bewusstseinserweiterung angestrebt. Eine kontemplative Haltung ist von Ruhe und sanfter Aufmerksamkeit auf einen Gedanken bestimmt und unterscheidet sich von der Meditation durch die dort angestrebte vollkommene Leere des Geistes.“ (Wikipedia, 2010)[1]

Konzentration und Kontemplation bei Rudolf Steiner

In den Ausführungen Steiners zur Philosophie der Freiheit werden wir zunächst von der konzentrierten Denktätigkeit zur kontemplativen Gedanken-Beobachtung hingeführt. Das Denken wird als eine aus sich selbst tätige und „auf sich selbst ruhende Wesenheit“ bezeichnet. Steiner beschreibt in der „Philosophie der Freiheit“ die Polarität aus tätigem Hervorbringen (Konzentration) und Beschaulichem Gegenüberstellen (Kontemplation):  Das ist die eigentümliche Natur des Denkens, dass der Denkende das Denken vergisst, während er es ausübt. Nicht das Denken beschäftigt ihn, sondern der Gegenstand des Denkens, den er beobachtet. – Mit anderen Worten: während ich denke, sehe ich nicht auf mein Denken, das ich selbst hervorbringe, sondern auf das Objekt des Denkens, das ich nicht hervorbringe. Und er unterscheidet die zwei Tätigkeiten: Zwei Dinge vertragen sich nicht: tätiges Hervorbringen und beschauliches Gegenüberstellen.

Der Grundlegende Vorgang: Man muss das Denken erst erschaffen und dann kann man es beobachten. Wollten wir mit dem Denken warten, bis wir es erkannt haben, dann kämen wir nie dazu. Wir müssen resolut darauf losdenken, um hinter her mittels der Beobachtung des Selbstgetanen zu seiner Erkenntnis zu kommen. Der Beobachtung des Denkens schaffen wir selbst erst ein Objekt. … Beim Denken aber weiß ich, wie es gemacht wird. Daher gibt es keinen ursprünglicheren Ausgangspunkt für das Betrachten alles Weltgeschehen als das Denken. – Im Denken haben wir ein Prinzip, das durch sich selbst besteht. Das Denken können wir durch es selbst erfassen. Die Frage ist nur, ob wir durch dasselbe auch noch etwas anderes ergreifen können.

Beobachtung und Denken: Kurz stellt sich Steiner auf den Standpunkt der „nicht denkenden Wissenschaft“: Wenn man von einer «streng objektiven Wissenschaft» fordert, daß sie ihren Inhalt nur der Beobachtung entnehme, so muß man zugleich fordern, daß sie auf alles Denken verzichte. Denn dieses geht seiner Natur nach über das Beobachtete hinaus.

Objektbewusstsein und Selbstbewusstsein: Nun verdichtet er weiter: Nun ist es am Platze, von dem Denken auf das denkende Wesen überzugehen. Denn durch dieses wird das Denken mit der Beobachtung verbunden. Das menschliche Bewußtsein ist der Schauplatz, wo Begriff und Beobachtung einander begegnen und wo sie miteinander verknüpft werden. Dadurch ist aber dieses (menschliche) Bewußtsein zugleich charakterisiert. Es ist der Vermittler zwischen Denken und Beobachtung. Insoferne der Mensch einen Gegenstand beobachtet, erscheint ihm dieser als gegeben, insoferne er denkt, erscheint er sich selbst als tätig. Er betrachtet den Gegenstand als Objekt, sich selbst als das denkende Subjekt. Weil er sein Denken auf die Beobachtung richtet, hat er Bewußtsein von den Objekten; weil er sein Denken auf sich richtet, hat er Bewußtsein seiner selbst oder Selbstbewußtsein.

Selbstbewusstsein ist demnach Kontemplation (von lat. contemplari: „anschauen, betrachten“), ein Bewusstsein, das sich selbst betrachtet.

Steiners Schlussfolgerung: Das menschliche Bewußtsein muß notwendig zugleich Selbstbewußtsein sein, weil es denkendes Bewußtsein ist. Denn wenn das Denken den Blick auf seine eigene Tätigkeit richtet, dann hat es seine ureigene Wesenheit, also sein Subjekt, als Objekt zum Gegenstande. […] Wir haben also zwei Arten von Bewusstsein.

Kontemplation zum Denken

Die Denktätigkeit beruht auf Äther-Tätigkeit. Beobachten wir unseren Ätherleib dort, wo er mit dem Denken verbunden ist. Konzentrieren wir uns auf ein Objekt der Vorstellung, bspw. einen Würfel, und lassen wir diesen Würfel in der Vorstellung mal ruhig, mal bewegt da sein. Nun bedienen wir uns eines Tricks.

  • Beginnen wir damit, den Würfel kleiner werden zu lassen,
  • dann wird er wieder größer und dann wieder kleiner.
  • Wir stellen uns vor, wie eine Kraft aus unserer Stirn in den Würfel fließt
  • und wie der Würfel aus dieser Kraft größer wird.
  • Und wenn er wieder kleiner wird, dann fließt die Kraft zurück zur Stirn, in den Kopf hinein.

Wenn man diese Übung einige Male wiederholt, dann kann man in der Kontemplation dieses Vorgangs zu der Beobachtung kommen, dass zwei Strahlen zwischen der Stirn und dem Würfel verlaufen.

Wir können nun beobachten:

  • Wie zwei Strahlen zwischen Stirn und Würfel da sind, die den Würfel festhalten.
  • Und man kann beobachten, wie durch dies zwei Ätherstrahlen die Kraft in den Würfel fließt, wenn er größer wird.
  • Man kann den Eindruck haben, dass man den Würfel etwas aufpumpen kann, dass die Kraft in ihn herein fließt, dass die Kraft wieder heraus fließt, und dass man die beiden Strahlen von dem Würfel lösen kann.

Woher strömt es?

Wer ist es, der mit diesen beiden Äther-Armen den Würfel festhält?

Kontemplation des Denkäthers

Man darf den Eindruck für wahr halten, dass Denken eine Tätigkeit dieser beiden Ätherarme ist. Der eine Arm hält den Begriff oder die Vorstellung fest, der andere Arm sucht nach der passenden Ergänzung. Diese beiden Arme sind es, die einem Gedanken-Ziel entsprechend sinnliche Vorstellung und Intuitionen (begriffliche Vorstellungen) zusammenführen.

Meditation des Denkäthers

Nun ist es möglich, mit Hilfe der viergliedrigen Betrachtung (Die Brücke) in Erfahrung zu bringen, welches geistige Wesen den Denkäther ergriffen hat und welches geistige Wesen damit im Denken tätig war. In der Meditation des Denkäthers erfahren wir, von welchem Wesen eine Idee, eine Imagination gekommen ist.

Meditation kann – angewandt auf den Denkäther – ein Prüfungsinstrument für die Quelle eines geistigen Wissens sein. Und wenn wir die Quelle eines geistigen Wissens erkennen, können wir damit auch den Charakter der Wahrheit erkennen, der sich in dem geistigen Wissen ausdrückt.

Meditation als Prüfungsinstrument

Diese Tatsache gibt uns eine ganz einfache Beobachtungshilfe.

  • Wir können beobachten, wer diese beiden Ätherarme betätigt.
  • Wir können eine Idee – die im Bewusstsein entsteht – reflektieren und darüber meditieren, wer die beiden Ätherarme betätigt hat beim Zustandekommen der Idee.
  • Man kann zwei Optionen zur Auswahl stellen (und diese Übung mit dem Kernsatz V. – Ich-Erleben und Charakterologische Anlage – verbinden):
  • War es mein Selbst, mein schöpferisches Ich, das die Ätherarme bediente?
  • War es ein anderes Wesen aus der charakterologischen Anlage, ein Doppelgänger, Elementarwesen), dass die Ätherarme bediente?

Immer besteht beim Denken wie bei der spirituellen Wahrnehmung die Gefahr, dass die Logik gefährdet wird durch spirituelle Quellen, die sich meines Denkens bedienen, ohne dass ich es merke, so dass ich die Orientierung im Geiste verliere, so dass ich Fehler mache beim denken oder „denken lassen“. Es kann vorkommen, dass meine gedankliche Unsicherheit den Prozess dominiert und ich nicht zur Ruhe komme über die Frage: wer in mir denkt oder spricht, und ggf. mein Bewusstsein stört. Rudolf Steiner zu dieser Gefahr: „Wir müssen resolut darauf losdenken,“ um hinter her mittels der Beobachtung des Selbstgetanen zu seiner Erkenntnis zu kommen. Der Beobachtung des Denkens schaffen wir selbst erst ein Objekt. … Danach erst tritt die Sicherheit ein: „Beim Denken aber weiß ich, wie es gemacht wird.“ – Und diese Sicherheit kann nachfolgend für alle Bewusstseinsinhalte entstehen, die bei vollem Bewusstsein gewonnen werden.

Formen der Meditation

Meditation erscheint in verschiedenen Formen. Abhängig von den Seelenkräften, die bei der Meditation zum Einsatz kommen, und abhängig vom Sinn und Zweck der Meditation lassen sich drei verschiedene Meditations-Methoden unterschieden:

  1. Die entdeckende Meditation. Sie vermittelt Grunderfahrungen, Wahrnehmungsorgane.
  2. Die forschende Meditation, sie ergründet gezielt das geistig-körperliche Wechselspiel.
  3. Die alchemistisch rituelle Meditation. Sie verwirklicht Wirkungen durch Rituale.

Die entdeckende Meditation

Die entdeckende Meditation ist eine Art Entwicklung seelisch geistiger Wahrnehmungsorgane. Ihrem Wesen nach ist sie verwandt mit der Empfindungsseele, mit der Lebenszeit zwischen dem Verlassen der Schule und dem ernsten Eintritt in das Berufsleben. In dieser Meditation entdeckt der Meditierende, dass seine Bewusstseinsleistungen Reaktionen im Körper auslösen, und umgekehrt, dass seine Körperaktivitäten auf das Bewusstsein wirken. Er erfährt Zusammenhänge, Wahrnehmungsprozesse und Wahrnehmungsergebnisse, und ihm bilden sich spirituelle Begriffe an diesen Erfahrungen. Zur entdeckenden Meditation gehören diese Methoden:

 

  Meditation Methode Grad
  Die Brücke Viergliedrige Wahrnehmung analog zu Stein, Pflanze, Tier und Mensch, zur Erfahrung, wie sich das Sinnliche ins Geistige und das geistige in die sinnliche Welt erstreckt. Grad 1
  Doppelgänger Erkenntnis – Glaubens- und Handlungsmuster erkennen, Doppelgänger erfahren, Doppelgänger durch Motivwandlung und neue Modellierung des Lebens entmachten. Das Denken wirkt auf die Seele, und die Doppelgänger in der Seele wirken auf den Körper. Das neue Leben zieht andere Doppelgänger an, die anderen Doppelgänger erfrischen das Denken. Grad 1
  Der Beobachter An der Doppelgänger-Arbeit und an der Brücke wird der innere Beobachter erfahren. Grad 1
  Der kleine Hüter Eine Art bilanzierender Doppelgänger. Wird ähnlich entmachtet. Seine Reife und Entwicklung ist die Freigabe zur Mikrokosmischen Initiation. Grad 1
  Ich-Bin-Sätze Die 4 Sätze: Ich-Bin-im-Leib / Ich-fühle-mich-im-Äther / Ich-erkenne-mich-im-Astralraum / Ich-bin-aus-dem-universellen-Ich-in-mir / bilden vier Wahrnehmungsorgane in den 4 Leibern. Grad 1
  Kernsätze 1 – 6 Kernsätze (aus der Philosophie der Freiheit nach Dr. Rudolf Steiner) bilden Erfahrungen des Monismus. Grad 1
  Elementarwesen  Evokation – Erfahrung der Elementarwesen; ihre Einflussnahme im Leben. Vertrauen in Geistwesen. Grad 1
  Äther-Tiere Eine Art Doppelgänger im Ätherleib. Grad 2
  Äther-Hüter Eine Art kleiner Hüter im Ätherleib. Grad 4
  Phantom-Antreiber Eine Art Doppelgänger im physischen Leib. Grad 6

Bei der 1. Kategorie der Meditation steht die Erfahrung spiritueller Realität im Vordergrund.

Die forschende Meditation

Die forschende Meditation folgt der Verstandes- und Gemütsseele. Sie will die Welt verstehen und sie tritt mit den geistigen Wesen in einen bewussten Dialog. Sie beginnt mit einem Denkprozess der Recherche, sie konzentriert sich auf Fragen und geistige Quellen. Sie wendet Forschungsmethoden der Imagination, Inspiration und Intuition an, um zu Handlungsimpulsen zu kommen. Nach einem mehrstufigen Handlungsprozess prüft sie die Ergebnisse und erst dann kommt sie zu einem Güteurteil über ihre Tätigkeit. Durch die Forschende Meditation ändert sich nicht unmittelbar die Realität, jedoch durch die Erkenntnisse und Handlungen beginnt sich die Realität zu wandeln, und mit fortgesetzter Intensität finden große Wandlungen statt.

Zur forschenden Meditation gehört:

  • Methoden der Elementarwesen –Interaktion, der 8-stufige Situationswandlungsprozess.
  • Das Pendeln mit den Elementarwesen; die Schatzsuche und vergleichbare Methoden.
  • Das Seelenhaus (Symbolimagination; Seelen-Selbst-Analyse), mit diversen Spezialanalyse.
  • Die symbolische Organisationsanalyse.
  • Die Meister-Meditation.
  • Die Konstitutionsforschung, Karma-, Zeit- und Prozessanalysen.
  • Problemlösungsmeditationen mit Meister und Engel.

Bei dieser 2. Kategorie von Meditationen steht die Forschung und Wissenschaft im Vordergrund der Meditations-Motivation.

Die alchemistisch rituelle Meditation.

Die alchemistisch-rituelle Meditation ist eine Realität stiftende Meditation. Ihre Prozesse wirken unmittelbar im Leben des Meditierenden. Damit sind Meditationen gemeint, wie:

  • Die Devotionsmeditation, Hingabe an ein höheres Wesen (schafft Hellsichtigkeit).
  • Erlösungsbitte an Michael (erlöst von schattenhaften Belastungen),
  • Die Tempeleröffnung im SZI Studium zur Initiation.
  • Doppelgänger-Entmachtungsübungen (erlöst von schattenhaften Belastungen).
  • Die Rosenkreuzmeditation (Läuterung).
  • Meditation der „Geschenke“ der Elementarwesen (Energiesteigerung im Leib).
  • Meditation der Planetenwanderer, Energieharmonisierung mit Elementarwesen.
  • Meditation und Leben der Chakraübungen (Entwicklung der Chakren).
  • Gegenseitige Unterstützung der Lernpartner nach Frageprozess (Inkarnationshilfe).
  • Die alchemistischen Wandlungstaten der sieben Geister Gottes (Selbstheilung).
  • Wandlung der Konstitution der Erde, Pflanzen, Tiere (Züchtung).
  • Schaffung von Landschaftstempeln (mit Wirkung auf die Vitalität aller Lebewesen).
  • Meditation des Initiationsprozess (dauerhafte Wandlung der Aura, des Äthers, des Phantom).
  • Verschiedenste Rituale in den Religionen und Tempeln.

Bei dieser 3. Kategorie von Meditationen steht die Wirkung im Vordergrund, die von der Meditation ausgeht.

Die Vorbereitung der Meditation

Wir haben gerade ausgeführt, wie die Meditation verschiedene Aufgaben erfüllen kann.

Alle Meditationen beruhen auf einigen Notwendigkeit, deren Bedingungen erfüllt sein müssen, damit Meditation gelingen kann:

  1. Denken: Betätigung des Gedankenäthers, Anwendung auf Objekt, Subjekt, Denkprozess.
  2. Konzentration des Inhalts (Fragerichtung) auf bestimmte Quellen und Ziele. Fragen.
  3. Denken und Kontemplation (Anschauung) der Denkergebnisse (Prozesse, Quellen).

1: Das Denken im Konflikt von Subjekt und Sachlichkeit

Das Denken als reine Tätigkeit bedient sich der Objekte, bezieht sie auf sich selbst (Subjekt) und nimmt damit eine erste unbewusste Konzentration (Selektion) vor. Es beschreibt Tätigkeiten (Verben) und Qualitäten (Adjektive) und stellt diese zueinander in Beziehung (Logik). In der Logik stellt sich ein objektives Thema dar,

das alternativ Inhalt der Konzentration sein kann.

Selbstbezug (Subjekt) und Sachlichkeit (Logik) im Dialog: Man kann zu der These kommen, dass es eine Art Konflikt gibt zwischen Subjekt und Logik, dass sich also einerseits subjektive Themen durch den Gedanken ziehen und dass sich andererseits (objektive) sachliche Logik entfaltet.

Initiation bietet (durch Reduktion der Irrationalität schaffenden Schatten im Bewusstsein) die konstitutionelle Möglichkeit, diesen Konflikt, diese Polarität zu überwinden. Hier wird also die These aufgestellt, dass im herkömmlichen Denkbegriff „subjektivierendes“ aus Astralleib, Ätherleib und Phantomleib mit-denkt, welches die „sachliche Logik“ unterwandert und verbiegt. Spirituelle Methode bzw. meditative Methode kann dazu beitragen, diesen Gegensatz zu versöhnen und den Konflikt zu Gunsten der „sachlichen Logik“ zu lösen. Reine Sachlichkeit wäre also das Ziel, zu dem uns Kontemplation und Meditation führen sollten.

2: Konzentration als Schlüssel des meditativen Lebens

Der Konflikt zwischen „Subjekt“ und „Objekt“ offenbart, dass es „Quellen“ im Menschen gibt, die das Denken manipulieren. Und diese Quellen lenken das Denken von seiner Dienstleistung gegenüber der Logik ab, so dass die Logik ihren Sinn nicht erfüllen und ihre Ziele nicht erreichen kann. Das Denken könnte der sachlichen Logik dienen, wenn es nicht von subjektiven Quellen verbogen würde. Diese subjektiven Quellen werden durch Schattenarbeit im Astralen, im Äther- und Phantomleib erkannt und entmachtet; und sie können durch rituelle Meditation reduziert werden. Das erste Bestreben sollte daher darauf ausgerichtet sein, die „unbewusst wirkende, triebhafte Subjektivierung“ aus der „Charakterologischen Anlage“ (vergleiche Philosophie der Freiheit, Rudolf Steiner) zu reduzieren.

Dann kann das denkende Bewusstsein seine eigene Tätigkeit selbstlos einem Sinn und Ziel zur Verfügung stellen, in dem es sich auf die adäquaten Quellen konzentriert, einer Fragestellung folgt und eine Antwort mit den geeigneten Quellen sucht. So kann es den Sinn erfüllen und das Ziel erreichen, in dem es einem Frage- oder Probleminhaber Raum zur Entfaltung bietet. Die Konzentration wendet sich zunächst gegen die „Subjektivierungs-Quellen“ im Astralen, Äther und Phantom, also im Leib. Später jedoch, bei zunehmender „Leib-Freiheit“ bedeutet Konzentration „Entschlossenheit“ und „Wissen, was Wesentlich ist“. Konzentration bedeutet für den Initiierten:

  • Erkenntnis, welche Quellen durch welchen Handlungsstil im Leben wirken sollten.
  • Konzentration auf die Verwirklichung dieses Handlungsstils, da nur dieser Handlungsstil ein ausgewogenes Leben zwischen Beruf, Beziehung und Initiation ermöglicht.

Konzentration ist also der Schlüssel für die Verwirklichung eines meditativen Lebens.

3: Hellsichtigkeit – Kontemplation wird zur Imagination

In vielen Übungen spiritueller Schulung ist die „Situationsbetrachtung“ der Ausgangspunkt für weitere Schritte. Der innere Beobachter ist eine Instanz, welche die Quelle der „Kontemplation“ bildet. Situationsbetrachtungen aus dem inneren Beobachter sind Kontemplationen. Wer die Kontemplation des Tages oder wiederkehrender Situationen unterlässt, hat keine Chance, sein Leben zu ändern und Initiation zu erfahren.

Kontemplation als Betrachtung einer Situation, eines Prozesses, einer Gefühlslage oder eines geistigen Wesens gebiert Imaginationen. Diese Imaginationen sind ein Symbol für die „Wahrheit“, die sich aus der Quelle (subjektiv oder sachlich gefärbt) zu einer Frage (Ziel) im Bewusstsein entfaltet hat. Kontemplation führt aber nicht zwingend zur Imagination. Voraussetzungen der Hellsichtigkeit, d.h. für den Übergang vom abstrakten zum imaginativen Bewusstsein sind:

Selbsterkenntnis

  • Ein starkes Selbstbewusstsein (d.h. einen starken, einen trainierten inneren Beobachter).
  • Erfahrung und Kontrolle der Schattenbefreiung im Astralen, dann im Äther und im Phantom.

Sachlichkeit und Hingabe

  • Konzentration auf die Frage, die sachliche Quelle und Flexibilität im Denken.
  • Kontemplation von Analogien und geistigen Formen (sieben hermetische Gesetze).

[1] Fernöstliche Tradition:  Besonders im Hinduismus, Buddhismus und Taoismus besitzt die Meditation eine ähnliche Bedeutung wie das Gebet im Christentum (vgl. Kontemplation). Als organisierte Überlieferung lässt sich die Meditation am weitesten zu den Upanishaden und in der buddhistischen Tradition in Indien zurückverfolgen. Als Jhana (Sanskrit dhyana) werden verschiedene Zustände der Versenkung beschrieben, worauf sich heute unter anderem das chinesische Chan und das japanische Zen zurückführen lassen. Eine vielfältige und traditionsreiche Form der Meditation entwickelte sich daneben im indischen Yoga (Vorstufe ist die Konzentration). Insbesondere die Sutras im Raja Yoga prägen bis heute viele Techniken wie den Umgang mit dem Atem im Pranayama und die systematische Einteilung der mit der Meditation in Zusammenhang gebrachten Bewusstseinszustände. Innerhalb dieser Traditionen werden mit der Meditation ausnahmslos spirituelle Ziele verfolgt.

Christliche Traditionen: Im mittelalterlichen Christentum wurden die „geistlichen Übungen“ meditatio (gegenständliche Betrachtung) und contemplatio (gegenstandfreie Anschauung, Kontemplation) zur Sammlung des Geistes überliefert. Besonders in den mystischen Traditionen sollte damit der Verstand und das Denken zur Ruhe kommen, um den „einen Urgrund“ freizulegen. Im Mittelalter wurden auch Anweisungen veröffentlicht, wie Die Wolke des Nichtwissens oder die Schriften der Theresa von Avila. Im 15. und 16. Jahrhundert wurden diese Schriften von der Inquisition verboten und Mystiker verfolgt und gefangengesetzt und die Mystik geriet im Christentum in Verruf der Häresie. Doch finden sich standardisierte Elemente einer meditativen Praxis bis heute in den Exerzitien von Ignatius von Loyola oder einigen benediktischen und franziskanischen Traditionen sowie in der Ostkirche im Hesychasmus. In den evangelischen Landeskirchen spielt das Betrachtende Gebet als Form biblisch-gegenständlicher Meditation inzwischen eine gewisse Rolle. Die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz hat mit Wolfgang J. Bittner einen hauptamtlichen Spiritualitätsbeauftragten eingesetzt.

 

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