Chakra-Schulung

Kehlkopfchakra Übungen

Kehlkopf-Chakra

Das Kehlkopf-Chakra offenbart stilistische, qualitative Aspekte eines beobachteten Vorgangs. R.Steiner dazu: „Das geistige Sinnesorgan, das sich in der Nähe des Kehlkopfes befindet, macht es möglich, hellseherisch die Gedankenart eines anderen Seelenwesens zu durchschauen, es gestattet auch einen tieferen Einblick in die wahren Gesetze der Naturerscheinungen.“  Das Kehlkopfchakra dient uns dazu, die Polarität von konstruktiven (+) und destruktiven (-) Kräften zu erkennen und in konkreten Erscheinungen zu analysieren. Das bedeutet, ohne ein entwickeltes Kehlkopf-Chakra ist es nicht möglich, die aktuellen (+) von den alten (-) Doppelgängern zu unterscheiden oder den ahrimanisch-luziferischen Schild einer Abspaltung (-) von dem „Wesenskern“ der zum Menschen gehörenden Kräfte (+) zu unterscheiden. Im Kehlkopf-Chakra sind acht der sechzehn Blätter entwickelt, und acht der sechzehn Blätter müssen noch entwickelt werden. Zu jedem der acht Blätter gibt es eine Tätigkeit, die man als Übung vollziehen kann. Diese bestehen darin, „Rechtes Denken“ – „Rechtes sich entschließen“ – „Rechtes Reden“ – „Rechtes Handeln“ –  „Rechtes Leben“ – „Rechtes Streben“ – „Rechtes Lernen“ und „Rechtes sich versenken“ zu üben.

Übung 2.1 – Rechtes Denken

Bei der 1. Fähigkeit geht es darum, dass man sein Vorstellungsleben aus der Sinnlichkeitsbindung heraus löst und sich geist-gemäße, imaginative, gehaltvolle Vorstellungen bildet. R. Steiner zur 1. Fähigkeit: „Der erste ist die Art und Weise, wie man sich Vorstellungen aneignet. Gewöhnlich überlässt sich in dieser Beziehung der Mensch ganz dem Zufall. Er hört dies und das, sieht das eine und das andere und bildet sich danach seine Begriffe. Solange er so verfährt, bleibt seine sechzehnblätterige Lotusblume ganz unwirksam. Erst wenn er seine Selbsterziehung nach dieser Richtung in die Hand nimmt, beginnt sie wirksam zu werden. Er muss zu diesem Zwecke auf seine Vorstellungen achten. Eine jede Vorstellung soll für ihn Bedeutung gewinnen. Er soll in ihr eine bestimmte Botschaft, eine Kunde über Dinge der Außenwelt sehen. Und er soll nicht befriedigt sein von Vorstellungen, die nicht eine solche Bedeutung haben. Er soll sein ganzes Begriffsleben so lenken, dass es ein treuer Spiegel der Außenwelt wird. Sein Streben soll dahin gehen, unrichtige Vorstellungen aus seiner Seele zu entfernen.“

Ein praktisches Beispiel: Man schaue nach den eigenen Begriffen. Fragt man einen Menschen nach seiner Anschauung, was ein Baum sei, und er antwortet, ein Baum sei eine Pflanze, aus der man Holz herstellen können, dann kann man hier bemerken, wie der Begriff „Baum“ allein aus seinem Nutzen für den Menschen gewonnen wird. Andere Beschreibungen stellen die schattenspendende Wirkung, die Früchte oder die Blitzableiterfunktion in den Mittelpunkt. Nun löst man sich von dieser Nutzenbetrachtung und begibt sich auf die reine, sachliche Baum-Betrachtung. Ein Baum besteht aus Wurzeln, Stamm und Krone, Äste, Blätter, Blüten und Früchte erfüllen diese Krone. Er unterscheidet sich von einjährigen Pflanzen als mehrjährige Pflanze, die man noch nach Jahren wiederfinden und wiedererkennen kann. Und nun kann man noch mehr auf das Wesen schauen, auf die Idee des Baumes. Die Eiche hat beispielsweise besonders zackige, gebogene Äste, sie wächst sehr langsam, hat hartes Holz und strahlt eine ganz eigene Stimmung aus. Diese ästhetischen Merkmale leiten dazu an, eine besondere Ätherstruktur zu beobachten und das Eichenwesen imaginativ zu erschauen. Diese rein sachliche, sinnlich-übersinnliche Betrachtung ist bei dieser Übung anzustreben.

Übung 2.2 – Rechtes sich entschließen

Bei der zweiten Fähigkeit geht es um ein bewusstes Handeln, um bewusste Motive beim Handeln. R. Steiner zur zweiten Fähigkeit: „Der zweite Seelenvorgang betrifft in einer ähnlichen Richtung die Entschlüsse des Menschen. Er soll nur aus gegründeter, voller Überlegung selbst zu dem Unbedeutendsten sich entschließen. Alles gedankenlose Handeln, alles bedeutungslose Tun soll er von seiner Seele fernhalten. Zu allem soll er wohlerwogene Gründe haben. Und er soll unterlassen, wozu kein bedeutsamer Grund drängt.“ Auch hier geht es nicht darum, bestimmte Dinge zu tun und andere Dinge zu lassen, sondern ein eigenes Gefühl und ein eigenes Urteil über die praktischen, sozialen und spirituellen Gesichtspunkte zu gewinnen, die als Motiv für eine Handlung dienen. Dieses bewusste Motiv soll für viele Handlungen gefunden werden.

Übung 2.3 – Rechtes Reden

In manchen Situationen neigen Menschen dazu, belangloses Gerede, reine Sympathiebekundung und Reden um des Redens willens zu praktizieren. Auch dieses belanglose Reden wirkt auf die Chakrams. Die bewusst entschiedene und gestaltete Rede erst wirkt entfaltend auf einen Bereich im Kehlkopfchakra. R. Steiner zur dritten Fähigkeit: „Der dritte Vorgang bezieht sich auf das Reden. Nur was Sinn und Bedeutung hat, soll von den Lippen des Geheimschülers kommen. Alles Reden um des Redens willen bringt ihn von seinem Wege ab. Die gewöhnliche Art der Unterhaltung, wo wahllos und bunt alles durcheinander geredet wird, soll der Geheimschüler meiden. Dabei aber soll er sich nicht etwa ausschließen von dem Verkehr mit seinen Mitmenschen. Gerade im Verkehr soll sein Reden sich zur Bedeutsamkeit entwickeln. Er steht jedem Rede und Antwort, aber er tut es gedankenvoll, nach jeder Richtung überlegt. Niemals redet er unbegründet. Er versucht nicht zu viel und nicht zu wenig Worte zu machen.“

Übung 2.4 – Rechtes Handeln

Sprechen alte, spirituelle Regeln davon, was man tun solle und was man lassen solle, so sprechen diese Kriterien nicht von Regeln sondern von Prozessen, auf welche man sein Bewusstsein richten sollte. Ein solcher Prozess ist das äußere Handeln. Auch hier geht es nicht darum, bestimmte Handlungen als wertvoll und andere als weniger wertvoll zu bezeichnen. Vielmehr geht es darum, den Blick auf das Handeln und auf die Notwendigkeit zu richten, dass das Handeln mit dem Handeln der Mitmenschen in Übereinstimmung gebracht werden sollte. Dann entfaltet sich ein weiterer Bereich im Kehlkopfchakra. R. Steiner zur vierten Fähigkeit: „Der vierte Seelenvorgang ist die Regelung des äußeren Handelns. Der Geheimschüler versucht sein Handeln so einzurichten, dass es zu den Handlungen seiner Mitmenschen und zu den Vorgängen seiner Umgebung stimmt. Er unterlässt Handlungen, welche für andere störend sind oder die im Widerspruche stehen mit dem, was um ihn herum vorgeht. Er sucht sein Tun so einzurichten, dass es sich harmonisch eingliedert in seine Umgebung; in seine Lebenslage und so weiter. Wo er durch etwas anderes veranlasst wird zu handeln, da beobachtet er sorgfältig, wie er der Veranlassung am besten entsprechen könne. Wo er aus sich heraus handelt, da erwägt er die Wirkungen seiner Handlungsweise auf das deutlichste.“

Übung 2.5 – Rechtes Leben

Welche Vorstellungen haben wir vom Leben? Wie will man leben, was will man tun, um das eigene Leben zu gestalten? Viele Menschen haben große Träume, die jedoch auch einfach nur auf Faulheit oder Bequemlichkeit beruhen. Einen Paradigmenwechsel vorzunehmen und das Leben in seinen Grundzügen anzunehmen bedeutet dieser Hinweis. Das Leben ist sinnvoll, wenn ich meine Aufgabe erfülle. Wenn ich meine Aufgabe erkenne. Das Leben hat mir einen Körper gegeben, den ich wertschätzen, pflegen und nutzen will, um mein Werk auf dieser Erde beizutragen. Ich bin hinein geboren in eine bestimmte Natur, die mir Veranlagungen gegeben hat, und mir ist die Gnade zuteil geworden, Freiraum für meine spirituelle Entwicklung zu haben; beide Gaben möchte ich schätzen und nutzen, um der Erde, meiner geistigen Führung und meinen Mitmenschen zu dienen. R. Steiner zur fünften Fähigkeit: „Das fünfte, was hier in Betracht kommt, liegt in der Einrichtung des ganzen Lebens. Der Geheimschüler versucht natur-und geistgemäß zu leben. Er überhastet nichts und ist nicht träge. Übergeschäftigkeit und Lässigkeit liegen ihm gleich ferne. Er sieht das Leben als ein Mittel der Arbeit an und richtet sich dementsprechend ein. Gesundheitspflege, Gewohnheiten und so weiter richtet er für sich so ein, dass ein harmonisches Leben die Folge ist.“

Übung 2.6 – Rechtes Streben

Bin ich Idealist oder Realist? Engagiere ich mich oder lasse ich das Leben auf mich zukommen? Jeder von uns hat Phasen, in denen er sich besonders engagiert und andere Zeiten, wo er zur Ruhe kommt. Überlastung, Enttäuschungen und Misserfolge führen dazu, dass man Ideale aufgibt. Zeiten der Ruhe motivieren, neue Kraft zu schöpfen und Neues zu wagen. Jedoch, mit welchem Ziel? Man prüfe sich, ob man ein Ziel für sich verfolgt oder ob man sich sachlich für die Interessen anderer Menschen engagiert. Man prüfe, ob die eigenen Fähigkeiten und Möglichkeiten ausreichen, ein Ziel zu erreichen. Oder ob ein Vorhaben mangels Fähigkeiten und Möglichkeiten Kräfte sinnlos verpuffen lässt. Gehe sorgsam um mit Deinen Fähigkeiten, empfiehlt die sechste Fähigkeit. Nimm Teil an den Idealen der Menschheit und ergreife Initiative. Setze Deine Kräfte und Fähigkeiten so ein, dass sie anderen nützen, überfordere aber unterfordere Dich auch nicht. R. Steiner zur sechsten Fähigkeit: „Das sechste betrifft das menschliche Streben. Der Geheimschüler prüft seine Fähigkeiten, sein Können und verhält sich im Sinne solcher Selbsterkenntnis. Er versucht nichts zu tun, was außerhalb seiner Kräfte liegt; aber auch nichts zu unterlassen, was innerhalb derselben sich befindet. Anderseits stellt er sich Ziele, die mit den Idealen, mit den großen Pflichten eines Menschen zusammenhängen. Er fügt sich nicht bloß gedankenlos als ein Rad ein in das Menschentriebwerk, sondern er sucht seine Aufgaben zu begreifen, über das Alltägliche hinauszublicken. Er strebt danach, seine Obliegenheiten immer besser und vollkommener zu machen.“

Übung 2.7 – Rechtes Lernen

Lernen bedeutet, mit Interesse am Leben anderer Menschen teilzunehmen. Wer oberflächlich lebt und nur seine eigenen Interessen verfolgt, wird nie Gelegenheit haben, das Schicksal eines Mitmenschen als Lernfeld zu erleben. Zu anders, fremd und unbedeutend wird er die Ereignisse erleben, die um ihn herum geschehen. Rechtes Lernen bedeutet, sich die Erfahrungen seiner Mitmenschen zu Eigen zu machen. Erfahrungen anderer Menschen dem eigenen Leben als wertvolle Ergänzung zufließen zu lassen und sowohl gedanklich als auch praktisch immer wieder nach neuen Ideen, Möglichkeiten und Lösungen zu suchen, haucht dem Leben die notwendige Lebendigkeit ein, um plastisch und formbar zu bleiben. Doch zu viel Interesse am Leben anderer Menschen kann den Willen und die anderen Übungen auch schwächen. Man achte darauf, dass das Interesse am Leben anderer Menschen nicht zu einem Selbstzweck werde, der Zerstreuung, Unklarheit und Richtungslosigkeit nach sich zieht. R. Steiner zur siebten Fähigkeit: „Das siebente in seinem Seelenleben betrifft das Streben, möglichst viel vom Leben zu lernen. Nichts geht an dem Geheimschüler vorbei, was ihm nicht Anlass gibt, Erfahrung zu sammeln, die ihm nützlich ist für das Leben. Hat er etwas unrichtig und unvollkommen verrichtet, so wird das ein Anlass, ähnliches später richtig oder vollkommen zu machen. Sieht er andere handeln, so beobachtet er sie zu einem ähnlichen Ziele. Er versucht, sich einen reichen Schatz von Erfahrungen zu sammeln und ihn stets sorgfältig zu Rate zu ziehen. Und er tut nichts, ohne auf Erlebnisse zurückzublicken, die ihm eine Hilfe sein können bei seinen Entschlüssen und Verrichtungen.“

Übung 2.8 – Rechtes sich versenken

Wer eine geisteswissenschaftliche Schulung durchläuft, der läuft Gefahr, alle Erdentaten nutzen zu wollen, um die eigene Spiritualität weiter zu bringen. An jedem Ort wechselt er laufend zwischen irdischem und kosmischem Bewusstsein, kaum eine Gelegenheit lässt er aus, um spirituelle Analysen anzufertigen. Das Leben wird zu einem Schauplatz spiritueller Suche und kein Erdenwerk möchte mehr so richtig gelingen. Rechtes sich versenken bedeutet, sich Zeiten zu nehmen, an denen die meditative Forschung ihren Raum hat, und wieder andere Zeiten einzuräumen, an denen man sich ganz der jeweiligen Tätigkeit hingeben kann. R. Steiner zur achten Fähigkeit: „Das achte endlich ist: der Geheimschüler muss von Zeit zu Zeit Blicke in sein Inneres tun; er muss sich in sich selbst versenken, sorgsam mit sich zu Rate gehen, seine Lebensgrundsätze bilden und prüfen, seine Kenntnisse in Gedanken durchlaufen, seine Pflichten erwägen, über den Inhalt und Zweck des Lebens nachdenken und so weiter. Alle diese Dinge sind ja in den vorhergehenden Abschnitten schon besprochen worden. Hier werden sie nur aufgezählt im Hinblick auf die Entwickelung der sechzehnblätterigen Lotusblume.

Durch ihre Übung wird diese immer vollkommener und vollkommener. Denn von solchen Übungen hängt die Ausbildung der Hellsehergabe ab. Je mehr zum Beispiel dasjenige, was ein Mensch denkt und redet, mit den Vorgängen in der Außenwelt zusammenstimmt, desto schneller entwickelt sich diese Gabe. Wer Unwahres denkt oder redet, tötet etwas in dem Keime der sechzehnblätterigen Lotusblume. Wahrhaftigkeit, Aufrichtigkeit, Ehrlichkeit sind in dieser Beziehung aufbauende, Lügenhaftigkeit, Falschheit, Unredlichkeit sind zerstörende Kräfte. Und der Geheimschüler muss wissen, dass es hierbei nicht allein auf die «gute Absicht», sondern auf die wirkliche Tat ankommt. Denke und sage ich etwas, was mit der Wirklichkeit nicht übereinstimmt, so zerstöre ich etwas in meinem geistigen Sinnesorgan, auch wenn ich dabei eine noch so gute Absicht zu haben glaube. Es ist wie mit dem Kinde, das sich verbrennt, wenn es ins Feuer greift, auch wenn dies aus Unwissenheit geschieht.

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