Chakra-Schulung

Herzchakra Übungen

Das Herz-Chakra

Das Herzchakra wird in der Nähe zum Herzen gefunden. Manche Menschen spüren es in der Mitte der Brust, wieder andere direkt bei dem physischen Herzorgan. Wieder andere spüren eines sowohl beim physischen Herzorgan, wie auch eines in der Mitte der Brust. Sie empfinden zwei Herzchakrams. Und wieder andere empfinden neben den beiden genannten ein drittes Herzchakra in der rechten Brust. Das Herzchakra hat zwölf Blätter der Lotusblume, von denen sechs in alten Zeiten entwickelt wurden, und sechs durch Übungen, wie sie der heutigen Zeit entsprechen, ausgebildet werden können. Dabei geht es um die Beherrschung des Denkens, um die Initiative des Handelns und um die Beherrschung des Gefühlslebens. Die Fähigkeiten, die mit einem ausgebildeten Herzchakra verbunden sind, erstrecken sich von der Motivationswahrnehmung eines Wesens bis hin zu der Möglichkeit, unbewusste Triebe in Naturprozessen, Tieren und Pflanzen wahrzunehmen. R.Steiner dazu: „Das Organ in der Nachbarschaft des Herzens eröffnet eine hellseherische Erkenntnis der Gesinnungsart anderer Seelen. Wer es ausgebildet hat, kann auch bestimmte tiefere Kräfte bei Tieren und Pflanzen erkennen.“

Die so genannten „sechs Nebenübungen“ – R.Steiner nannte sie so, weil sie neben jeder Schulung gemacht werden sollten – führen zu sechs seelischen Grundeigenschaften, ohne die geistige Erfahrungen nur schwer ertragen und die Möglichkeiten dazu kaum genutzt werden können, wenn diese Fähigkeiten nicht ausgebildet wurden. Geistige Schulung bedeutet, an einem bestimmten Punkt der Einweihung den Verlust des veranlagten Willens, Denkens und Fühlens zu bemerken. Wer dann diese seelischen Grundeigenschaften – die eine bewusste Beherrschung des Denkens, Willens und Fühlens beinhalten – nicht ausgebildet hat, der kann diese Stufen nicht durchlaufen und der Schulungsweg endet hier. Stattdessen entstehen Krankheiten, die unheilbar scheinen und in der Regel in psychiatrischen Einrichtungen behandelt werden müssen.

Übung 3.1 – Gedankenkontrolle

Gedankenkontrolle besteht darin, dass man wenigstens für kurze Zeiten des Tages nicht alles Mögliche durch die Seele irrlichtelieren lasse, sondern einmal Ruhe in seinem Gedankenlaufe eintreten lasse. Man denkt an einen bestimmten Begriff, stellt diesen Begriff in den Mittelpunkt seines Gedankenlebens und reiht hierauf selbst alle Gedanken logisch so aneinander, die sich an diesen Begriff anlehnen. „Und wenn das auch nur eine Minute geschieht, so ist es schon von großer Bedeutung für den Rhythmus des physischen und Ätherleibes.“ Diese Übung lässt sich bestens verbinden mit dem Thema kosmische Kommunikation und den herzdenken-Übungen, wie sie zum Einleben in die Verbindung mit den Hierarchien geübt werden können.

Übung 3.2 – Initiative des Handelns

Es geht darum, eine Willenshandlung zu einer bestimmten Uhrzeit auszuführen, die man vollkommen aus Freiheit begeht. Man setzt sich eine Uhrzeit und eine bedeutungslose Handlung. Dann führt man diese zu der Uhrzeit aus. Das innere Gefühl der Stärke spürt man im ganzen Körper. R.Steiner: „Das heißt, man muss sich zwingen zu wenn auch unbedeutenden, aber aus eigener Initiative entsprungenen Handlungen, zu selbst auferlegten Pflichten. Die meisten Ursachen des Handelns liegen in Familienverhältnissen, in der Erziehung, im Berufe und so weiter. Bedenken Sie nur, wie wenig eigentlich aus der eigenen Initiative hervorgeht! Nun muss man also kurze Zeit darauf verwenden, Handlungen aus der eigenen Initiative hervorgehen zu lassen. Das brauchen durchaus nicht wichtige Dinge zu sein; ganz unbedeutende Handlungen erfüllen denselben Zweck.“

Übung 3.3 – Gelassenheit

Gelassenheit übt man, in dem man während des Tagesrückblickes bemerkt, dass man in einer Situation aufgeregt, unruhig, wütend, selbstvergessen oder begeistert reagiert hat. Jede Seelenregung, die das einfache Selbstbewusstsein erlöschen lässt, gehört zu den Gefühlen, die hier durch einfachere, ausgleichende, gelassenere Gefühle ersetzt werden sollen. Nun stellt man sich vor, wie man alternativ handeln würde. Und dann schaut man in die Zukunft, wann diese oder eine ähnliche Situation wieder auftauchen wird und stellt sich vor, wie man dann mit mehr Gelassenheit reagieren wird. Das macht man solange, bis man Gelassenheit lebt. Jedoch, Gelassenheit ist nicht zu verwechseln mit Gefühllosigkeit, Bequemlichkeit oder Desinteresse. Gelassenheit im Kontext der anderen Nebenübungen und parallel zu den acht Übungen zum Kehlkopfchakra; das ist gemeint.

R.Steiner dazu: „Das dritte, um was es sich handelt, kann man nennen Gelassenheit. Da lernt man den Zustand des Hin- und Herschwankens zwischen «himmelhoch jauchzend» und «zum Tode betrübt» regulieren. Wer das nicht will, weil er glaubt, dass dadurch seine Ursprünglichkeit im Handeln oder sein künstlerisches Empfinden verloren gehe, der kann eben keine okkulte Entwickelung durchmachen. Gelassenheit heißt, Herr sein in der höchsten Lust und im tiefsten Schmerz. Ja, man wird für die Freuden und Leiden in der Welt erst dann richtig empfänglich, wenn man sich nicht mehr verliert im Schmerz und in der Lust, wenn man nicht mehr egoistisch darin aufgeht. Die größten Künstler haben gerade durch diese Gelassenheit am meisten erreicht, weil sie sich dadurch die Seele aufgeschlossen haben für subtile und innere wichtige Dinge.“

Übung 3.4 – Unbefangenheit

Zahlreiche Ereignisse, Dinge und Wesen umgeben uns, die zu uns sprechen. Doch kaum etwas von den wesentlichen, tieferen, geistigen Regungen in den Dingen und Wesen tritt in unser Bewusstsein. Wir sind befangen, wir wissen, wie die Welt aussieht, wie man die Dinge anzuschauen hat und welche Erscheinung etwas bedeutet. Unsere Lebenserfahrung macht uns befangen, lässt uns die Tore verschließen für die geistigen Wahrheiten, die uns erreichen wollen. Eine notwendige Fähigkeit ist also, auf das positive in den Dingen zu schauen, die unser Bewusstsein erreichen. Denn nur, wenn die Dinge einen bleibenden Eindruck hinterlassen, können sie in uns zur Sprache kommen. Nur was im Positiven unser Bewusstsein erreicht, kann sich spirituelle aussprechen. R.Steiner: „Das vierte ist, was man als Unbefangenheit bezeichnen kann. Das ist diejenige Eigenschaft, die in allen Dingen das Gute sieht. Sie geht überall auf das Positive in den Dingen los. Als Beispiel können wir am besten eine persische Legende anführen, die sich an den Christus Jesus knüpft: Der Christus Jesus sah einmal einen krepierten Hund am Wege liegen. Jesus blieb stehen und betrachtete das Tier, die Umstehenden aber wandten sich voll Abscheu weg ob solchen Anblicks. Da sagte der Christus Jesus: Oh, welch wunderschöne Zähne hat das Tier! – Er sah nicht das Schlechte, das Hässliche, sondern fand selbst an diesem eklen Kadaver noch etwas Schönes, die weißen Zähne. Sind wir in dieser Stimmung, dann suchen wir in allen Dingen die positiven Eigenschaften, das Gute, und wir können es überall finden. Das wirkt in ganz mächtiger Weise auf den physischen und Ätherleib ein.“

Übung 3.5 – Der bewusste Glaube

Wenn etwas unsere positive Grundeinstellung erreicht, etwas, das uns vollkommen fremd und unbekannt erscheint, dann fordert es gelegentlich unsere ganze Aufmerksamkeit. Unsere ungeteilte Aufmerksamkeit wird immer dann gefordert, wenn sich uns etwas zeigt, was zunächst ganz und gar nicht mit unserer bisherigen Wirklichkeitsauffassung zusammen passt. R.Steiner dazu: „Das nächste ist der Glaube. Glauben drückt im okkulten Sinne etwas anderes aus, als was man in der gewöhnlichen Sprache darunter versteht. Man soll sich niemals, wenn man in okkulter Entwickelung ist, in seinem Urteil durch seine Vergangenheit die Zukunft bestimmen lassen. Bei der okkulten Entwickelung muss man unter Umständen alles außer acht lassen, was man bisher erlebt hat, um jedem neuen Erleben mit neuem Glauben gegenüberstehen zu können. Das muss der Okkultist bewusst durchführen. Wenn einer zum Beispiel kommt und sagt: Der Turm der Kirche steht schief, er hat sich um 45 Grad geneigt – so würde jeder sagen: Das kann nicht sein. – Der Okkultist muss sich aber noch ein Hintertürchen offen lassen. Ja, er muss so weit gehen, dass er jedes in der Welt Erfolgende, was ihm entgegentritt, glauben kann, sonst verlegt er sich den Weg zu neuen Erfahrungen. Man muss sich frei machen für neue Erfahrungen; dadurch werden der physische und der Ätherleib in eine Stimmung versetzt, die sich vergleichen lässt mit der wollüstigen Stimmung eines Tierwesens, das ein anderes ausbrüten will.

Übung 3.6 – Inneres Gleichgewicht

Und dann folgt als nächste Eigenschaft inneres Gleichgewicht. Es bildet sich durch die fünf anderen Eigenschaften nach und nach ganz von selbst heraus. Auf diese sechs Eigenschaften muss der Mensch bedacht sein. Er muss sein Leben in die Hand nehmen und langsam fortschreiten im Sinne des Wortes: Steter Tropfen höhlt den Stein.“ (Lit.: GA 95, 12. Vortrag)

Man vergleiche jedoch diese sechste Eigenschaft oder Übung mit den Ausführungen zum magischen Gleichgewicht. Man entfalte gleichmäßig Fähigkeiten des Kopfes mit denen des Willens, man beziehe gleichmäßig die höheren und niederen Wesen mit ein – wobei „Höher“ und „Niederer“ nicht hierarchisch sondern qualitativ verstanden werden will. Man achte auf das Gleichmaß aus positivem Bewusstsein und negativen Bewusstseinsinhalten und man versuche entsprechend den Themen des Nabelchakrams die unbewussten mit den bewussten Fähigkeiten, die bewussten mit den unbewussten Seelenkräften, die sinnlichen mit den übersinnlichen Fähigkeiten in Ausgewogenheit zu bringen.

Schreibe einen Kommentar

WP2Social Auto Publish Powered By : XYZScripts.com