Chakra-Schulung

Chakraübung (1)

Übung – Die Ernährung der Seele

  1. Machen Sie einen Tagesrückblick; vollziehen Sie nach, was Sie während eines Tages erlebt und erfahren haben. (vergleiche dazu…)
  2. Reflektieren Sie das Verhalten Ihrer Mitmenschen Ihnen und anderen Menschen gegenüber.
  3. Machen Sie sich bewusst, wo und wann sich einer dieser Mitmenschen Ihnen oder anderen gegenüber dienend verhalten hat, wo sich ein Mensch einem anderen ganz praktisch hingegeben hat. Das kann der eigene Partner sein, der das Abendessen zubereitet hat oder die Fürsorgende Mutter, welche die Kinder versorgt hat oder etwas anderes.
  4. Empfinden Sie, welche ideale Kraft, welche seelische Geste in diesen Momenten der Hingabe in dem betreffenden Menschen lebte. Und lassen Sie Ihr Bewusstsein drei Minuten auf dieser Empfindung, auf diesem Gefühl ruhen.

Das Ereignis, das sich in der Seele abspielt, wenn man diese Übung macht, ist vergleichbar mit dem von R. Steiner angedeuteten Prozess der Ernährung. Die Seele fühlt sich angeregt, erfüllt und erwärmt, wenn man diese Übung macht. Eine regelmäßige Durchführung stärkt die Seele und bereitet eine Grundlage für die geistige Wahrnehmung. Dieser Übungs-Prozess wird dann für den Geistesforscher als Veränderung der Aura sichtbar.

  1. Steiner: „Für den Geistesforscher ist diese Tatsache an der Aura ersichtlich. Eine Seele, die sich verehrende, devotionelle Gefühle aneignet, bewirkt eine Veränderung ihrer Aura. Gewisse als gelbrote, braunrote zu bezeichnende geistige Farbentöne verschwinden und werden durch blaurote ersetzt. Dadurch aber öffnet sich das Erkenntnisvermögen; es empfängt Kunde von Tatsachen in seiner Umgebung, von denen es vorher keine Ahnung hatte. Die Verehrung weckt sympathische Kraft in der Seele, und durch diese werden Eigenschaften der uns umgebenden Wesen von uns angezogen, die sonst verborgen bleiben.“ (GA 10). Ein solcher erster Schritt wirkt sich also bereits auf die Veränderung der Aura aus. Die Aura, der Seelenraum, der Seelenorganismus, der den menschlichen Körper umgibt, wird in anderen Zusammenhängen auch als Astralleib bezeichnet. Dieser Astralleib beherbergt die menschlichen Triebe, Begierden und Leidenschaften. Der Astralleib steht in einer inneren Beziehung zu den zwei anderen Gliedern der menschlichen Konstitution, zu Ätherleib und physischem Leib.

Steiner: „Bei dem, welcher in diesem Sinne die … beschriebenen Übungen macht, gehen zunächst gewisse Veränderungen im sogenannten Seelenorganismus vor sich. Dieser ist nur für den Hellseher wahrnehmbar. Man kann ihn mit einer mehr oder weniger geistig-seelisch leuchtenden Wolke vergleichen, in deren Mitte der physische Körper des Menschen sich befindet. [Eine Beschreibung findet man in des Verfassers «Theosophie».] In diesem Organismus werden die Triebe, Begierden, Leidenschaften, Vorstellungen und so weiter geistig sichtbar.“ – Sowohl der physische, wie der Äther- und Astralleib offenbaren sinnliche und übersinnliche Merkmale, an denen man ihren Zustand erkennt. Der Hellseher, der den übersinnlichen Zustand der menschlichen Konstitution, des Astralleibes, des Äther- und des physischen Leibes wahrnehmen kann, nimmt Veränderungen derselben zunächst auf der imaginativen Ebene wahr. Imaginationen sind geistig-seelische Empfindungen, die im Bewusstsein in Farben und Formen erscheinen. Sie tauchen als innere Bilder auf, die mehr oder weniger konkret sind und die symbolischen Charakter haben.

Steiner: „Sinnliche Begierde zum Beispiel empfindet man darinnen wie dunkelrötliche Ausstrahlungen von bestimmter Form. Ein reiner, edler Gedanke findet seinen Ausdruck wie in einer rötlichvioletten Ausstrahlung. Der scharfe Begriff, den der logische Denker fasst, fühlt sich wie eine gelbliche Figur mit ganz bestimmten Umrissen. Der verworrene Gedanke des unklaren Kopfes tritt als Figur mit unbestimmten Umrissen auf. Die Gedanken der Menschen mit einseitigen, verbohrten Ansichten erscheinen in ihren Umrissen scharf, unbeweglich, diejenigen solcher Persönlichkeiten, welche zugänglich für die Ansichten anderer sind, sieht man in beweglichen, sich wandelnden Umrissen und so weiter, und so weiter.“ Steiner weißt nun ausdrücklich darauf hin, dass allein die verwandten Formulierungen „symbolisch“ verstanden werden müssen. „Niemand soll glauben, dass man etwas „sehen könnte“, was dem sinnlichen Sehen vergleichbar ist. „Man muss bei allen folgenden Schilderungen darauf achten, dass zum Beispiel beim «Sehen» einer Farbe geistiges Sehen (Schauen) gemeint ist. Wenn die hellsichtige Erkenntnis davon spricht: «ich sehe rot», so bedeutet dies: «ich habe im Seelisch-Geistigen ein Erlebnis, welches gleichkommt dem physischen Erlebnis beim Eindruck der roten Farbe.» Nur weil es der hellsichtigen Erkenntnis in einem solchen Falle ganz naturgemäß ist, zu sagen: «ich sehe rot», wird dieser Ausdruck angewandt (Vergleichen Sie dazu auch die Ausführungen zur imaginativen Wahrnehmungsweise).

Die Chakrams als seelisch-geistige Wahrnehmungsorgane lassen sich nun sowohl als Organe im Astralleib, denn auch als Organe im Äther- und physischen Leib wahrnehmen. Diese Tatsache führt in mancher Veröffentlichung zu der Aussage, es gäbe Chakrams im Astralleib, im Ätherleib und im physischen Leib; solche Darstellungen beschreiben dann dutzende Chakrams (Vergleiche dazu „Das Kundalini-Handbuch“ von Genevieve Lewis Paulson). Eine andere Auffassung ist diese, für jedes der sieben Hauptchakrams Anlagen zu beschreiben, die sich auch im Ätherleib und im physischen Leib als wahrnehmbare Ausprägung zeigen, und darüber hinaus auch in den höheren Leibern (Geistselbst, Lebensgeist, Geistesmensch) wahrnehmbar sind. Die Differenzen in der Interpretation ergeben sich aus der unterschiedlichen Ausbildung der Hellseher. Schult man seine Chakrams nicht nach der hier aufgeführten Methode, sondern „weckt“ man einfach nur die in alten Zeiten ausgeprägten Fähigkeiten der Chakrams, dann entsteht eine geistige Wahrnehmung, die Mühe hat die Zusammenhänge im Geistigen zu finden. Denn für den Hellseher ist dieser Chakraorganismus ja erlebbar; Steiner: „Je weiter nun der Mensch in seiner Seelenentwickelung fortschreitet, desto regelmäßiger gegliedert wird sein Seelenorganismus. Beim Menschen mit einem unentwickelten Seelenleben ist er verworren, ungegliedert. Aber auch in einem solchen ungegliederten Seelenorganismus kann der Hellseher ein Gebilde wahrnehmen, das sich deutlich von der Umgebung abhebt.

Es verläuft vom Innern des Kopfes bis zur Mitte des physischen Körpers. Es nimmt sich aus wie eine Art selbständiger Leib, welcher gewisse Organe hat. Diejenigen Organe, die hier zunächst besprochen werden sollen, werden in der Nähe folgender physischer Körperteile geistig wahrgenommen:

  1. das erste zwischen den Augen
  2. das zweite in der Nähe des Kehlkopfes,
  3. das dritte in der Gegend des Herzens,
  4. das vierte liegt in der Nachbarschaft der sogenannten Magengrube,
  5. das fünfte und sechste haben ihren Sitz im Unterleibe.

Diese Gebilde werden von den Geheimkundigen «Räder» (Chakrams) oder auch «Lotusblumen» genannt. Sie heißen so wegen der Ähnlichkeit mit Rädern oder Blumen; doch muss man sich natürlich klar darüber sein, dass ein solcher Ausdruck nicht viel zutreffender ist, als wenn man die beiden Lungenteile «Lungenflügel» nennt. Wie man sich hier klar ist, dass man es nicht mit «Flügeln» zu tun hat, so muss man auch dort nur an eine vergleichsweise Bezeichnung denken. Diese «Lotusblumen» sind nun beim unentwickelten Menschen von dunklen Farben und ruhig, unbewegt. Beim Hellseher aber sind sie in Bewegung und von leuchtenden Farbenschattierungen.

Jedes Chakra ist in sich gegliedert, es besteht aus mehreren Bereichen, die Speichen (eines Rades) oder die Blätter (einer Blume). Betrachten wir die Entwicklungsgeschichte der Chakrams, so finden wir, dass die Chakrams in alten Zeiten an die Engel-Hierarchien gebunden waren. Mit der Loslösung des Menschen von der Führung der Engel wurden seine Chakrams aus der Engelführung herausgelöst und sind nun den seelischen Wirkungen des Menschen ausgeliefert. Sie werden durch die triebhaften, unruhigen Veranlagungen des Menschen vergiftet und unrein, so dass geistige Wahrnehmung verzerrt werden oder gar unmöglich sind. Dazu tragen heute auch all jene Empfehlungen bei, die zur unmittelbaren Anregung der Chakrams raten.  Menschen machen Chakra-Massage, Chakra-Musik,  Düfte, Salben und imaginative Vorstellungen sollen die Chakrams anregen. Doch alles dies trägt nicht wirklich zu der Entwicklung bei, die aus einer verschwommenen, unklaren, medialen Verfassung in eine vollbewusste, klare und zielsichere Ausbildung der Hellseherbegabung führt.

Jedes Chakra ist zu einem Teil entwickelt; diese Entwicklung ist ein Ergebnis der geistigen Führung alter Zeiten. In jedem Chakra sind die Hälfte der Blütenblätter bzw. Speichen zu entwickeln. Durch einfache Seelenübungen muss der Schüler seine Chakrams ganz aus den berauschenden, zwingenden Kräften seiner Triebnatur befreien. Dazu ist Selbsterziehung notwendig, wie sie schon in alten Kulturen und im Buddhismus bekannt war, als Entfaltung seelischer Fähigkeiten,

  • im Stirnchakra die Ausbildung eines Ahriman und Luzifer beherrschenden Denkens,
  • im Kehlkopfchakra das Befolgen des achtgliedrigen Pfades,
  • im Herzchakra die Ausübung der sechs Nebenübungen,
  • im Nabelchakra die Befreiung der zwölf Sinne,
  • im Sakralchakra die Befreiung der Kräfte aus Sexualität, Ernährung und Arbeit,
  • im Wurzelchakra die Befreiung der Erdverbundenheit (Geld) aus Ahriman und Luzifer.
  • Im Kronenchakra die vollkommene Selbstbeherrschung und eine freilassende Kooperation mit den Geistwesen in der Gott-Verbundenheit.

Diese Übungen führen zur Entfaltung derjenigen Blütenblätter bzw. Speichen in den Chakrams, die ein voll bewusstes Erfassen der Geisteswelt erst möglich machen. Die Übungen wollen einzelnen und jede für sich gewissenhaft über einen längeren Zeitraum kultiviert werden. Dann entfalten sich die Chakrams vollends und beginnen der geistigen Wahrnehmung zu dienen.

Das Drehen der Chakrams und die geistige Wahrnehmung sind ein Ergebnis der Übungen, die hier angedeutet und weiter unten einzeln aufgeführt werden. Steiner: „Wenn nun ein Geheimschüler mit seinen Übungen beginnt, so ist das erste, dass sich die Lotusblumen aufhellen; später beginnen sie sich zu drehen. Wenn dies letztere eintritt, so beginnt die Fähigkeit des Hellsehens. Denn diese «Blumen» sind die Sinnesorgane der Seele (auch in bezug auf diese Wahrnehmungen des «Drehens», ja der «Lotusblumen» selbst, gilt, was in der vorigen Anmerkung über das «Sehen der Farben» gesagt worden ist.) Und ihre Drehung ist der Ausdruck dafür, dass im Übersinnlichen wahrgenommen wird. Niemand kann etwas Übersinnliches schauen, bevor sich seine astralen Sinne in dieser Art ausgebildet haben.“ Alle künstlichen Anregungen, Massagen oder Meditationen können nicht wirklich etwas bewirken, was nicht durch diese Übungen veranlagt wurde.

Die ersten Wahrnehmungen mit den eigenen Chakrams offenbart dann zunächst die Struktur der Chakrams, die man spüren lernt, sobald man die angedeuteten Übungen durchführt. Dort erfährt man dann Farben und Formen der Chakrams und die Anzahl der Speichen bzw. Blütenblätter. Das Stirnchakra hat zwei Blätter, „das Organ in der Nähe des Kehlkopfes hat sechzehn «Blumenblätter» oder «Radspeichen», das in der Nähe des Herzens deren zwölf, das in der Nachbarschaft der Magengrube liegende deren zehn“ (Steiner), das Sakralchakra im Bereich der Sexualorgane hat sechs und das Wurzelchakra, zwischen Anus und Geschlecht gelegen, hat vier Blütenblätter. An diesen Blütenblättern arbeitet der Mensch indirekt, wenn er die angegebenen Übungen durchführt.  „Von der «sechzehnblätterigen Lotusblume» sind acht Blätter auf einer früheren Entwickelungsstufe des Menschen in urferner Vergangenheit bereits ausgebildet gewesen. Zu dieser Ausbildung hat der Mensch selbst nichts beigetragen. Er hat sie als eine Naturgabe erhalten, als er noch in einem Zustande traumhaften, dumpfen Bewusstseins war.

Auf der damaligen Stufe der Menschheitsentwickelung waren sie auch in Tätigkeit. Jedoch vertrug sich diese Art von Tätigkeit eben nur mit jenem dumpfen Bewusstseinszustande. Als dann das Bewusstsein sich aufhellte, verfinsterten sich die Blätter und stellten ihre Tätigkeit ein. Die anderen acht kann der Mensch selbst durch bewusste Übungen ausbilden. Dadurch wird die ganze Lotusblume leuchtend und beweglich. Von der Entwickelung eines jeden der sechzehn Blätter hängt die Erwerbung gewisser Fähigkeiten ab. Doch, wie bereits angedeutet, kann der Mensch nur acht davon bewusst entwickeln; die anderen acht erscheinen dann von selbst.“ Und Steiner warnt davor, durch direkte Anregung der bereits ausgebildeten Blütenblätter zur Hellsichtigkeit zu streben, denn die Medialität die sich dann ergibt ist traumhaft, unbewusst und lässt sich kaum mit der Kultur einer Wissenschaftsgesellschaft verbinden; Haltlosigkeit im Leben, soziale Isolation und Unruhe in der Person sind die typischen Folgen einer Chakramentfaltung, in der nur die vorhandenen, die ausgebildeten Blütenblätter aktiviert werden.

Von einer solchen, bewussten und ausgleichenden Entwicklung der Chakrams hängt eben ab, ob die spirituelle Fähigkeit, die mit der Entwicklung der Chakrams einher geht, den Menschen seelisch-geistig stabilisiert oder ob der Mensch dadurch unbeherrscht und haltlos wird. Selbstverständlich ist der hier angedeutete Weg mit Mühe und Disziplin verbunden, er ist nicht damit bewältigt, dass man in einem kurzen Wochenendseminar alle Chakrams meditiert und mit etwas Licht und Liebe zu jedem Chakra eine Beziehung und erste Aktivitäten aufbaut. Er rät ganz davon ab, unmittelbar in einer Meditation ein Chakra spüren zu wollen, zu viele schattenhafte Aspekte der Person wirken im Seelenleib, im Astralleib, und mit dem Willen, ein Chakra zu spüren oder in einem Chakra etwas bewirken zu wollen, wirken unmittelbar alle diese schattenhaften Aspekte auf die Chakrams, die dadurch noch mehr beschädigt und verhärtet werden. Im Gegenteil, hier wird geraten, nur die hier genannten Übungen zu machen, und mit diesen Übungen indirekt auf die Chakrams zu wirken. Denn uns sind die Chakrams treuhänderisch überlassen, wir haben einige Inkarnationen Zeit, bewusst durch Übungen auf sie zu wirken. Doch mit der Erleuchtung und in den höheren Graden der Einweihung ist es dann wiederum notwendig, die Chakrams in die Obhut geistiger Mächte zurück zu geben. Wahre Schutzmeditationen bestehen darin, die Chakrams bewusst in die Führung bestimmter geistiger Hierarchien zu übergeben und die geistigen Helfer und zuständige Engelhierarchien darum zu bitten, dass sie die Führung der Chakrams übernehmen.

 

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